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In der Aufholjagd bei Seltenen Erden packt Trump die Bazooka aus

Wie lange sitzt China noch am längeren Hebel? 

James Litinsky glaubt, die Nachfrage nach schweren Seltenen Erden in Magneten wird nachlassen und ihre Preise sinken. In der Industrie sorgen seine Aussagen[1] für Aufruhr, denn Litinsky ist Boss von MP Materials, Betreiber des größten Bergwerks für Seltenen Erden außerhalb Chinas. Das Bergbauunternehmen verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und will es nicht beim Rohstoffabbau belassen. Raffinerie- und Separationsanlagen für alle Metalle der Seltenen Erden gehören ebenso  zur Geschäftsstrategie wie eine eigene Magnetfabrik. Dank MP Materials sind die USA zum zweitgrößten Hersteller von Seltenen Erden aufgestiegen. Von den etwa 51.000 Tonnen Seltenerdkonzentrat, die 2025 in den USA produziert wurden, lieferte MP Materials alleine knapp 50700 Tonnen. Litinskys Aussagen schmälern jedenfalls nicht die Bedeutung kritischer Mineralien für das globale Machtgefüge, das von der Rivalität zwischen den USA und China, den zwei größten Volkswirtschaft der Welt, geprägt wird. [1]LINK

Der Abstand zu Chinas Dominanz über Seltene Erden wird zwar kleiner, er ist aber immer noch ziemlich groß: 2025 hat China laut US-Angaben 270.000 Tonnen produziert und hält einen Weltmarktanteil von geschätzt 70 Prozent. Hauptprodukt in Mountain Pass, das von MP Materials betriebene Bergwerk in Kalifornien, sind Konzentrate der leichten Seltenen Erden Neodym und Praseodym. Sie sind Schlüsselelemente in den extrem starken Dauermagneten für Elektroautos und Windturbinen. Für Verwunderung sorgten Litinskys Äußerungen auch deshalb, weil MP Materials angekündigt hat, ab Mitte 2026 die beiden schweren Seltenen Erden Dysprosium und Terbium herzustellen. Sie werden üblicherweise in kleinen Mengen Neodym-Magneten beigefügt, um deren Hitzeresistenz zu erhöhen. 

Seltene Erden gegen Taiwan-Konzessionen

Das Erz in Mountain Pass gibt aber nicht viel her an schweren Seltenen Erden. Zwar gibt MP Materials an, über 200 Tonnen an schwerem Seltenerdoxiden (SEG+) produziert und eingelagert zu haben. Um genug Material für seine geplante Magnetfabrik in Texas zur Verfügung zu haben, muss Litinsky aber auch Material aus anderen Lagerstätten besorgen. Doch hier ist der Haken: Während China die leichten Seltenen Erden dominiert und westliche Länder wie die USA dabei sind diese Dominanz langsam aufzubrechen, ist der Markt für schwere Seltene Erden nahezu vollständig unter Pekings Kontrolle. Dazu kommt, dass die Zahl westlicher Mitbewerber, die um die wenigen nicht-chinesischen Quellen buhlen, nicht kleiner wird.

Bis die USA und verbündete Staaten wie Australien und Brasilien relevante Mengen an schweren Seltenen Erden selbst herstellen können, dürften noch viele Jahre vergehen. Solange sitzt Peking am längeren Hebel. Das weiß auch Trump, der Donnerstag und Freitag auf Staatsbesuch bei Xi Jinping in Peking sein wird. Kritische Rohstoffe werden dabei eine zentrale Rolle spielen und dies nicht zum Vorteil des US-Präsidenten. Asien-Analyst David Sacks hält es gar für möglich, dass Xi im Austausch für Rohstofflieferungen Trump Konzessionen bei Taiwan abringen könnte. 

Mit Trumps angriffslustiger Außenpolitik kommt die Abhängigkeit von Chinas Rohstoffen noch deutlich zum Vorschein. Der Irankrieg hat die Waffenarsenale ausgedünnt. Allein in den ersten vier Tagen des Angriffs haben die USA gemeinsam mit Israel über 5000 Stück an Munition verpulvert, darunter extrem teure Abwehrraketen gegen Irans Billigdrohnen. Den Wert des verfeuerten Materials in den ersten 100 Stunden des Kriegs schätzt der US-Think Tank Foreign Policy Research Institute (FPRI) auf zehn bis 16 Milliarden US-Dollar.

Auch der EU-Rüstungssektor verzeichnet einen gestiegenen Bedarf an einer ganzen Reihe von Rohstoffen. Grund ist hier der Krieg in der Ukraine sowie die generelle Aufrüstung, um gegen einen eventuellen Angriff Russlands gewappnet zu sein. Denn die EU kann nicht mehr auf die USA als Schutzmacht und Nato-Verbündeten vertrauen.

Nachschub von Patriot-Raketen keine Geldfrage

Berichte über leere Munitionslager der US-Armee mögen zwar übertrieben sein, doch bis die US-Rüstungsindustrie Nachschub bei bestimmten, strategisch zentralen Waffen liefern kann, kann es teilweise bis zu zwei Jahre dauern. Das gilt für teure Hightech-Abwehrsysteme wie Patriot und THAAD ebenso wie für offensive Lang- und Mittelstreckenraketen. Geld ist dabei nicht das Problem, wie es in einer FPRI-Analyse heißt. 

In jedem Sprengkopf, Lenkwaffensystem, in Drohnen und Radaren stecken kleine Mengen von Neodym, Terbium, Dysprosium, Samarium oder Gallium. Sie machen zwar nur einen Bruchteil der Kosten aus: In einer 4,5-Millionen-Dollar Patriot-Abfangrakete machen diese gerade einmal 5.000 bis 15.000 Dollar aus, rechnet das FPRI vor. Die größte Hürde ist der Zugang zu diesen Spezialmetallen und den Schlüssel hält Peking in der Hand und weiß diesen geschickt als Pfand einzusetzen.

Gallium ist ein weiterer Stoff, der fast vollständig unter Chinas Kontrolle liegt: Der Weltmarktanteil an dem für Halbleiter wichtigen Material beträgt 98 Prozent. Als die USA noch unter Trumps Vorgänger Joe Biden Chinas Chip-Industrie aushebeln wollten, reagierte Peking zunächst mit Ausfuhrbeschränkungen und später sogar mit einem Exportverbot von Gallium. Dazu kamen Germanium und superharte Metalle wie Antimon. Allerdings hat das Exportverbot bei Gallium die USA nicht hart getroffen. Es gelang der Industrie auf Lieferanten aus Japan, Deutschland und Kanada auszuweichen, was so zu einer drastischen Verringerung der Direktimporte aus China führte.

Doch China legte weiter drauf und führte Ausfuhrbeschränkungen auf die schweren Seltenen Erden Holmium, Erbium, Thulium, Europium und Ytterbium sowie für Technologien rund um Abbau, Verarbeitung und Recycling von SeltenenErden ein. Immerhin konnten sich Trump und Xi vor einem Jahr zu einem Burgfrieden durchringen, der jedoch diesen November auslaufen wird. Ausfuhranträge der gelisteten Rohstoffe für militärische Anwendungen genehmigt China jedenfalls nicht.https://ise-metal-quotes.com/l=de

ISE AG Metal Quotes
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43 Milliarden Dollar für die Rohstoffsicherung

Für Amerikas reduziertes Waffenarsenal ist das eine Problem. Der Aufbau zuverlässiger Lieferketten für Seltene Erden und andere Spezialmetalle steht daher ganz oben auf Trumps Agenda und ist in erster Linie auf militärische Bedürfnisse ausgerichtet. Die Mittel für Initiativen im Rohstoffbereich summieren sich seit Beginn von Trumps zweiter Amtszeit auf etwa 14 Milliarden US-Dollar. Doch schon unter Joe Biden nahm das Thema Rohstoffsicherung an Bedeutung beträchtlich zu. Seit 2021 pumpten die USA schätzungsweise 43 Milliarden US-Dollar in Rohstoff-relevante Bereiche.

Allein das im Februar angekündigte Lagerhaltungsprogramm „Project Vault“ ist zwölf Milliarden Dollar schwer. Zehn Milliarden Dollar stellt die US-Exportkreditagentur Eximbank in Form von Direktdarlehen bereit, der Rest soll aus dem Privatsektor kommen. Es ist die bisher größte Finanzierung in der Geschichte der Bank. Project Vault soll die heimische Industrie vor Versorgungsengpässen abschirmen, die Produktion und Verarbeitung kritischer Rohstoffe in den USA ausweiten und den Rohstoffsektor grundlegend stärken. 

Angesichts ihrer Bedeutung für die unterschiedlichsten Rüstungsgüter genießen die 15 Seltenerdelemente unter den 60 als kritisch gelisteten Mineralien für die Regierung allerhöchste Priorität. Das spiegelt sich auch bei Project Vault wider: Priorität der Vorratslagerung haben ausgewählte Seltene Erden. 

Gallium ist ein Schlüsselelement für Halbleiter und Rüstungsgüter. In den USA wurde dieser Rohstoff seit vier Jahrzehnten nicht mehr hergestellt. Es kann als Nebenprodukt der Aluminium- und Zinkproduktion gewonnen werden. Das Problem mit Gallium liegt in dem kleinen Marktvolumen im Vergleich zu anderen Metallen, was die Wirtschaftlichkeit der Galliumgewinnung zu einer großen Herausforderung macht. Die gigantische Aluminiumproduktion in China erlaubt dort eine wirtschaftliche Galliumgewinnung. Das US-Energieministerium hat im September mit TRACE-Ga ein eigenes Förderprogramm für die Gewinnung von Gallium in der Höhe von sechs Millionen Dollar aufgelegt.

Ebenfalls aus dem Energieministerium kommen 140 Millionen Dollar an Fördermitteln für die Errichtung einer Demonstrationsanlage für die Herstellung von Seltenen Erden. Das Ziel ist, die Machbarkeit der Anlage zur Gewinnung und Trennung von Seltenerdelementen sowie einer Raffinerie nachzuweisen. Die Förderung ist Teil eines Finanzierungspakets für den Rohstoffsektor in der Höhe von einer Milliarde Dollar.

US-Regierung setzt auf Markteingriff in der Seltenerdindustrie

Eine der außergewöhnlichsten Maßnahmen der Trump-Regierung in Sachen Rohstoffpolitik, ist der Einstieg des Pentagons in MP Materials. Das Pentagon hat vergangenen Oktober 400 Millionen US-Dollar für 15 Prozent der Anteile locker gemacht. Zum Deal gehört eine Abnahmeverpflichtung für die nächsten zehn Jahre und eine nicht unumstrittene Mindestpreisgarantie von 110 US-Dollar pro Kilogram Neodym-Praseodym(NdPr)-Oxid. Das heißt, das Pentagon verpflichtet sich, für die Preisdifferenz aufzukommen, sollten die Preis unter die 110-Dollar-Marke fallen.

Preisgarantien sollen den Aufbau der Industrie vor Marktverzerrungen durch China schützen, die in einer nicht allzu fernen Vergangenheit schon einmal eine ganze Generation an Seltenerd-Unternehmungen versenkt haben. Die Industrie verlangt daher schon seit längerem Schutzmechanismen dieser Art. Doch es gibt auch Kritiker solcher Maßnahmen. 

Die Schwierigkeit besteht darin, den Produzenten Seltener Erden Investitionssicherheit zu bieten, ohne neue Marktverzerrungen oder Handelshemmnisse zu schaffen. Hinzu kommt, dass nicht alle Seltenerd-Unternehmen auf Mindestpreisgarantien zählen können. Washington ist davon abgerückt diese grundsätzlich zu geben, was mit dem klammen US-Haushalt zu erklären ist. 

Als das Pentagon seinen Einstieg in MP Materials im Juli 2025 bekannt gab, war der garantierte Mindestpreis fast doppelt so hoch wie das Marktniveau. Aktuell liegt der Marktpreis bei 112 US-Dollar. Historisch ist der Preis für NdPr-Oxid zwischen 2013 und 2020 nur einmal über die 80-Dollar-Marke geklettert. Seitdem ist die Tendenz zwar steigend, allerdings ist der Preis in der Regel deutlich unter der 110 Dollarmarke geblieben. Ausreißer gab es zu Beginn von Russlands Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 sowie am Anfang des Irankriegs. 

Dauermagneten ohne schwere Seltene Erden

MP Materials erhält vom Pentagon auch einen Kredit in der Höhe von 150 Millionen Euro für den Ausbau seiner Separationsanlage für schwere Seltene Erden. Hier sollen zunächst Dysprosium und Terbium hergestellt werden. Eben die beiden Elemente, über die MP Materials’ CEO vergangene Woche sagte, dass sie für Magneten bald obsolet sein könnten.Litinsky betonte in dem Zusammenhang, dass sie in der Lage seien, „Magnete mit den erforderlichen Spezifikationen und einem sehr geringen oder gar keinen Schwermetallanteil herzustellen.“

Die Preise für Dysprosium-Metall bewegen sich in der Tat seit einigen Jahren tendenziell nach unten. Aktuell liegen sie bei 260 US-Dollar. Terbium-Metall liegt aktuell bei deutlich über 1000 US-Dollar. Der Preis ist seit 2020 um etwa ein Drittel gestiegen. Einige Beobachter bezweifeln, dass eine komplette Substitution von Dysprosium und Terbium in leistungsstarken Dauermagneten möglich ist. Sie sehen in Litinskys Aussagen einen Hinweis auf Probleme diese Elemente herzustellen. Auf der anderen Seite konnten Magnethersteller den Bedarf an Dysprosium und Terbium in Magneten in den vergangenen Jahren tatsächlich stetig mindern. 

Dass leistungsstarke Elektromotoren von E-Autos auch ganz ohne Seltene Erden auskommen, macht BMW vor. Der deutsche Autobhersteller hat aus der Seltenerdkrise 2010 seine Schlüsse gezogen und bewusst auf eine alternative Technologie gesetzt, um sich gegen künftige geopolitische Risiken zu wappnen. Trotz des Verzichts verbraucht BMW jährlich dennoch mehrere hundert Kilogramm an Seltenen Erden, denn die stecken in den vielen kleinen elektrischen Motoren, die alles mögliche vom Scheibenwischer bis zu den Fensterhebern bewegen. 

Vollintegriertheit ist im Trend: Von der Mine zur Magnetfabrik

MP Materials hat den Anspruch, nicht nur abzubauen, sondern will die gesamte Wertschöpfungskette abdecken: von der Mine über die Verarbeitungs- und Separationsanlage bis zur Magnetfabrik. Letztere soll in Texas entstehen. Für die Errichtung bekommt MP Materials eine weitere Geldspritze aus Washington. Auch der Privatsektor beteiligt sich an der Finanzierung: Goldman Sachs und JPMorgan Chase wollen eine Milliarde Dollar beisteuern. 

Mit Saudi-Arabien haben die USA einen alten Verbündeten im Nahen Osten, der angesichts von Peak-Oil seine Fühler auch in den Metallsektor ausstreckt. Im November gab MP Materials bekannt, gemeinsam mit dem Pentagon undMaaden, dem staatlichen Bergbauunternehmen der Saudis, eine Raffinerie für Seltene Erden im Nahen Osten zu errichten. Das Material soll aus Lagerstätten in Saudi-Arabien und anderen Ländern kommen. Doch die müssen erst noch gefunden und erschlossen werden.

Im März verpflichtete das Weiße Haus außerdem den australischen Seltenerdkonzern Lynas Rare Earths für 96 Millionen Dollar zur Lieferung von leichten und schweren Seltenerdoxiden über die nächsten vier Jahre. Auch hier gehört eine Mindestpreisgarantie von 110 US-Dollar für NdPr-Oxid zur Abmachung. Lynas Rare Earths ist mit seiner Anlage in Malaysien der größte Verarbeiter von Seltenen Erden außerhalb Chinas. Vor kurzem gelang es Lynas erfolgreich Dysprosium und Terbium herzustellen. 

USA greifen nach brasilianischen Seltenen Erden

Im Januar diesen Jahres folgte dann der nächste Streich: im Rahmen eines 1,6 Milliarden Dollar schweren Investitionspakets aus Fremd- und Eigenkapital kündigte das US-Handelsministerium seinen Einstieg in USA Rare Earthan. Das 2019 gegründete Startup plant in Texas ab 2028 Seltene Erden abzubauen. In Oklahoma will die Firma noch dieses Jahr ein Magnetfabrik in Betrieb nehmen. 

Dieser Deal sorgte jedoch für heftige Kritik, vor allem von den Demokraten. Die Verflechtungen von US-Handelsminister Howard Lutnick mit dem Finanzunternehmen Cantor Fitzgerald und USA Rare Earth werfen ein schiefes Licht auf dieses Geschäft. Zweifel gibt es auch an der Wirtschaftlichkeit der Lagerstätte von Round Top Mountain. Das Unternehmen räumte selbst ein, dass der Gehalt im Vergleich zu anderen Abbaustätten für Seltene Erden gering ist. Für Verunsicherung sorgt zudem, dass eine vorläufige Machbarkeitsstudie erst Ende des Jahres abgeschlossen sein wird. Für Investoren üblicherweise eine wichtiges Entscheidungsinstrument, um in ein Bergbauunternehmen zu investieren.

Im April gab USA Rare Earth bekannt die Serra-Verde-Gruppe aus Brasilien für 2,8 Milliarden US-Dollar zu übernehmen. Der US-Arm für Entwicklungsfinanzierung hat dem Unternehmen bereits im Februar eine Finanzierung in der Höhe von 565 Millionen US-Dollar zugesagt. Serra Verde ist im Besitz der Pela-Ema-Mine im Bundesstaat Goiás, in der seit Anfang 2024 Seltene Erden aus Ionen-Adsorptionstonen gewonnen werden. Ionen-Adsorptionstone gelten als wichtigste Quelle für schwere Seltenen Erden. Es handelt sich um die erste Lagerstätte dieser Art außerhalb Asiens.

Brasilien hat nach China die zweitgrößten bekannten Reserven für Seltene Erden, die mit 21 Millionen Tonnen beziffert werden. Das Potenzial ist groß, allerdings wird in dem südamerikanischen Land noch kaum abgebaut. Dank Brasiliens Rohstoffvorkommen hat Trump die exorbitanten Zölle auf brasilianische Produkte wieder aufgehoben. Diese waren als Bestrafung für die Verfolgung von Ex-Präsident Jair Bolsonaro durch die brasilianischen Justiz gedacht. Beim Besuch in Washington vor einigen Tagen, schien die Stimmung zwischen Trump und Brasiliens gewerkschaftsfreundlichen Staatspräsidenten Luiz Inácio Lula da Silva gut zu sein. 

USA und Frankreich planen gemeinsame Magnetfabrik

Auch Europa bleibt nicht außen vor: USA Rare Earth kündigte Anfang April an, sich am französischen Startup Caresterzu beteiligen. Die Firma baut in Südfrankreich eine Verarbeitungs- und Recyclinganlage für Seltene Erden. Die Vereinbarung mit USA Rare Earth sieht die Errichtung einer gemeinsamen Magnetfabrik in Frankreich vor. In Frankreich ist noch gutes Know-how über die Verarbeitung und Trennung von Seltenen Erden vorhanden. Das Land war in den 1980er Jahren einer der Weltmarktführer in dem Sektor.

Es scheint doch nicht alles so schlecht in der EU zu sein, wie aus dem Weißen Haus oft zu hören ist. Während Trump Nägel mit Köpfen macht, ist auch die EU nicht untätig geblieben. So hat der Wirtschaftsblock ebenfalls im April seine 16. Rohstoffpartnerschaft geschlossen — mit den USA. Die Beziehungen sind also noch intakt. Zu einer Verbesserung der Versorgung mit kritischen und strategischen Rohstoffen haben die Rohstoffpartnerschaften bislang aber kaum beigetragen.

Zumindest auf dem Papier hat die EU eine systematische und langfristig Strategie. Und auch hier wird Geld in die Hand genommen, um der Industrie Rohstoffe zu sichern. Allerdings gestaltet sich die Sache um einiges schwieriger, angesichts der EU-Struktur. Neben EU-weiten Fonds und Programmen wie der RESourceEU-Initiative, dem Battery Booster Paket und den strategischen EU-Projekte legen einzelne Mitgliedsstaaten auch eigene Programme auf. 

In Deutschland ist dies der mit einer Milliarde Euro ausgestattete Rohstofffonds und in Frankreich gibt es mit InfraVia seit 2023 einen staatlichen Fonds für kritische Metalle, der mit 500 Millionen Euro ausgestattet ist. Alles in allem bringt die EU zwischen vier und fünf Milliarden Euro für die Sicherung von kritischen Rohstoffen auf. Deutlich weniger als die USA. Der Alte Kontinent setzt vor allem auf eine langfristige Strategie, in der etwa Kreislaufwirtschaft eine prominente Rolle bei der Sicherung von Rohstoffen spielen soll. 

Ob Trumps Hau-drauf-Politik schneller zum Ziel kommt als die auf Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und Rechtsstaatlichkeit ausgerichtete EU-Strategie, die mit vielen bürokratischen Hürden gepflastert ist, wird die Zeit zeigen. Zumindest rein optisch scheinen die USA besser positioniert zu. 

Angesichts markteingreifender Maßnahmen wie Mindestpreisgarantien, ausgerechnet in einem stark vom Kapitalismus geprägten Land, stellt sich die Frage, ob das Problem nicht auch systemischer Natur ist. Kapital fließt schließlich am liebsten dorthin, wo schneller Gewinn wartet. Industrialisierung - und dazu gehört auch die mühsame Arbeit der Erschließung von Rohstoffen am Anfang der Lieferkette - bedeutet große Investitionen über lange Zeiträume.

Institut für seltene Erden und Metalle

Arndt Uhlendorff – Mai 2026

ISE AG, Institut für seltene Erden und Metalle AG

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ISE AG eröffnet neues Lager in der Dubai Airport Freezone

Dubai / Luzern, Mai 2026 – Die Institut für Seltene Erden und Metalle AG (ISE AG) hat im Februar 2026 ein neues Lager in der Dubai Airport Freezone (DAFZ) eröffnet. Der Standort wird durch den Logistikpartner Union Logistic betrieben und dient als strategischer Hub für Kunden im Mittleren Osten.

Mit dem neuen Lager reagiert die ISE AG auf die wachsende Nachfrage zahlreicher Kunden aus der Region, die ihre hochwertigen und wertvollen Metalle geografisch näher an ihren eigenen Standorten lagern möchten, gleichzeitig jedoch nicht auf die hohen Schweizer Qualitäts- und Sicherheitsstandards verzichten wollen.

Die Dubai Airport Freezone zählt zu den bedeutendsten internationalen Logistik- und Handelszentren der Vereinigten Arabischen Emirate und bietet ideale Voraussetzungen für sichere und effiziente Lagerprozesse sowie schnelle internationale Anbindungen.

 

ISE Dubai Storage generatet by ChatGPT 2026
ISE Dubai Storage generatet by ChatGPT 2026

Die ISE AG bietet am Standort Dubai insbesondere folgende Dienstleistungen an:

  • sichere Lagerung hochwertiger Metalle,
  • Inspektionen und Zustandsbewertungen,
  • Sample Taking und Probenahmen,
  • Analysen und Materialbewertungen,
  • Audits,
  • sowie unabhängige Zertifizierungs- und Dokumentationsdienstleistungen.

Durch den ausgestellten Lagerschein der schweizerischen ISE AG kann Ware künftig sicher in den Vereinigten Arabischen Emiraten gelagert werden und gleichzeitig den unabhängigen Qualitäts- und Zertifizierungsstandards der ISE AG entsprechen.

„Viele unserer Kunden im Mittleren Osten wünschen sich eine Lagerlösung in ihrer Region, möchten aber dennoch die hohen Schweizer Standards bei Sicherheit, Lagerung, Handling und Dokumentation beibehalten. Mit dem neuen Standort in Dubai verbinden wir genau diese Anforderungen“, erklärt die Geschäftsleitung der ISE AG.

Die Dienstleistungen Refillings und Refurbishing werden weiterhin ausschließlich am Standort Embrach in der Schweiz durchgeführt.

Mit der Erweiterung nach Dubai baut die ISE AG ihre internationale Infrastruktur konsequent aus und stärkt ihre Position als unabhängiger Anbieter hochwertiger Lager-, Inspektions- und Zertifizierungsdienstleistungen für strategische Materialien und wertvolle Metalle.

Über die Institut für Seltene Erden und Metalle AG (ISE AG)

Die Institut für Seltene Erden und Metalle AG (ISE AG) mit Sitz in Luzern, Schweiz, ist ein unabhängiges Unternehmen für Lagerung, Inspektion, Probenahme, Analyse, Bewertung und Zertifizierung von strategischen Materialien und wertvollen Metallen. Die ISE AG unterstützt Kunden weltweit mit unabhängigen und neutralen Dienstleistungen entlang der gesamten Lager- und Lieferkette.

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Seltene Erden: Myanmar ist Chinas Achillesferse und Trump hat sie im Visier

Mitte März verhaftete Indiens Anti-Terrorpolizei den US-Bürger Matthew VanDyke sowie sechs Ukrainer. Die indischen Behörden werfen den Männern vor, illegal über Indien nach Myanmar eingereist zu sein und an der Einfuhr großer Mengen von Drohnen aus Europa beteiligt gewesen zu sein. Der entscheidende Hinweis kam aus Russland.

Es ist nicht das erste Mal, dass in Indien mutmaßliche Söldner wegen illegaler Aktivitäten in Zusammenhang mit Myanmar festgesetzt wurden. Bereits 2024 erwischte die Polizei im Bundesstaat Mizoram, das an Myanmar grenzt, einen hochrangigen ehemaligen Offizier der britischen Armee, der eine größere Menge an scharfer Munition im Gepäck dabei hatte. Mizorams Regierungschef Pu Lalduhoma erklärte daraufhin öffentlich, dass zahlreiche westliche Söldner den nordöstlichen Bundesstaat als Transitroute in das vom Bürgerkrieg gebeutelte Nachbarland nutzen. Darunter sind auffallend viele Ukrainer.

Die Welt blickt gebannt auf den Konflikt im Iran; in dessen Schatten spitzt sich jedoch ein weiteres geopolitisches Pulverfass zu: Myanmar. Dort gibt es zwar keine relevanten Erdölvorkommen, dennoch hat das Land Donald Trumps Interesse geweckt. Der US-Präsident dürfte nämlich an einem anderen Rohstoff in der ehemaligen britischen Kolonie interessiert sein: den Seltenen Erden.

Myanmar größte Quelle für Dysprosium und Terbium

China ist weltweit führend bei den Verhüttungs- und Trennungsprozessen von Seltenen Erden, weswegen die Welt bei diesen strategischen Rohstoffen und ihren nachgelagerten Produkten nahezu gänzlich von China abhängig ist. Doch auch Myanmar spielt eine herausragende Rolle, denn bei der Versorgung mit Rohmaterial hängt China von diesem Land ab. Das gilt ganz besonders für Dysprosium und Terbium, beides schwere Seltene Erden und wichtige Elemente für hitzeresistente Permanentmagneten. Dysprosium und Terbium sind im Gegensatz zu den leichten Seltenen Erden wie Cer oder Lanthan tatsächlich sehr selten.

Quelle: Institut für seltene Erden und Metalle AG

Der globale Markt für Terbium und Dysprosium ist zwar sehr klein — er wird auf mehrere hundert Tonnen geschätzt. Aber diese Elemente sind essenziell in Schlüsseltechnologien: in Permanentmagneten sorgen sie dafür, daß diese ihre Magnetkraft auch bei hohen Temperaturen behalten. Terbium wird außerdem in Halbleitern, Sonarsystemen von U-Booten und hochentwickelten Waffensystemen verwendet. In Leuchtstoffen für TV-Bildschirme, Computermonitore und Smartphones sorgt es für eine lebendige grüne Farbe.

Quelle: Institut für seltene Erden und Metalle AG

2023 baute China 255.000 Tonnen an Seltenerdoxid-Äquivalenten (rare-earth oxide/REO) ab. Das entsprichtfast drei Vierteln der weltweit abgebauten Menge. Diese gemischten Seltenerdoxide beinhalten jedoch vor allem Cer und Lanthan — zwei Elemente, die es im Überschuss und zu niedrigen Preisen gibt. Ein Kilogramm Lanthan ist daher schon für 80 Cent zu haben. Die schweren Seltenerd-Elemente sind in deutlich kleineren Anteilen vorhanden und entsprechend höher ist ihr Preis. Für ein Kilo Terbiumoxid 99,99% EXW EU musste in den vergangenen zwölf Monaten zwischen 2840,00 und 4330,00 Euro und für Dysprosium 99,5% EXW EU zwischen 650,00 und 1010,00 Euro hingelegt werden. 

China lagert Umweltprobleme aus

Ein Indikator für die geförderte Menge der wertvolleren schweren Seltenen Erden ist der Abbau von Ionen-Adsorptionstonen (Ion-Adsorption-Clays). Sie enthalten deutlich höhere Anteile als  Bastnäsit, Monazit und Xenotim, den am häufigsten abgebauten Seltenerdmineralen. China unterscheidet daher den Abbau von leichten Seltenerdmineralen und von Ionadsorptionstonen. Deren Abbaumenge betrug 2023 laut Angaben von Chinas Industrieministerium 19.150 Tonnen.

Lange Zeit konnte China seinen Bedarf aus eigenen Vorkommen im Süden decken. Bei diesen Lagerstätten wird kein klassischer Bergbau betrieben, sondern das Material wird mittels In-situ-Leaching gewonnen. Das heißt, auf Anhöhen wird zunächst die gesamte Fläche entwaldet, um dann Löcher in den Hang zu bohren. In die Bohrungslöcher wird eine Laugungsflüssigkeit, meist Ammoniumsulfat, eingeleitet, um die Metalle herauszulösen. Unten am Hang wird die durchgesickerte türkisblaue Lösung für die Ausfällung in runden Becken aufgefangen. Anschließend wird daraus in Schmelzöfen ein Mischoxid gewonnen. 

Zwar ist diese Methode weniger invasiv als eine gewöhnliche Bergbaugrube, sie birgt aber erheblich Umweltgefahren, etwa durch die Kontamination von Böden und Gewässern mit den Schwermetallen Arsen, Blei und Cadmium. Nachdem die chinesischen Lagerstätten einerseits erschöpft waren und die Regierung wegen der immer deutlicheren negativen Auswirkungen strengere Umweltauflagen eingeführt hat, verlagerte sich der Abbau ab 2010 zunehmend nach Myanmar. Dort sind nicht nur die Umweltauflagen schwach, sondern auch die Arbeitskräfte billig.

Nach Angaben von Chinas Zolldaten stammt aktuell über die Hälfte der chinesischen Importe Seltener Erden aus dem Nachbarland. Aus Myanmar importiert China ausschließlich Ion-Adsorptionstone, also schwere Seltene Erden. 2023 betrug die Importmenge 41.700 Tonnen, das heißt mehr als doppelt so viel wie der heimische Abbau im gleichen Jahr. Laut einer Auswertung des Institute for Strategy and Policy-Myanmar, einer thailändischen Denkfabrik, machten die Importe aus Myanmar zwischen 2017 und 2024 sogar zwei Drittel aus.

Trump erwägt Deal mit Widerstandskämpfern

Diese strategische Verwundbarkeit ist in Washington nicht unbemerkt geblieben. Ende Juli 2025, so berichtet Reuters, prüfte die US-Regierung in Gesprächen Zugang zu Myanmars Seltenen Erden zu erhalten und China von dieser wichtigen Quelle ganz oder teilweise abzuschneiden. Stehen die Aktivitäten von Söldner wie dem US-Amerikaner VanDyke und seinen ukrainischen Kollegen, die in Indien verhaftet wurden, damit etwa im Zusammenhang? 

Seit dem Militärputsch 2021 tobt in Myanmar ein Bürgerkrieg. Die von China und Russland unterstützte Junta stürzte die gewählte Regierung der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi und beendete ein Jahrzehnt der zaghaften Öffnung und Demokratisierung. Seitdem liegt das Land im Demokratieindex weltweit an vorletzter Stelle, noch hinter Nordkorea.

Die Junta kontrolliert inzwischen nur noch die Region Rangun, Ayeyarwaddy und die Hauptstadt Naypyidaw. Die restlichen Landesteile sind von kriegerischen Auseinandersetzungen betroffen, in denen weit über 20 verschiedene Gruppen mit oder gegen die Militärjunta, teilweise aber auch gegeneinander kämpfen. Die Militärjunta ist international weitgehend isoliert. Russland gilt als wichtigster Verbündeter und Waffenlieferant, was die verstärkte Präsenz ukrainischer Staatsbürger erklären könnte. 

Auch China ist ein wichtiger Partner der Militärjunta. Myanmar spielt außerdem für Chinas Infrastrukturprojekt der neuen Seidenstraße ein strategisch wichtige Rolle. Ein Schlüsselelement darin ist der China-Myanmar Wirtschaftskorridor, über den China auf dem kürzesten Weg zum Indischen Ozean gelangt. Von Bedeutung ist auch die China-Myanmar-Pipeline, über die China unter Umgehung der Malakka-Seestraße Öl und Gas importiert. Peking nimmt in dem Bürgerkriegskonflikt daher eine pragmatische Haltung ein, um einerseits die Pipeline nicht zu gefährden, andererseits den Zugang zu Myanmars Seltenen Erden nicht zu verlieren.

Zwischen 2021 und 2024 wurden Seltene Erden im Wert von rund 3,6 Milliarden US-Dollar nach China ausgeführt. Der Höhepunkt lag 2023 mit Exporten im Wert von etwa 1,4 Milliarden US-Dollar. Manche Beobachter vermuten hinter diesem Anstieg, dass China die kostbaren Metalle hortet. Zu diesem Zeitpunkt kontrollierten noch weitgehend die Militärjunta oder ihr treue Milizen die Bergbauaktivitäten, die sich im Kachin-Staat und in Teilen des Shan-Staates im Norden des Landes entlang der Grenze zu China konzentrieren. 

Schwere Seltene Erden fördern blutigen Konflikt 

Im Oktober vergangenen Jahres änderte sich dort das Machtgefüge. Der bewaffnete Arm der Kachin Independent Organization eroberte das gesamte Abbaugebiet. Die Gruppe kontrolliert seitdem einen bedeutenden Teil der weltweiten Produktion an schweren Seltenen Erden. Kurzfristig führte dies zu einer Verknappung von Terbium und Dysprosium, was die Preise fast verdoppeln ließ. China sah sich gezwungen, die Geschäfte mit den Widerstandsmilizen fortzuführen. Ob staatliche Militärjunta oder ethnische Gruppen — der Abbau Seltener Erden fördert dort Menschenrechtsverletzungen und die Einnahmen sind eine bedeutende Finanzierungsquelle für die Konfliktparteien. Das heizt den Bürgerkrieg weiter an, der die gesamte Region destabilisiert, wie etwa den Nordosten Indiens, Laos oder den Norden Thailands. 

Die Rolle der schweren Seltenen Erden in Myanmars Konflikt erinnert an Zentralafrika. Dort finanziert der Abbau von Tantal, Zinn, Wolfram und Gold im Grenzgebiet zwischen der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo), Ruanda, Burundi und Uganda die bewaffneten Konflikte. Doch während die als 3T zusammengefassten Rohstoffe zu den Konfliktmineralen zählen und ihr direkter Import in die USA und die EU untersagt ist, gilt dies für Terbium und Dysprosium nicht. Derzeit ist zwar China der alleinige Abnehmer der Seltenerderze aus Myanmar, doch wenn die USA einen Deal mit bewaffneten Gruppen über den Zugang zu Seltenen Erden machen sollten, wäre das ein langer Hebel, um die Abbaubedingungen zu verbessern.

Auch aufgrund der weiten Verbreitung von Permanentmagneten, die Terbium und Dysprosium enthalten, drängt sich die Frage auf, die Metalle zu Konfliktmineralien zu erklären. Sie sind in so gut wie allen Geräten mit einem Elektromotor zu finden: von Waschmaschinen über elektronisches Kinderspielzeug bis hin zu Robotern, Kampfjets und Windkraftanlagen.

Die illegalen Abbauaktivitäten haben sich seit dem Putsch 2021 rasant ausgebreitet. Mit Hilfe von Satellitenbildern hat das Stimson Center, ein US-Think Tank, mindestens 549 irreguläre Abbaustätten für Seltene Erden identifiziert. Menschenrechtsorganisationen schlagen Alarm. Laut Global Witness gibt es Berichte über Kinderarbeit im Bergbau. Die massive Verschmutzung durch den illegalen Abbau schwappt außerdem auch auf Myanmars Nachbarländer über. Die Flüsse Sai und Kok strömen nach Thailand, wo Gemeinden, die von Fischfang und Landbau leben, bereits stark betroffen sind. Ihre Lebensgrundlage ist durch Schwermetalle, die auf den Abbau Seltener Erden und anderer Metalle wie Gold im Nachbarland zurückzuführen sind, gefährdet. Illegale Abbauaktivitäten greifen auch nach Laos über. Auch hier sind es vor allem chinesische Unternehmen, die es auf Seltene Erden und Gold abgesehen haben.

Erste Verarbeitungskapazitäten außerhalb Chinas

Der Abbau und die Weiterverarbeitung von Seltenen Erden ist in China staatlich über strenge Förderquoten geregelt. Zuletzt hat Peking die Förderquoten spürbar erhöht, was die Rohstoffpreise gesenkt hat und für nachgelagerte Industrien von Vorteil ist, während die Seltenerdproduzenten Verluste einstecken müssen.

Die Seltenen Erden aus Myanmar werden in China von der China Rare Earth Group  (CREG) weiterverarbeitet. Es ist Chinas einzige Schmelzhütte für schwere Seltenen Erden, nachdem die anderen beiden Verhüttungsanlagen Xiamen Tungsten Group und Guangdong Rare Earth Industry Gorup von CREG übernommen wurden. Außerhalb Chinas gibt es keine nennenswerten Verarbeitungs- und Trennungskapazitäten für schwere Seltene Erden. 

Erste Schritte in diese Richtung macht das australische Unternehmen Lynas Rare Earths. Mitte  2025 soll dessen Anlage in Malaysien erfolgreich Dysprosium- und Terbiumoxide hergestellt haben.  Im März diesen Jahres gelang der Firma die Produktion von Samariumoxid. Samarium ist ein Schlüsselrohstoff für militärische Anwendungen. Lynas ist somit das erste Unternehmen außerhalb Chinas, das schwere Seltene Erden herstellt. Das Unternehmen machte jedoch keine Angaben zu den Mengen. 

In den nächsten zwei Jahren will Lynas die Produktpalette um Gadolinium, das als Kontrastmittel für die MRT-Bildgebung verwendet wird, Yttrium für Farbbildschirme, Laser und Hochtemperaturlegierungen sowie Lutetium für Krebstherapien, und Hochleistungsmaterialien erweitern. Die Produktion wird durch die Erweiterung seiner malaysischen Anlage gewährleistet, die  eine jährliche Verarbeitungskapazität von bis zu 5.000 Tonnen an Rohmaterial betragen soll. Das Rohmaterial stammt von Lynas australischem Bergwerk Mount Weld. Geplant ist auch die Erschließung neuer Quellen wie Ionen-Adsorptionstonen in Malaysien.

Auch das kanadische Unternehmen Neo Performance Materials ist im Rennen um die schweren Seltenen Erden dabei. Am Freitag gab die Firma bekannt, an seinem estnischen Standort Silmet die erste Charge der schweren Seltenerdelemente Dysprosium und Terbium hergestellt zu haben. Neo hat einen Vertrag mit dem US-amerikanischen Unternehmen Energy Fuels Resources über die Lieferung von Rohmaterial in Form von gemischtem Seltenerdcarbonat unterzeichnet. Die erste Lieferung erfolgte im Juli 2021.

Radioaktive Rückstände belasten Amerikas Ureinwohner

Energy Fuels betreibt in Utah die einzige derzeit aktive Urananreichungsanlage der Vereinigten Staaten. Seit einigen Jahren verarbeitet das Unternehmen auch Seltene Erden aus Monazit, das im US-Bundesstaat Georgia vom Chemiekonzern Chemours abgebaut wird. Monazit ist aber auch sehr reichhaltig an radioaktivem Thorium, das bei der Verarbeitung anfällt. Diese Rückstände sind schwach radioaktiv und sehr langlebig; die Lagerung mit Umwelt- und Gesundheitsrisiken verbunden und kostspielig.

An der Abhängigkeit von China bei schweren Seltenen Erden wird sich in naher Zukunft nicht viel ändern. Selbst wenn Trump einen sehr unwahrscheinlichen Deal mit Myanmars Milizen machen sollte. Bis ausreichende Verarbeitungskapazitäten in Malaysien, den USA und Europa aufgebaut sind, werden noch einige Jahre vergehen und die Standorte außerhalb Chinas ihre Wirtschaftlichkeit beweisen müssen. Und dann bleibt auch noch das Problem mit den radioaktiven Rückständen, an denen allen voran Amerikas Ureinwohner in Utah zu leiden haben, deren Reservat an Energy Fuels’ Raffinerie White Mesa Mill grenzt. 

ISE AG - April 2026

Arndt Uhlendorff

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Die EU und Elektromobilität: Ein nicht zu Ende gedachtes Drama

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Europas Unentschlossenheit bei der Elektromobilität bringt der Autoindustrie keinen Wettbewerbsvorteil. Entscheidend ist der Zugang zu Rohstoffen, an denen auch die Energiewende hängt. Die Kontrolle über sie liegt nach wie vor in weiter Ferne: in China.

Globaler Vorreiter bei der Elektromobilität ist ausgerechnet ein Land, das vom Öl- und Gasgeschäft lebt: Norwegen. Doch das ist nicht die einzige Kuriosität in Sachen Autopolitik. 2023 beschloss die EU de facto das Aus für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor ab 2035, um nach nur 19 Monaten einen Salto rückwärts zu springen. Auf Druck der Autoindustriegemeinsam mit Deutschland, Italien und den osteuropäischen Mitgliedsländern.

Das ist insofern kurios, weil das Festhalten am Verbrennungsmotor bei Herstellern zu höheren Kosten führt, wenn Verbrenner- und Elektro-Plattformen parallel betrieben werden müssen.Nach einem Wettbewerbsvorteil gegenüber chinesischen Mitbewerbern klingt das nicht. Die politische Kehrtwende ist außerdem das Gegenteil einer für Industrie und Investoren so wichtigen klaren Politik, die für Planungssicherheit sorgt. Für die Autoindustrie, die in langen Zyklen von bis zu 15 Jahren plant, gilt das ganz besonders. 

Es stellt sich aber noch eine ganz andere, grundsätzliche Frage: ist ein hundertprozentiger Umstieg auf Elektromobilität überhaupt möglich? Theoretisch ja, laut Künstlicher Intelligenz. Doch in der Praxis fällt die Antwort derzeit eher negativ aus, betrachtet man die Versorgung mit den dafür notwendigen Rohstoffen und mit sauberem Strom.

Zahnlose Rohstoffpolitik der EU

Anfang Februar veröffentlichte der Europäische Rechnungshof einen Bericht, in dem er die EU-Rohstoffpolitik unter die Lupe nahm. 2023 verabschiedete die EU ein Gesetz über kritische Rohstoffe, in dem allerlei Massnahmen festgelegt sind, mit dem Ziel, die übergroße Abhängigkeit von China und wenigen anderen Ländern bei Rohstoffen wie Lithium, Kobalt, Nickel oder Seltenen Erden zu überwinden. Zahn- und planlos lautete das vernichtende Urteil der Rechnungshofprüfer über Europas Rohstoffstrategie.

Die Weltbank prognostiziert, dass sich durch die grüne Wende der Bedarf an Rohstoffen bis 2050 verfünffachen wird. Ausgehend von 2020 rechnet die EU-Kommission, dass der Bedarf etwa an Lithium bis 2030 um das 18-Fache und der von Kobalt um das Fünffache ansteigen wird. Drei Viertel des Rohstoffbedarfs wird von den EU-Ländern jedoch importiert. 

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Hohe Verluste wegen Mangel an Seltenen Erden  

Trotzdem haben es die Regierungen versäumt, ihre vollmundigen Ankündigungen bei den Klimazielen auch materiell abzusichern. Wenn China will, dann würgt es einfach die europäische Industrie ab. Und es will, wie die Exportbeschränkungen auf Seltene Erden (Permanentmagneten), Gallium und Germanium (Computerchips) in den vergangenen zwei Jahren gezeigt haben. 

Thomas Krümmer, Experte für Seltene Erden und Autor des „Rare Earths Observer“ schätzt die direkten und indirekten wirtschaftlichen Einbußen durch Chinas Restriktionen bei Seltenen Erden auf mindestens zehn Prozent der globalen Wirtschaftskraft. All das ist eigentlich schon seit 2010 bekannt, als China zum ersten Mal die Daumenschrauben anzog und die erste Seltenerdkrise auslöste — was übrigens zur Gründung des Instituts für Seltene Erden geführt hat. 

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Bis zu 240 Terrawattstunden mehr Strom nötig

Und wie sieht es bei der Versorgung mit sauberen Strom aus? 2024 waren 260 Millionen Autos auf den Straßen in der EU unterwegs. Davon sind nur drei Prozent rein elektrisch betrieben, was acht Millionen entspricht. Sie verbrauchen rund 16 Terawattstunden (TWh) Strom im Jahr. Der gesamte Stromverbrauch der EU-27 lag bei 2732 TWh. Etwa 1000 TWh oder 40 Prozent des Stroms kamen dabei aus erneuerbaren Energiequellen.

Eine Studie des Fraunhofer ISI und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC sagen bis 2040 einen Anstieg des Anteils von E-Autos auf 30 Prozent voraus, was einem zusätzlichen Strombedarf von ungefähr 240 TWh entsprechen würde. Um diesen zusätzlichen Strom mit sauberen Energien zu erzeugen, müssen etwa 120 bis 160 Gigawatt (GW) an neuer Wind- und Solarkapazität installiert werden.

Allerdings wird nicht nur der Verkehr elektrifiziert, sondern auch energieintensive Industrien, Heizsysteme für Wohnraum (Wärmepumpen) und nicht zuletzt sorgen Datenzentren für eine massive Erhöhung des Strombedarfs, der sich also insgesamt um 30 bis 50 Prozent erhöhen könnte. Das wären dann bereits 800 bis 1350 TWh mehr als heute. Um diesen zusätzlichen Strombedarf mit Erneuerbaren zu decken, müssten in den kommenden 15 Jahren 470 bis 790 GW an erneuerbaren Stromkapazitäten installiert werden.

Nadelöhr Netzausbau

2025 wurden in der EU laut ersten Schätzungen 85 GW an neuen Wind- und Solarkapazität zugebaut. Setzt sich der Ausbau in diesem Rhythmus fort, könnte die EU ihre Ziele realistisch erreichen. 

Aber Solarpaneele und Windräder sind nicht die einzige Bedingung für die grüne Energiewende. Der Ausbau der Netzinfrastruktur, von Speicherkapazitäten und die Implementierung intelligenter Steuerungssysteme sind weitere wichtige Pfeiler, damit der erzeugte grüne Strom dort ankommt, wo er gebraucht wird und um Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Auch der Ausbau grenzüberschreitender Kapazitäten spielt eine wichtige Rolle. Der massive Blackout in Spanien, Vorreiterland bei der erneuerbaren Stromerzeugung, veranschaulicht aber auch, welche schwerwiegenden Folgen ein schleppender Ausbau der heimischen und grenzüberschreitenden Netzinfrastruktur haben kann.

Mehr Rohstoffbedarf für Strominfrastruktur

Die benötigten Investitionen in die Stromnetze in der EU belaufen sich bis 2040 auf 1,1 Billionen Euro, was jährlich 74 Milliarden Euro entspricht. Das wiederum bedeutet ins Stoffliche übersetzt viele Tonnen Stahl und tausende Kilometer an Kupferkabeln. Für den massiven Ausbau mit Windrädern und Solarpanelen sind massive Mengen an kritischen Rohstoffen wie Seltene Erden, Silizium, Indium oder Selen nötig und für Batteriespeicher Lithium, Graphit, Kobalt und Nickel.

Hier schließt sich wieder der Kreis und wir landen beim Thema Rohstoffabhängigkeit der EU und  dem vernichtenden Rechnungshofurteil: „Keine solide Strategie“. Es bleibt also offen, wie die EU neben der Verkehrswende auch die Energiewende schaffen will, wenn sie die dafür benötigten Rohstoffe nicht sichern kann. Vielleicht steht hinter dem Schlingerkurs beim Verbrenner-Aus, die leise Vermutung der Politik, dass die EU den Abstand im Wettlauf um kritische Mineralien wohl nicht mehr aufholen wird können.

Februar 2026 – Arndt Uhlendorff für 

Februar 2026 – Arndt Uhlendorff für 

Institut für seltene Erden und Metalle AG

Institut für seltene Erden und Metalle AG

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ISE AG eröffnet neues Hochsicherheitslager für Metall- und Edelmetall-Logistik in Embrach

Warehouse Embrach New 2025

Die ISE AG, Spezialistin für Metall- und Edelmetall-Logistik, Analytik und Bewertung, hat in Embrach bei Zürich ein weiteres offenes Freilager an einem neuen, modernen Standort bezogen. Der neue Lagerkomplex liegt nur rund 100 Meter von den bisherigen Standorten entfernt und setzt neue Maßstäbe in Sicherheit, Effizienz und Funktionalität.

Während ab Anfang 2026 nur noch sehr wenige Lagerflächen in Embrach für feine metallische Pulver zugelassen sind, wurde das neue ISE-Lager speziell für die Lagerung solcher feinen metallischen Pulver konzipiert. Damit reagiert die ISE AG auf den steigenden Bedarf nach spezialisierten Lagerlösungen in diesem sensiblen Bereich.

Das neue Lager bietet flexible Lagerlösungen für Metalle und Edelmetalle in offenen wie geschlossenen Bereichen. Die geschlossenen Zolllager sind GRASP-zertifiziert und unterliegen der direkten Überwachung durch die Schweizer Zollbehörden, während die offenen Zolllager von der ISE AG in Kooperation mit der Trans Sped AG verwaltet werden.
Ausgestattet mit modernster Alarm- und Videoüberwachung sowie in unmittelbarer Nähe zu Zoll- und Polizeigebäuden (nur 50 Meter entfernt), erfüllt das Lager höchste Sicherheitsanforderungen.

„Mit dem neuen Lagerstandort in Embrach bieten wir unseren Kunden nicht nur ein Plus an Sicherheit, sondern auch eine optimale Logistiklösung für den globalen Versand“, erklärt Arndt Uhlendorff, CEO und Verwaltungsrat der ISE AG. „Die verkehrsgünstige Lage – nur acht Kilometer vom Flughafen Zürich-Kloten entfernt – ermöglicht schnelle Transporte und effiziente Abläufe.“

Neben der Lagerung erweitert die ISE AG mit dem neuen Standort auch ihr Serviceangebot: Dazu gehören weltweite Transport- und ZollabwicklungInspektionen sowie die Aufbereitung metallischer Pulver. Die Safekeeping Receipts werden direkt durch die ISE AG ausgestellt und gewährleisten eine lückenlose, sichere Dokumentation der gelagerten Waren.

Neue Liefer- und Abholadresse ab sofort:
ISE AG / TRANS SPED AG
Lochackerstrasse 4/6
8424 Embrach, Schweiz

ISE Freezone storage Information (dem Link folgen)

Mit dem neuen Hochsicherheitslager unterstreicht die ISE AG ihre Position als verlässlicher Partner für die langfristige Werterhaltung und sichere Lagerung von Metallen und Edelmetallen.

Für weitere Informationen steht das Team der ISE AG unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. oder telefonisch unter +41 41 5 11 11 20 zur Verfügung.

ISE AG – Luzern 18 Nov 2025

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