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Institut für seltene Erden und Metalle AG

Aluminium

AI • Ordnungszahl 13

Aluminium

Aluminium ist ein silbrig-weißes Leichtmetall. Es sticht durch sein geringes Gewicht, Korrosionsbeständigkeit und seine gute Wärmeleitfähigkeit hervor. Es ist gut formbar und nicht magnetisch. Aluminium hat in etwa ein Drittel der Dichte von Eisen. Der Schmelzpunkt ist mit 660 Grad Celsius relativ niedrig.

Es ist das dritthäufigste Element und das häufigste Metall in der Erdkruste.

Nach Eisen ist Aluminium das zweitwichtigste Metall für die Industrie. Die wichtigste Verwendung ist im Bausektor sowie im Leichtbau (Autoindustrie, Luft- und Raumfahrt).

Die Weipa-Mine in Australien ist die weltgrößte Abbaustätte für Bauxit, dem Mineral aus dem Aluminium gewonnen wird. Seinen Namen verdankt Bauxit seinem ersten Fundort Les Baux-de-Provence in Südfrankreich, wo es 1822 vom Geologen Pierre Berthier entdeckt wurde.

Der größte Bauxitförderer ist Rio Tinto, gefolgt von Winning International, das die Simandou-Mine in Guinea betreibt. Guinea verfügt über die größten Aluminiumreserven weltweit.

Marktführer in der Aluminiumproduktion ist China, das einen Marktanteil von fast 60 Prozent hat. Chinalco und Hongqiao Group sind dabei die führenden Unternehmen.

Aluminium kann ohne Qualitätsverlust recycelt werden und der Prozess verbraucht dabei nur einen Bruchteil der Energie, die in der Primärherstellung notwendig ist.

  • Geschichte

    Alaun (Aluminiumsalz) war bereits im Altertum bekannt. In der Antike wurde es in Ägypten und Rom in der Medizin und zum Färben eingesetzt.
    1754 entdeckt der deutsche Chemiker Andreas Sigismund Marggraf Tonerde (Al₂O₃) als eigenständige Substanz. Der französische Chemiker Antoine Laurent de Lavoisier vermutete als erster, dass es sich bei der von Marggraf aus einer Alaunlösung gewonnenen Alaunerde um das Oxid eines bislang unbekannten Elements handle.

    Der Brite Sir Humphry Davy versucht 1808 erstmals, Aluminium elektrolytisch herzustellen – erfolglos. Er führte jedenfalls die Namensvarianten alumium, aluminum und aluminium ein, von welchen die letzten beiden im Englischen nebeneinander fortbestehen.

    Die Darstellung von Aluminium glückte schließlich 1825 dem Dänen Hans Christian Ørsted. Mehrere Chemiker optimierten daraufhin den Herstellungsprozess, unter anderem Friedrich Wöhler, dem es 1845 endlich gelang, einige winzige Aluminiumkügelchen herzustellen. Damit konnte er dann auch die Dichte des Metalls bestimmen.

    1846 setzte Henri Étienne Sainte-Claire Deville die Versuche, die Aluminiumgewinnung zu verbessern und vor allem günstiger zu machen, fort. Er überzeugte Kaiser Napoleon III. Die Entwicklung der industriellen Herstellung von Aluminium finanziell zu unterstützen. Nach erfolgreichen Versuchen begann Deville in der Chemischen Fabrik der Brüder Rousseau mit der industriellen Herstellung von Aluminium. Er entwickelte das Wöhlerverfahren weiter indem er statt des teuren Kaliums das billigere Natrium als Reduktionsmittel benutzte. Dies senkte die Kosten für die Aluminiumgewinnung deutlich. Der Aluminiumspreis, der zuvor höher als Gold war, sank empfindlich. 1854 kostete 1 Kilo Aluminium noch 3000 Francs, 1860 sank der Kilopreis auf 130 Francs.

    1886 entwickelten Charles Martin Hall und Paul Héroult unabhängig voneinander das heute nach ihnen benannte Elektrolyseverfahren zur Herstellung von Aluminium: der Hall-Héroult-Prozess.

    1889 erfand Carl Josef Bayer das nach ihm benannte Bayer-Verfahren zur Isolierung von reinem Aluminiumoxid aus Bauxiten. Aluminium wird noch heute nach diesem Prinzip großtechnisch hergestellt.

    Ende des 19. Jahrhunderts setzte die Verwendung in industriellem Maßstab ein, nachdem Aluminiumhütten neben Wasserkraftwerken (USA: Niagarafälle, Schweiz: Hochrhein), die günstig Strom produzierten, errichtet wurden. Aluminium konnte so billig hergestellt werden, dass es für allgemeine Gebrauchsartikel erschwinglich wurde. Die ersten Verwendungen für das leichte Metall fanden sich beim Militär, das an Gewichtsreduzierungen für die Ausrüstung der Soldaten interessiert war: Es wurden Feldflaschen, Kochgeschirre und Zeltstangen produziert.

    Wegen seines geringen Gewichts war Aluminium geradezu prädestiniert für die Luftfahrt. Die Karriere des Leichtmetalls in dieser Branche begann mit dem Zeppelin, das 1900 erstmals in die Lüfte abhob und auch unversehrt wieder landete.

  • Verwendung

    Der bedeutendste Aluminiumverbraucher ist die Bauindustrie, deren Bedarf zwischen einem Viertel und einem Drittel der Gesamtproduktion ausmacht.
    
Die Verpackungsindustrie, Autobranche sowie die Luft- und Raumfahrt verbrauchen jeweils ein Fünftel der globalen Produktionsmenge.

    Weitere Anwendungen für Aluminium sind Elektrotechnik und Maschinenbau. In E-Autos besteht ein um rund 30 Prozent erhöhter Aluminiumbedarf im Vergleich zu Verbrennern.

    Der größte Aluverbraucher ist China aufgrund staatlicher Infrastrukturprojekte im In- und Ausland.

  • Vorkommen, Abbau, Gewinnung

    Bauxit ist das wichtigste Mineral für die Aluminiumproduktion. Es beinhaltet 50 bis 60 Prozent Aluminiumoxid und 30 Prozent Eisenoxid.

    Die Herstellung von Aluminiummetall aus Bauxit erfolgt in zwei Stufen: im Bayer-Verfahren wird zunächst Aluminiumoxid (Alumina) gewonnen. Im zweiten Schritt wird durch den Hall-Héroult-Prozess Alumina zu Aluminium reduziert. Als Rückstand bleibt eisenhaltiger Rotschlamm zurück.

    Guinea ist das größte Förderland für Bauxit und verfügt auch über die größten Bauxit-Reserven. Australien ist das zweitwichtigste Abbauland, hat jedoch auch die weltweit zweitgrößte Aluminaproduktion. An dritter Stelle rangiert beim Bauxitabbau China.

    Die zur Rio-Tinto-Gruppe gehörende Weipa-Mine in Australien ist die größte Bauxitabbaustätte der Welt. Rio Tinto ist globaler Marktführer bei der Bauxitförderung gefolgt von Winning International Group und der guineischen Regierung.

    Bei der energieintensiven Aluminiumherstellung ist China mit einem Marktanteil von fast 60 Prozent global führend. Russland, Kanada und die Vereinigten Arabischen Emirate sind weitere wichtige Aluminiumhersteller.

    Die globale Jahresproduktion von Bauxit beläuft sich auf über 400 Millionen Tonnen.
    Daraus werden weltweit jährlich um die 140.000 Tonnen Primäraluminium gewonnen.

    Aufgrund des niedrigeren Energiebedarfs spielt das Recycling von Aluminium eine große Rolle. Aluminium gehört zu den am meisten wiederverwerteten Metallen. Nordamerika hat mit fast 60 Prozent die höchsten Alu-Recyclingraten der Welt.

  • Substitution

    Verbundwerkstoffe können Aluminium in Flugzeugrümpfen und Tragflächen ersetzen.
    Glas, Papier, Kunststoffe und Stahl können Aluminium in Verpackungen ersetzen. Verbundwerkstoffe, Magnesium, Stahl und Titan können Aluminium in Bodentransportmitteln ersetzen.
    Verbundwerkstoffe, Stahl, Vinyl und Holz können Aluminium im Bauwesen ersetzen.
    Kupfer kann Aluminium in Elektro- und Wärmeaustauschanwendungen ersetzen.

Bauxit

Bauxit

Bauxit

Bauxit ist ein Aluminiumerz, das vorwiegend aus den Aluminiummineralen Gibbsit (Hydrargillit), Diaspor, ferner den Eisenoxiden Hämatit Fe2O3 und Goethit FeO(OH), dem Tonmineral Kaolinit und geringen Anteilen des Titanoxids Anatas TiO2 besteht. Ein sehr ähnliches Gestein, allerdings mit höherem Gehalt an Hämatit (also Eisen), ist Laterit. Seinen Namen verdankt Bauxit seinem ersten Fundort Les Baux-de-Provence in Südfrankreich, wo es 1821 von Pierre Berthier entdeckt wurde. In Österreich wurde über 80 Jahre lang bis 1964 bei Unterlaussa im Gebiet des heutigen Nationalparks Kalkalpen Bauxit abgebaut. Weitere Vorkommen gab es in Glanegg in Kärnten sowie in Großgmain in Salzburg.

 

  • Entstehung

    In den Geowissenschaften werden Lateritbauxite (Silikatbauxite) von den Karstbauxiten (Karbonatbauxite) unterschieden. Die schon früh entdeckten Karbonatbauxite liegen in Europa überwiegend über Karbonatgesteinen (Kalke und Dolomite), wo sie durch lateritische Verwitterung tonreicher Einlagerungen beziehungsweise tonreicher Lösungsrückstände entstanden. Die wirtschaftliche Bedeutung der Karbonatbauxite hat gegenüber den Lateritbauxiten stark abgenommen.

     

    Die Lateritbauxite liegen in zahlreichen Ländern des gesamten Tropengürtels. Sie entstanden durch lateritische Verwitterung ganz unterschiedlicher silikatischer Gesteine wie Granit, Gneis, Basalt, Syenit, Ton und Tonschiefer. Gegenüber eisenreichen Lateritdecken bilden sich Bauxite bei besonders intensiver Verwitterung und erhöhter Drainage, die eine Auflösung von Kaolinit unter Bildung von Gibbsit ermöglicht. Das dabei auftretende Auswaschen von nicht aluminiumhaltigen Verbindungen findet in tropischen Klimazonen besonders effektiv statt, da sich in ihnen lange Regen- und Trockenzeiten abwechseln. In den Lagerstätten liegen die aluminiumreichsten Bereiche häufig unter einer eisenreicheren Oberflächenschicht. Im Gegensatz zu den Karbonatbauxiten tritt als Al-Mineral fast ausschließlich in Gibbsit auf.

  • Vorkommen & Gewinnung

    Die bedeutendsten Förderländer sind Australien, China, Brasilien, Guinea, Jamaika und Indien. Kamerun hat mit neu entdeckten großen Vorkommen von 500 bis 700 Mio. t die Möglichkeit aufzuschließen. Weitere Vorkommen befinden sich unter anderem in Russland, Venezuela und Suriname. In Europa finden sich die wichtigsten Abbaustätten in Griechenland, Ungarn und Frankreich. Die aus heutiger Sicht wirtschaftlich abbauwürdigen gesicherten Bauxitvorkommen dürften den Bedarf auch bei steigender Produktion langfristig decken. Bauxit wird überwiegend im Tagebau gefördert. Dabei werden im Idealfall die durch den Abbau freigesetzten humushaltigen Erdschichten im Sinne einer nachhaltigen, umweltgerechten Entwicklung zunächst zwischengelagert und später zur Rekultivierung verwendet. 2017 betrug die weltweite Fördermenge 300 Millionen Tonnen. Die größten Produzenten sind Australien (83 Mio. Tonnen), China (68 Mio. Tonnen), Guinea (45 Mio. Tonnen), Brasilien (36 Mio. Tonnen) und Indien (27 Mio. Tonnen).

     

     

     

  • Verarbeitung

    Aus etwa 95 % des abgebauten Bauxits wird Aluminium produziert. Geringe Mengen dienen bei günstiger Zusammensetzung der Herstellung von Al-Chemikalien und Schleifmitteln. Eisenarme Varietäten werden als gesinterter Rohstoff in feuerfesten Werkstoffen eingesetzt. Durch den Sinterprozess (Sintern) entwässert Bauxit vollständig und wird in α-Korund umgewandelt. Ein Nebenprodukt der Aluminiumgewinnung ist Gallium.

    Zur Herstellung von metallischem Aluminium wird das Bauxit in Druckbehältern bei 150 bis 200 °C in Natronlauge erhitzt, wobei Aluminium als Aluminat in Lösung geht und vom eisenreichen Rückstand (Rotschlamm) abfiltriert wird (Bayer-Verfahren). Aus der Aluminatlauge scheidet sich beim Abkühlen und Zufügung von feinem Aluminiumhydroxid als Kristallisationskeim reiner Gibbsit ab, der durch Glühen in Aluminiumoxid Al2O3 umgewandelt wird. Das Aluminiumoxid wird unter Zusatz von Kryolith als Schmelzmittel bei etwa 1000 °C geschmolzen und in Elektrolysezellen bei hohem Energieeinsatz zu metallischem Aluminium reduziert (Hall-Héroult-Prozess, Schmelzflusselektrolyse).

    Allein bei dieser Reduktionsreaktion, die bei einer Spannung von etwa 5 Volt mit einer Anode aus Kohlenstoff stattfindet, werden pro kg Aluminium knapp 15 kWh Strom benötigt und rund 1,22 kg CO2 gebildet. Die Wiederaufbereitung von recyceltem Aluminium benötigt danach nur rund 5 % dieser elektrischen Energie.

Beryllium

Cer • Ce • Ordnungszahl 58

Beryllium

Beryllium ist ein sehr hartes und sprödes Leichtmetall. Beryllium ist dreimal so leicht wie Aluminium und sechsmal fester als Stahl. Das Element zeichnet sich außerdem durch seine natürliche Resistenz gegen Korrosion, hervorragende elektrische Leitfähigkeit und hohen Wärmekapazität aus.

Aufgrund dieser Eigenschaften ist Beryllium für die Luft- und Raumfahrt sowie Rüstungsindustrie von hohem Interesse. Trotz seiner einzigartigen Eigenschaften wird Beryllium wegen seines hohen Preises und Toxizität insgesamt nur selten eingesetzt.

2024 wurden weltweit schätzungsweise 360 Tonnen Beryllium abgebaut. Der mit Abstand wichtigste Produzent ist die USA, wo sich auch 60 Prozent der weltweit bekannten Vorkommen befinden. Zu den führenden Berylliumproduzenten gehört Materion. Weitere Abbauländer sind China, Mosambik und Nigeria.

In der EU, den USA, China, Japan, Südkorea und Russland ist Beryllium ein kritischer oder strategischer Rohstoff.

Diese Metalle werden sehr häufig in der Industrie verwendet und werden dementsprechend an der LME (London Metal Exchange) als Terminkontrakte gehandelt.

  • Verwendung

    Weltweit sind die Verbrauchsmengen von Beryllium gering. 2024 wurden schätzungsweise 360 Tonnen gefördert. 21 Prozent gehen in die Rüstung, Luft- und Raumfahrt, 20 Prozent in Industriekomponenten und 15 Prozent in die Autoindustrie. In der EU gehört das Element zu den kritischen Rohstoffen.

    Der Großteil des global gewonnenen Berylliums wird in Form von Kupferlegierungen verwendet (ca. 80 Prozent). Die Zuverlässigkeit von Kupfer-Beryllium-Legierungen ermöglicht hochleistungsfähige, elektrisch leitfähige Anschlüsse für kritische Systeme wie Flugzeug- und Medizinelektronik, Airbag- und Antiblockiersysteme in Autos sowie Feuerlöschsysteme. In Mobiltelefonen und elektronischen Geräten verlängert es die Gerätelebensdauer.

    Als reines Metall wird es in medizinischen Röntgen-Fenstern verwendet in hochpräzisen Navigations- und Zielsystemen für das Militär verwendet.

    Berylliumkeramiken werden in Photovoltaikzellen verwendet, die denWirkungsgrad der Zellen deutlich steigern.

    Beryllium spielt auch in der Nuklearforschung und Atomkraft eine Rolle. Zum einen als Neutronenmoderator in Kernkraftwerken, aber auch als Neutronenquelle. Der Versuchs-Kernfusionsreaktor ITER in Südfrankreich besteht aus Berylliumplatten, die als Schutzschicht dienen. Beryllium ist auch für die Produktion von Atomwaffen unerlässlich. In den USA herrschen daher strenge Exportkontrollen für Beryllium.

    Berylliumhaltige Legierungen weisen in fester Form und wie sie in den Endprodukten enthalten sind keine besonderen gesundheitlichen Risiken auf. Allerdings entstehen bei einigen Verarbeitungsverfahren Staubpartikel, die bei Einatmung zu ernsthaften Lungenerkrankungen führen können.

  • Vorkommen, Abbau, Gewinnung

    Es gibt etwa 30 bekannte Mineralien, die Beryllium enthalten. Für den wirtschaftlichen Abbau sind Beryll und Bertrandit relevant. Beryll enthält zwischen drei und fünf Prozent Beryllium, ist aber härter als Bertrandit, was die Raffination erschwert. Die meisten Beryllium-Minen sind heute daher Bertrandit-Lagerstätten, trotz des niedrigeren Beryllium-Gehalts (0,3–1,5 Prozent).

    Mehr als die Hälfte des weltweit geförderten Beryllium stammt aus den USA. Die größte Lagerstätte befindet sich im Bundesstaat Utah und wird von Materion betrieben. Die nachgewiesenen und wahrscheinlichen Bertranditreserven in Utah umfassen insgesamt etwa 19.000 Tonnen Beryllium.

    Die weltweit bekannten Berylliumvorkommen werden auf über 100.000 Tonnen geschätzt. 60 Prozent davon befinden sich in den USA. Die mengenmäßig größten Vorkommen der USA liegen in Spor Mountain in Utah, McCullough Butte in Nevada, Black Hills in South Dakota, Sierra Blanca in Texas, Seward Peninsula in Alaska und Gold Hill in Utah.

    Die Berylliumproduktion in den USA umfasst Bergbau, Erzverarbeitung, Herstellung, Vertrieb und Recycling berylliumhaltiger Produkte. Japan baut keine Berylliumerze ab, importiert diese für seine Raffinerien. In Kasachstan wird Beryllium aus großen Lagerbeständen aus der Sowjetzeit raffiniert.

    China hat in den letzten Jahren seine Berylliumproduktion deutlich hochgefahren und zwischen 2015 und 2021 mehr als verdreifacht. Mit Blick auf die strategische Rolle für Rüstung und Militär hat das Land 2020 eine "Strategische Allianz für technologische Innovation in der chinesischen Berylliumindustrie“ ins Leben gerufen.

  • Substitution

    Da Beryllium im Vergleich zu anderen Werkstoffen teuer ist, wird es in Anwendungen eingesetzt, in denen seine Eigenschaften entscheidend sind. In manchen Anwendungen können bestimmte Metallmatrix- oder organische Verbundwerkstoffe, hochfeste Aluminiumsorten, pyrolytischer Graphit, Siliziumkarbid, Stahl oder Titan Berylliummetall oder Berylliumverbundwerkstoffe ersetzen.
    Kupferlegierungen mit Nickel und Silizium, Zinn, Titan oder anderen Legierungselementen oder Phosphorbronzelegierungen (Kupfer-Zinn-Phosphor) können Beryllium-Kupfer-Legierungen ersetzen, was jedoch zu einer erheblichen Leistungsminderung führen kann.

    Aluminiumnitrid oder Bornitrid können Berylliumoxid ersetzen.

  • Geschichte

    Das Element Beryllium wurde 1798 vom französischen Chemiker Louis-Nicolas Vauquelin in den Mineralien Beryll und Smaragd entdeckt. In den 1920er Jahren wurden Kupfer-Beryllium-Legierungen erstmals in deutschen Telefonschalttafelrelais eingesetzt.

    Das erste kommerziell erfolgreiche Verfahren zur Herstellung von reinem Beryllium wurde 1932 entwickelt, das zunächst in medizinischen Röntgenfenster verwendet wurde.

    Berylliumoxidkeramiken kamen in isolierenden Schaltkreisen von Radioröhren zum Einsatz.

    In den 1940er fand das Element in der Rüstungsindustrie seinen Platz: in hochpräzisen gyroskopischen Navigations- und Zielinstrumenten der Marine und Luftwaffe und in Atomwaffen als Neutronenmoderator.

    Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Nachfrage nach Beryllium für den Einsatz in Telekommunikationstechnologien, der Autoindustrie sowie der Luft- und Raumfahrt. Mit an Bord der Mercury-Raumkapsel beim ersten bemannten Flug ins All 1961 war ein Hitzeschild aus Beryllium.

    In den 1990er Jahren wurden neue Berylliummaterialien wie Aluminium-Beryllium-Metallmatrix-Verbundwerkstoffe entwickelt. Die Anwendungsgebiete von Beryllium verlagerten sich zunehmend von der Rüstung, Luft- und Raumfahrt hin zur Automobilelektronik, IT und Energiegewinnung.

    Nickel-Beryllium-Legierungen in Crashsensoren verbessern die Funktionsweise von lebensrettenden Airbags.

Bismut

Bi • Ordnungszahl 83

Bismut

Wismut ist hart, spröde, grobkristallin und glänzend mit einem rötlichen Schimmer. Es kommt in der Erdkruste in etwa so häufig vor wie Silber. Es zeichnet sich durch Diamagnetismus und seine Dichteanomalie aus: beim Erstarren dehnt sich Wismut um etwa 3,3 Prozent aus. Es hat nach Quecksilber die geringste thermische Leitfähigkeit unter den Metallen und seine elektrische Leitfähigkeit ist sehr schlecht. Unter den Schwermetallen hat es die geringste Toxizität. Allerdings besteht bei Wismut-Pulver unter bestimmten Bedingungen ein Explosionsrisiko.

Wismut wird hauptsächlich in der Pharmazie, Kosmetik, in Legierungen und der Chemieindustrie verwendet und kommt in einer Reihe von Nischenanwendungen zum Einsatz.

Wichtige Produktionsländer sind China, Laos, Vietnam und Japan.

Die größte aktive Wismutmine ist die Shizhuyuan Polymetallic Mine in der chinesischen Provinz Hunan betrieben von Hunan Nonferrous Metals.

Wismut ist ein kritischer Rohstoff für die EU, Japan und Südkorea, die USA stufen das Element als strategisch ein.

  • Verwendung

    Die größten Anwendungsgebiete von Wismut finden sich in der Metallindustrie, Pharmazie (vor allem als Pepto-Bismol), Kosmetik und chemischen Industrie. Wegen seiner antiseptischen Eigenschaften kommt es etwa in Brandsalben vor. In Lidschatten, Lippenstiften und Nagellack sorgt es für Perlglanz.

    Metallisches Wismut wird hauptsächlich in Legierungen verwendet, denen es seine besonderen Eigenschaften wie niedrigen Schmelzpunkt und Ausdehnung beim Erstarren verleiht. Wismut ist daher ein nützlicher Bestandteil von Typmetalllegierungen die saubere Gussteile ergeben. In niedrigschmelzenden Legierungen ist es ebenso ein wichtiger Bestandteil. Diese sogenannten Schmelzlegierungen werden in Brandmeldern und Sprinkleranlagen verwendet.
    Eine Wismut-Mangan-Legierung hat sich als Dauermagnet bewährt.

    In Lötmitteln, Munition und Angelgewichten sowie in der Strahlenabschirmung findet Wismut wegen seiner Ungiftigkeit zunehmend auch als Bleiersatz Verwendung.

    Ein weiterer aufstrebender Markt könnte sich aus der Entwicklung neuer Halbleiterklassen, thermoelektrischen Materialien und topologischen Isolatoren ergeben. Wismut könnte darüberhinaus für die Weiterentwicklung von Quantencomputern relevant sein.

  • Vorkommen

    Jährlich werden global um die 18.000 Tonnen produziert, das meiste davon in China, das einen Marktanteil von etwa 80 Prozent hält. Weitere Abbau- und Produktionsländer sind Laos, Südkorea, Vietnam und Japan.

    Gediegenes Wismut ist in der Natur rar. Die häufigsten wismuthaltigen Erze sind Wismutin (Wismutglanz), Bismit (Wismutocker) und Wismutit.

    Wismutvorkommen sind oft auch mit Blei-, Zink-, Zinn- und Silbererzen assoziiert. Es stammt etwa aus Wolframerzen in Südkorea, Bleierzen in Mexiko, Kupfererzen in Bolivien und sowohl Blei- als auch Kupfererzen in Japan.

    Mit Beginn des 21. Jahrhunderts hat China sowohl im Abbau als auch in der Raffination von Wismut eine weltweit führende Rolle eingenommen.

    Kommerzielles Wismut fällt größtenteils als Nebenprodukt beim Schmelzen und Raffinieren von Blei-, Zinn-, Kupfer-, Silber- und Golderzen an.

    Die größte aktive Mine aus der Wismut gewonnen wird, ist die Shizhuyuan Polymetallic Mine in der chinesischen Provinz Hunan, die von der Hunan Nonferrous Metals betrieben wird. Wismut wird hauptsächlich als Nebenprodukt bei der Wolframverarbeitung gewonnen.

    Weitere bedeutende Hersteller sind Zhuzhou Keneng New Material, Hunan Jinwang Bismuth Industrial, Yunnan Tin Group (YTC) in China, Met-Mex Peñoles in Mexiko, Masan High-Tech Materials in Vietnam, 5N Plus in Kanada, Belmont Metals in den USA, Comibol in Bolivia und Korea Zinc in Südkorea.

  • Geschichte

    Wismut war schon sehr früh bekannt, da es sowohl gediegen als auch in Verbindungen vorkommt. Es wurde aber lange Zeit nicht eindeutig als eigenständiges Metall erkannt und mit Blei, Antimon und Zinn verwechselt.

    Man vermutet, dass es lange vor seiner Entdeckung in Bergwerken als Pigment für silbern glänzende Schriften und Miniaturmalereien verwendet wurde. Dafür wurde das Wismut aus Wismutocker oder Wismutblüten geschmolzen. Im 14. Jahrhundert wurde es im Sächsischen Erzgebirge in elementarer Form entdeckt.

    Mitte des 15. Jahrhunderts gewann Wismut Bedeutung als Legierungsbestandteil von Drucklettern. Durch den Zusatz von Wismut lässt sich zum einen der Schmelzpunkt absenken, zum anderen werden die Drucklettern härter und nutzen sich langsamer ab.

    Als eigenes Element wurde Wismut nach der Mitte des 18. Jahrhunderts durch die Chemiker Claude François Geoffroy und Johann Heinrich Pott anerkannt.

  • Substitution

    In Schmelzlegierungen kann Wismut durch das sehr viel teurere Indium oder Gallium ersetzt werden. Auch günstigere Zinn-Blei-Legierungen kommen in Frage, allerdings ist hier die Toxizität zu beachten.

    In der Strahlenabschirmung kann es durch Wolfram, Blei und abgereichertes Uran ersetzt werden.
    Statt Pepto-Bismol können in der Pharmazie Aluminium-/Magnesiumhydroxid (Antazida) oder Protonenpumpenhemmer (PPI) verwendet werden.

    In Kosmetikprodukten kann der Perlglanzeffekt durch Pigmente auf Glimmerbasis statt Wismutoxychlorid erreicht werden.

    In Angelgewichten kann Wismut mit Stahl, Zinn oder durch das teurere Wolfram ersetzt werden.

Die aktuelle Situation der Uranversorgung: Ein umfassender Überblick

Die aktuelle Situation der Uranversorgung: Ein umfassender Überblick

Uran ist ein essenzielles Element für die globale Energieerzeugung, insbesondere für die Kernkraft, die derzeit etwa 10 % des weltweiten Strombedarfs deckt. Mit dem wachsenden Interesse an sauberer Energie und der Reduzierung von CO2-Emissionen spielt die Kernenergie eine immer wichtigere Rolle. Die Versorgung mit Uran steht daher im Zentrum vieler geopolitischer und wirtschaftlicher Diskussionen. In diesem Artikel werden die aktuellen Lieferländer, ihre Produktionsmengen und Exporte untersucht, die geopolitischen Herausforderungen analysiert, Preisentwicklungen beleuchtet und zukünftige Entwicklungen im Uranmarkt diskutiert.

 

ISE AG

Die wichtigsten Lieferländer für Uran

  1. Kasachstan: Der grösste Produzent weltweit

Kasachstan ist mit Abstand der grösste Uranproduzent der Welt und liefert etwa 40 % des globalen Angebots. Das Land hat sich in den letzten Jahren als unangefochtener Marktführer etabliert. Die bedeutendsten Minen in Kasachstan sind Inkai, South Inkai und Central Mynkuduk, die von grossen internationalen Konsortien wie Kazatomprom in Partnerschaft mit westlichen und asiatischen Unternehmen betrieben werden.

Der Grossteil des kasachischen Urans wird in Länder wie China, Indien und Europa exportiert. Insbesondere China hat in den letzten Jahren seine Uranimporte aus Kasachstan erheblich gesteigert, um seine wachsende Zahl von Kernkraftwerken zu versorgen.

  1. Russland: Zweitgrösster Produzent und hohe Marktmacht

Rosatom, das staatliche russische Atomenergieunternehmen, spielt eine zentrale Rolle auf dem globalen Uranmarkt. Es ist einer der weltweit grössten Produzenten und Lieferanten von Uran und bietet eine breite Palette von Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Nuklearindustrie an. Die Rolle von Rosatom in der Lieferung von Uran an internationale Kunden lässt sich in mehreren Aspekten zusammenfassen:

  1. Uranabbau und Produktion: Rosatom betreibt einige der grössten Uranminen weltweit, sowohl in Russland als auch in anderen Ländern wie Kasachstan. Durch Tochtergesellschaften wie JSC Atomredmetzoloto (ARMZ) kontrolliert Rosatom einen erheblichen Teil der globalen Uranproduktion.
  2. Uranexport: Rosatom exportiert Uran in verschiedene Länder, die es für die Energieerzeugung in ihren Kernkraftwerken verwenden. Die Exporte erfolgen sowohl in Form von Natururan als auch in angereichertem Zustand. Russland ist einer der grössten Exporteure von Uran und bedient Kunden in Europa, Asien, und Nordamerika.
  3. Angereicherte Uranlieferungen: Neben dem Export von Natururan ist Rosatom auch führend in der Urananreicherung. Angereichertes Uran wird in Kernreaktoren benötigt, und Rosatom ist weltweit einer der Hauptlieferanten. Russland kontrolliert etwa 40% der globalen Kapazitäten für Urananreicherung, was Rosatom eine dominierende Stellung auf diesem Markt verschafft.
  4. Langfristige Lieferverträge: Rosatom schliesst häufig langfristige Lieferverträge mit anderen Ländern und Energieunternehmen ab. Diese Verträge stellen die kontinuierliche Versorgung mit Uran sicher und geben Rosatom eine stabile und langfristige Präsenz auf dem globalen Markt.
  5. Diversifizierung der Kundenbasis: Rosatom liefert Uran an eine breite Palette von Kunden weltweit, darunter sowohl entwickelte als auch Entwicklungsländer. Insbesondere in Asien und im Nahen Osten hat Rosatom seinen Einfluss verstärkt, indem es neue Märkte erschlossen hat.
  6. Technologische Dienstleistungen und Beratung: Über die Lieferung von Uran hinaus bietet Rosatom auch Dienstleistungen an, die mit dem Betrieb von Kernkraftwerken zusammenhängen, einschliesslich technischer Unterstützung, Schulungen und der Entwicklung neuer Reaktortechnologien. Dies stärkt die Beziehungen zu ihren Kunden und erweitert ihre Rolle über die reine Uranlieferung hinaus.
  7. Politische und wirtschaftliche Einflussnahme: Durch die Uranlieferungen und die Unterstützung beim Aufbau von Kernkraftwerken kann Rosatom auch eine Rolle in der Aussenpolitik Russlands spielen, indem es Abhängigkeiten schafft und die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zu anderen Ländern stärkt.

Insgesamt ist Rosatom ein bedeutender Akteur auf dem globalen Uranmarkt und nutzt seine umfangreichen Ressourcen und Technologien, um eine zentrale Rolle in der Versorgung der Welt mit Uran für die zivile Nutzung zu spielen.

  1. China: Auftrebender Lieferant für Uran

China spielt eine zunehmend wichtige Rolle auf dem globalen Uranmarkt, insbesondere durch seine beiden führenden Nuklearunternehmen, die China National Nuclear Corporation (CNNC) und die China General Nuclear Power Group (CGN). Diese Unternehmen sind nicht nur zentrale Akteure in der chinesischen Nuklearindustrie, sondern haben auch eine wachsende Präsenz auf dem internationalen Uranmarkt. Ihre Rolle in der Lieferung von Uran an Kunden weltweit lässt sich in mehreren Bereichen beschreiben:

  1. Uranabbau und Produktion: Sowohl CNNC als auch CGN sind in den Uranabbau involviert und haben in den letzten Jahren ihre Aktivitäten in diesem Bereich erheblich ausgeweitet. Neben eigenen Bergbauprojekten in China haben beide Unternehmen bedeutende Beteiligungen an Uranminen im Ausland, etwa in Ländern wie Kasachstan, Namibia und Australien. Dies ermöglicht ihnen, nicht nur den eigenen Bedarf zu decken, sondern auch Uran auf den internationalen Markt zu bringen.
  2. Investitionen und Partnerschaften im Ausland: CNNC und CGN investieren stark in ausländische Uranprojekte, oft in Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen und Regierungen. Diese Partnerschaften ermöglichen es China, seinen Einfluss auf den globalen Uranmarkt auszubauen und gleichzeitig die Versorgungssicherheit für seine wachsende Zahl von Kernkraftwerken zu gewährleisten.
  3. Uranimporte zur Deckung des Eigenbedarfs: China ist einer der grössten Importeure von Uran weltweit. CNNC und CGN kaufen grosse Mengen an Uran von internationalen Lieferanten, um die Nachfrage der inländischen Kernkraftwerke zu decken, die rapide wächst. Diese Importe machen China zu einem bedeutenden Akteur auf dem globalen Uranmarkt.
  4. Ausbau der Uranverarbeitungs- und Anreicherungsfähigkeiten: CNNC und CGN haben erheblich in die Entwicklung von Uranverarbeitungs- und Anreicherungsanlagen investiert, um den gesamten nuklearen Brennstoffkreislauf im Inland zu kontrollieren. Dies ermöglicht es China, angereichertes Uran nicht nur für den eigenen Bedarf, sondern auch für den Export zu produzieren.
  5. Langfristige Lieferverträge: Beide Unternehmen schliessen langfristige Lieferverträge mit Uranproduzenten und -lieferanten weltweit ab. Diese Verträge sichern nicht nur Chinas Versorgung, sondern stärken auch seine Position auf dem globalen Uranmarkt, indem sie stabile Beziehungen mit anderen Produzenten und Lieferanten aufbauen.
  6. Exporte von nuklearen Technologien und Dienstleistungen: Neben der Versorgung mit Uran sind CNNC und CGN auch in der Lieferung von nuklearen Technologien, dem Bau von Kernkraftwerken und der Bereitstellung von technischen Dienstleistungen weltweit tätig. Dies schliesst den Export von Nukleartechnologien in Länder wie Pakistan und Grossbritannien ein, wo China aktiv am Bau und Betrieb von Kernkraftwerken beteiligt ist.
  7. Strategische Ressource und geopolitischer Einfluss: Die Aktivitäten von CNNC und CGN auf dem globalen Uranmarkt sind Teil von Chinas umfassenderer Strategie, seine Energieversorgung zu diversifizieren und seine geopolitischen Interessen zu stärken. Durch die Kontrolle über Uranressourcen und die Lieferung von Uran an verschiedene Länder kann China wirtschaftliche und politische Beziehungen vertiefen und seinen globalen Einfluss ausbauen.

Insgesamt spielen CNNC und CGN eine entscheidende Rolle bei der Sicherung von Uranressourcen für China und tragen gleichzeitig zur Stabilität und Entwicklung des globalen Uranmarktes bei. Durch ihre strategischen Investitionen, Partnerschaften und technischen Fähigkeiten haben sie Chinas Position als wichtigen Akteur auf diesem Markt gefestigt.

  1. Kanada: Verlässlicher Partner des Westens

Kanada ist der zweitgrösste Uranproduzent der Welt, wobei der Grossteil des Urans aus den Minen in Saskatchewan stammt, insbesondere aus der Cigar Lake- und McArthur River-Mine. Die kanadische Produktion wird überwiegend in die Vereinigten Staaten, nach Europa und in asiatische Länder exportiert. Kanada gilt, als einer der stabilsten und verlässlichsten Uranlieferanten weltweit, was das Land zu einem strategischen Partner für westliche Nationen macht, die nach sicheren und langfristigen Uranquellen suchen.

  1. Australien: Die ruhende Supermacht

Australien verfügt über die grössten bekannten Uranvorkommen weltweit, ist jedoch nur der drittgrösste Produzent. Das liegt hauptsächlich an strengen Umweltauflagen und politischen Diskussionen im Land über den Abbau und die Nutzung von Uran. Die bedeutendsten Minen befinden sich in Olympic Dam, Ranger und Beverley. Australien exportiert hauptsächlich nach Asien und Europa und hat in den letzten Jahren seine Exporte nach China und Indien ausgebaut.

  1. Namibia und Niger: Wichtige Akteure in Afrika

Namibia und Niger sind die beiden wichtigsten Uranproduzenten in Afrika. Namibia, mit seinen Rössing- und Husab-Minen, liefert vor allem nach Europa und Asien. Niger, dessen Produktion durch die Minen in Arlit und Akokan dominiert wird, exportiert vorwiegend nach Europa, wobei Frankreich der Hauptabnehmer ist. Beide Länder sind für den globalen Uranmarkt von Bedeutung, stehen jedoch vor grossen Herausforderungen wie politischen Instabilitäten und Sicherheitsproblemen.

  1. Usbekistan: Ein aufstrebender Player

Usbekistan hat in den letzten Jahren seine Uranproduktion stetig gesteigert und liefert nun bedeutende Mengen an Länder wie Russland und China. Das Land profitiert von seiner strategischen Lage und seinen guten Beziehungen zu grossen Abnehmern, insbesondere im asiatischen Raum.

Die oben genannten Länder und Unternehmen liefern rund 2/3 der gesamten Mengen an Uran für den Weltmarkt. Der Rest stammt z.B. aus Singapur, USA, Niger oder der Ukraine. Da einige Länder Minen in anderen Ländern betreiben, können die Liefermengen nicht genau einem Land zugeordnet werden. In vielen Analysen wird z.B. Frankreich mit der Firma Orano als ein globaler Player angegeben. Jedoch hat Frankreich keine eigenen Minen und bezieht das Uran aus ehemaligen Kolonien, wie z.B. aus Niger oder aus Usbekistan. Niger hat gerade seine Lieferverträge mit Frankreich aufgelöst und liefert in Zukunft nur noch an Frankreich, wenn Orano Weltmarktpreise zahlt. Das kann erhebliche Einflüsse auf den europäischen Energiemarkt haben, da Frankreich mit seinen Atomkraftwerken viel Strom in andere Länder in Europa liefert. Zum Beispiel nach Deutschland, dass alle Atomkraftwerke abschaffen will.

Geopolitische Herausforderungen und Risiken

  1. Abhängigkeit von wenigen Lieferanten

Ein zentrales geopolitisches Problem des globalen Uranmarktes ist die starke Abhängigkeit von wenigen Lieferanten. Länder wie Kasachstan, Kanada und Australien dominieren den Markt, was insbesondere für westliche Länder ein Risiko darstellt. Die Abhängigkeit von Uran aus politisch instabilen Regionen, wie Afrika oder Zentralasien, birgt zusätzliche Risiken für die Versorgungssicherheit.

  1. Politische Instabilitäten und Sanktionen

In einigen Uranlieferländern, insbesondere in Afrika und Zentralasien, herrschen politische Instabilität und Sicherheitsprobleme. In Niger etwa, dass aufgrund politischer Unruhen und terroristischer Aktivitäten immer wieder in den Fokus rückt, könnten Lieferengpässe entstehen, die den globalen Markt erheblich beeinflussen. Sanktionen gegen Länder wie Russland oder Iran könnten ebenfalls die Versorgung beeinträchtigen, da diese Länder wichtige Transitländer oder Produzenten von angereichertem Uran sind.

  1. Die Rolle Chinas

China spielt eine immer bedeutendere Rolle auf dem globalen Uranmarkt. Das Land investiert nicht nur massiv in neue Kernkraftwerke, sondern sichert sich auch langfristige Lieferverträge mit den grössten Uranproduzenten. Diese Entwicklung könnte zu einem Wettlauf um Ressourcen führen, bei dem westliche Länder das Nachsehen haben könnten, sollten sie ihre Abhängigkeit von wenigen Lieferanten nicht diversifizieren.

Der weltweite Uranmarkt: Aktuelle Situation und Veränderungen

  1. Angebot und Nachfrage: Eine fragile Balance

Der globale Uranmarkt befindet sich in einer fragilen Balance zwischen Angebot und Nachfrage. Während die Nachfrage aufgrund der wachsenden Zahl von Kernkraftwerken insbesondere in Asien steigt, ist das Angebot begrenzt und stark konzentriert. In den letzten Jahren kam es immer wieder zu Produktionskürzungen, da grosse Produzenten wie Kazatomprom und Cameco auf niedrige Uranpreise reagierten. Diese Kürzungen haben zu einer Verknappung des Angebots geführt, was die Preise langsam ansteigen lässt.

  1. Preisentwicklungen und Markttrends

Der Uranpreis hat in den letzten Jahren eine wechselhafte Entwicklung durchgemacht. Nach einem dramatischen Preisverfall nach der Fukushima-Katastrophe im Jahr 2011 stabilisierten sich die Preise zunächst auf einem niedrigen Niveau. In den letzten Jahren ist jedoch ein deutlicher Aufwärtstrend zu erkennen, bedingt durch Produktionskürzungen und die steigende Nachfrage aus Asien. Der Spotpreis für Uran liegt derzeit bei etwa 60 bis 80 US-Dollar pro Pfund U3O8, wobei langfristige Verträge in der Regel höhere Preise erzielen. Laut aktuellen Nachrichten von Reuters sollen die Preise mittelfristig auf 90 bis 100 US-Dollar steigen.

Für Länder wie China und Indien, die grosse Mengen Uran benötigen, sind langfristige Lieferverträge von zentraler Bedeutung. Diese Verträge bieten den Vorteil stabiler Preise, liegen jedoch in der Regel über den Spotpreisen. Europäische Länder, die ebenfalls stark von Uranimporten abhängig sind, haben ähnliche Vereinbarungen, um Preisschwankungen zu vermeiden.

  1. Veränderung in der globalen Marktstruktur

In den letzten Jahren gab es eine deutliche Veränderung in der Struktur des globalen Uranmarktes. Während früher westliche Länder die dominierenden Abnehmer waren, verschiebt sich der Fokus zunehmend nach Asien. Länder wie China und Indien bauen ihre Kernkraftkapazitäten massiv aus und sichern sich langfristige Lieferverträge, was zu einer Neuausrichtung des Marktes führt. Gleichzeitig sind traditionelle westliche Abnehmer gezwungen, ihre Lieferketten zu diversifizieren und neue Quellen zu erschliessen, um ihre Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Zukünftige Entwicklungen und Herausforderungen

  1. Der Übergang zu fortschrittlicheren Kernreaktoren

Ein wichtiger Trend in der Kernenergie ist der Übergang zu fortschrittlicheren Reaktortypen, wie etwa schnellen Brütern oder Thorium-Reaktoren. Diese Technologien könnten den Uranbedarf verändern, da sie effizienter mit dem Brennstoff umgehen oder alternative Brennstoffe nutzen. Für den Uranmarkt bedeutet dies potenziell eine Reduktion der Nachfrage nach natürlichem Uran, was die Produzenten vor neue Herausforderungen stellt.

  1. Umwelt- und Sicherheitsaspekte

Der Abbau von Uran steht zunehmend unter dem Druck von Umwelt- und Sicherheitsauflagen. In vielen Ländern werden striktere Regulierungen eingeführt, die den Abbau erschweren und die Kosten erhöhen. Dies könnte in Zukunft zu einer weiteren Verknappung des Angebots führen, da neue Minenprojekte schwerer genehmigt werden und bestehende Minen vor steigenden Betriebskosten stehen.

  1. Die Rolle erneuerbarer Energien

Der zunehmende Ausbau erneuerbarer Energien könnte langfristig den Bedarf an Kernenergie und damit an Uran verringern. Zwar wird die Kernkraft in vielen Ländern als notwendiger Bestandteil der Energiewende angesehen, doch die Konkurrenz durch erneuerbare Energien und die steigende Energieeffizienz könnten den globalen Uranmarkt nachhaltig beeinflussen. Für Produzenten bedeutet dies, dass sie möglicherweise in neue Märkte investieren oder ihre Geschäftsmodelle anpassen müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Auswirkungen auf Hersteller und Abnehmer

  1. Herausforderungen für die Produzenten

Für Uranproduzenten stellt die aktuelle Marktstruktur eine Herausforderung dar. Die Abhängigkeit von wenigen grossen Abnehmern und die Konzentration auf wenige grosse Produzenten bedeuten, dass kleine und mittelgrosse Unternehmen Schwierigkeiten haben, wettbewerbsfähig zu bleiben. Zudem müssen die Produzenten mit steigenden Kosten und strikteren Umweltauflagen umgehen. Langfristig könnten sich die Marktbedingungen verschärfen, wenn neue Technologien die Nachfrage nach Uran verringern oder politische Entscheidungen den Uranabbau weiter einschränken.

  1. Risiken und Chancen für die Abnehmer

Die Abnehmer von Uran, insbesondere die Betreiber von Kernkraftwerken, stehen vor der Herausforderung, ihre Versorgungssicherheit zu gewährleisten und gleichzeitig die Kosten zu kontrollieren. Langfristige Lieferverträge bieten zwar Stabilität, könnten jedoch bei sinkenden Uranpreisen zu einem Wettbewerbsnachteil führen. Die Diversifikation der Lieferquellen und die Investition in neue Technologien, die den Brennstoffbedarf reduzieren, sind entscheidend, um in einem sich wandelnden Markt wettbewerbsfähig zu bleiben.

Fazit

Die Versorgung mit Uran steht vor einer Vielzahl von Herausforderungen und Veränderungen, die sowohl geopolitische als auch wirtschaftliche Auswirkungen haben. Die Abhängigkeit von wenigen grossen Produzenten und die Konzentration der Nachfrage in Asien prägen den globalen Markt. Gleichzeitig führen geopolitische Risiken, Umweltauflagen und technologische Entwicklungen zu einer zunehmend komplexen Marktsituation. Sowohl Produzenten als auch Abnehmer müssen sich auf diese Veränderungen einstellen, um langfristig erfolgreich zu bleiben.

 ISE AG – August 2024

Die EU und Elektromobilität: Ein nicht zu Ende gedachtes Drama

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Europas Unentschlossenheit bei der Elektromobilität bringt der Autoindustrie keinen Wettbewerbsvorteil. Entscheidend ist der Zugang zu Rohstoffen, an denen auch die Energiewende hängt. Die Kontrolle über sie liegt nach wie vor in weiter Ferne: in China.

Globaler Vorreiter bei der Elektromobilität ist ausgerechnet ein Land, das vom Öl- und Gasgeschäft lebt: Norwegen. Doch das ist nicht die einzige Kuriosität in Sachen Autopolitik. 2023 beschloss die EU de facto das Aus für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor ab 2035, um nach nur 19 Monaten einen Salto rückwärts zu springen. Auf Druck der Autoindustriegemeinsam mit Deutschland, Italien und den osteuropäischen Mitgliedsländern.

Das ist insofern kurios, weil das Festhalten am Verbrennungsmotor bei Herstellern zu höheren Kosten führt, wenn Verbrenner- und Elektro-Plattformen parallel betrieben werden müssen.Nach einem Wettbewerbsvorteil gegenüber chinesischen Mitbewerbern klingt das nicht. Die politische Kehrtwende ist außerdem das Gegenteil einer für Industrie und Investoren so wichtigen klaren Politik, die für Planungssicherheit sorgt. Für die Autoindustrie, die in langen Zyklen von bis zu 15 Jahren plant, gilt das ganz besonders. 

Es stellt sich aber noch eine ganz andere, grundsätzliche Frage: ist ein hundertprozentiger Umstieg auf Elektromobilität überhaupt möglich? Theoretisch ja, laut Künstlicher Intelligenz. Doch in der Praxis fällt die Antwort derzeit eher negativ aus, betrachtet man die Versorgung mit den dafür notwendigen Rohstoffen und mit sauberem Strom.

Zahnlose Rohstoffpolitik der EU

Anfang Februar veröffentlichte der Europäische Rechnungshof einen Bericht, in dem er die EU-Rohstoffpolitik unter die Lupe nahm. 2023 verabschiedete die EU ein Gesetz über kritische Rohstoffe, in dem allerlei Massnahmen festgelegt sind, mit dem Ziel, die übergroße Abhängigkeit von China und wenigen anderen Ländern bei Rohstoffen wie Lithium, Kobalt, Nickel oder Seltenen Erden zu überwinden. Zahn- und planlos lautete das vernichtende Urteil der Rechnungshofprüfer über Europas Rohstoffstrategie.

Die Weltbank prognostiziert, dass sich durch die grüne Wende der Bedarf an Rohstoffen bis 2050 verfünffachen wird. Ausgehend von 2020 rechnet die EU-Kommission, dass der Bedarf etwa an Lithium bis 2030 um das 18-Fache und der von Kobalt um das Fünffache ansteigen wird. Drei Viertel des Rohstoffbedarfs wird von den EU-Ländern jedoch importiert. 

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Hohe Verluste wegen Mangel an Seltenen Erden  

Trotzdem haben es die Regierungen versäumt, ihre vollmundigen Ankündigungen bei den Klimazielen auch materiell abzusichern. Wenn China will, dann würgt es einfach die europäische Industrie ab. Und es will, wie die Exportbeschränkungen auf Seltene Erden(Permanentmagneten), Galliumund Germanium (Computerchips) in den vergangenen zwei Jahren gezeigt haben. 

Thomas Krümmer, Experte für Seltene Erden und Autor des „Rare Earths Observer“ schätzt die direkten und indirekten wirtschaftlichen Einbußen durch Chinas Restriktionen bei Seltenen Erden auf mindestens zehn Prozent der globalen Wirtschaftskraft. All das ist eigentlich schon seit 2010 bekannt, als China zum ersten Mal die Daumenschrauben anzog und die erste Seltenerdkrise auslöste — was übrigens zur Gründung des Instituts für Seltene Erden geführt hat. 

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Bis zu 240 Terrawattstunden mehr Strom nötig

Und wie sieht es bei der Versorgung mit sauberen Strom aus? 2024 waren 260 Millionen Autos auf den Straßen in der EU unterwegs. Davon sind nur drei Prozent rein elektrisch betrieben, was acht Millionen entspricht. Sie verbrauchen rund 16 Terawattstunden (TWh) Strom im Jahr. Der gesamte Stromverbrauch der EU-27 lag bei 2732 TWh. Etwa 1000 TWh oder 40 Prozent des Stroms kamen dabei aus erneuerbaren Energiequellen.

Eine Studie des Fraunhofer ISI und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC sagen bis 2040 einen Anstieg des Anteils von E-Autos auf 30 Prozent voraus, was einem zusätzlichen Strombedarf von ungefähr 240 TWh entsprechen würde. Um diesen zusätzlichen Strom mit sauberen Energien zu erzeugen, müssen etwa 120 bis 160 Gigawatt (GW) an neuer Wind- und Solarkapazität installiert werden.

Allerdings wird nicht nur der Verkehr elektrifiziert, sondern auch energieintensive Industrien, Heizsysteme für Wohnraum (Wärmepumpen) und nicht zuletzt sorgen Datenzentren für eine massive Erhöhung des Strombedarfs, der sich also insgesamt um 30 bis 50 Prozent erhöhen könnte. Das wären dann bereits 800 bis 1350 TWh mehr als heute. Um diesen zusätzlichen Strombedarf mit Erneuerbaren zu decken, müssten in den kommenden 15 Jahren 470 bis 790 GW an erneuerbaren Stromkapazitäten installiert werden.

Nadelöhr Netzausbau

2025 wurden in der EU laut ersten Schätzungen 85 GW an neuen Wind- und Solarkapazität zugebaut. Setzt sich der Ausbau in diesem Rhythmus fort, könnte die EU ihre Ziele realistisch erreichen. 

Aber Solarpaneele und Windräder sind nicht die einzige Bedingung für die grüne Energiewende. Der Ausbau der Netzinfrastruktur, von Speicherkapazitäten und die Implementierung intelligenter Steuerungssysteme sind weitere wichtige Pfeiler, damit der erzeugte grüne Strom dort ankommt, wo er gebraucht wird und um Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Auch der Ausbau grenzüberschreitender Kapazitäten spielt eine wichtige Rolle. Der massive Blackout in Spanien, Vorreiterland bei der erneuerbaren Stromerzeugung, veranschaulicht aber auch, welche schwerwiegenden Folgen ein schleppender Ausbau der heimischen und grenzüberschreitenden Netzinfrastruktur haben kann.

Mehr Rohstoffbedarf für Strominfrastruktur

Die benötigten Investitionen in die Stromnetze in der EU belaufen sich bis 2040 auf 1,1 Billionen Euro, was jährlich 74 Milliarden Euro entspricht. Das wiederum bedeutet ins Stoffliche übersetzt viele Tonnen Stahl und tausende Kilometer an Kupferkabeln. Für den massiven Ausbau mit Windrädern und Solarpanelen sind massive Mengen an kritischen Rohstoffen wie Seltene Erden, Silizium, Indium oder Selennötig und für Batteriespeicher Lithium, Graphit, Kobaltund Nickel.

Hier schließt sich wieder der Kreis und wir landen beim Thema Rohstoffabhängigkeit der EU und  dem vernichtenden Rechnungshofurteil: „Keine solide Strategie“. Es bleibt also offen, wie die EU neben der Verkehrswende auch die Energiewende schaffen will, wenn sie die dafür benötigten Rohstoffe nicht sichern kann. Vielleicht steht hinter dem Schlingerkurs beim Verbrenner-Aus, die leise Vermutung der Politik, dass die EU den Abstand im Wettlauf um kritische Mineralien wohl nicht mehr aufholen wird können.

Februar 2026 – Arndt Uhlendorff für 

Februar 2026 – Arndt Uhlendorff für 

Institut für seltene Erden und Metalle AG

Institut für seltene Erden und Metalle AG

Hafnium

HF • Ordnungszahl 72

Hafnium

Hafnium ist ein hartes, duktiles Metall mit strahlendem Silberglanz. Hafnium ist relativ säurebeständig. Seine chemischen Eigenschaften sind Zirkonium sehr ähnlich. Das chemische Verhalten dieser beiden Elemente ist ähnlicher als bei jedem anderen bekannten Elementpaar.
 
Die wichtigsten Anwendungsgebiete von Hafnium ist in Steuerstäben von Druckwasserreaktoren,  in Superkondensatoren, Halbleitern, als Superlegierung für die Luft- und Raumfahrtindustrie und in Hochtemperaturkeramiken. Tantal-Hafniumcarbid mit einem Schmelzpunkt von 4.215 °C (7.619 °F) ist eine der feuerfestesten bekannten Substanzen.
 
Hafnium wird ausschließlich als Nebenprodukt der Zirkoniumraffination gewonnen. Die weltweit führenden Exporteure von Zirkoniummineralkonzentraten sind Australien und Südafrika.
 
Der globale Hafnium-Markt beträgt schätzungsweise 80 Tonnen jährlich. Die Hafniumproduktion konzentriert sich auf nur eine Handvoll Länder: China, Frankreich, die USA und Russland.
 
Framatome, ein Tochterunternehmen des französischen Elektrizitätsunternehmens EDF dominiert den Markt für nukleartaugliches Hafnium.
 
In den wichtigsten Industrieländern und China gilt Hafnium als kritischer Rohstoff.
  • Geschichte

    Der niederländische Physiker Dirk Coster und der ungarisch-schwedische Chemiker George Charles von Hevesy entdeckten Hafnium 1923 in norwegischen und grönländischen Zirkonmineralen, indem sie deren Röntgenspektren analysierten. Sie benannten das neue Element nach dem neulateinischem Namen für Kopenhagen (Hafnia), der Stadt, in der es entdeckt wurde.
     
    Seine Geschichte ist geprägt von einer langen Suche. Dimitri Mendeleev sagte bereits 1869 ein Element mit ähnlichen Eigenschaften wie Titan und Zirkonium voraus. Viele Wissenschaftler suchten es vergeblich, darunter Georges Urbain und Henry Moseley. Fehldeutungen führten zu falschen „Entdeckungen“ wie „Celtium“ 1911, das sich später als Lutetium erwies.
     
    In den 1940ern nutzte die US-Atomindustrie Hafnium für Kernreaktor-Steuerstäbe, da es — im Gegensatz zu Zirkonium — Neutronen stark absorbiert.

     

  • Verwendung

    Der größte Anwendungsbereich für Hafnium ist die Luft- und Raumfahrtindustrie. Dort kommt es in Superlegierungen für etwa Triebwerke und in Form von hafniumhaltigen Beschichtungen für Hochtemperaturkomponenten zum Einsatz.
     
    Ein weiterer bedeutender Hafniumverbraucher ist die Atomkraft. Aufgrund seines hohen Neutroneneinfangquerschnitts und seiner hervorragenden mechanischen Eigenschaften wird Hafnium in Steuerstäben von Kernkraftwerken verwendet.
     
    Auch in der Mikroelektronik und Halbleiterindustrie spielt Hafnium eine Rolle. In Kondensatoren  wird Hafnium als High-k-Dielektrikum eingesetzt. Es kann Siliziumdioxid ersetzen, was dünnere Isolationsschichten ermöglicht, was die Leistungsfähigkeit und Miniaturisierung von Halbleiterbauelementen verbessert.
     
    Neue Erkenntnisse über die Eigenschaften von Hafniumoxid legen nahe, dass diese Materialien eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung neuer Speichertechnologien spielen könnten. Aufgrund der Ferroelektrizität von Hafniumoxid können Daten auch ohne Strom über längere Zeit gespeichert werden. Diese Speicheranwendungen können den Weg für größere und schnellere Computersysteme ebnen, indem sie die durch die kontinuierliche Datenübertragung in den Kurzzeitspeicher entstehende Wärme reduzieren.

     

  • Vorkommen, Abbau, Gewinnung

    Die wichtigsten Minerale für die kommerzielle Gewinnung von Hafnium sind Zirkon und Baddeleyit, die als Nebenprodukte bei der Gewinnung von Titanmineralien anfallen. In der Natur ist Hafnium stets an Zirkoniumverbindungen gebunden und schwer abzutrennen.
     
    Aufgrund der starken chemischen Ähnlichkeit von Hafnium und Zirkonium ist die Trennung der beiden Elemente voneinander sehr aufwändig und teuer. Die bevorzugten Methoden zur Trennung von Hafnium und Zirkonium sind Ionenaustausch- und Lösungsmittelextraktionstechniken.
    Für manche Zwecke ist die Trennung der beiden Elemente allerdings nicht erforderlich.
     
    Die wichtigsten Abbauländer für hafniumhaltige Zirkoniumminerale sind Australien und Südafrika, wo sie aus Mineralsanden und Flusskies gewonnen werden. Die mit Abstand größten Reserven befinden sich in Australien.
     
    Das australische Bergbauunternehmen Iluka Resources ist der weltgrößter Produzent von Zirkoniumerzen, gefolgt vom US-Unternehmen Tronox und dem britisch-australischen Bergbaukonzern Rio Tinto.
     
    Framatome, ein Tochterunternehmen des französischen Elektrizitätsunternehmens EDF dominiert den Markt für nukleartaugliches Hafnium. Allegheny Technologies Incorporated ist führender US-Hersteller von Hafnium für die Luftfahrt- und Nuklearindustrie und produziert etwa hochreines Hafnium für Turbinenschaufeln.
     
    China National Nuclear Corporation ist Chinas größter Produzent von Hafnium.
     
    Chepetsky Mechanical Plant, eine Tochter des staatlichen Konzerns Rosatom ist ein wichtiger russischer Hersteller, der Hafnium für die heimische Nuklear- und Rüstungsindustrie liefert.
     
    Im Jahr 2024 wird das weltweite Absatzvolumen von Hafnium (Hf) auf etwa 80 Tonnen geschätzt, allerdings kann die genaue Menge aufgrund von Geheimhaltung im Nuklear- und Militärbereich nicht mit Sicherheit beziffert werden.
     
    Entwicklungen in der Elektronikindustrie, verstärkte Investitionen im Rüstungsbereich und der Ausbau von Atomkraftwerken läßt die Nachfrage nach Hafnium wachsen.
  • Substitution

    In Legierungen kann Hafnium durch Magnesium, Kobalt, Chrom, Niob und Tantal ersetzt werden. In bestimmten Superlegierungen ist Hafnium mit Zirkonium austauschbar.
    In Steuerstäben von Kernkraftwerken können anstelle von Hafniummetall auch Bor- oder Cadmium-Silber-Indium-Legierungen verwendet werden.
     

ISE AG eröffnet offenes Zolllager in Zürich / Embrach

 

Zoll Lager Embrach

Luzern, 26.06.2024 - es freut uns ganz besonders Ihnen bekannt geben zu dürfen, dass wir ab dem heutigen Tage ein eigenes offenes Zolllager in Embrach bei Zürich führen. In Sammellagern, Einzellagern und Hochsicherheitstresoren und -Räumen kann alles an Metallen und Edelmetallen gelagert werden was nicht giftig, brennbar oder explosiv ist. Wir verfügen über Lagermöglichkeiten sowohl im Bereich der geschlossenen Freilager als auch im Bereich der offenen Freilager. Bei den geschlossenen Freilagern wird der Waren- und Personeneinlass und -Auslass durch den Schweizer Zoll festgehalten und geregelt. Bei einem offenen Freilager berichtet der Lagerhalter dem Zoll über alle Ein- und Ausgänge der Waren. Die geschlossenen Freilagerflächen sind GRASP zertifiziert. Mit nur 8Km Distanz zum Flughafen Zürich Kloten sind unsere Lagerflächen sehr Verkehrsgünstig gelegen. Einen Transport von Kloten nach Embrach übernehmen wir für sie gerne kostenlos als Service. Safekeeping Receipts werden direkt vom ISE AG ausgestellt und beinhalten so eine Referenz auf Ihre vom ISE AG erstellte Dokumentationen. Ihre Dokumentation ist somit in sich rund und schlüssig. Unsere Lagerräume sind zugänglich von Montag bis Donnerstags 8:00 Uhr bis 17:00 Uhr.

Als weiteren Service sind wir nun auch in der Lage uns um Ihre Logistik zu kümmern. Egal wo Ihre Ware auf der Welt abgeholt werden soll, egal wohin Ihre Ware gebracht werden soll, wir sind der richtige Ansprechpartner für Ihre anspruchsvolle Metalllogistik. Wir verladen, Im- und Exportieren, verzollen und lagern ein.  So können wir Ihre Ware auch bei Ihnen abholen, in unser Lager bringen , eine Inspektion und Sample taking durchführen und ihnen die Ware wieder zurück bringen. Am Ende erhalten Sie eine verlässlich anerkannte Dokumentation und haben Ihre Ware dennoch in Ihrer Nähe.

In unseren eigenen Produktionshallen direkt bei unserem Lager sind wir in der Lage Ihre metallischen Pulver aufzubereiten. Alle Metallpulver haben eine Gemeinsamkeit, sie fangen nach einer spezifischen Zeit an zu oxidieren und verklumpen dadurch. Die Pulver verlieren dadurch Ihre Eigenschaft und somit auch Ihren Preis. Alle metallischen Pulver sollten alle 10 Jahre aufbereitet werden, wenn diese in verschliessbaren Behältern unter Argon lagern. Pulver in verschweißten Glasampullen halten mehrere Jahrzehnt. Gerne beraten wir sie, wie wir Ihre Ware für sie wieder aufbereiten können um sie weitere 10 Jahre sorgenfrei lagern zu können.

Das Institut für seltene Erden und Metalle AG in der Schweiz ist Ihr zuverlässiger Partner für Ihren Metalltransport, -Lagerung, -Analyse, -Bewertung und -Aufbereitung, damit die Wertbeständigkeit auch über Jahrzehnte erhalten bleibt.

Ihr Kontakt zum ISE AG: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. oder +41 41 5 11 11 20

ISE AG opens open customs warehouse in Zurich/Embrach

 

Zoll Lager Embrach
Lucerne, June 26, 2024 – We are pleased to announce that, as of today, we are operating our own open customs warehouse in Embrach near Zurich.

In shared warehouses, individual storage units, and high-security vaults and rooms, we can store all types of metals and precious metals — provided they are non-toxic, non-flammable, and non-explosive.

We offer storage facilities both in closed bonded warehouses and open bonded warehouses. In closed bonded warehouses, the Swiss customs authorities record and regulate all goods and personnel entering and leaving. In open bonded warehouses, the warehouse operator reports all goods movements directly to customs.

Our closed bonded warehouse areas are GRASP-certified. With a distance of only 8 km from Zurich Airport (Kloten), our facilities are ideally located for convenient access. We are pleased to offer free transport between Kloten and Embrach as part of our customer service.

Safekeeping Receipts are issued directly by ISE AG, providing a direct reference to your documentation created by ISE AG. This ensures your documentation is complete and consistent.

Our storage facilities are open Monday to Thursday, from 8:00 a.m. to 5:00 p.m.

Comprehensive Logistics Services

As an additional service, we are now able to take care of your logistics needs worldwide.
No matter where your goods need to be collected or delivered, we are your reliable partner for specialized metal logistics.

We handle loading, import and export procedures, customs clearance, and storage.
If required, we can collect your goods, transport them to our facility, conduct inspections and sample taking, and return them to you afterwards.

At the end of the process, you will receive professionally recognized documentation, while your goods remain secure and within reach.

Metal Powder Reconditioning

In our own production facilities located directly next to our warehouse, we can recondition your metallic powders.
All metal powders share a common characteristic: after a certain time, they begin to oxidize and clump, which causes them to lose their original properties and value.

Metal powders stored in sealed containers under argon should be reprocessed every 10 years. Powders stored in sealed glass ampoules can last for several decades.

We are happy to advise you on how we can recondition your materials, enabling you to store them safely for another 10 years without concern.

Your Trusted Partner in Switzerland

The Institute for Rare Earths and Metals AG (ISE AG) in Switzerland is your reliable partner for metal transport, storage, analysis, evaluation, and reconditioning — ensuring that the value and integrity of your materials are preserved for decades to come.

Our Contact to ISE AG: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. or +41 41 5 11 11 20

Kupfer

Cu • Ordnungszahl 29

Kupfer

Kupfer ist ein Übergangsmetall, das als schwach reaktives Schwermetall zu den Halbedelmetallen gehört. Es ist relativ weich, gut formbar und zäh. Kupfer hat nach Silber die höchste elektrische Leitfähigkeit aller Metalle.

Kupfer ist daher der bevorzugte Werkstoff für Kabel, Leitungen und Rohre. Fast 70 Prozent des Kupfers werden in elektrischen Anwendungen verwendet.

Das wichtigste Abbauland für Kupfer ist Chile. Hier befindet sich die Escondida-Mine, ie größte Kupfermine der Welt, die von den Bergbaukonzernen BHP und Rio Tinto gemeinsam betrieben wird.

Das staatliche Unternehmen Codelco aus Chile ist mit zehn Prozent der weltweiten Förderung der führende Kupferproduzent.

China ist global führend in der Kupferraffination.

In der EU ist Kupfer als strategischer Rohstoff gelistet, obwohl es nicht die Grenzwerte erreicht. Dennoch wurde das Metall 2023 wegen seiner strategischen Bedeutung für die Elektrifizierung in die Liste aufgenommen.

  • Geschichte

    Seit mehr als zehntausend Jahren ist Kupfer in Gebrauch und hat die gesellschaftliche und technische Entwicklung maßgeblich geprägt.

    In der Prähistorie haben Menschen Kupfer in Reinform in der Natur entdeckt und daraus Werkzeuge geschlagen. Erste Metallverarbeitung fand 5500 bis 2200 v. Chr. im heutigen Irak, Iran und der Türkei statt. Ötzi, die in den österreichischen Alpen gefundene Mumie, war auch schon mit einem Kupferbeil ausgerüstet. Ab ca. 3000 v. Chr. beginnt die Bronzezeit. Durch Zugabe von Zinn wurde Kupfer härter, was die Waffenkunst revolutioniert. In Ägypten, Mesopotamien und China wurde Bronze außerdem für Werkzeuge, Schmuck und Münzen verwendet.

    Der lateinische Name für Kupfer „cuprum“ leitet sich von Zypern ab, das eine wichtige Handelsdrehscheibe für das Metall war.

    Mit der industriellen Revolution ab dem 18. Jahrhundert wurde Kupfer für Dampfmaschinen, Telegrafen, Generatoren und Motoren verwendet. Die Europäer beuteten dafür in ihren Kolonien Kupferminen aus.

    Bis heute ist Kupfer ein allgegenwärtiger Rohstoff der in Münzen, Elektro- und Stromkabeln bis in hochtechnologischen Anwendungen zu finden ist.

  • Verwendung

    Das wichtigste Einsatzgebiet von Kupfer ist in elektrischen Anwendungen, wohin fast 70 Prozent des Kupfers fließen. Es ist der bevorzugte Werkstoff in Übertragungskabeln und -leitungen der Stromindustrie. In der Elektronik ist Kupfer in Form von Kabeln, Steckern, Leiterplatten etc. allgegenwärtig.

    In der Bauindustrie spielt Kupfer in Rohren, Elektroinstallationen und Dachverkleidungen eine Rolle.

    Die Kupfernachfrage wird wegen der zunehmenden Elektrifizierung deutlich steigen. Wichtige Treiber sind die E-Mobilität — E-Autos enthalten etwa dreimal mehr Kupfer als Verbrenner — sowie Erneuerbare-Energien-Technololgien.

    Neben traditionellen Sektoren wie der Münzprägung spielt Kupfer auch in der Hochtechnologie eine wichtige Rolle. In Chips und Leiterplatten wird Kupfer für Transistoren verwendet. In Hochgeschwindigkeitsnetzwerke von Datenzentren sind Kupferkabel nicht wegzudenken und in Windkraft- und Photovoltaikanlagen ist Kupfer für Verkabelung, Generatoren und Transformatoren nötig.

    In Lithium-Ionen-Akkus werden zudem Kupferfolien verwendet.

  • Vorkommen, Abbau, Gewinnung

    Kupfermineralien lassen sich in sulfidische und oxidische Erze unterteilen, wobei Kupfer zu über 80 Prozent aus sulfidischen Erzen gewonnen wird. Chalkopyrit, ein Sulfidmineral, ist das am häufigsten vorkommende Kupfermineral, das etwa 34 Gewichtsprozent Kupfer enthält. Es ist die wichtigste Quelle der Kupferproduktion weltweit. Weitere wichtige Kupfermineralien sind Bornit, Chalkosin (Kupferglanz) und Malachit.

    Der Gewinnungsprozess hängt von der Erzart ab. Kupfer aus Sulfiden wird über Flotation, Schmelzen und Raffination gewonnen. Bei Oxiden ist nur Laugung und Elektrolyse nötig, was eine einfachere und energieeffizientere Verarbeitung erlaubt.

    Oft sind Kupferlagerstätten mit Gold und Silber vergesellschaftet.

    Ein Viertel der Weltproduktion kommt aus Chile, wo auch die größte Kupfermine der Welt liegt: Die Escondida-Mine in der Atacamawüste wird von den zwei größten Bergbaukonzernen BHP und Rio Tinto sowie der japanischen JECO betrieben. Eine große Herausforderung ist der hohe Wasserbedarf in einem der trockensten Gebiete der Welt. Dieser wird mitunter über Meerwasserentsalzungsanlagen gedeckt.

    Peru und die Demokratische Republik Kongo sind weitere wichtige Abbauländer. Die Minen sind meist im Besitz ausländischer Unternehmen.

    Ein wichtiger Player ist China. Jiangxi Copper ist der größte Kupferraffinierer der Welt. Chinesische Firmen kontrollieren zudem zahlreiche Abbaugebiete in Afrika und Südamerika.

    Größter Einzelproduzent ist die chilenische Codelco, allerdings kämpft das Staatsunternehmen mit sinkenden Erzgehalten. Freeport-McMoRan aus den USA betreibt in Indonesien gemeinsam mit der indonesischen Regierung den Kupfer-Gold-Tagebau Grasberg. BHP und Glencore sind weitere große Kupferproduzenten.

    Die globale Jahresproduktion von Kupfer beträgt etwa 27 Millionen Tonnen.

    Kupfer ist sehr gut wiederverwertbar und hat eine der höchsten Recyclingraten. Ungefähr ein Drittel des Kupferbedarfs wird mit Recycling abgedeckt. Ein der wichtigsten Kupferrecycler ist das deutsche Unternehmen Aurubis.

  • Substitution

    Aluminium ersetzt Kupfer in Autokühlern, Kühl- und Gefrierrohren, elektrischen Geräten und Stromkabeln.
    Glasfasern ersetzen Kupfer in Telekommunikationsanwendungen.
    Kunststoffe substituieren Kupfer in Abflussrohren, Sanitärarmaturen und Wasserleitungen.
    Titan und Stahl werden in Wärmetauschern statt Kupfer verwendet.

Neue chinesische Ausfuhrbeschränkungen für Seltene Erden unterstreichen die Notwendigkeit einer flexibleren EU-Politik

Am 15. August 2024 kündigte das chinesische Handelsministerium an, dass die Ausfuhrkontrollen für Antimon ab dem 15. September in Kraft treten würden. Dies ist die jüngste in einer Reihe von Exportbeschränkungen durch China, das den weltweiten Abbau und die Verarbeitung von Seltenen Erden dominiert.

Antimon wird bei der Herstellung von Flammschutzmitteln, Blei-Säure-Batterien und als Legierung zur Verstärkung anderer Metalle verwendet. Darüber hinaus hat Antimon eine Reihe von militärischen Anwendungen, darunter Nachtsichtgeräte, panzerbrechende Munition und die Herstellung von Kernwaffen. Auf China entfielen im Jahr 2023 48 % der weltweiten Antimonproduktion.

Die Preise für Antimon erreichten bereits Ende Juli 2024 mit über 22'000 USD pro Tonne  ein Allzeithoch, nachdem sie sich seit Jahresbeginn aufgrund der weltweiten Knappheit etwa verdoppelt hatten.


Die jüngste Ankündigung des chinesischen Handelsministeriums in Bezug auf Antimon hat auch in der globalen Lieferkette für Wolfram Erschütterungen ausgelöst. Wolfram ist für eine Reihe von militärischen Anwendungen unentbehrlich, extrem hart und hat den höchsten Schmelzpunkt aller Metalle. China dominiert derzeit den Exportmarkt für Wolfram und produziert etwa 80 % des weltweiten Angebots, Einige Experten sagen voraus, dass China bis Ende des Jahres, wenn nicht schon früher, Ausfuhrkontrollen für Wolfram einführen wird.

Sowohl Antimon als auch Wolfram sind in der EU-Liste der kritischen Rohstoffe aufgeführt, wobei Wolfram als strategischer Rohstoff gilt.

Rückblick auf die Exportbeschränkungen im Jahr 2023 
Vor etwas mehr als einem Jahr, am 1. August 2023, kündigte China Exportbeschränkungen für die Seltenen Erden Gallium (Ga) und Germanium (Ge) und hochwertigen Graphit (C) an, um „die nationale Sicherheit zu schützen“.

Zu den Anwendungsbereichen von Germanium und Gallium gehören Solarprodukte, Glasfaseroptik und Hochfrequenzchips für Mobiltelefone und Satelliten. Es sei daran erinnert, dass Pekings Exportkontrollen verhängt wurden, nachdem die USA beschlossen hatten, Chinas Zugang zu fortschrittlichen Halbleitern im Jahr 2023 zu beschränken.

USA erkennen Abhängigkeit von seltenen Erden als „nationalen Notfall“ an
Wie in einer früheren Ausgabe dieses Newsletters berichtet, reiste Mike Pompeo, Ex-CIA-Chef und Außenminister unter Präsident Donald Trump, im Juni 2023 nach Barcelona, um die Jahrestagung der Rare Earth Industry Association (REIA) zu eröffnen. Pompeo ist ein Sonderberater der USA Rare Earth (USARE). Im September 2020 rief Präsident Trump den nationalen Notstand wegen der „inakzeptablen Abhängigkeit der USA von kritischen Mineralien von ausländischen Gegnern“ aus – eine kaum verhüllte Anspielung auf China. Diese Politik wird von seinem Nachfolger, Präsident Joe Biden, fortgesetzt. Es wird das Risiko gesehen, dass China die Exporte kritischer Seltener Erden reduzieren oder einstellen könnte, wenn die Spannungen um die Krisenherde Taiwan oder das Südchinesische Meer zu einem offenen Konflikt eskalieren.

Antwort der EU: CRMA soll Auslandsabhängigkeit in einigen Bereichen verringern
Die Gefahr der Auslandsabhängigkeit wird auch in der EU erkannt. „Lithium und Seltene Erden werden bald wichtiger sein als Öl und Gas“, betonte die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, bei ihrer Rede zur Lage der Union im Jahr 2022. „Bis 2030 wird sich unser Bedarf an diesen Seltenerdmetallen verfünffachen“, sagte sie. „Infolgedessen erleben wir einen globalen Wettlauf um die Versorgung mit und das Recycling von kritischen Rohstoffen.“

Diesen starken Worten folgten Taten. Nach mehr als einem Jahrzehnt der Tatsachenfeststellung und Konsensbildung verabschiedete die EU den Critical Raw Materials Act (CRMA), der im Mai 2024 in Kraft trat. 

Das CRMA schreibt vor, dass bis 2030 10 % des jährlichen EU-Verbrauchs im Inland abgebaut, 40 % im Inland verarbeitet und 25 % aller Verarbeitungsabfälle und des Altmaterials im Inland recycelt werden müssen. Der Rechtsakt sieht auch vor, dass die EU nicht mehr als 65 % eines strategischen Rohstoffs aus einem einzigen Land beziehen darf.

Fanfare über große Entdeckung von Seltenen Erden in Norwegen
Die langfristige Strategie der CRMA stützt sich auf vier Säulen, von denen die erste der Bergbau ist. In den Medien gab es in letzter Zeit viel Aufregung zu diesem Thema. Im Juni 2024 gab Rare Earths Norway die Entdeckung der bisher größten Lagerstätte für Seltene Erden in Europa bekannt. Die Lagerstätte, der so genannte Fen-Karbonatit-Komplex, liegt an der Südspitze Norwegens auf dem Gelände eines erloschenen Vulkans.

Enthält wichtige Rohstoffe für Elektrofahrzeuge und Windturbinen
Gemessen nach den Richtlinien des Joint Ore Reserves Committee Code 2012 verfügt die Lagerstätte Fen über geschätzte 559 metrische Tonnen mit 1,57 % Seltenerdoxiden (TREO). Dies entspricht 8,8 metrischen Tonnen TREO mit „vernünftigen Aussichten für einen wirtschaftlichen Abbau“. Darin enthalten sind auch geschätzte 1,5 Tonnen magnetische Seltene Erden, die in Elektrofahrzeugen und Windturbinen verwendet werden.

Auch für die Lagerstätte Fen besteht weiteres Aufwärtspotenzial. Die aktuellen Schätzungen für die Seltenen Erden basieren auf Bohrungen in einer Tiefe von 468 Metern unter dem mittleren Meeresspiegel. Anerkannte geologische Quellen in Norwegen weisen darauf hin, dass die Lagerstätten bis zu 1'000 Meter unter dem Meeresspiegel reichen könnten.

Während das Ausmaß der Entdeckung bedeutsam ist, lautet die Schlüsselfrage, wie bald der Abbau in industriellem Maßstab beginnen kann und wie lange es dauern wird, bis ein signifikanter Beitrag zur Deckung des europäischen Bedarfs an seltenen Erden und Metallen geleistet werden kann.

Einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge könnte das Nicht-EU-Mitglied Norwegen bis 2031 (nur)10 % des EU-Bedarfs an Seltenen Erden decken.

Umsetzungshürden für andere Aspekte des CRMA
Neben der Betonung des Bergbaus in der CRMA gibt es drei weitere strategische Säulen: Verarbeitung, Recycling und Diversifizierung des Angebots. Bei der Umsetzung all dieser Säulen gibt es Herausforderungen.

Verarbeitung – Hauptziel des CRMA sind Seltene Erden wie Neodym, Praseodym, Dysprosium und Terbium, die für die Herstellung von Magneten benötigt werden, die in elektrischen Batterien und Windturbinen zum Einsatz kommen. Die Strategie hat jedoch ein großes Schlupfloch – die Einfuhr von in China hergestellten Fertigmagneten ist nicht betroffen.

Das Unternehmen Neo Performance Materials baut in Estland eine Fabrik für Dauermagnete, die in zwei bis drei Jahren 2'000 Tonnen pro Jahr produzieren soll – genug Magnete, um etwa 1,5 Millionen Elektrofahrzeuge anzutreiben. Neo schätzt, dass seine Magnete etwa 20 bis 50 USD pro Fahrzeug mehr kosten würden als importierte Magnete aus China. Es ist nicht sofort klar, ob die Hersteller bereit sind, diese Mehrkosten zu tragen.

Recycling – Nach Angaben von Adamas Intelligence wurden im Jahr 2023 in Europa fast 21'000 Tonnen Dauermagnete in Mobiltelefonen, Festplattenlaufwerken, Traktionsmotoren für Elektrofahrzeuge, Windkraftgeneratoren, MRT-Geräten und Hunderten von anderen Anwendungen entsorgt. Von dieser Menge wird derzeit weniger als 1 % pro Jahr recycelt. Es liegt also noch ein langer Weg vor uns, bis das Recycling dazu beiträgt, die Abhängigkeit vom Ausland von Seltenen Erden zu verringern.

Diversifizierung des Angebots – Die entscheidende Frage ist, wie schnell alternative Angebote gefunden werden können. Die Diversifizierung erfordert eine sorgfältige Prüfung. Die Demokratische Republik Kongo zum Beispiel, die 70 % des weltweiten Kobaltangebots exportiert, ist ein instabiles Land, das die Versorgung gefährden könnte. Darüber hinaus besitzt China 70 % der Minen in der Demokratischen Republik Kongo.

Braucht die CRMA eine agilere fünfte Säule? Wie oben beschrieben, gibt es erhebliche Hindernisse für die Umsetzung der ersten vier Säulen des CRMA. Ein weiteres Problem ist der Zeitrahmen – 2030 ist noch mehr als fünf Jahre entfernt. Die jüngste Entscheidung Chinas, die Ausfuhr des Seltenerdmetalls Antimon innerhalb weniger Wochen zu stoppen, und die Vorhersage weiterer Beschränkungen in der Zukunft unterstreichen die Notwendigkeit, sich viel schneller an die Entwicklungen außerhalb der EU anzupassen. 

 

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Zu diesem Zweck ist es vielleicht an der Zeit, über eine fünfte Säule des CRMA nachzudenken. Diese würde zwei Schlüsselelemente umfassen: Erstens, ein Beratungsgremium für EU-Entscheidungsträger, das sich aus Experten aus Wirtschaft, Forschungsinstituten und Regierung zusammensetzt. Dieses Gremium würde sowohl rasante Entwicklungen als auch längerfristige Trends beobachten und konkrete Empfehlungen aussprechen. Zweitens, die Schaffung und Pflege einer strategischen EU-Reserve an Seltenen Erden. Dazu könnten gezielte Marktinterventionen für kritische Rohstoffe gehören, die sich zum Teil auf die Empfehlungen des Beirats stützen.

Es liegt auf der Hand, dass die Schaffung und Finanzierung einer solchen Säule zur Ergänzung der bestehenden Strategie der CRMA viel Arbeit erfordern würde. Der Autor hofft, dass dieser Artikel weitere Diskussionen und Fortschritte zu diesem wichtigen Thema anregen kann.

Schlussfolgerung: Zeit für ein verstärktes Bewusstsein für die Dringlichkeit
Das EU-Gesetz über kritische Rohstoffe ist ein wichtiger Schritt nach vorne, um Europa vor einer gefährlichen Abhängigkeit von anderen Nationen bei Rohstoffen zu schützen. Wie oben dargelegt, gibt es jedoch Herausforderungen bei der Umsetzung der CRMA. Der Zeitrahmen bis 2030 wird auch durch die zunehmende Geschwindigkeit und den Umfang der Exportbeschränkungen aus China in Frage gestellt. Kurzum, passen wir uns schnell genug an das sich verändernde äußere Umfeld an, um die technologische und industrielle Zukunft Europas zu sichern?

ISE AG – August 2024

New Chinese export restrictions on rare earths underscore the need for a more flexible EU policy

On August 15, 2024, China’s Ministry of Commerce announced that export controls on antimony would take effect on September 15. This is the latest in a series of export restrictions by China, which dominates global mining and processing of rare earth elements.

Antimony is used in the production of flame retardants, lead-acid batteries, and as an alloy to strengthen other metals. It also has a range of military applications, including night vision devices, armor-piercing ammunition, and nuclear weapons production. China accounted for 48% of global antimony production in 2023.

Prices for antimony had already reached an all-time high of over USD 22,000 per tonne at the end of July 2024, having roughly doubled since the start of the year due to global shortages.

Concerns about tungsten supply

The recent announcement by China’s Ministry of Commerce regarding antimony has also sent shockwaves through the global tungsten supply chain. Tungsten is indispensable for a range of military applications, is extremely hard, and has the highest melting point of all metals. China currently dominates the export market for tungsten, producing about 80% of global supply. Some experts predict that China may introduce export controls on tungsten by the end of the year, if not sooner.

Both antimony and tungsten are included in the EU’s list of critical raw materials, with tungsten classified as a strategic raw material.

Background: China’s export restrictions in 2023

Just over a year earlier, on August 1, 2023, China announced export restrictions on the rare earth elements gallium (Ga) and germanium (Ge), and on high-grade graphite (C), citing “national security” reasons.

Germanium and gallium are used in solar products, fiber optics, and high-frequency chips for mobile phones and satellites. It should be recalled that Beijing imposed these export controls after the United States decided in 2023 to restrict China’s access to advanced semiconductors.

U.S. recognizes dependence on rare earths as a “national emergency”

As reported in a previous edition of this newsletter, former CIA Director and Secretary of State under President Donald Trump, Mike Pompeo, traveled to Barcelona in June 2023 to open the annual meeting of the Rare Earth Industry Association (REIA). Pompeo serves as a special adviser to USA Rare Earth (USARE). In September 2020, President Trump declared a national emergency over the “unacceptable dependence of the United States on critical minerals from foreign adversaries” — a thinly veiled reference to China. His successor, President Joe Biden, has continued this policy. There is concern that China could reduce or halt exports of critical rare earths if tensions over Taiwan or the South China Sea escalate into open conflict.

EU response: CRMA aims to reduce foreign dependence

The EU has also recognized the dangers of foreign dependence. “Lithium and rare earths will soon be more important than oil and gas,” emphasized European Commission President Ursula von der Leyen in her 2022 State of the Union address. “By 2030, our demand for these rare earth metals will increase fivefold,” she said. “As a result, we are witnessing a global race for the supply and recycling of critical raw materials.”

Strong words were followed by action. After more than a decade of study and consensus-building, the EU adopted the Critical Raw Materials Act (CRMA), which entered into force in May 2024.

The CRMA stipulates that by 2030, 10% of the EU’s annual consumption must be mined domestically, 40% processed domestically, and 25% of processing waste and end-of-life materials recycled domestically. The law also states that the EU must not source more than 65% of any strategic raw material from a single country.

Excitement over major rare earth discovery in Norway

The long-term CRMA strategy rests on four pillars, the first of which is mining. There has been a lot of media excitement about this recently. In June 2024, Rare Earths Norway announced the discovery of the largest known rare earth deposit in Europe. The deposit, known as the Fen Carbonatite Complex, is located at the southern tip of Norway on the site of an extinct volcano.

Contains key materials for electric vehicles and wind turbines

According to the 2012 Joint Ore Reserves Committee (JORC) Code, the Fen deposit is estimated to contain 559 metric tonnes with 1.57% total rare earth oxides (TREO) — equivalent to 8.8 metric tonnes of TREO with “reasonable prospects for economic extraction.” It also includes an estimated 1.5 tonnes of magnetic rare earths, which are used in electric vehicles and wind turbines.

There is also further upside potential. Current estimates for the rare earths are based on drilling down to 468 meters below mean sea level, while Norwegian geological sources suggest the deposits may extend to 1,000 meters below sea level.

While the scale of the discovery is significant, the key question remains how soon industrial-scale mining can begin and how long it will take before the deposit makes a meaningful contribution to Europe’s demand for rare earths and metals.

According to a Reuters report, non-EU member Norway could supply only about 10% of the EU’s rare earth demand by 2031.

Implementation challenges for other aspects of the CRMA

Besides mining, the CRMA has three other strategic pillars: processingrecycling, and supply diversification. There are challenges in implementing all of them.

Processing

The CRMA primarily targets rare earths such as neodymium, praseodymium, dysprosium, and terbium, which are used to produce magnets for electric batteries and wind turbines. However, there is a major loophole — imports of finished magnets made in China are not covered.

The company Neo Performance Materials is building a permanent magnet factory in Estonia that, within two to three years, is expected to produce 2,000 tonnes per year — enough magnets for about 1.5 million electric vehicles. Neo estimates its magnets would cost USD 20–50 more per vehicle than imported Chinese magnets. It remains unclear whether manufacturers are willing to bear these additional costs.

Recycling

According to Adamas Intelligence, in 2023 nearly 21,000 tonnes of permanent magnets were discarded in Europe — found in mobile phones, hard drives, electric vehicle traction motors, wind turbines, MRI machines, and hundreds of other applications. Currently, less than 1% of this amount is recycled annually. There is therefore still a long way to go before recycling meaningfully reduces foreign dependence on rare earths.

Supply diversification

The key question is how quickly alternative sources can be developed. Diversification requires careful consideration. For example, the Democratic Republic of the Congo, which exports 70% of the world’s cobalt supply, is politically unstable and poses a supply risk. Moreover, China owns 70% of the mines in the DRC.

Does the CRMA need a more agile fifth pillar?

As described above, there are significant obstacles to implementing the CRMA’s four main pillars. Another problem is timing — 2030 is still more than five years away. China’s recent decision to halt exports of the rare metal antimony within a matter of weeks — and predictions of further restrictions ahead — highlight the need for Europe to adapt much more rapidly to developments outside the EU.

 

 


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For this purpose, it may be time to consider a fifth pillar of the CRMA. This would include two key elements:

First, an advisory body for EU policymakers, composed of experts from industry, research institutions, and government. This body would monitor both rapid developments and longer-term trends and issue concrete recommendations.

Second, the creation and maintenance of a strategic EU reserve of rare earths. This could involve targeted market interventions for critical raw materials, partly based on the advisory board’s recommendations.

It is clear that establishing and financing such a pillar to complement the existing CRMA strategy would require substantial effort. The author hopes that this article can stimulate further discussion and progress on this important issue.

Conclusion: Time for greater awareness of urgency

The EU’s Critical Raw Materials Act represents an important step forward in protecting Europe from dangerous dependence on other nations for essential raw materials. However, as outlined above, there are challenges in implementing the CRMA. The 2030 timeline is also called into question by the increasing speed and scope of China’s export restrictions.

In short: Are we adapting quickly enough to the changing external environment to secure Europe’s technological and industrial future?

ISE AG – August 2024

Rare earths: China firmly in the saddle despite millions invested by the Pentagon

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THE MOST IMPORTANT MINES IN PRODUCTION 2023 - Quelle: ISE AG 

CHINA STRICTLY GUARDS ITS DOMINANT POSITION IN RARE EARTH METALS AND THE MANUFACTURE OF PERMANENT MAGNETS, WHICH ARE RELEVANT FOR CLIMATOLOGY AND THE MILITARY. AN ASIA EXPERT WARNS THAT CHINA IS EXERCISING INFLUENCE OVER THE STILL BARELY EXISTING WESTERN INDUSTRY THROUGH HIDDEN CONNECTIONS.

Mike Pompeo Opens Rare Earth Industry Congress in Barcelona

At the end of June, Mike Pompeo traveled to Barcelona — not to admire the artistic works of Antoni Gaudí, but to open the annual congress of the Rare Earth Industry Association (REIA). The former CIA director now serves as special advisor to USA Rare Earth (USARE). Previously, he was Secretary of State under Donald Trump, who in September 2020 declared a national emergency, citing the “unacceptable dependence of the United States on foreign adversaries for critical minerals” — meaning China — as an “extraordinary threat.”

Although Trump is no longer president, his critical minerals policy is being continued by his successor, Joe Biden. Of the 35 materials deemed critical to the United States, the rare earth elements stand out most. These are also considered critical by the European Union. But why all the fuss over this group of 17 elements, usually found in tiny amounts in speakers, screens, glass, alloys, and hard drives? The reason is that, with the massive expansion of climate technologies, demand for rare earths is expected to increase exponentially — particularly for permanent magnets, which are essential components of electric vehicles and wind turbines.

Dangerous Dependence on China

China controls the global supply chain for rare earth mining and processing, right up to the production of permanent magnets. This dominance has become a growing problem for Western countries, as China frequently restricts exports— most recently in spring, in retaliation for export bans on semiconductor technologies imposed by the U.S., Japan, and several EU states. China has since also tightened export restrictions on gallium and germanium. (We will report on this in detail separately.)

This dependence is particularly frustrating for the United States. Until the 1980s, the U.S. was the world’s leading producer of rare earths. “But China pursued an aggressive economic policy, flooding the global market with rare earths to drive out competitors,” Trump’s 2020 decree stated. Today, the U.S. imports about 80% of its rare earths from China.

Even the know-how for permanent magnets originally came from the United States — and is now being painfully rebuilt after decades of outsourcing to China. One company working on this is Pompeo’s USA Rare Earth (USARE), which aims to establish a fully integrated production chain — from mining to finished permanent magnets — in Texas.

Tesla Moves Away from Rare Earths

Despite U.S. and EU efforts to regain control over rare earth production and downstream industries, more and more manufacturers are moving away from permanent-magnet-based electric motors. The reasons include extreme price volatilitypotential shortages, and the environmental damage caused by mining.

BMW, for instance, has eliminated neodymium-iron-boron magnets from its fifth-generation electric motorsNissanand Renault plan to reduce the share of motors using permanent magnets. Tesla, the market leader in electric vehicles, has gone even further — its next generation of electric motors will contain no rare earths at all.

In the wind energy sector, turbines using permanent magnets still make up only a small share of Germany’s installed capacity. However, in the offshore segment — where durability and efficiency are paramount — magnet-based modelsare gaining ground. Which generator type will ultimately dominate remains uncertain, but raw material security has become a major concern. Notably, German manufacturers of permanent magnets have recently scaled back their activities — with Enercon, the leading producer of onshore wind turbines, being a rare exception. These developments show that climate technologies are not necessarily guaranteed demand drivers for rare earth elements.

Neither Clean nor Transparent

Both the wind and electric vehicle industries promote an image of clean energy and mobility. Yet, the extraction of rare earths and the production of permanent magnets are often neither clean nor transparent. The origin of rare earth elements used in magnets cannot be reliably traced.

China’s monopoly over rare earths was built in part on decades of weak environmental standards, which made its products unbeatably cheap. The environmental hazards include the release of radioactive substances such as thorium and uranium, and highly polluting mining methods, especially for heavy rare earth elements.

Thousands of Toxic Ponds in Burma’s Conflict Zones

Across the southeastern Chinese province of Jiangxi, the landscape is dotted with thousands of small, round ponds filled with toxic water — remnants of the chemical leaching used to extract rare earths. Ammonium sulfate and ammonium chloride were injected directly into the ground to dissolve the desired materials. Environmental rehabilitation could take up to 100 years, with cleanup costs estimated by the Chinese government at USD 5.5 billion.

Since 2016, the Chinese government has tried to get these environmental problems under control — closing mines, curbing production, and cracking down on illegal operations. Yet, as domestic output decreasedglobal demand did not. To maintain its refinery capacity and export dominance, China began sourcing raw materials from neighboring Myanmar (Burma). Within a few years, Myanmar has become one of the world’s largest rare earth producers, with militias linked to the country’s military regime partnering with Chinese companies to control the mines.

In March 2022, the NGO Global Witness used satellite imagery to identify 300 mining sites containing 2,700 chemical leaching ponds in Myanmar. The resulting environmental destruction and human impact have been catastrophic.

Pentagon Invests Millions

Both the U.S. and the EU have recently elevated raw materials policy to the top of their political agendas. However, while the EU frames the issue in terms of the climate transition, the U.S. approach is driven by national security concerns.

To rebuild domestic rare earth production and processing, the U.S. government — through the Pentagon — has already committed over USD 100 million in public investment. The military’s interest is clear: fighter jets and nuclear submarines require large quantities of rare earths. An F-35 jet contains about 420 kilograms, while each Virginia-class nuclear submarine — five of which Australia ordered from the U.S. last year — uses more than four metric tons.

Even before Trump’s 2020 policy push, the U.S. company MP Materials had reopened the Mountain Pass mine in 2017. However, U.S. independence from China remains far off: in the first three quarters of 2022, nearly all of MP Materials’ revenue came from sales to Shenghe Resources, a semi-state-owned Chinese company that is also a minority shareholder in the U.S. firm.

China thus dominates the rare earth industry not only as a seller but also as a buyer. As Andy Mok of the Center for China and Globalization told, “What’s unique about this industry is China’s presence at every step of the value chain, which makes it extremely difficult for other countries to enter.”

Despite this, the Pentagon has granted MP Materials USD 35 million to build a separation facility for heavy rare earths — even though the company remains partly Chinese-owned.

Would you like me to make this sound more like a professional magazine article (e.g., orstyle) while keeping the same information?

 

RARE EARTH METALS - APPLICATIONS OF PERMANENT MAGNETS. SOURCE: ISE AG

 Separation Plants in Texas

Lynas Rare Earths is one of the few rare earth producers outside China. The company operates a mine in Mount Weld, Western Australia, and a separation plant for light rare earths in Malaysia. However, due to radioactive waste generated during the separation process, Malaysia has threatened to revoke the plant’s operating license. Lynas is preparing to shift operations to a new facility in Australia, which is almost complete.

In addition, Lynas — in partnership with U.S. chemical company Blue Line — is building its first heavy rare earth separation plant in Texas, supported by $120 million in funding from the Pentagon. Lynas is also receiving $30 million for another light rare earth separation facility in Texas.

Meanwhile, the Chinese government closely guards its monopoly over the rare earth market, built up over decades. Western efforts to regain control over rare earths have not gone unanswered. In 2009, the state-owned China Nonferrous Metal Mining Group attempted to acquire a majority stake in Lynas — a deal that was blocked by Australian authorities.

Today, according to the U.S. Department of Defense, Chinese actors are also engaging in disinformation campaigns. A hacker group called Dragonbridge, allegedly linked to Beijing, is said to have spread negative narratives about Lynas online.

In 1992, Chinese Party Secretary Deng Xiaoping famously declared, “The Middle East has oil; China has rare earths.” The long-term goal of the Communist Party has been to transition from a raw material supplier to a technological leader. Three years later, two state-owned Chinese firms, with help from the U.S. Sextant Group, acquired Magnaquench, the only American producer of permanent magnets, previously owned by General Motors. This gave China access to crucial patents.

Despite prior agreements, the new Chinese owners shut down all U.S. operations by 2000. Today, China controls over 90% of the global permanent magnet industry. According to Asia expert Frank Jüris from the Estonian Foreign Policy Institute, the close ties between China’s political leadership and industry are striking: one of the executives involved in the Magnaquench takeover was Zhang Hong, Deng Xiaoping’s son-in-law.

Hidden Connections with China

The second notable rare earth separation facility outside China is located in EstoniaSilmet, a remnant of the Soviet era, is now owned by Neo Performance Materials (Neo), a Canadian-listed company. Neo plans to expand the facilityand begin permanent magnet production.

Silmet previously belonged to Molycorp, founded in 2008 with the goal of rebuilding the entire U.S. rare earth supply chain — from mining to magnet manufacturing. Molycorp revived the Mountain Pass mine and repurchased Magnaquench from the Chinese. However, Molycorp collapsed in 2015 after China flooded the market with cheap rare earths, causing a price crash. The company went bankrupt, and Neo acquired Magnaquench and Silmet from the liquidation.

Jüris points out that both MP Materials and Neo are deeply intertwined with China. Neo’s majority owner, Tattarang(which is linked to Fortescue Metals Group), has longstanding business ties with China. Moreover, the fact that Neo is the only Western company allowed to process rare earths in China further underscores its close relationship with the Communist Party.

Additionally, Magnaquench’s R&D division is headed by Chen Zhongmin, who previously worked for companies connected to the Chinese military. Jüris warns that through such relationships, Beijing could theoretically exert influence over Western industry — unless strict regulatory safeguards are put in place.

Scandinavia Advances a China-Independent Supply Chain

At the beginning of the year, LKAB, Sweden’s state-owned iron ore company, made headlines by announcing the largest known rare earth deposit in the European Union. Since iron ore will remain its main extraction product, this makes rare earth mining less vulnerable to volatile global prices, according to Bo Krogvig, LKAB’s special adviser, in an interview with Tagesspiegel Background.

To separate the rare earths, LKAB acquired a majority stake in Norwegian company REEtec, which plans to launch its first separation plant in 2024. The ore will come from Vital Metals in Canada. A second plant, dedicated to LKAB, is expected to begin operations in 2026, although LKAB does not anticipate rare earth extraction in Kiruna before 2030.

REEtec is partly funded by Mercuria, in which the U.S. government also holds an interest. The German automotive supplier Schaeffler has reportedly signed a supply agreement with REEtec, according to Reuters. This could mark the first entirely China-independent rare earth value chain.

However, many experts remain skeptical. Since China still produces more than 90% of the world’s permanent magnets, it will likely remain the key buyer of rare earth oxides for the foreseeable future.

Rare Earths: EU Relies on Unprofitable Mines

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KIIRUNAVAARA (NORTH SAMIC: GIRONVÁRRI, MEÄNKIELI: KIERUNAVAARA) IS A MOUNTAIN IN THE MUNICIPALITY OF KIRUNA IN THE DISTRICT OF NORRBOTTEN, SWEDEN. IT CONTAINS ONE OF THE LARGEST AND RICHEST IRON ORE DEPOSITS IN THE WORLD.

In its haste to become independent from China for critical raw materials, the EU has agreed on a Raw Materials Act in record time.

The goal is to secure access to these coveted resources through partnerships with third countries, a stronger circular economy, and increased domestic extraction of critical raw materials within the EU. By 2030, domestic mining is expected to expand significantly, covering at least ten percent of the EU’s demand. According to Jan Moström, CEO of the state-owned Swedish iron ore company LKAB, the EU regulation could be a “game changer.” In 2023, LKAB made headlines when it revealed the discovery of rare earth deposits in Kiruna, Sweden.

Rare Earths as an Example

The case of rare earth elements (REEs)—a group of 17 elements on the periodic table that are critical for green technologies as well as military applications—illustrates how difficult it is for the EU to break China’s dominance in this field, even with targeted legislation. It also raises the question of whether the EU’s Raw Materials Act is truly the right strategy.

According to Eurostat, in 2022 the EU imported 18,000 tonnes of rare earths:

  • 40% came from China,
  • 31% from Malaysia, and
  • 25% from Russia.
    The U.S. and Japan each supplied about 2%.

The EU’s dependency is even more striking when it comes to permanent magnets, where 83% of imports come from China. In 2023, the EU imported around 25,000 tonnes of permanent magnets from China.

Small EU Deposits

According to Investing News Network, global rare earth production in 2022 totaled 300,000 tonnes, with China accounting for 210,000 tonnes. The United States ranks second, producing 43,000 tonnes from its reopened Mountain Pass Mine in California (operational since 2018). Australia is third with 18,000 tonnes, although its production dropped by a quarter compared to the previous year.

Another key player in global REE supply is Myanmar, a country torn by civil war. Although data are scarce, it is well established that Myanmar is a crucial supplier—particularly of heavy rare earths—to China. Other producers include Thailand, Vietnam, India, Russia, Madagascar, and Brazil. Brazil is said to hold the third-largest reserves in the world, at about 21 million tonnes.

In comparison, the Per Geijer deposit in Kiruna, Sweden, seems minuscule. With an estimated 1.3 million tonnes, LKAB nevertheless promotes Per Geijer as Europe’s largest rare earth deposit. However, experts such as Alastair Neillfrom the Critical Minerals Institute / ISE AG believe mining there is unrealistic, given the currently known rare earth content of only 0.18%.

“At such a low grade, only lateritic clays are worth mining. Any other mineralization is uneconomical,” Neill explained.

Moström emphasized in January that further exploration of the deposit is required—a process that will take years. Nevertheless, LKAB claims that Per Geijer could meet a significant portion of the EU’s demand for rare earths needed to produce permanent magnets for electric vehicles and wind turbines.

LKAB Seeks Faster Permits

Despite the currently unpromising economics of rare earth mining, LKAB’s CEO Moström suggested applying for strategic project status under the new EU law.

“If it’s classified as a strategic project, the process will move much faster,” Moström told Mining.com.

According to LKAB, mining rare earths under current Swedish permitting rules would take 10 to 15 years, meaning production could not begin before 2033 at the earliest.

The new EU regulation allows companies to apply for “strategic project” designation. A special EU panel—composed of representatives from the European Commission and member states—will select these strategic projects. Once approved, they will benefit from faster permitting procedures and easier access to financing.

On the ground in Kiruna, however, the Sámi—Europe’s only recognized Indigenous people—have voiced strong opposition to LKAB’s plans. Sámi reindeer herders have struggled for over a century with the environmental and cultural impacts of iron ore mining, which threatens their traditional way of life.

They suspect that LKAB’s true aim is to expand iron ore extraction, using rare earths as a political and regulatory argument to accelerate permits. LKAB does not deny that iron ore remains its primary focus, with rare earths expected only as a by-product.
By emphasizing iron ore, the company says it avoids exposure to the volatile global rare earth market, which suffers from unstable prices.

China Snatches Rare Earths Away from the EU

To strengthen its entry into the rare earth business, LKAB acquired a majority stake in Norwegian company REEtec in November 2022. The startup claims its separation technology produces up to 90% less CO₂ and is significantly more environmentally friendly than conventional processing methods.

REEtec—partly backed by the U.S. government through Techmet-Mercuria—currently operates a pilot plant in Herøya, southern Norway.

Within the EU’s Horizon 2020 research funding program, REEtec developed a process to extract and refine rare earths from apatite ores supplied by the Norwegian fertilizer company Yara. Between 2018 and 2022, REEtec received €2.8 million in EU funding, while Yara received €3.5 million.

In the second half of 2024, REEtec plans to launch its first industrial-scale facility, but without Yara’s apatite ores. An alternative supplier was to be Vital Metals of Australia—however, that option has also collapsed. The company, facing financial troubles, halted its operations in Canada in April 2025.

In mid-December, it was announced that Shenghe Resources from China had acquired a 9.99% stake in Vital Metals and purchased all rare earths produced to date.

As a result, REEtec now appears to be without a supplier, and the West’s effort to free itself from Chinese dominance in the rare earth sector has suffered yet another major setback.

 
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Poor Prospects for Norra Kärr

In Sweden, there is another rare earth deposit called Norra Kärr, whose quality is considered higher than that of Kiruna. However, the challenge here lies in the mineral composition: the rare earth elements are embedded in eudialyte, a mineral from which rare earths have never been commercially extracted.

Nevertheless, Eric Krafft, CEO of Leading Edge Materials, the Canadian company that holds the concession for Norra Kärr, announced his intention to apply for EU strategic project status for the venture.

If, one day, rare earths are actually mined within the EU, another question arises: Who will buy them?
At present, no permanent magnets are produced in the EU. The result is paradoxical — China would likely become the main customer for EU-mined rare earths, since it is not only the largest producer but also the largest consumer of rare earths in the world.

Neo Performance Materials: First EU Magnet Production

There is, however, some hope in Neo Performance Materials, a Canadian company currently building a permanent magnet production plant in Narva, Estonia. The groundbreaking ceremony took place in summer 2023, and production is scheduled to start in 2025 with an annual capacity of 2,000 tonnes, later increasing to 5,000 tonnes per year — enough for around 4.5 million electric vehicles.

With Neo’s project, the EU could reduce its heavy dependence on China for permanent magnets by about 25%.

Neo Performance Materials already operates a rare earth separation facility in a former Soviet-era plant in Sillamäe, Estonia, processing material that comes, among other sources, from the United States. The company also plans to produce magnets from recycled materials, including used magnets and industrial scrap, aiming to establish Europe’s first “mine-to-magnets” supply chain.

Scandium: From Soviet secret to Chinese monopoly

DUE TO THE POTENTIALLY HIGH DEMAND FOR CLIMATE TECHNOLOGIES SUCH AS THE HYDROGEN INDUSTRY, THE WEST IS STRIVING TO PRODUCE ITS OWN SUPPLY OF THIS EXPENSIVE RARE EARTH METAL. THE AEROSPACE AND AUTOMOTIVE INDUSTRIES COULD BENEFIT FROM A SECURE AND AFFORDABLE SUPPLY OF SCANDIUM.

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One Week Ago: Second Trialogue Meeting in Brussels on the Critical Raw Materials Act

A week ago, the second trilogue meeting on the Critical Raw Materials Act took place in Brussels — the law designed to secure European industry’s access to critical metals. In today’s highly tense geopolitical climate, Europe’s dependence on just a handful of countries poses a significant risk to its economy.

China, in particular, controls both the extraction and processing of many critical and strategic metals, while Russia also plays a dominant role in the raw materials sector. That China is using its monopoly strategically has become evident through its export controls on the technology metals gallium and germanium (see Institut für Seltene Erden).

Now, China has expanded export restrictions to include graphite, the main component of electric vehicle batteries(lithium-ion accumulators).

Scandium: Another Possible Target for Export Controls

According to Alastair Neill from the Critical Minerals Institutescandium could be the next metal subject to Chinese export restrictions.

Despite being relatively common in the Earth’s crust, scandium rarely occurs in concentrated form, which makes dedicated mining uneconomical. Instead, it is typically recovered as a by-product of cobalt, nickel, titanium, uranium, or zirconium mining.

Scandium Production in China: A Black Box

Like gallium and germanium, scandium is a niche metal with a very small global market. Only a few countries supply it — China, Russia, Kazakhstan, and, before the outbreak of war in 2022, Ukraine — producing an estimated 15 to 25 tonnes per year, according to the U.S. Geological Survey (USGS).

Precise figures are unavailable; the market is too small and its uses too fragmented, according to a report from the U.S. International Trade Administration. The actual production volume in China is unknown, particularly for scandium produced for domestic consumption rather than export.

Russia is also believed to still possess Cold War-era stockpiles. What is certain, however, is that China dominates the scandium market.

Aluminum–Scandium: Weight Reduction for Aerospace

Scandium has long been considered highly attractive for industry, with experts predicting a boom for years — yet it has not materialized.

When used as an alloying element in aluminum, even in small quantities (about 0.2%), scandium allows welding instead of riveting of aluminum parts. This enables weight reductions of 10–15%, which is particularly valuable in the aerospace industry, where every kilogram saved translates into hundreds of liters of fuel and significant cost savings.

However, scandium’s high price and supply risks have discouraged major manufacturers such as Airbus from adopting it.

According to data from the Institute for Rare Earths and Metals AG (ISE AG):

  • Scandium oxide (99.99%): €654.60 (EXW China)
  • Scandium metal (99.999%): €5,260 (EXW China)

Market analysts describe the situation as a “chicken-and-egg problem”: because supply is too limited and unreliable, industrial demand remains low — and vice versa.

A Soviet Secret

Scandium’s unique properties — enhancing strength, flexibility, heat resistance, and corrosion protection — made it a closely guarded secret in the Soviet Union during the Cold War.

As early as the 1950s, Soviet researchers discovered scandium’s ability to improve aluminum alloys. It was first used in the MiG-29 fighter jets, and until the 1990s, the Soviet Union was the world’s largest scandium producer, primarily recovering the metal from uranium mines.

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Rusal ist Marktführer

Auch heute noch ist Russland in Sachen Scandium ein bedeutender Player und dies nicht nur was die Gewinnung angeht. Dem Aluminiumkonzern Rusal ist es als erstem Hersteller gelungen, Scandiumoxid wirtschaftlich aus Rotschlämmen zu gewinnen. Rusal ist auch Pionier bei der Entwicklung von Scandium-Aluminium-Technologien. Laut Maven Research ist der drittgrößte Aluminiumhersteller, dessen schillernder Begründer Oleg Deripaska auf westlichen Sanktionslisten gelistet ist, gar Marktführer für Scandium-Aluminium-Produkte. Auch der Konzern selbst kam 2018 auf die US-Sanktionsliste, wurde nach Umstrukturierungen der Eigentümerschaft Anfang 2019 aber wieder entfernt.

Der Konzern muss wegen Russlands Krieg gegen die Ukraine weiterhin mit Sanktionen rechnen, auch wenn sich Metallhändler und Banken auf der Londoner Metallbörse LME seit kurzem wieder kräftig mit russischem Aluminium eindecken. Viele westliche Unternehmen vermeiden aber auch ohne Sanktionen Geschäfte mit Rusal. Das Unternehmen wendet sich daher verstärkt asiatischen Märkten zu und hat dabei Chinas E-Autoindustrie im Visier, deren Hunger nach CO2-reduziertem Aluminium kräftig wächst.

Scandium in Elektrolyt

Der aktuell größte Einzelabnehmer von russischem Scandium kommt jedoch aus einer ganz anderen Ecke: der kalifornische Brennstoffzellenhersteller Bloom Energy setzt das Element dem Elektrolyt in seinen Festoxidbrennstoffzellen bei. Verwendet wird Scandium in geringen Mengen auch in der Sportartikelbranche, wo es in Fahrradrahmen, Lacrosse- und Baseballschläger stärkt. Auch in Kleinschusswaffen wird es verbaut. Das größte Potenzial für Scandium sehen Marktbeobachter jedoch in der Autoindustrie, die bislang eben wegen der hohen Kosten und des mangelnden Angebots die Finger von Aluminium-Scandium-Legierungen ließ. 

Deutschland: Nachfrage aus der Wasserstoffindustrie

Auch für die Wasserstoffindustrie könnte das Metall wichtig werden. Grün, also mit erneuerbaren Energien, hergestellter Wasserstoff macht derzeit weniger als ein Prozent (40 Terawattstunden) der weltweiten Produktion aus. Die Nachfrage wird künftig extrem steigen. Laut einer Studie der Deutschen Rohstoffagentur (Dera) gehört die Zukunft der grünen Wasserstofferzeugung mittels Wasserelektrolyse, bei der das Gas aus Wasser hergestellt wird. Demnach seien heute drei Elektrolysetechnologien von Bedeutung, von denen die Alkalische Elektrolyse und zu weiten Teilen die Polymerelektrytmembran-Eletrolyse in einem technisch ausgereiften Zustand sind. Die Festkörperoxid-Elektrolyse befindet sich gerade im Übergang zwischen Forschung und industrieller Anwendung.

Allein bei letzterer kommt Scandium zum Einsatz: Der Festelektrolyt besteht entweder aus einem Yttriumdotierten  oder einem Scandium-dotierten Zirkoniumdioxid. Die Vorteile des Scandium-dotierten Materials sind laut Dera die bessere Leitfähigkeit und die höhere Stabilität bei niedrigeren Betriebstemperaturen. Für Scandium sagt die Dera-Studie in einem nachhaltigem Zukunftsszenario bis zum Jahr 2040 einen Bedarfsanstieg auf 24 Tonnen, also das 2,7-fache der Produktion von 2018 (7 Tonnen), voraus.

Rio Tinto setzt auf Scandium

Seit einigen Jahren bemüht sich eine Reihe westlicher Firmen darum, Abbau und Herstellung von Scandium in die eigene Hand zu nehmen. Das könnte ein Zeichen für einen Durchbruch in einigen Jahren hinweisen. Riotinto, ein Schwergewicht unter den Bergbauunternehmen, gewinnt Scandiumoxid seit 2022 aus Abfällen, die bei der Titaniumoxid-Produktion im kanadischen Quebec anfallen. Die Produktionskapazität soll drei Tonnen pro Jahr betragen, was laut Rio Tinto in etwa 20 Prozent der globalen Produktionsmenge entsprechen soll. Letztere Angabe ist mit Vorsicht zu genießen, da die tatsächlichen globalen Produktionsmengen schließlich nicht genau bekannt sind.

Auch der japanische Bergbaukonzern Sumitomo Metal Mining, der zum  ältesten und größten Unternehmenskonglomerat Japans gehört, hat auf den Philippinen die zusätzliche Herstellung von Scandiumoxid in seiner Nickelraffinerie, einer Hochdrucksäurelaugungsanlage (HPAL), in Auftrag gegeben.

Neue Nickel- und Kobaltraffinerieprojekten in Australien planen die Scandiumgewinnung bereits mit ein. Außerdem gibt es in Downunder mehrere Abbauprojekte. Nennenswert ist vor allem das Platin-Scandium Projekt von Platina Resources dessen Kauf Rio Tinto für 14 Millionen US-Dollar vereinbart hat. Weitere Projekte gibt es von den Junior-Mining-Unternehmen Scandium International Mining  und Sunrise Energy Metals in New South Wales. Sunrise Energy Metalsüberlegt darüberhinaus den Bau einer Scandium-Raffinerie in den USA.

Die nahe Zukunft wird zeigen, ob die Henne-Ei-Problematik überwunden wird. Bis dahin steht Scandium dem Weltmarkt weiterhin nur aus China und Russland in homöopathischen Mengen zur Verfügung.

Scandium: Vom Sowjet-Geheimnis zum China-Monopol 

Wegen der potenziell hohen Nachfrage für Klimatechnologien wie der Wasserstoffindustrie bemüht sich der Westen um eine eigene Produktion des teuren Seltenerdmetalls. Die Luft-und Raumfahrt- sowie die Autoindustrie könnten von einer sicheren und günstigen Versorgung mit Scandium profitieren.

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Vor einer Woche fand in Brüssel das zweite Trilog-Treffen zum Critical Raw Materials Act statt, das Rohstoffgesetz, das Europas Industrie den Zugang zu kritischen Metallen sichern soll. In der aktuell sehr angespannten geopolitischen Lage stellen große Abhängigkeiten von einer Handvoll Ländern ein sehr hohes Risiko für Europas Wirtschaft dar. Vor allem China kontrolliert Abbau und Weiterverarbeitung zahlreicher kritischer und strategischer Metalle, aber auch Russland ist im Rohstoffsektor dominant. Dass China sein Monopol auch strategisch einsetzt, führt die Einführung von Ausfuhrkontrollen auf die Technologiemetalle Gallium und Germanium deutlich vor Augen (siehe https://institut-seltene-erden.de/ausfuhrkontrollen-auf-gallium-und-germanium-china-will-verhandeln/ ). Nun hat China Exportbeschränkungen auch auf Graphit, dem größten Bestandteil von E-Autobatterien (Lithium-Ionen-Akkumulatoren), ausgeweitet.

Auch Scandium ist ein weiterer möglicher Kandidat für Ausfuhrbeschränkungen, glaubt Alastair Neill vom Critical Minerals Institute. Trotz seiner Häufigkeit in der Erdkruste, kommt Scandium in der Natur kaum in angereicherter Form vor. Daher gibt es keinen eigenen Scandiumabbau, sondern das Metall wird als Beiprodukt aus Kobalt-, Nickel-, Titanium-, Uran- oder Zirkoniumminen gewonnen.

Scandium-Herstellung in China eine Blackbox 

Ähnlich wie Gallium und Germanium ist es ein Nischenmetall mit einem sehr kleinen Markt. Nur wenige Länder bauen das Metall ab: China, Russland, Kasachstan, und vor Ausbruch des Krieges 2022 auch die Ukraine, beliefern die Welt mit jährlich 15 bis 25 Tonnen. So zumindest die Schätzungen US-amerikanischen Geologiedienst US Geological Survey, denn genaue Angaben gibt es nicht. Zu klein ist der Markt, zu verstreut die Verwendung des Metalls heißt es in einem Bericht der US-Außenhandelsbehörde. Unbekannt sind etwa die tatsächlichen Produktionsmengen in China, die für den Eigenverbrauch und nicht für den Export bestimmt sind. Russland soll außerdem noch über Lagerbestände aus der Zeit des Kalten Kriegs verfügen. Fest steht, dass China der Platzhirsch am Scandium-Markt ist.

Aluminium-Scandium: Gewichtsreduktion für Luftfahrt

Scandium wäre für die Industrie sehr attraktiv und seit Jahren sagen Experten dem Metall einen Boom voraus, der aber nicht eingetreten ist. Als Legierungszusatz in Aluminium sorgt Scandium bereits in kleinen Mengen (ca. 0,2 Prozent) dafür, dass man Aluminiumteile verschweißen kann, statt sie zu vernieten. Das erlaubt eine Gewichtsreduktion von zehn bis 15 Prozent, was insbesondere für die Luft- und Raumfahrtindustrie relevant ist, wo jedes Kilogramm weniger an Gewicht Einsparungen von mehreren hundert Litern an Treibstoff und somit Kosten bedeutet. Doch der hohe Preis, der laut Institut für seltene Erden und Metalle AG (www.ise-ag.com) Datenbank für Scandiumoxid 99,99% EXW China bei EURO 654,60 und Scandium Metall 99,999% EXW China bei EURO 5260,- liegt, sowie das Versorgungsrisiko halten Unternehmen wie Airbus davon ab, auf Scandium zu setzen. Marktbeobachter sprechen daher von einem Henne-Ei-Problem bei Scandium: weil das Angebot zu klein und zu unsicher ist, bleibt die Nachfrage in der Industrie aus.

Seine besonderen Eigenschaften – Erhöhung der Festigkeit, Flexibilität, Hitzebeständigkeit und Korrosionsschutz – machten das Material während des Kalten Kriegs zu einem streng behüteten Geheimnis in der Sowjetunion. Dort erkannten Forscher bereits in den 1950er Jahren, dass Scandium die Qualitäten von Aluminium verbessert. Erstmals zum Einsatz kam Scandium als Legierungszusatz in MiG-29-Kampfjets. Bis in die 1990er war die Sowjetunion auch der weltweit größte Scandiumproduzent, wo es vor allem aus Uranminen gewonnen wurde.

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Rusal ist Marktführer

Auch heute noch ist Russland in Sachen Scandium ein bedeutender Player und dies nicht nur was die Gewinnung angeht. Dem Aluminiumkonzern Rusal ist es als erstem Hersteller gelungen, Scandiumoxid wirtschaftlich aus Rotschlämmen zu gewinnen. Rusal ist auch Pionier bei der Entwicklung von Scandium-Aluminium-Technologien. Laut Maven Research ist der drittgrößte Aluminiumhersteller, dessen schillernder Begründer Oleg Deripaska auf westlichen Sanktionslisten gelistet ist, gar Marktführer für Scandium-Aluminium-Produkte. Auch der Konzern selbst kam 2018 auf die US-Sanktionsliste, wurde nach Umstrukturierungen der Eigentümerschaft Anfang 2019 aber wieder entfernt.

Der Konzern muss wegen Russlands Krieg gegen die Ukraine weiterhin mit Sanktionen rechnen, auch wenn sich Metallhändler und Banken auf der Londoner Metallbörse LME seit kurzem wieder kräftig mit russischem Aluminium eindecken. Viele westliche Unternehmen vermeiden aber auch ohne Sanktionen Geschäfte mit Rusal. Das Unternehmen wendet sich daher verstärkt asiatischen Märkten zu und hat dabei Chinas E-Autoindustrie im Visier, deren Hunger nach CO2-reduziertem Aluminium kräftig wächst.

Scandium in Elektrolyt

Der aktuell größte Einzelabnehmer von russischem Scandium kommt jedoch aus einer ganz anderen Ecke: der kalifornische Brennstoffzellenhersteller Bloom Energy setzt das Element dem Elektrolyt in seinen Festoxidbrennstoffzellen bei. Verwendet wird Scandium in geringen Mengen auch in der Sportartikelbranche, wo es in Fahrradrahmen, Lacrosse- und Baseballschläger stärkt. Auch in Kleinschusswaffen wird es verbaut. Das größte Potenzial für Scandium sehen Marktbeobachter jedoch in der Autoindustrie, die bislang eben wegen der hohen Kosten und des mangelnden Angebots die Finger von Aluminium-Scandium-Legierungen ließ. 

Deutschland: Nachfrage aus der Wasserstoffindustrie

Auch für die Wasserstoffindustrie könnte das Metall wichtig werden. Grün, also mit erneuerbaren Energien, hergestellter Wasserstoff macht derzeit weniger als ein Prozent (40 Terawattstunden) der weltweiten Produktion aus. Die Nachfrage wird künftig extrem steigen. Laut einer Studie der Deutschen Rohstoffagentur (Dera) gehört die Zukunft der grünen Wasserstofferzeugung mittels Wasserelektrolyse, bei der das Gas aus Wasser hergestellt wird. Demnach seien heute drei Elektrolysetechnologien von Bedeutung, von denen die Alkalische Elektrolyse und zu weiten Teilen die Polymerelektrytmembran-Eletrolyse in einem technisch ausgereiften Zustand sind. Die Festkörperoxid-Elektrolyse befindet sich gerade im Übergang zwischen Forschung und industrieller Anwendung.

Allein bei letzterer kommt Scandium zum Einsatz: Der Festelektrolyt besteht entweder aus einem Yttriumdotierten  oder einem Scandium-dotierten Zirkoniumdioxid. Die Vorteile des Scandium-dotierten Materials sind laut Dera die bessere Leitfähigkeit und die höhere Stabilität bei niedrigeren Betriebstemperaturen. Für Scandium sagt die Dera-Studie in einem nachhaltigem Zukunftsszenario bis zum Jahr 2040 einen Bedarfsanstieg auf 24 Tonnen, also das 2,7-fache der Produktion von 2018 (7 Tonnen), voraus.

Rio Tinto setzt auf Scandium

Seit einigen Jahren bemüht sich eine Reihe westlicher Firmen darum, Abbau und Herstellung von Scandium in die eigene Hand zu nehmen. Das könnte ein Zeichen für einen Durchbruch in einigen Jahren hinweisen. Riotinto, ein Schwergewicht unter den Bergbauunternehmen, gewinnt Scandiumoxid seit 2022 aus Abfällen, die bei der Titaniumoxid-Produktion im kanadischen Quebec anfallen. Die Produktionskapazität soll drei Tonnen pro Jahr betragen, was laut Rio Tinto in etwa 20 Prozent der globalen Produktionsmenge entsprechen soll. Letztere Angabe ist mit Vorsicht zu genießen, da die tatsächlichen globalen Produktionsmengen schließlich nicht genau bekannt sind.

Auch der japanische Bergbaukonzern Sumitomo Metal Mining, der zum  ältesten und größten Unternehmenskonglomerat Japans gehört, hat auf den Philippinen die zusätzliche Herstellung von Scandiumoxid in seiner Nickelraffinerie, einer Hochdrucksäurelaugungsanlage (HPAL), in Auftrag gegeben.

Neue Nickel- und Kobaltraffinerieprojekten in Australien planen die Scandiumgewinnung bereits mit ein. Außerdem gibt es in Downunder mehrere Abbauprojekte. Nennenswert ist vor allem das Platin-Scandium Projekt von Platina Resources dessen Kauf Rio Tinto für 14 Millionen US-Dollar vereinbart hat. Weitere Projekte gibt es von den Junior-Mining-Unternehmen Scandium International Mining  und Sunrise Energy Metals in New South Wales. Sunrise Energy Metalsüberlegt darüberhinaus den Bau einer Scandium-Raffinerie in den USA.

Die nahe Zukunft wird zeigen, ob die Henne-Ei-Problematik überwunden wird. Bis dahin steht Scandium dem Weltmarkt weiterhin nur aus China und Russland in homöopathischen Mengen zur Verfügung.

Seltene Erden: China sitzt fest im Sattel, trotz Millioneninvestitionen des Pentagon

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Die wichtigsten Produzierenden Minen 2023 - Quelle: ISE AG 

 

China wacht streng über seine dominante Stellung bei Seltenen Erden und der Herstellung von Dauermagneten, die für Klimatologien und das Militär relevant sind.Ein Asienexperte wanrt davor, dass China über versteckte Verpflechtungen Einfluss auf die noch kaum exestierende westliche Industrie ausübt.

Mike Pompeo reiste Ende Juni nach Barcelona. Nicht etwa um die kunstvollen Bauwerke Antoni Gaudís zu bewundern, sondern um den Jahreskongress der Rare Earth Industry Association (REIA) zu eröffnen. Der Ex-CIA-Chef ist Sonderberater von USA Rare Earth (USARE). Davor war er Außenminister unter Donald Trump, der im September 2020 den nationalen Notstand ausrief, weil die „unzumutbare Abhängigkeit der USA bei kritischen Mineralien von ausländischen Gegnern“ – gemeint ist China – eine außerordentliche Bedrohung darstelle.

Trump ist nicht mehr Präsident, aber seine Rohstoffpolitik führt Nachfolger Joe Biden weiter. Von den 35 für die USA kritischen Rohstoffen stechen die Seltenen Erden hervor. Auch für die EU sind Seltene Erden kritisch. Doch warum der ganze Rummel um diese Gruppe von 17 Elementen, die meist nur in kleinsten Mengen in Lautsprechern, Bildschirmen,Gläsern, Legierungen und Festplatten vorkommen? Das Argument lautet, dass mit dem massiven Ausbau von Klimatechnologien die Nachfrage exponentiell steigen wird. Gemeint sind vor allem Dauermagneten, die in Elektroautos und Windkraftanlagen verwendet werden.

Gefährliche Abhängigkeit von China 

China kontrolliert den Markt für die Förderung und Weiterverarbeitung der Seltenen Erden bis hin zur Herstellung von Dauermagneten. Für den Westen wird das zunehmend zum Problem, denn China nutzt seine Marktmacht und drosselt immer wieder Exporte, zuletzt im Frühjahr als Reaktion auf das von den USA, Japan und einigen EU-Staaten beschlossene Exportverbot für Halbleitertechnologien. Nun wird der Export von Gallium und Germanium mit Exportrestriktionen von Seiten Chinas begrenzt. Zu diesem Thema werden wir separat und ausführlich berichten.

Diese Abhängigkeit ist für die USA besonders ärgerlich. Bis in die 1980er Jahre waren die USA Hauptförderland von Seltenen Erden. „Doch China setzte eine aggressive Wirtschaftspolitik ein, um den Weltmarkt mit Seltenen Erden zu überschwemmen und Mitbewerber zu verdrängen.“ heißt es in Trumps Dekret von 2020. Heute importiert die Weltmacht 80 Prozent ihres Bedarfs aus China.

Auch das Know-how für Dauermagneten, stammt ursprünglich aus den USA. Heute muss es mühevoll von China zurückerobert werden. Eine Firma, die daran arbeitet, ist etwa Pompeos USARE, die eine vertikale Produktion von der Mine bis zu fertigen Permanentmagneten in Texas aufbauen will.

Tesla verzichtet auf Seltene Erden

Trotz der Bemühungen in den USA und der EU wieder mehr Kontrolle über die Produktion Seltener Erden und der nachgelagerten Industrie zu bekommen, meiden immer mehr Hersteller Elektromotoren auf Basis von Permanentmagneten. Die Gründe sind extreme Preisschwankungen, die Aussicht auf Knappheit sowie der umweltschädliche Abbau. BMW verzichtet bei seinen Elektromotoren der fünften Generation auf Neodym-Eisen-Bor-Magnete. Nissan und Renault wollen den Anteil der Motoren mit Dauermagneten reduzieren. Und E-Auto-Platzhirsch Tesla verzichtet bei seiner neuen Elektromotoren-Generation ganz auf Seltene Erden.

In der Windbranche ist der Anteil von Anlagen mit Dauermagneten in Deutschland gering. Bei Offshore-Anlagen, deren Ausbau massiv vorangetrieben wird, sind jedoch Modelle mit Dauermagneten aufgrund ihrer Widerstandsfähigkeit auf der Überholspur. Welcher Generatortyp sich in Windkraftanlagen durchsetzen wird, ist offen. Rohstoffsicherheit ist in der Branche jedenfalls ein großes Thema und wohl der Grund dafür, das deutsche Hersteller von Dauermagneten wieder abgerückt sind. Eine Ausnahme ist Marktführer für Onshore-Anlagen Enercon. Die Entwicklungen zeigen jedenfalls, dass Klimatechnologien nicht unbedingt die Nachfragetreiber für Seltene Erden sein müssen.

Weder sauber noch transparent

Die Windbranche und die Elektroautoindustrie werben mit sauberer Energie und Mobilität. Der Abbau Seltener Erden sowie die Herstellung von Permanentmagneten ist meist weder sehr sauber noch transparent. Die Herkunft der in Permanentmagneten verwendeten Seltenerdelemente kann nicht mit Sicherheit zurückverfolgt werden.

Dass China sich das Monopol für Seltene Erden sichern konnte, hängt auch mit dem lange Zeit laxen Umgang von Umweltschutz zusammen. Das hat Chinas Produkte unschlagbar günstig gemacht. Problematisch sind beim Abbau und der Verarbeitung nicht nur die Freisetzung radioaktiver Substanzen wie Thorium und Uran, sondern auch die Abbaumethoden, vor allem für die schweren Seltenen Erden. 

Tausende Giftbecken in Burmas Konfliktzonen

Kleine, runde Becken, gefüllt mit giftigem Wasser, übersäen in Chinas südöstlichen Provinz Jiangxi ganze Landschaften. Es handelt sich um zurückgelassene Laugen, in denen die Seltenerderze mit einem Chemiemix behandelt wurden. Tonnen an Ammoniumsulfaten und Ammoniumchlorid wurden noch bis vor wenigen Jahren direkt in den Boden injiziert, um an die begehrten schweren Seltenen Erden heran zu kommen. Die Rehabilitierung der Natur könnte bis zu 100 Jahre dauern. Die Kosten dafür beziffert die Regierung auf 5,5 Milliarden US-Dollar.

Die chinesische Regierung bemüht sich seit 2016 die Umweltprobleme beim Abbau Seltener Erden in den Griff zu bekommen. Minen wurden geschlossen, die Förderung gedrosselt und härter gegen illegalen Abbau vorgegangen. Doch mit der Schließung seiner Minen hat die globale Nachfrage nicht nachgelassen. Damit Chinas Raffinerien den Weltmarkt weiter beliefern können, beziehen sie den Stoff aus dem benachbarten Myanmar (Burma). Das Land ist in wenigen Jahren zu einem der größten Abbauländer für Seltene Erden avanciert. Milizgruppen, die der Militärdiktatur nahestehen, kontrollieren den Abbau – gemeinsam mit chinesischen Firmen. Die NGO Global Witness hat im März 2022 mit Hilfe von Satellitenbildern 300 verschiedene Standorte mit insgesamt 2.700 Becken für In-situ-Leaching verzeichnet. Die Schäden an der Umwelt und die Folgen für die dort lebenden Menschen sind verheerend.

Pentagon investiert Millionenbeträge

Die USA und die EU haben etwa zeitgleich ihre Rohstoffpolitik oben auf die Staatsagenden gebracht. Doch anders als in der EU, wo die Rohstoffsicherung mit dem Kampf gegen den Klimawandel begründet wird, geht es der US-Regierung vor allem um die nationale Sicherheit. Um den Abbau Seltener Erden und die nachgelagerte Industrie wieder ins Land zu holen, haben die USA bereits über 100 Millionen US-Dollar an öffentlichen Investitionen locker gemacht. Zuständig dafür ist das Pentagon, denn es sind vor allem Kampfjets und Atom-U-Boote, die Seltene Erden in rauen Mengen brauchen. In jedem F-35 Kampfjet stecken 420 Kilogramm, in einem Atom-U-Boot der Virginia-Klasse, von denen Australien letztes Jahr bei den USA fünf Stück bestellt hat, gar über vier Tonnen.

Bereits vor Trumps Weckruf hat das US-Unternehmen MP Materials die Mountain Pass-Mine 2017 übernommen und in Betrieb genommen. Unabhängig von China sind die USA damit aber noch lange nicht: in den ersten drei Quartalen 2022 beruhte MP Materials’ Umsatz nahezu vollständig auf dem Verkauf an das halbstaatliche chinesische Unternehmen Shenghe Resources, das gleichzeitig Minderheitseigentümer des US-Unternehmens ist.

China dominiert Seltene Erden nicht nur verkaufsseitig, sondern eben auch als Abnehmer. Das Besondere an dieser Industrie sei Chinas Präsenz auf jeder Stufe in der Lieferkette, was es anderen Ländern deutlich erschwert, einzusteigen, zitiert das Nachrichtenportal Quartz Andy Mok vom Center for China and Globalization. Das Pentagon bewilligte MP Materials daher 35 Millionen US-Dollar für den Bau einer Separationsanlage für schwere Seltene Erden – trotz chinesischer Beteiligung.

 

Seltene Erden - Anwendungsbereiche von Permamagneten. Quelle: ISE AG

 

Separationsanlagen in Texas

Lynas Rare Earths ist ein weiterer der rar gesäten Produzenten Seltener Erden außerhalb Chinas. Das Unternehmen betreibt im westaustralischen Mount Weld eine Mine und eine Separationsanlage für leichte Seltene Erden in Malaysien. Wegen der radioaktiven Abfälle, die beim Separationsprozess entstehen, droht Malaysien dem Werk die Betriebslizenz zu entziehen. Lynas kann bald auf seine fast fertige Anlage in Australien ausweichen. Außerdem plant Lynas gemeinsam mit der US-Chemiefirma Blue Line in Texas seine erste Separationsanlage für schwere Seltene Erden. Auch hier steht das Pentagon finanziell zur Seite und investierte 120 Millionen US-Dollar. Für eine weitere Separationsanlage für leichte Seltene Erden in Texas bekommt Lynas 30 Millionen US-Dollar.

Die chinesische Regierung wacht indes eifersüchtig über ihr Monopol, das sie sich über Jahrzehnte aufgebaut hat. Westliche Bemühungen, die Kontrolle über Seltene Erden zurückzugewinnen, bleiben nicht unbeantwortet. So versuchte die staatliche China Nonferrous Metal Mining bereits 2009 die Mehrheit an Lynas zu übernehmen. Der Deal scheiterte an australischen Behörden. Heute greifen chinesische Akteure laut US-Verteidigungsministerium auch zu Desinformationskampagnen. So soll die Peking nahestehende Hackergruppe Dragonbridge gegen Lynas Stimmung im Netz gemacht haben.

1992 verlautbarte  Parteigeneralsekretär Deng Xiaoping „Der Nahe Osten hat Öl, China hat Seltene Erden“. Das langfristige Ziel der kommunistischen Partei ist der Sprung vom Rohstofflieferanten zum Technologieführer. Drei Jahre nach Dengs legendärem Satz übernahmen zwei staatliche chinesische Unternehmen mit Hilfe der US-amerikanischen Sextant Group den einzigen US-Hersteller von Permanentmagneten: die General Motors-Tochter Magnaquench. Damit sicherte sich China den Zugang zu wichtigen Patenten. Wenige Jahre später schlossen die neuen Eigentümer von Magnaquench bis 2000 alle US-Standorte, trotz anders lautender Abmachungen. Heute kontrolliert China über 90 Prozent der globalen Permanentmagnetenindustrie. Asienexperte Frank Jüris vom Estonian Foreign Policy Institute verweist auf die engen Verflechtungen der politischen Führung mit der Industrie: einer der Chefs der beiden chinesischen Firmen damals war Deng Xiaopings Schwiegersohn Zhang Hong.

Versteckte Verflechtungen mit China

In Estland steht die zweite nennenswerte Separationsanlage für Seltene Erden außerhalb Chinas. Silmet, ein Erbe aus Sowjetzeiten, gehört heute Neo Performance Materials (Neo). Das kanadische notierte Unternehmen plant eine Erweiterung der Anlage und will künftig auch Permanentmagneten herstellen. Silmet gehörte zuvor Molycorp, das 2008 gegründet wurde, mit dem Ziel die gesamte Lieferkette von der Mine bis zu Permanentmagneten in den USA wieder auf die Beine zu stellen. Molycorp baute die Mountain Pass-Mine wieder auf und kaufte Magnaquench von den Chinesen zurück. Doch Molycorp scheiterte als China den Markt 2015 mit Seltenen Erden schwemmte. Der Preisverfall zwang das US-Unternehmen in den Konkurs. Neo übernahm aus der Konkursmasse Magnaquench und Silmet.

Jüris betont, dass sowohl MP Materials als auch Neo mit China verflechtet sind. Neos australischer Mehrheitseigentümer Tattarang, der wiederum der Fortescue Metals Group gehört, kann auf langjährige enge Geschäftsbeziehungen zu China zurückblicken. Dass Neo als einziges westliches Unternehmen in dem Land Seltene Erden verarbeiten darf, sei ein weiteres Indiz für die engen Verflechtungen mit der Kommunistischen Partei. Magnaquench’ Forschungs- und Entwicklungsabteilung werde außerdem von Chen Zhongmin geleitet. Er sei zuvor bei Firmen tätig gewesen, die dem chinesischen Militär nahestehen. Jüris warnt, dass die chinesische Regierung über diese Verflechtungen theoretisch Einfluss auf die westliche Industrie ausüben kann, wenn dem nicht regulatorisch Einhalt geboten wird. 

Skandinavien bringt von China unabhängige Lieferkette voran 

Anfang des Jahres machte LKAB, Schwedens staatliches Eisenerzunternehmen, Schlagzeilen mit der Bekanntgabe des größten Vorkommen an Seltenen Erden in der EU. Da das Hauptabbauprodukt weiterhin Eisenerz sein wird, „macht es den Abbau Seltener Erden von volatilen Weltmarktpreisen unabhängig“, sagte LKAB-Sonderberater Bo Krogvig in einem Interview mit dem Tagesspiegel Background.

Um die Seltene Erden zu trennen, hat LKAB die Mehrheit von REEtec gekauft. Das norwegische Unternehmen will 2024 seine erste Separationsanlage in Betrieb nehmen. Das Erz dafür soll aus Kanada von Vital Metals kommen. Eine zweite Anlage soll 2026 für LKAB in Betrieb gehen, allerdings rechnet LKAB nicht vor 2030 mit dem Abbau der Seltenen Erden in Kiruna. An REEtech ist über Mercuria auch die US-Regierung beteiligt. Der deutsche Autozulieferer Schaeffler hat laut Reuters eine Liefervereinbarung mit den REEtec unterzeichnet. Es wäre somit die erste, von China gänzlich unabhängige Wertschöpfungskette. Viele Kenner zweifeln jedoch, dass es ohne China gehen wird. Schließlich werden dort weit über 90 Prozent der Permanentmagneten produziert. China bleibt somit vorerst der wichtigste Abnehmer von Seltenerdoxiden.

Seltene Erden: EU setzt auf unwirtschaftliche Minen

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Der Kiirunavaara (Nordsamisch: Gironvárri, Meänkieli: Kierunavaara) ist ein Berg in der Gemeinde Kiruna im Bezirk Norrbotten, Schweden. Er enthält eine der größten und reichsten Eisenerzlagerstätten der Welt.

 

In ihrer Eile sich bei kritischen Rohstoffen von China unabhängig zu machen, hat sich die EU in Rekordzeit auf eine Rohstoffverordnung geeinigt. Die Sicherung der begehrten Materialien soll durch Rohstoffpartnerschaften mit Drittländern, mehr Kreislaufwirtschaft und der eigenen Gewinnung  kritischer Rohstoffe innerhalb der EU gelingen. Heimischer Bergbau soll demnach bis 2030 in der EU hochgefahren und bis dahin mindestens zehn Prozent des Bedarfs decken. Laut Jan Moström, Chef des staatlichen schwedischen Eisenerzunternehmens LKAB, könnte die EU-Verordnung ein „Gamechanger“ sein. Moströms LKAB sorgte 2023 für viele Schlagzeilen  wegen seinem bekannt gewordenen Vorkommen Seltener Erden in Kiruna.

Das Beispiel Seltene Erden, einer Gruppe von 17 Elementen des Periodensystems, die kritisch für grüne Technologien, aber auch für Militäranwendungen sind, zeigt wie schwer es für die EU ist, trotz spezifischer Gesetzgebung Chinas Dominanz bei Seltenen Erden zu durchbrechen, stellt aber auch die Frage in den Raum, ob die EU mit dem Rohstoffgesetz auf die richtige Strategie setzt. 2022 importierte die EU laut Eurostat 18.000 Tonnen an Seltenen Erden, 40 Prozent kamen dabei aus China, 31 Prozent aus Malaysien und 25 Prozent aus Russland. Die USA und Japan versorgten die EU mit jeweils zwei Prozent. Extrem hoch ist die Abhängigkeit der EU hingegen bei Permanentmagneten, die bei 83 Prozent liegt. 2023 hat die EU etwa 25.000 Tonnen aus China importiert.

Kleine EU-Vorkommen 

2022 betrug laut Investing News Network die weltweite Produktion an Seltenen Erden 300.000 Tonnen, wovon 210.000 Tonnen auf das Konto Chinas gehen. Auf Platz zwei folgen die USA, die seit der Wiederöffnung der Mountain Pass-Mine 2018 in Kalifornien 43.000 Tonnen Seltene Erden förderten. Drittwichtigster Produzent ist Australien mit 18.000 Tonnen, wo die Produktion im Vergleich zum Vorjahr um ein Viertel zurückfiel. Ein weiterer wichtiger Player für die Versorgung mit Seltenen Erden ist das Bürgerkriegsland Myanmar. Obwohl es kaum Daten gibt, gilt als gesichert, dass Myanmar für China eine wichtige Quelle vor allem für die schweren Seltenen Erden ist. Weitere Abbauländer sind Thailand, Vietnam, Indien, Russland, Madagaskar und Brasilien. Brasilien soll mit 21 Millionen Tonnen auf den drittgrößten Reserven der Welt sitzen.

Angesichts dieser Größenordnungen erscheint das Per-Geijer-Vorkommen im schwedischen Kiruna zwergenhaft. Mit geschätzten 1,3 Millionen Tonnen  bewirbt LKAB Per Geijer dennoch pompös als größtes Vorkommen von Seltenen Erden Europas. Experten wie Alastair Neill vom Critical Minerals Institute / ISE AG halten den Abbau von Seltenen Erden dort allerdings aufgrund des aktuell bekannten Seltenerdgehalts von 0,18 Prozent für unrealistisch. „Bei einem so niedrigen Gehalt lohnt sich einzig der Abbau von Laterittonen. Jede andere Mineralisierung ist unwirtschaftlich“, so der Experte. Moström betonte im Januar, dass es weiterer Erkundungen des Vorkommens bedarf, die noch Jahre dauern würden. Gleichzeitig gibt LKAB bekannt, dass Per Geijer einen großen Teil des EU-Bedarfs decken würde, der für die Herstellung von Permanentmagneten für E-Autos und Windturbinen nötig ist.

LKAB will schnellere Genehmigungen

Trotz der aus heutiger Sicht unwirtschaftlichen Aussichten Seltene Erden zu fördern, deutete LKAB-CEO Moström an, sich mit Per Geijer als strategischem Projekt bei der EU zu bewerben. „Wenn es für ein strategisches Projekt erachtet wird, dann wird es deutlich schneller gehen,“ zitiert Mining.com Moström. Bis die Seltenen Erden abgebaut werden könnten, würde es laut LKAB wegen der langwierigen Genehmigungsverfahren in Schweden aktuell zwischen zehn und 15 Jahren dauern, also frühestens 2033. Das neue EU-Gesetz ermöglicht es Unternehmen mit Abbauvorhaben sich als so genannte strategische Projekte zu bewerben. Ein EU-Gremium, das aus Vertretern der EU-Kommission und der Mitgliedsstaaten zusammengesetzt werden soll, wählt die für die EU strategischen Projekte aus, die dann schnellere Genehmigungsverfahren durchlaufen und leichter an Finanzierung kommen sollen.

Vor Ort in Kiruna äußern sich auch die Sámi, Europas einzige anerkannten Indigene, kritisch zu LKABs Plänen, Seltene Erden in Kiruna abzubauen. Sámi-Rentierzüchter aus der Umgebung leiden seit Beginn des Eisenerzabbaus vor über 100 Jahren unter den Bergbauaktivitäten, die ihre traditionelle Lebensweise bedrohen. Sie vermuten, dass es LKAB in Wirklichkeit um die Ausweitung des Eisenerzabbaus gehe, der sich schneller vorantreiben lasse mit dem Argument, dass auch die kritischen Seltene Erden abgebaut werden. Dass LKAB vorrangig Eisenerz abbauen will und die Seltenen Erden nur als Beiprodukt anfallen würden, daraus macht das Unternehmen auch kein Geheimnis. Durch den Fokus auf Eisenerzabbau setze man sich nicht den volatilen Weltmarktpreisen aus, unter denen Seltene Erden leiden, so das Unternehmen.

China schnappt EU Seltene Erden weg

Um seinen Einstieg ins Geschäft mit Seltenen Erden Nachdruck zu verleihen, erwarb LKAB im November 2022 die Mehrheit am norwegischen Unternehmen REEtec. Das Startup verspricht eine Technologie, die bis zu 90 Prozent weniger CO2 ausstößt und deutlich umweltfreundlicher sein soll als herkömmliche Separationsanlagen. Aktuell betreibt REEtec, an dem über Techmet-Mercuria auch die US-Regierung beteiligt ist, eine Pilotanlage in Herøya, südlich von Oslo.

Im Rahmen des EU-Forschungsförderungsprogramms Horizon 2020 entwickelte REEtec eine Methode, um aus Apatiterzen, die der norwegische Düngemittelkonzern Yara lieferte, Seltene Erden zu gewinnen und zu veredeln. REEtec erhielt dafür zwischen 2018 bis 2022 2,8 Millionen Euro von der EU, Yara wurde mit 3,5 Millionen Euro gefördert.

Im zweiten Halbjahr 2024 will REEtec mit der ersten industriellen Anlage in Betrieb gehen, allerdings ohne Yaras Apatiterze. Alternativer Lieferant für Seltenerdkonzentrate sollte das australische Unternehmen Vital Metals sein, fällt nun allerdings auch weg. Das australische Unternehmen leidet unter finanziellen Schwierigkeiten und musste seinen Betrieb in Kanada im April diesen Jahres einstellen. Mitte Dezember wird bekannt, dass Shenghe Resources aus China einen Anteil von 9,99 Prozent an Vital Metals erworben hat und sämtliche bis dahin produzierte Seltene Erden aufkauft. REEtec steht nun scheinbar ohne Lieferanten da und das Bestreben des Westens, sich von China unabhängig zu machen, hat erneut einen herben Rückschlag erlitten.

 
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Schlechte Aussichten für Norra Kärr 

In Schweden gibt es mit Norra Kärr noch ein weiteres Vorkommen an Seltenen Erden, dessen Qualität besser als in Kiruna ist. Doch der Haken hier ist das Mineral: die Seltenen Erden sind in so genanntem Eudialyt eingebettet, aus dem bislang noch keine Seltenen Erden in kommerziellem Stil abgebaut wurden. Dennoch kündigte Eric Krafft, Geschäftsführer von Leading Edge Materials, an, dem kanadischen Unternehmen, das die Konzession an Norra Kärr hält, sein Vorhaben als strategisches Projekt bei der EU zu bewerben.

Sollten eines Tages tatsächlich Seltene Erden in der EU gefördert werden, stellt sich dann noch die Frage, wer diese abnimmt. Permanentmagneten werden in der EU aktuell nicht hergestellt. Die Folge: China wird der wichtigste Abnehmer von Seltenen Erden „Made in EU“ sein. Denn China ist nicht nur der größte Produzent von Seltenen Erden, sondern auch deren größte Verbraucher.

Neo Performance Materials: Erste EU-Magnetherstellung

Hoffnung macht indes Neo Performance Materials. Das kanadische Unternehmen ist dabei eine Permanentmagnetenproduktion im estnischen Narwa aufzubauen. Spatenstich für das Werk war Sommer 2023. 2025 soll die Produktion mit jährlich 2.000 Tonnen beginnen und später eine Kapazität von 5.000 Tonnen jährlich erreichen. Das würde für bis zu 4,5 Millionen E-Autos reichen. Mit Neo könnte die EU die sehr ausgeprägte Abhängigkeit von China bei Permanentmagneten immerhin um rund ein Viertel reduzieren.

Neo Performance Materials betreibt bereits eine Separationsanlage von Seltenen Erden in einer ehemaligen sowjetischen Anlage in Sillamäe in Estland. Das Material dafür kommt unter anderem aus den USA. Neo plant jedoch die Herstellung von Permanentmagneten aus recycelten Altmagneten und Produktionsspänen und will so Europas erste Mine-to-Magnets-Lieferkette etablieren.

Stealth Technology durch Bariumhexaferrit und ultrafeines Kupferpulver im Lack

Es wird bereits seit 2008 intensiv mit den verschiedensten Additiven in verschiedensten Kombinationen geforscht, um Lacke zu entwickeln, die ihren metallischen Träger ein radarabsorbierendes Tarnkleid verpassen. Im Jahr 2022 wurde ein sehr interessanter Test mit Bariumhexaferrit und ultrafeinem Kupferpulver in Kombination publiziert, der Radarstrahlen um ein Drittel absorbierte. Im Jahr 2023 wurde plötzlich viermal so viel ultrafeines Kupferpulver verkauft wie im Jahr zuvor.

Die Technik

Polymerverbundwerkstoffe haben aufgrund ihres geringen Gewichts und ihrer einfachen Verarbeitung sowie ihrer außergewöhnlichen Kombination von Eigenschaften Einzug in alle Bereiche unseres Lebens gehalten. So sehr, dass diese Materialien in der Raumfahrt, der Luftfahrt und sogar in der Verteidigungsindustrie zu finden sind. In diesem Zusammenhang wurde der Einsatz von Polymerverbundwerkstoffen für Radarabsorptionsanwendungen diskutiert. Radar ist ein System zur Erkennung von Objekten, das elektromagnetische Wellen nutzt, um Informationen wie Entfernung, Höhe, Richtung oder Geschwindigkeit von Objekten zu ermitteln. Dieses System kann sowohl bewegliche Objekte wie Flugzeuge, Schiffe und Kraftfahrzeuge als auch stationäre Objekte wie Land erkennen. Auch Informationen über Wetterformationen können mit Hilfe von Radar gewonnen werden. Diese Technologie, die die Luft- und Seekriegsführung revolutioniert hat, ist eine der wichtigsten technologischen Entwicklungen aus dem Zweiten Weltkrieg. Tatsächlich wurde der Begriff RADAR 1940 von der US-Marine als Abkürzung für RAdio, Detection, And Ranging geprägt. Später gewann es nicht nur für militärische und polizeiliche Anwendungen an Bedeutung, sondern auch für Flugmanöver und -erfassung, meteorologische Datenerfassung.

Wenn man sich das Funktionsprinzip des Radars anschaut, scheint es recht einfach zu sein: Ein Signal wird ausgesendet, es prallt an einem Objekt ab, und dieses zurückgeworfene Signal wird dann von einer Art Empfänger aufgenommen. Dies beruht auf demselben Prinzip wie das Echo des Schalls an einer Wand. Allerdings wird im Radarsystem nicht der Schall als Signal verwendet, sondern Mikrowellen werden verwendet. Die Stärke der Reflexion und Brechung dieser Wellen hängt von den Eigenschaften und der Oberfläche des Materials ab, von dem das Signal gesendet wird. Trifft das Radarsignal auf eine vollkommen ebene Oberfläche, wird das Signal in eine Richtung reflektiert. Trifft es auf eine unebene Oberfläche, wird es in mehrere Richtungen reflektiert, wobei nur ein sehr kleiner Teil des ursprünglichen Signals zum Empfänger zurückgesendet wird. Eine andere Möglichkeit zur Reduzierung des reflektierten Signals besteht darin, dass das Signal von dem Material, das es durchquert, absorbiert wird. Die radarabsorbierenden Materialien, die wir kennen, verfügen über einen Mechanismus, der die eintreffenden Radarsignale im Inneren einfängt und verhindert, dass sie reflektiert werden. Die ältesten Formen dieser Materialien wurden von den Deutschen während des Zweiten Weltkriegs verwendet.

Bariumhexaferrit- und ultrafeines Kupferpulver wurden für die Herstellung von radarabsorbierenden Verbundbeschichtungen verwendet. Bariumhexaferrit-Pulver wurden nach der Sol-Gel-Methode synthetisiert, und als Ausgangsstoff für den Syntheseprozess verwendet. Nach dem Syntheseprozess wurden Mischungen hergestellt, indem Bariumhexaferrit- und ultrafeines Kupferpulver in unterschiedlichen Mengen zu einem Polyurethanharz gegeben wurden (um die Konzentrationsabhängigkeit zu bestimmen). Durch Auftragen dieser Mischungen auf die Oberflächen von Glas- und Metallsubstraten wurden Beschichtungen mit einer Dicke von 3 mm erhalten. Anschließend wurden sie bei Raumtemperatur an der Luft getrocknet.

Betrachtet man die Morphologie von Bariumhexaferrit, so sieht man, dass es glattkantige, plattierte Partikel hat und die durchschnittliche Partikelgröße etwa 5 μm beträgt. Bei Kupfer handelt es sich um relativ große, Partikel im Größenbereich von 7-10 μm.

Der Radarabsorptionswert der Probe, die 5 % Bariumhexaferrit und 10% Kupferpulver enthält, absorbierte maximal 11,38 %, während der Absorptionswert der Probe mit mehr Kupfer anstieg und 12 % überstieg. Ein maximaler Wert kann theoretisch bei über 80% Absorption liegen.

Was den Mechanismus von Kupfer angeht, so absorbiert Kupfer keine elektromagnetischen Wellen. Der Mechanismus der Radarabsorption in Kupfer unterscheidet sich geringfügig von dem in Bariumhexaferrit. Wenn die elektromagnetische Welle auf die Kupferoberfläche trifft, treibt das elektrische Feld die Ladungsträger (Elektronen) zur Erzeugung eines Wechselstroms an. Wenn die elektromagnetischen Wellen auf die Kupferoberfläche treffen, schwingen die freien Elektronen mit dem sich ändernden elektrischen und magnetischen Feld und erzeugen so einen elektrischen Strom. Der erzeugte Wechselstrom erzeugt in und um den Leiter ein magnetisches Wechselfeld. In diesem Fall entsteht eine elektromagnetische Gegenkraft, die die Ladungsträger dazu zwingt, auf der Leiteroberfläche zu bleiben. Das bedeutet, dass ihre elektromagnetischen Wellen von den Elektronen im Metall absorbiert werden oder sich in dieselbe Richtung zurück ausbreiten. Gleichzeitig geht ein Teil der elektromagnetischen Energie als Wärme verloren.

Die Untersuchung dieser Ergebnisse zeigt, dass die mit Bariumferrit- und Kupferpulver verstärkten Beschichtungen höhere magnetische Sättigungswerte aufweisen als die Einzelschichten. Mit zunehmender Menge an Bariumhexaferrit und Kupfer nimmt der Radarabsorptionswert zu. Die Hinzufügung von Bariumhexaferrit und Kupfer führte also zu einer guten Synergie in Bezug auf die Erhöhung der Absorptionsleistung. Diese Synergie ist darauf zurückzuführen, dass die Zusatzstoffe mit ihren magnetischen und elektrischen Eigenschaften separat zum Verbundstoff beitragen. So wurde der Mechanismus jedes Zusatzstoffes aktiviert und die Radarabsorptionsleistung auf unterschiedliche Weise erhöht.

Der Markt von Kupferpulvern

Kupferpulver wird vermehrt in Russland, Kanada und in Chile hergestellt. In Kanada und Chile wird meist biologisches nahezu rundes Pulver hergestellt, welches auch in Pharmalogischen Anwendungen zu Hause ist. In Russland wird fast ausschliesslich Kupferpulver für technologische Anwendungen gefertigt.

Mit dem (warmen) Krieg, den Russland 2022 gegen die Ukraine angefangen hat, hat sich der Markt in vielen Bereichen des globalen Handels verändert. Westliche Banken nehmen nur sehr vereinzelnd Überweisungen an, die aus dem Verkauf von russischen Waren stammen. So haben sich tausende von russischen Firmen neu strukturiert und ihre Firma in Russland abgebaut und in Nachbarländern wieder aufgebaut, sind einfach mit ihren Maschinen umgezogen oder haben gar einen Neuanfang im Ausland gestartet. Im Resultat sehen wir heute Kupferpulverproduzenten entlang der russischen Grenze von Estland bis Kasachstan.

Da die meisten Produzenten von ultrafeinen metallischen Pulvern Kunden von uns sind, sind wir recht gut in der Lage den Markt für ultrafeines Kupferpulver zu beobachten. Wir haben vermehrt grosse Mengen im Verkauf gesehen. So haben wir im Jahr 2018 den globalen Handel noch mit rund 20 Tonnen eingeschätzt. Im Jahr 2023 haben allein wir über 60 Tonnen den Besitzer wechseln sehen. So dass von einem derzeitigen jährlichen Handelsvolumen von rund 100 Tonnen ausgegangen werden darf.

Da der Bedarf in den anderen Anwendungsbereichen von Kupferpulver nicht derart in den letzten fünf Jahren gestiegen ist, gehen wir von einem neuen Player aus, - dem Militär. Die bekannten Anwendungsgebiete von Kupferpulver sind: Elektronik, Halbleiter, Antibakterielle Beschichtungen, 3D-Druck, Pharmalogie, Lackhersteller. Für das Militär wären die Anwendungsmöglichkeiten schier grenzenlos. Vom Satelliten bis zum Truppentransporter könnte alles für moderne Radargeräte unsichtbar sein. Dieser taktische Vorteil könnte dem Militärs dieser Welt mehrere Milliarden USD wert sein. Wir werden den Markt weiterhin beobachten und wieder berichten.