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Allgemein

Kalzium

Ca • Ordnungszahl 20

Calcium/Kalzium

Calcium ist ein Erdalkalimetall. Es ist nach Eisen und Aluminium das dritthäufigste Metall und das fünfhäufigste Element in der Erdkruste. Calcium kommt in der Natur nur in Verbindungen vor, meist in Form von Calcit. Dazu zählen Kalkstein oder Kalkspat, Marmor, Kreide oder Muschelkalk. Ganze Gebirgsketten wie die Kalkalpen in Österreich können aus Calciumerzen bestehen. Gips ist eine weitere Form von großen natürlichen Calciumvorkommen.

Calcium ist für Pflanzen und Tieren lebenswichtig. Es ist ein wichtiger Bestandteil von Knochen, Zähnen, Schalen, Muscheln und pflanzlichen Zellwänden. Calcium spielt außerdem eine wichtige Rolle bei der Signalübertragung im Nervensystem. Der menschliche Körper besteht zu zwei Prozent aus Calcium.

Die wichtigste industrielle Anwendung von Calcium ist die Baustoffindustrie als Gips und als Beimischung in Mörtel. Weitere Anwendungen finden sich in der Stahl- und Metallindustrie, in der Papierherstellung, Wasseraufbereitung, chemischen Industrie und als Düngemittel.

Die wichtigsten Produzenten von Gips, Kalkstein und Kalk sind China und die USA. Da die Vorkommen großzügig über den Globus verbreitet, herrscht so gut wie keine Knappheit bei diesem Rohstoff.

  • Geschichte

    Kalkstein wird bereits seit Zehntausenden von Jahren benutzt. Zerkleinerter Kalkstein wurde als Pigment (weiße Kreide) bereits in der Prähistorie für Höhlenmalereien verwendet. Kalkmörtel wurde schon in Mesopotamien 10.000 v. Chr. und im Alten Ägypten in Bauten verwendet. Die Außenwände der Großen Pyramide von Gizeh (ca. 2600 v. Chr.) bestanden aus Tura-Kalksteinen. Die Alten Römer verwenden für den Bau des Pantheon Kalkbeton.

    Der Name „Calcium“ ist vom lateinischen Wort calx abgeleitet. So bezeichneten die Römer Kalk, Kalkstein, Kreide und aus Kalk hergestellten Mörtel.
    Das silbrige, relativ weiche und leichte Metall wurde erstmals 1808 von Sir Humphry Davy isoliert, nachdem er Quecksilber aus einem Amalgam destilliert hatte, das durch Elektrolyse einer Mischung aus Kalk und Quecksilberoxid entstanden war.

  • Verwendung

    Die in verschiedenen Branchen am häufigsten verwendete Calciumverbindung ist Calciumcarbonat, auch als Kalkstein bezeichnet, das kostengünstig und vielseitig einsetzbar ist.

    Es ist Hauptbestandteil der wichtigsten Baustoffe: Zement, Mörtel und Beton. Calciumcarbonat wird in der Papierindustrie als Füllstoff oder zur Beschichtung eingesetzt, um Glätte und Helligkeit zu erreichen. In der Landwirtschaft verbessert Kalkstein saure Böden.

    Calciumoxid, auch als Branntkalk bekannt, entsteht durch Erhitzen des Rohstoffs Calciumcarbonat. Calciumoxid wird für die Stahlherstellung, Wasseraufbereitung und in der chemischen Produktion verwendet. 

    Calciumhydroxid (Löschkalk) kommt in der Abwasserbehandlung, Ledergerbung und für Mörtel zum Einsatz.

    Calciumsulfat (Gips oder Stuckgips) ist eine weitere Anwendung in der Baustoffindustrie. Calciumchlorid kommt in Straßenenteisungsmitteln, Lebensmittelkonservierungsmitteln, Betonbeschleunigern und Trockenmitteln zur Verwendung.

    Reines Calciummetall wird als Legierungsbestandteil für Aluminium, Kupfer, Blei, Magnesium und andere unedle Metalle, als Desoxidationsmittel für bestimmte Hochtemperaturlegierungen und als Getter in Elektronenröhren verwendet.

    Die Produktionsmengen von Calciummetall sind mit jährlich 10.000 bis 20.000 Tonnen im Vergleich zu anderen Metallen relativ gering.

  • Vorkommen, Abbau, Gewinnung

    Calcium ist ein sehr häufig vorkommendes Element in der Erdkruste und kommt in zahlreichen Mineralien vor, von denen viele wirtschaftlich relevant sind.

    Die häufigste Quelle für Calcium sind Karbonatmineralien wie Kalzit, das in Kalkstein, Marmor und Kreide vorkommt. In Sulfatmineralien findet sich Gips und Anhydrit. In Phosphatmineralien wie Apatit ist Calcium zu finden sowie in den Silikatmineralien wie Wollastonit, Plagioklas-Feldspat und Grossular

    Die wichtigsten Produktionsländer von Calciummetall sind China, Russland, Frankreich und die USA.

  • Substitution

    Kalkstein (Calciumcarbonat) ist ein Ersatz für Kalk (Calciumoxid) in vielen Anwendungen, z. B. in der Landwirtschaft, bei der Flussmittelherstellung und bei der Schwefelentfernung. Kalkstein enthält weniger reaktive Stoffe, reagiert langsamer und kann je nach Anwendung weitere Nachteile gegenüber Kalk aufweisen. Kalkstein ist jedoch deutlich günstiger als Kalk.


    Gebrannter Gips ist ein alternatives Material für Industrieputze und -mörtel.

    Zement, Zementofenstaub, Flugasche und Kalkofenstaub sind potenzielle Ersatzstoffe für einige Bauanwendungen von Kalk.

    Magnesiumhydroxid ist ein Ersatz für Kalk bei der pH-Regulierung, und Magnesiumoxid ist ein Ersatz für Dolomitkalk als Flussmittel bei der Stahlherstellung.

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Cadmium

Cd • Ordnungszahl 48

Cadmium

Cadmium ist ein silbrig glänzendes, weiches und formbares Metall. Cadmium ist physikalisch ähnlich wie Zink, aber dichter und weicher.

Eine Cadmiumstange lässt sich biegen und gibt dabei ein knisterndes Geräusch von sich, das man auch von einigen anderen Metallen kennt: das „Zinngeschrei“. Mit etwa 0,2 Gramm pro Tonne in der Erdkruste ist Cadmium ein seltenes Element.

Man findet es oft in Begleitung von Zinkerzen als Cadmiumblende oder als Cadmiumcarbonat. Elementar ist Cadmium noch seltener. Es gibt jedoch Fundstätten in Ostsibirien, Kasachstan und dem US-Bundesstaat Nevada. Heute fällt es als Nebenprodukt bei der Zinkgewinnung an. 

Cadmium ist in der chemischen Industrie ein unvermeidbares Nebenprodukt der Zink-, Blei- und Kupfergewinnung.

Das Metall und viele seiner Verbindungen sind toxisch und krebserregend. Wegen der hohen Toxizität von Cadmium nimmt seine Bedeutung ab. Seit 2011 ist es in Schmuck, Legierungen zum Löten und in PVC in der Europäischen Union verboten.

Cadmiummetall und -verbindungen werden hauptsächlich für Nickel-Cadmium-Batterien, aber auch für Legierungen, Beschichtungen und Pigmente verwendet. Cadmium wird zunehmend in Cadmiumtellurid-Dünnschicht-Solarmodulen (CdTe) eingesetzt.

China, Südkorea, Kanada und Japan sind weltweit führend in der Cadmiumraffination.

Cadmium ist kein global priorisierter kritischer Rohstoff, aber in einigen Sektoren (Militär, Luftfahrt, Nischen-Elektronik) strategisch relevant.

  • Verwendung

    Der Großteil des hergestellten Cadmiums wird in wiederaufladbaren Nickel-Cadmium-Batterien (NiCD-Batterien) verwendet. Nickel-Cadmium-Batterien (NiCd) sorgen für die Bereitstellung wichtiger Notstromfunktionen, um die Sicherheit von Passagieren bei einem Stromausfall in U-Bahnen, Hochgeschwindigkeitszügen und Flugzeugen zu gewährleisten.

    In Konsumgütern ist die Verwendung von NiCd-Batterien in der EU seit 2017 verboten.

    Größere Mengen des produzierten Cadmiums wird für korrosionsbeständige Beschichtungen (Kadmiumbeschichtung) von Stahl, Luft- und Raumfahrtkomponenten und Befestigungselementen verwendet. Ihre Anwendung ist in der EU allerdings wegen der Gesundheitsgefahren eingeschränkt.

    Eine weitere wirtschaftlich wertvolle Verbindung ist Cadmiumsulfid (CdS), ein leuchtend gelbes Pigment, bekannt als Cadmiumgelb. Es wird aufgrund seiner Farbstabilität in hochwertigen Farben und Künstlerpigmenten verwendet.

    Cadmium-Tellurid (CdTe) wird für Dünnschicht-Photovoltaikzellen, der nach Silizium zweithäufigsten Solartechnologie, verwendet. Marktführend ist i diesem Bereich das US-Unternehmen First Solar.

  • Vorkommen, Abbau, Gewinnung

    Jährlich werden weltweit etwa 24.000 Tonnen an raffiniertem Cadmium gewonnen.

    Sphalerit ist das wirtschaftlich bedeutendste Zinkerzmineral und enthält auch geringe Mengen Cadmium. Cadmium wird vor allem aus Zinkerzen und -konzentraten gewonnen.

    Die führenden Produktionsländer sind China, Südkorea, Kanada und Japan.

    Korea Zinc gilt als wichtigster Cadmiumhersteller. Weitere Player sind Nyrstar (Trafigura), Teck Resources (Kanada), Hindustan Zinc (Indien), Glencore (Schweiz) und Boliden (Schweden). In China gilt Zhuzhou Smelter Group als wichtigster Cadmiumproduzent.

    In der EU beträgt die Recyclingrate von Cadmium schätzungsweise 30 Prozent.

  • Substitution

    Batterien mit anderen chemischen Zusammensetzungen, insbesondere Lithium-Ionen-Batterien, können NiCd-Batterien in vielen Anwendungen ersetzen.

    Sofern die Oberflächeneigenschaften einer Beschichtung nicht entscheidend sind (z. B. bei Befestigungselementen für Flugzeuge), können Beschichtungen wie Zink-Nickel Cadmium in vielen Beschichtungsanwendungen ersetzen.

    Cersulfid wird als Ersatz für Cadmiumpigmente verwendet, hauptsächlich in Kunststoffen. Bariumstabilisatoren können Barium-Cadmium-Stabilisatoren in flexiblen Polyvinylchlorid-Anwendungen (PVC) ersetzen.

    Dünnschichttechnologien auf Basis von Kupfer-Indium-Gallium-Diselenid und Perowskit-Materialien wurden weiterhin untersucht, sind aber noch nicht kommerziell umsetzbar.

  • Geschichte

    Cadmium wurde um das Jahr 1820 entdeckt. Die Chemiker Carl Wilhelm Gottlob Kastner, Friedrich Strohmeyer und der Arzt Johann Roloff sind etwa zeitgleich auf das Element gestoßen.

    Lange Zeit wurden Cadmiumsulfide und -Selenide als Farbpigmente für gelb bis braunrot verwendet. Cadmiumgelb konnte etwa in Claude Monets „Bordinghera“ nachgewiesen werden.
    Ab 1925 begann die Bayer AG Cadmiumgelb industriell herzustellen. Bis 1980 war Cadmiumgelb die Farbe der Deutschen Bundespost. Die gelben Postbriefkästen tragen die Farbe auch heute noch.

    Schon frühe Berichte aus dem 19. Jahrhundert zeugen von der Gesundheitsschädlichkeit des Metalls. Trotzdem wurde Cadmiumiodid zur Behandlung von geschwollenen Gelenken und Frostbeulen eingesetzt.

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Bismut

Bi • Ordnungszahl 83

Bismut

Wismut ist hart, spröde, grobkristallin und glänzend mit einem rötlichen Schimmer. Es kommt in der Erdkruste in etwa so häufig vor wie Silber. Es zeichnet sich durch Diamagnetismus und seine Dichteanomalie aus: beim Erstarren dehnt sich Wismut um etwa 3,3 Prozent aus. Es hat nach Quecksilber die geringste thermische Leitfähigkeit unter den Metallen und seine elektrische Leitfähigkeit ist sehr schlecht. Unter den Schwermetallen hat es die geringste Toxizität. Allerdings besteht bei Wismut-Pulver unter bestimmten Bedingungen ein Explosionsrisiko.

Wismut wird hauptsächlich in der Pharmazie, Kosmetik, in Legierungen und der Chemieindustrie verwendet und kommt in einer Reihe von Nischenanwendungen zum Einsatz.

Wichtige Produktionsländer sind China, Laos, Vietnam und Japan.

Die größte aktive Wismutmine ist die Shizhuyuan Polymetallic Mine in der chinesischen Provinz Hunan betrieben von Hunan Nonferrous Metals.

Wismut ist ein kritischer Rohstoff für die EU, Japan und Südkorea, die USA stufen das Element als strategisch ein.

  • Verwendung

    Die größten Anwendungsgebiete von Wismut finden sich in der Metallindustrie, Pharmazie (vor allem als Pepto-Bismol), Kosmetik und chemischen Industrie. Wegen seiner antiseptischen Eigenschaften kommt es etwa in Brandsalben vor. In Lidschatten, Lippenstiften und Nagellack sorgt es für Perlglanz.

    Metallisches Wismut wird hauptsächlich in Legierungen verwendet, denen es seine besonderen Eigenschaften wie niedrigen Schmelzpunkt und Ausdehnung beim Erstarren verleiht. Wismut ist daher ein nützlicher Bestandteil von Typmetalllegierungen die saubere Gussteile ergeben. In niedrigschmelzenden Legierungen ist es ebenso ein wichtiger Bestandteil. Diese sogenannten Schmelzlegierungen werden in Brandmeldern und Sprinkleranlagen verwendet.
    Eine Wismut-Mangan-Legierung hat sich als Dauermagnet bewährt.

    In Lötmitteln, Munition und Angelgewichten sowie in der Strahlenabschirmung findet Wismut wegen seiner Ungiftigkeit zunehmend auch als Bleiersatz Verwendung.

    Ein weiterer aufstrebender Markt könnte sich aus der Entwicklung neuer Halbleiterklassen, thermoelektrischen Materialien und topologischen Isolatoren ergeben. Wismut könnte darüberhinaus für die Weiterentwicklung von Quantencomputern relevant sein.

  • Vorkommen

    Jährlich werden global um die 18.000 Tonnen produziert, das meiste davon in China, das einen Marktanteil von etwa 80 Prozent hält. Weitere Abbau- und Produktionsländer sind Laos, Südkorea, Vietnam und Japan.

    Gediegenes Wismut ist in der Natur rar. Die häufigsten wismuthaltigen Erze sind Wismutin (Wismutglanz), Bismit (Wismutocker) und Wismutit.

    Wismutvorkommen sind oft auch mit Blei-, Zink-, Zinn- und Silbererzen assoziiert. Es stammt etwa aus Wolframerzen in Südkorea, Bleierzen in Mexiko, Kupfererzen in Bolivien und sowohl Blei- als auch Kupfererzen in Japan.

    Mit Beginn des 21. Jahrhunderts hat China sowohl im Abbau als auch in der Raffination von Wismut eine weltweit führende Rolle eingenommen.

    Kommerzielles Wismut fällt größtenteils als Nebenprodukt beim Schmelzen und Raffinieren von Blei-, Zinn-, Kupfer-, Silber- und Golderzen an.

    Die größte aktive Mine aus der Wismut gewonnen wird, ist die Shizhuyuan Polymetallic Mine in der chinesischen Provinz Hunan, die von der Hunan Nonferrous Metals betrieben wird. Wismut wird hauptsächlich als Nebenprodukt bei der Wolframverarbeitung gewonnen.

    Weitere bedeutende Hersteller sind Zhuzhou Keneng New Material, Hunan Jinwang Bismuth Industrial, Yunnan Tin Group (YTC) in China, Met-Mex Peñoles in Mexiko, Masan High-Tech Materials in Vietnam, 5N Plus in Kanada, Belmont Metals in den USA, Comibol in Bolivia und Korea Zinc in Südkorea.

  • Geschichte

    Wismut war schon sehr früh bekannt, da es sowohl gediegen als auch in Verbindungen vorkommt. Es wurde aber lange Zeit nicht eindeutig als eigenständiges Metall erkannt und mit Blei, Antimon und Zinn verwechselt.

    Man vermutet, dass es lange vor seiner Entdeckung in Bergwerken als Pigment für silbern glänzende Schriften und Miniaturmalereien verwendet wurde. Dafür wurde das Wismut aus Wismutocker oder Wismutblüten geschmolzen. Im 14. Jahrhundert wurde es im Sächsischen Erzgebirge in elementarer Form entdeckt.

    Mitte des 15. Jahrhunderts gewann Wismut Bedeutung als Legierungsbestandteil von Drucklettern. Durch den Zusatz von Wismut lässt sich zum einen der Schmelzpunkt absenken, zum anderen werden die Drucklettern härter und nutzen sich langsamer ab.

    Als eigenes Element wurde Wismut nach der Mitte des 18. Jahrhunderts durch die Chemiker Claude François Geoffroy und Johann Heinrich Pott anerkannt.

  • Substitution

    In Schmelzlegierungen kann Wismut durch das sehr viel teurere Indium oder Gallium ersetzt werden. Auch günstigere Zinn-Blei-Legierungen kommen in Frage, allerdings ist hier die Toxizität zu beachten.

    In der Strahlenabschirmung kann es durch Wolfram, Blei und abgereichertes Uran ersetzt werden.
    Statt Pepto-Bismol können in der Pharmazie Aluminium-/Magnesiumhydroxid (Antazida) oder Protonenpumpenhemmer (PPI) verwendet werden.

    In Kosmetikprodukten kann der Perlglanzeffekt durch Pigmente auf Glimmerbasis statt Wismutoxychlorid erreicht werden.

    In Angelgewichten kann Wismut mit Stahl, Zinn oder durch das teurere Wolfram ersetzt werden.

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Beryllium

Cer • Ce • Ordnungszahl 58

Beryllium

Beryllium ist ein sehr hartes und sprödes Leichtmetall. Beryllium ist dreimal so leicht wie Aluminium und sechsmal fester als Stahl. Das Element zeichnet sich außerdem durch seine natürliche Resistenz gegen Korrosion, hervorragende elektrische Leitfähigkeit und hohen Wärmekapazität aus.

Aufgrund dieser Eigenschaften ist Beryllium für die Luft- und Raumfahrt sowie Rüstungsindustrie von hohem Interesse. Trotz seiner einzigartigen Eigenschaften wird Beryllium wegen seines hohen Preises und Toxizität insgesamt nur selten eingesetzt.

2024 wurden weltweit schätzungsweise 360 Tonnen Beryllium abgebaut. Der mit Abstand wichtigste Produzent ist die USA, wo sich auch 60 Prozent der weltweit bekannten Vorkommen befinden. Zu den führenden Berylliumproduzenten gehört Materion. Weitere Abbauländer sind China, Mosambik und Nigeria.

In der EU, den USA, China, Japan, Südkorea und Russland ist Beryllium ein kritischer oder strategischer Rohstoff.

Diese Metalle werden sehr häufig in der Industrie verwendet und werden dementsprechend an der LME (London Metal Exchange) als Terminkontrakte gehandelt.

  • Verwendung

    Weltweit sind die Verbrauchsmengen von Beryllium gering. 2024 wurden schätzungsweise 360 Tonnen gefördert. 21 Prozent gehen in die Rüstung, Luft- und Raumfahrt, 20 Prozent in Industriekomponenten und 15 Prozent in die Autoindustrie. In der EU gehört das Element zu den kritischen Rohstoffen.

    Der Großteil des global gewonnenen Berylliums wird in Form von Kupferlegierungen verwendet (ca. 80 Prozent). Die Zuverlässigkeit von Kupfer-Beryllium-Legierungen ermöglicht hochleistungsfähige, elektrisch leitfähige Anschlüsse für kritische Systeme wie Flugzeug- und Medizinelektronik, Airbag- und Antiblockiersysteme in Autos sowie Feuerlöschsysteme. In Mobiltelefonen und elektronischen Geräten verlängert es die Gerätelebensdauer.

    Als reines Metall wird es in medizinischen Röntgen-Fenstern verwendet in hochpräzisen Navigations- und Zielsystemen für das Militär verwendet.

    Berylliumkeramiken werden in Photovoltaikzellen verwendet, die denWirkungsgrad der Zellen deutlich steigern.

    Beryllium spielt auch in der Nuklearforschung und Atomkraft eine Rolle. Zum einen als Neutronenmoderator in Kernkraftwerken, aber auch als Neutronenquelle. Der Versuchs-Kernfusionsreaktor ITER in Südfrankreich besteht aus Berylliumplatten, die als Schutzschicht dienen. Beryllium ist auch für die Produktion von Atomwaffen unerlässlich. In den USA herrschen daher strenge Exportkontrollen für Beryllium.

    Berylliumhaltige Legierungen weisen in fester Form und wie sie in den Endprodukten enthalten sind keine besonderen gesundheitlichen Risiken auf. Allerdings entstehen bei einigen Verarbeitungsverfahren Staubpartikel, die bei Einatmung zu ernsthaften Lungenerkrankungen führen können.

  • Vorkommen, Abbau, Gewinnung

    Es gibt etwa 30 bekannte Mineralien, die Beryllium enthalten. Für den wirtschaftlichen Abbau sind Beryll und Bertrandit relevant. Beryll enthält zwischen drei und fünf Prozent Beryllium, ist aber härter als Bertrandit, was die Raffination erschwert. Die meisten Beryllium-Minen sind heute daher Bertrandit-Lagerstätten, trotz des niedrigeren Beryllium-Gehalts (0,3–1,5 Prozent).

    Mehr als die Hälfte des weltweit geförderten Beryllium stammt aus den USA. Die größte Lagerstätte befindet sich im Bundesstaat Utah und wird von Materion betrieben. Die nachgewiesenen und wahrscheinlichen Bertranditreserven in Utah umfassen insgesamt etwa 19.000 Tonnen Beryllium.

    Die weltweit bekannten Berylliumvorkommen werden auf über 100.000 Tonnen geschätzt. 60 Prozent davon befinden sich in den USA. Die mengenmäßig größten Vorkommen der USA liegen in Spor Mountain in Utah, McCullough Butte in Nevada, Black Hills in South Dakota, Sierra Blanca in Texas, Seward Peninsula in Alaska und Gold Hill in Utah.

    Die Berylliumproduktion in den USA umfasst Bergbau, Erzverarbeitung, Herstellung, Vertrieb und Recycling berylliumhaltiger Produkte. Japan baut keine Berylliumerze ab, importiert diese für seine Raffinerien. In Kasachstan wird Beryllium aus großen Lagerbeständen aus der Sowjetzeit raffiniert.

    China hat in den letzten Jahren seine Berylliumproduktion deutlich hochgefahren und zwischen 2015 und 2021 mehr als verdreifacht. Mit Blick auf die strategische Rolle für Rüstung und Militär hat das Land 2020 eine "Strategische Allianz für technologische Innovation in der chinesischen Berylliumindustrie“ ins Leben gerufen.

  • Substitution

    Da Beryllium im Vergleich zu anderen Werkstoffen teuer ist, wird es in Anwendungen eingesetzt, in denen seine Eigenschaften entscheidend sind. In manchen Anwendungen können bestimmte Metallmatrix- oder organische Verbundwerkstoffe, hochfeste Aluminiumsorten, pyrolytischer Graphit, Siliziumkarbid, Stahl oder Titan Berylliummetall oder Berylliumverbundwerkstoffe ersetzen.
    Kupferlegierungen mit Nickel und Silizium, Zinn, Titan oder anderen Legierungselementen oder Phosphorbronzelegierungen (Kupfer-Zinn-Phosphor) können Beryllium-Kupfer-Legierungen ersetzen, was jedoch zu einer erheblichen Leistungsminderung führen kann.

    Aluminiumnitrid oder Bornitrid können Berylliumoxid ersetzen.

  • Geschichte

    Das Element Beryllium wurde 1798 vom französischen Chemiker Louis-Nicolas Vauquelin in den Mineralien Beryll und Smaragd entdeckt. In den 1920er Jahren wurden Kupfer-Beryllium-Legierungen erstmals in deutschen Telefonschalttafelrelais eingesetzt.

    Das erste kommerziell erfolgreiche Verfahren zur Herstellung von reinem Beryllium wurde 1932 entwickelt, das zunächst in medizinischen Röntgenfenster verwendet wurde.

    Berylliumoxidkeramiken kamen in isolierenden Schaltkreisen von Radioröhren zum Einsatz.

    In den 1940er fand das Element in der Rüstungsindustrie seinen Platz: in hochpräzisen gyroskopischen Navigations- und Zielinstrumenten der Marine und Luftwaffe und in Atomwaffen als Neutronenmoderator.

    Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Nachfrage nach Beryllium für den Einsatz in Telekommunikationstechnologien, der Autoindustrie sowie der Luft- und Raumfahrt. Mit an Bord der Mercury-Raumkapsel beim ersten bemannten Flug ins All 1961 war ein Hitzeschild aus Beryllium.

    In den 1990er Jahren wurden neue Berylliummaterialien wie Aluminium-Beryllium-Metallmatrix-Verbundwerkstoffe entwickelt. Die Anwendungsgebiete von Beryllium verlagerten sich zunehmend von der Rüstung, Luft- und Raumfahrt hin zur Automobilelektronik, IT und Energiegewinnung.

    Nickel-Beryllium-Legierungen in Crashsensoren verbessern die Funktionsweise von lebensrettenden Airbags.

ISE AG, Institut für seltene Erden und Metalle AG, Metallpreis-Datenbank

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