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Uran

Die aktuelle Situation der Uranversorgung: Ein umfassender Überblick

Die aktuelle Situation der Uranversorgung: Ein umfassender Überblick

Uran ist ein essenzielles Element für die globale Energieerzeugung, insbesondere für die Kernkraft, die derzeit etwa 10 % des weltweiten Strombedarfs deckt. Mit dem wachsenden Interesse an sauberer Energie und der Reduzierung von CO2-Emissionen spielt die Kernenergie eine immer wichtigere Rolle. Die Versorgung mit Uran steht daher im Zentrum vieler geopolitischer und wirtschaftlicher Diskussionen. In diesem Artikel werden die aktuellen Lieferländer, ihre Produktionsmengen und Exporte untersucht, die geopolitischen Herausforderungen analysiert, Preisentwicklungen beleuchtet und zukünftige Entwicklungen im Uranmarkt diskutiert.

 

ISE AG

Die wichtigsten Lieferländer für Uran

  1. Kasachstan: Der grösste Produzent weltweit

Kasachstan ist mit Abstand der grösste Uranproduzent der Welt und liefert etwa 40 % des globalen Angebots. Das Land hat sich in den letzten Jahren als unangefochtener Marktführer etabliert. Die bedeutendsten Minen in Kasachstan sind Inkai, South Inkai und Central Mynkuduk, die von grossen internationalen Konsortien wie Kazatomprom in Partnerschaft mit westlichen und asiatischen Unternehmen betrieben werden.

Der Grossteil des kasachischen Urans wird in Länder wie China, Indien und Europa exportiert. Insbesondere China hat in den letzten Jahren seine Uranimporte aus Kasachstan erheblich gesteigert, um seine wachsende Zahl von Kernkraftwerken zu versorgen.

  1. Russland: Zweitgrösster Produzent und hohe Marktmacht

Rosatom, das staatliche russische Atomenergieunternehmen, spielt eine zentrale Rolle auf dem globalen Uranmarkt. Es ist einer der weltweit grössten Produzenten und Lieferanten von Uran und bietet eine breite Palette von Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Nuklearindustrie an. Die Rolle von Rosatom in der Lieferung von Uran an internationale Kunden lässt sich in mehreren Aspekten zusammenfassen:

  1. Uranabbau und Produktion: Rosatom betreibt einige der grössten Uranminen weltweit, sowohl in Russland als auch in anderen Ländern wie Kasachstan. Durch Tochtergesellschaften wie JSC Atomredmetzoloto (ARMZ) kontrolliert Rosatom einen erheblichen Teil der globalen Uranproduktion.
  2. Uranexport: Rosatom exportiert Uran in verschiedene Länder, die es für die Energieerzeugung in ihren Kernkraftwerken verwenden. Die Exporte erfolgen sowohl in Form von Natururan als auch in angereichertem Zustand. Russland ist einer der grössten Exporteure von Uran und bedient Kunden in Europa, Asien, und Nordamerika.
  3. Angereicherte Uranlieferungen: Neben dem Export von Natururan ist Rosatom auch führend in der Urananreicherung. Angereichertes Uran wird in Kernreaktoren benötigt, und Rosatom ist weltweit einer der Hauptlieferanten. Russland kontrolliert etwa 40% der globalen Kapazitäten für Urananreicherung, was Rosatom eine dominierende Stellung auf diesem Markt verschafft.
  4. Langfristige Lieferverträge: Rosatom schliesst häufig langfristige Lieferverträge mit anderen Ländern und Energieunternehmen ab. Diese Verträge stellen die kontinuierliche Versorgung mit Uran sicher und geben Rosatom eine stabile und langfristige Präsenz auf dem globalen Markt.
  5. Diversifizierung der Kundenbasis: Rosatom liefert Uran an eine breite Palette von Kunden weltweit, darunter sowohl entwickelte als auch Entwicklungsländer. Insbesondere in Asien und im Nahen Osten hat Rosatom seinen Einfluss verstärkt, indem es neue Märkte erschlossen hat.
  6. Technologische Dienstleistungen und Beratung: Über die Lieferung von Uran hinaus bietet Rosatom auch Dienstleistungen an, die mit dem Betrieb von Kernkraftwerken zusammenhängen, einschliesslich technischer Unterstützung, Schulungen und der Entwicklung neuer Reaktortechnologien. Dies stärkt die Beziehungen zu ihren Kunden und erweitert ihre Rolle über die reine Uranlieferung hinaus.
  7. Politische und wirtschaftliche Einflussnahme: Durch die Uranlieferungen und die Unterstützung beim Aufbau von Kernkraftwerken kann Rosatom auch eine Rolle in der Aussenpolitik Russlands spielen, indem es Abhängigkeiten schafft und die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zu anderen Ländern stärkt.

Insgesamt ist Rosatom ein bedeutender Akteur auf dem globalen Uranmarkt und nutzt seine umfangreichen Ressourcen und Technologien, um eine zentrale Rolle in der Versorgung der Welt mit Uran für die zivile Nutzung zu spielen.

  1. China: Auftrebender Lieferant für Uran

China spielt eine zunehmend wichtige Rolle auf dem globalen Uranmarkt, insbesondere durch seine beiden führenden Nuklearunternehmen, die China National Nuclear Corporation (CNNC) und die China General Nuclear Power Group (CGN). Diese Unternehmen sind nicht nur zentrale Akteure in der chinesischen Nuklearindustrie, sondern haben auch eine wachsende Präsenz auf dem internationalen Uranmarkt. Ihre Rolle in der Lieferung von Uran an Kunden weltweit lässt sich in mehreren Bereichen beschreiben:

  1. Uranabbau und Produktion: Sowohl CNNC als auch CGN sind in den Uranabbau involviert und haben in den letzten Jahren ihre Aktivitäten in diesem Bereich erheblich ausgeweitet. Neben eigenen Bergbauprojekten in China haben beide Unternehmen bedeutende Beteiligungen an Uranminen im Ausland, etwa in Ländern wie Kasachstan, Namibia und Australien. Dies ermöglicht ihnen, nicht nur den eigenen Bedarf zu decken, sondern auch Uran auf den internationalen Markt zu bringen.
  2. Investitionen und Partnerschaften im Ausland: CNNC und CGN investieren stark in ausländische Uranprojekte, oft in Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen und Regierungen. Diese Partnerschaften ermöglichen es China, seinen Einfluss auf den globalen Uranmarkt auszubauen und gleichzeitig die Versorgungssicherheit für seine wachsende Zahl von Kernkraftwerken zu gewährleisten.
  3. Uranimporte zur Deckung des Eigenbedarfs: China ist einer der grössten Importeure von Uran weltweit. CNNC und CGN kaufen grosse Mengen an Uran von internationalen Lieferanten, um die Nachfrage der inländischen Kernkraftwerke zu decken, die rapide wächst. Diese Importe machen China zu einem bedeutenden Akteur auf dem globalen Uranmarkt.
  4. Ausbau der Uranverarbeitungs- und Anreicherungsfähigkeiten: CNNC und CGN haben erheblich in die Entwicklung von Uranverarbeitungs- und Anreicherungsanlagen investiert, um den gesamten nuklearen Brennstoffkreislauf im Inland zu kontrollieren. Dies ermöglicht es China, angereichertes Uran nicht nur für den eigenen Bedarf, sondern auch für den Export zu produzieren.
  5. Langfristige Lieferverträge: Beide Unternehmen schliessen langfristige Lieferverträge mit Uranproduzenten und -lieferanten weltweit ab. Diese Verträge sichern nicht nur Chinas Versorgung, sondern stärken auch seine Position auf dem globalen Uranmarkt, indem sie stabile Beziehungen mit anderen Produzenten und Lieferanten aufbauen.
  6. Exporte von nuklearen Technologien und Dienstleistungen: Neben der Versorgung mit Uran sind CNNC und CGN auch in der Lieferung von nuklearen Technologien, dem Bau von Kernkraftwerken und der Bereitstellung von technischen Dienstleistungen weltweit tätig. Dies schliesst den Export von Nukleartechnologien in Länder wie Pakistan und Grossbritannien ein, wo China aktiv am Bau und Betrieb von Kernkraftwerken beteiligt ist.
  7. Strategische Ressource und geopolitischer Einfluss: Die Aktivitäten von CNNC und CGN auf dem globalen Uranmarkt sind Teil von Chinas umfassenderer Strategie, seine Energieversorgung zu diversifizieren und seine geopolitischen Interessen zu stärken. Durch die Kontrolle über Uranressourcen und die Lieferung von Uran an verschiedene Länder kann China wirtschaftliche und politische Beziehungen vertiefen und seinen globalen Einfluss ausbauen.

Insgesamt spielen CNNC und CGN eine entscheidende Rolle bei der Sicherung von Uranressourcen für China und tragen gleichzeitig zur Stabilität und Entwicklung des globalen Uranmarktes bei. Durch ihre strategischen Investitionen, Partnerschaften und technischen Fähigkeiten haben sie Chinas Position als wichtigen Akteur auf diesem Markt gefestigt.

  1. Kanada: Verlässlicher Partner des Westens

Kanada ist der zweitgrösste Uranproduzent der Welt, wobei der Grossteil des Urans aus den Minen in Saskatchewan stammt, insbesondere aus der Cigar Lake- und McArthur River-Mine. Die kanadische Produktion wird überwiegend in die Vereinigten Staaten, nach Europa und in asiatische Länder exportiert. Kanada gilt, als einer der stabilsten und verlässlichsten Uranlieferanten weltweit, was das Land zu einem strategischen Partner für westliche Nationen macht, die nach sicheren und langfristigen Uranquellen suchen.

  1. Australien: Die ruhende Supermacht

Australien verfügt über die grössten bekannten Uranvorkommen weltweit, ist jedoch nur der drittgrösste Produzent. Das liegt hauptsächlich an strengen Umweltauflagen und politischen Diskussionen im Land über den Abbau und die Nutzung von Uran. Die bedeutendsten Minen befinden sich in Olympic Dam, Ranger und Beverley. Australien exportiert hauptsächlich nach Asien und Europa und hat in den letzten Jahren seine Exporte nach China und Indien ausgebaut.

  1. Namibia und Niger: Wichtige Akteure in Afrika

Namibia und Niger sind die beiden wichtigsten Uranproduzenten in Afrika. Namibia, mit seinen Rössing- und Husab-Minen, liefert vor allem nach Europa und Asien. Niger, dessen Produktion durch die Minen in Arlit und Akokan dominiert wird, exportiert vorwiegend nach Europa, wobei Frankreich der Hauptabnehmer ist. Beide Länder sind für den globalen Uranmarkt von Bedeutung, stehen jedoch vor grossen Herausforderungen wie politischen Instabilitäten und Sicherheitsproblemen.

  1. Usbekistan: Ein aufstrebender Player

Usbekistan hat in den letzten Jahren seine Uranproduktion stetig gesteigert und liefert nun bedeutende Mengen an Länder wie Russland und China. Das Land profitiert von seiner strategischen Lage und seinen guten Beziehungen zu grossen Abnehmern, insbesondere im asiatischen Raum.

Die oben genannten Länder und Unternehmen liefern rund 2/3 der gesamten Mengen an Uran für den Weltmarkt. Der Rest stammt z.B. aus Singapur, USA, Niger oder der Ukraine. Da einige Länder Minen in anderen Ländern betreiben, können die Liefermengen nicht genau einem Land zugeordnet werden. In vielen Analysen wird z.B. Frankreich mit der Firma Orano als ein globaler Player angegeben. Jedoch hat Frankreich keine eigenen Minen und bezieht das Uran aus ehemaligen Kolonien, wie z.B. aus Niger oder aus Usbekistan. Niger hat gerade seine Lieferverträge mit Frankreich aufgelöst und liefert in Zukunft nur noch an Frankreich, wenn Orano Weltmarktpreise zahlt. Das kann erhebliche Einflüsse auf den europäischen Energiemarkt haben, da Frankreich mit seinen Atomkraftwerken viel Strom in andere Länder in Europa liefert. Zum Beispiel nach Deutschland, dass alle Atomkraftwerke abschaffen will.

Geopolitische Herausforderungen und Risiken

  1. Abhängigkeit von wenigen Lieferanten

Ein zentrales geopolitisches Problem des globalen Uranmarktes ist die starke Abhängigkeit von wenigen Lieferanten. Länder wie Kasachstan, Kanada und Australien dominieren den Markt, was insbesondere für westliche Länder ein Risiko darstellt. Die Abhängigkeit von Uran aus politisch instabilen Regionen, wie Afrika oder Zentralasien, birgt zusätzliche Risiken für die Versorgungssicherheit.

  1. Politische Instabilitäten und Sanktionen

In einigen Uranlieferländern, insbesondere in Afrika und Zentralasien, herrschen politische Instabilität und Sicherheitsprobleme. In Niger etwa, dass aufgrund politischer Unruhen und terroristischer Aktivitäten immer wieder in den Fokus rückt, könnten Lieferengpässe entstehen, die den globalen Markt erheblich beeinflussen. Sanktionen gegen Länder wie Russland oder Iran könnten ebenfalls die Versorgung beeinträchtigen, da diese Länder wichtige Transitländer oder Produzenten von angereichertem Uran sind.

  1. Die Rolle Chinas

China spielt eine immer bedeutendere Rolle auf dem globalen Uranmarkt. Das Land investiert nicht nur massiv in neue Kernkraftwerke, sondern sichert sich auch langfristige Lieferverträge mit den grössten Uranproduzenten. Diese Entwicklung könnte zu einem Wettlauf um Ressourcen führen, bei dem westliche Länder das Nachsehen haben könnten, sollten sie ihre Abhängigkeit von wenigen Lieferanten nicht diversifizieren.

Der weltweite Uranmarkt: Aktuelle Situation und Veränderungen

  1. Angebot und Nachfrage: Eine fragile Balance

Der globale Uranmarkt befindet sich in einer fragilen Balance zwischen Angebot und Nachfrage. Während die Nachfrage aufgrund der wachsenden Zahl von Kernkraftwerken insbesondere in Asien steigt, ist das Angebot begrenzt und stark konzentriert. In den letzten Jahren kam es immer wieder zu Produktionskürzungen, da grosse Produzenten wie Kazatomprom und Cameco auf niedrige Uranpreise reagierten. Diese Kürzungen haben zu einer Verknappung des Angebots geführt, was die Preise langsam ansteigen lässt.

  1. Preisentwicklungen und Markttrends

Der Uranpreis hat in den letzten Jahren eine wechselhafte Entwicklung durchgemacht. Nach einem dramatischen Preisverfall nach der Fukushima-Katastrophe im Jahr 2011 stabilisierten sich die Preise zunächst auf einem niedrigen Niveau. In den letzten Jahren ist jedoch ein deutlicher Aufwärtstrend zu erkennen, bedingt durch Produktionskürzungen und die steigende Nachfrage aus Asien. Der Spotpreis für Uran liegt derzeit bei etwa 60 bis 80 US-Dollar pro Pfund U3O8, wobei langfristige Verträge in der Regel höhere Preise erzielen. Laut aktuellen Nachrichten von Reuters sollen die Preise mittelfristig auf 90 bis 100 US-Dollar steigen.

Für Länder wie China und Indien, die grosse Mengen Uran benötigen, sind langfristige Lieferverträge von zentraler Bedeutung. Diese Verträge bieten den Vorteil stabiler Preise, liegen jedoch in der Regel über den Spotpreisen. Europäische Länder, die ebenfalls stark von Uranimporten abhängig sind, haben ähnliche Vereinbarungen, um Preisschwankungen zu vermeiden.

  1. Veränderung in der globalen Marktstruktur

In den letzten Jahren gab es eine deutliche Veränderung in der Struktur des globalen Uranmarktes. Während früher westliche Länder die dominierenden Abnehmer waren, verschiebt sich der Fokus zunehmend nach Asien. Länder wie China und Indien bauen ihre Kernkraftkapazitäten massiv aus und sichern sich langfristige Lieferverträge, was zu einer Neuausrichtung des Marktes führt. Gleichzeitig sind traditionelle westliche Abnehmer gezwungen, ihre Lieferketten zu diversifizieren und neue Quellen zu erschliessen, um ihre Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Zukünftige Entwicklungen und Herausforderungen

  1. Der Übergang zu fortschrittlicheren Kernreaktoren

Ein wichtiger Trend in der Kernenergie ist der Übergang zu fortschrittlicheren Reaktortypen, wie etwa schnellen Brütern oder Thorium-Reaktoren. Diese Technologien könnten den Uranbedarf verändern, da sie effizienter mit dem Brennstoff umgehen oder alternative Brennstoffe nutzen. Für den Uranmarkt bedeutet dies potenziell eine Reduktion der Nachfrage nach natürlichem Uran, was die Produzenten vor neue Herausforderungen stellt.

  1. Umwelt- und Sicherheitsaspekte

Der Abbau von Uran steht zunehmend unter dem Druck von Umwelt- und Sicherheitsauflagen. In vielen Ländern werden striktere Regulierungen eingeführt, die den Abbau erschweren und die Kosten erhöhen. Dies könnte in Zukunft zu einer weiteren Verknappung des Angebots führen, da neue Minenprojekte schwerer genehmigt werden und bestehende Minen vor steigenden Betriebskosten stehen.

  1. Die Rolle erneuerbarer Energien

Der zunehmende Ausbau erneuerbarer Energien könnte langfristig den Bedarf an Kernenergie und damit an Uran verringern. Zwar wird die Kernkraft in vielen Ländern als notwendiger Bestandteil der Energiewende angesehen, doch die Konkurrenz durch erneuerbare Energien und die steigende Energieeffizienz könnten den globalen Uranmarkt nachhaltig beeinflussen. Für Produzenten bedeutet dies, dass sie möglicherweise in neue Märkte investieren oder ihre Geschäftsmodelle anpassen müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Auswirkungen auf Hersteller und Abnehmer

  1. Herausforderungen für die Produzenten

Für Uranproduzenten stellt die aktuelle Marktstruktur eine Herausforderung dar. Die Abhängigkeit von wenigen grossen Abnehmern und die Konzentration auf wenige grosse Produzenten bedeuten, dass kleine und mittelgrosse Unternehmen Schwierigkeiten haben, wettbewerbsfähig zu bleiben. Zudem müssen die Produzenten mit steigenden Kosten und strikteren Umweltauflagen umgehen. Langfristig könnten sich die Marktbedingungen verschärfen, wenn neue Technologien die Nachfrage nach Uran verringern oder politische Entscheidungen den Uranabbau weiter einschränken.

  1. Risiken und Chancen für die Abnehmer

Die Abnehmer von Uran, insbesondere die Betreiber von Kernkraftwerken, stehen vor der Herausforderung, ihre Versorgungssicherheit zu gewährleisten und gleichzeitig die Kosten zu kontrollieren. Langfristige Lieferverträge bieten zwar Stabilität, könnten jedoch bei sinkenden Uranpreisen zu einem Wettbewerbsnachteil führen. Die Diversifikation der Lieferquellen und die Investition in neue Technologien, die den Brennstoffbedarf reduzieren, sind entscheidend, um in einem sich wandelnden Markt wettbewerbsfähig zu bleiben.

Fazit

Die Versorgung mit Uran steht vor einer Vielzahl von Herausforderungen und Veränderungen, die sowohl geopolitische als auch wirtschaftliche Auswirkungen haben. Die Abhängigkeit von wenigen grossen Produzenten und die Konzentration der Nachfrage in Asien prägen den globalen Markt. Gleichzeitig führen geopolitische Risiken, Umweltauflagen und technologische Entwicklungen zu einer zunehmend komplexen Marktsituation. Sowohl Produzenten als auch Abnehmer müssen sich auf diese Veränderungen einstellen, um langfristig erfolgreich zu bleiben.

 ISE AG – August 2024

Rare earths: China firmly in the saddle despite millions invested by the Pentagon

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THE MOST IMPORTANT MINES IN PRODUCTION 2023 - Quelle: ISE AG 

CHINA STRICTLY GUARDS ITS DOMINANT POSITION IN RARE EARTH METALS AND THE MANUFACTURE OF PERMANENT MAGNETS, WHICH ARE RELEVANT FOR CLIMATOLOGY AND THE MILITARY. AN ASIA EXPERT WARNS THAT CHINA IS EXERCISING INFLUENCE OVER THE STILL BARELY EXISTING WESTERN INDUSTRY THROUGH HIDDEN CONNECTIONS.

Mike Pompeo Opens Rare Earth Industry Congress in Barcelona

At the end of June, Mike Pompeo traveled to Barcelona — not to admire the artistic works of Antoni Gaudí, but to open the annual congress of the Rare Earth Industry Association (REIA). The former CIA director now serves as special advisor to USA Rare Earth (USARE). Previously, he was Secretary of State under Donald Trump, who in September 2020 declared a national emergency, citing the “unacceptable dependence of the United States on foreign adversaries for critical minerals” — meaning China — as an “extraordinary threat.”

Although Trump is no longer president, his critical minerals policy is being continued by his successor, Joe Biden. Of the 35 materials deemed critical to the United States, the rare earth elements stand out most. These are also considered critical by the European Union. But why all the fuss over this group of 17 elements, usually found in tiny amounts in speakers, screens, glass, alloys, and hard drives? The reason is that, with the massive expansion of climate technologies, demand for rare earths is expected to increase exponentially — particularly for permanent magnets, which are essential components of electric vehicles and wind turbines.

Dangerous Dependence on China

China controls the global supply chain for rare earth mining and processing, right up to the production of permanent magnets. This dominance has become a growing problem for Western countries, as China frequently restricts exports— most recently in spring, in retaliation for export bans on semiconductor technologies imposed by the U.S., Japan, and several EU states. China has since also tightened export restrictions on gallium and germanium. (We will report on this in detail separately.)

This dependence is particularly frustrating for the United States. Until the 1980s, the U.S. was the world’s leading producer of rare earths. “But China pursued an aggressive economic policy, flooding the global market with rare earths to drive out competitors,” Trump’s 2020 decree stated. Today, the U.S. imports about 80% of its rare earths from China.

Even the know-how for permanent magnets originally came from the United States — and is now being painfully rebuilt after decades of outsourcing to China. One company working on this is Pompeo’s USA Rare Earth (USARE), which aims to establish a fully integrated production chain — from mining to finished permanent magnets — in Texas.

Tesla Moves Away from Rare Earths

Despite U.S. and EU efforts to regain control over rare earth production and downstream industries, more and more manufacturers are moving away from permanent-magnet-based electric motors. The reasons include extreme price volatilitypotential shortages, and the environmental damage caused by mining.

BMW, for instance, has eliminated neodymium-iron-boron magnets from its fifth-generation electric motorsNissanand Renault plan to reduce the share of motors using permanent magnets. Tesla, the market leader in electric vehicles, has gone even further — its next generation of electric motors will contain no rare earths at all.

In the wind energy sector, turbines using permanent magnets still make up only a small share of Germany’s installed capacity. However, in the offshore segment — where durability and efficiency are paramount — magnet-based modelsare gaining ground. Which generator type will ultimately dominate remains uncertain, but raw material security has become a major concern. Notably, German manufacturers of permanent magnets have recently scaled back their activities — with Enercon, the leading producer of onshore wind turbines, being a rare exception. These developments show that climate technologies are not necessarily guaranteed demand drivers for rare earth elements.

Neither Clean nor Transparent

Both the wind and electric vehicle industries promote an image of clean energy and mobility. Yet, the extraction of rare earths and the production of permanent magnets are often neither clean nor transparent. The origin of rare earth elements used in magnets cannot be reliably traced.

China’s monopoly over rare earths was built in part on decades of weak environmental standards, which made its products unbeatably cheap. The environmental hazards include the release of radioactive substances such as thorium and uranium, and highly polluting mining methods, especially for heavy rare earth elements.

Thousands of Toxic Ponds in Burma’s Conflict Zones

Across the southeastern Chinese province of Jiangxi, the landscape is dotted with thousands of small, round ponds filled with toxic water — remnants of the chemical leaching used to extract rare earths. Ammonium sulfate and ammonium chloride were injected directly into the ground to dissolve the desired materials. Environmental rehabilitation could take up to 100 years, with cleanup costs estimated by the Chinese government at USD 5.5 billion.

Since 2016, the Chinese government has tried to get these environmental problems under control — closing mines, curbing production, and cracking down on illegal operations. Yet, as domestic output decreasedglobal demand did not. To maintain its refinery capacity and export dominance, China began sourcing raw materials from neighboring Myanmar (Burma). Within a few years, Myanmar has become one of the world’s largest rare earth producers, with militias linked to the country’s military regime partnering with Chinese companies to control the mines.

In March 2022, the NGO Global Witness used satellite imagery to identify 300 mining sites containing 2,700 chemical leaching ponds in Myanmar. The resulting environmental destruction and human impact have been catastrophic.

Pentagon Invests Millions

Both the U.S. and the EU have recently elevated raw materials policy to the top of their political agendas. However, while the EU frames the issue in terms of the climate transition, the U.S. approach is driven by national security concerns.

To rebuild domestic rare earth production and processing, the U.S. government — through the Pentagon — has already committed over USD 100 million in public investment. The military’s interest is clear: fighter jets and nuclear submarines require large quantities of rare earths. An F-35 jet contains about 420 kilograms, while each Virginia-class nuclear submarine — five of which Australia ordered from the U.S. last year — uses more than four metric tons.

Even before Trump’s 2020 policy push, the U.S. company MP Materials had reopened the Mountain Pass mine in 2017. However, U.S. independence from China remains far off: in the first three quarters of 2022, nearly all of MP Materials’ revenue came from sales to Shenghe Resources, a semi-state-owned Chinese company that is also a minority shareholder in the U.S. firm.

China thus dominates the rare earth industry not only as a seller but also as a buyer. As Andy Mok of the Center for China and Globalization told, “What’s unique about this industry is China’s presence at every step of the value chain, which makes it extremely difficult for other countries to enter.”

Despite this, the Pentagon has granted MP Materials USD 35 million to build a separation facility for heavy rare earths — even though the company remains partly Chinese-owned.

Would you like me to make this sound more like a professional magazine article (e.g., orstyle) while keeping the same information?

 

RARE EARTH METALS - APPLICATIONS OF PERMANENT MAGNETS. SOURCE: ISE AG

 Separation Plants in Texas

Lynas Rare Earths is one of the few rare earth producers outside China. The company operates a mine in Mount Weld, Western Australia, and a separation plant for light rare earths in Malaysia. However, due to radioactive waste generated during the separation process, Malaysia has threatened to revoke the plant’s operating license. Lynas is preparing to shift operations to a new facility in Australia, which is almost complete.

In addition, Lynas — in partnership with U.S. chemical company Blue Line — is building its first heavy rare earth separation plant in Texas, supported by $120 million in funding from the Pentagon. Lynas is also receiving $30 million for another light rare earth separation facility in Texas.

Meanwhile, the Chinese government closely guards its monopoly over the rare earth market, built up over decades. Western efforts to regain control over rare earths have not gone unanswered. In 2009, the state-owned China Nonferrous Metal Mining Group attempted to acquire a majority stake in Lynas — a deal that was blocked by Australian authorities.

Today, according to the U.S. Department of Defense, Chinese actors are also engaging in disinformation campaigns. A hacker group called Dragonbridge, allegedly linked to Beijing, is said to have spread negative narratives about Lynas online.

In 1992, Chinese Party Secretary Deng Xiaoping famously declared, “The Middle East has oil; China has rare earths.” The long-term goal of the Communist Party has been to transition from a raw material supplier to a technological leader. Three years later, two state-owned Chinese firms, with help from the U.S. Sextant Group, acquired Magnaquench, the only American producer of permanent magnets, previously owned by General Motors. This gave China access to crucial patents.

Despite prior agreements, the new Chinese owners shut down all U.S. operations by 2000. Today, China controls over 90% of the global permanent magnet industry. According to Asia expert Frank Jüris from the Estonian Foreign Policy Institute, the close ties between China’s political leadership and industry are striking: one of the executives involved in the Magnaquench takeover was Zhang Hong, Deng Xiaoping’s son-in-law.

Hidden Connections with China

The second notable rare earth separation facility outside China is located in EstoniaSilmet, a remnant of the Soviet era, is now owned by Neo Performance Materials (Neo), a Canadian-listed company. Neo plans to expand the facilityand begin permanent magnet production.

Silmet previously belonged to Molycorp, founded in 2008 with the goal of rebuilding the entire U.S. rare earth supply chain — from mining to magnet manufacturing. Molycorp revived the Mountain Pass mine and repurchased Magnaquench from the Chinese. However, Molycorp collapsed in 2015 after China flooded the market with cheap rare earths, causing a price crash. The company went bankrupt, and Neo acquired Magnaquench and Silmet from the liquidation.

Jüris points out that both MP Materials and Neo are deeply intertwined with China. Neo’s majority owner, Tattarang(which is linked to Fortescue Metals Group), has longstanding business ties with China. Moreover, the fact that Neo is the only Western company allowed to process rare earths in China further underscores its close relationship with the Communist Party.

Additionally, Magnaquench’s R&D division is headed by Chen Zhongmin, who previously worked for companies connected to the Chinese military. Jüris warns that through such relationships, Beijing could theoretically exert influence over Western industry — unless strict regulatory safeguards are put in place.

Scandinavia Advances a China-Independent Supply Chain

At the beginning of the year, LKAB, Sweden’s state-owned iron ore company, made headlines by announcing the largest known rare earth deposit in the European Union. Since iron ore will remain its main extraction product, this makes rare earth mining less vulnerable to volatile global prices, according to Bo Krogvig, LKAB’s special adviser, in an interview with Tagesspiegel Background.

To separate the rare earths, LKAB acquired a majority stake in Norwegian company REEtec, which plans to launch its first separation plant in 2024. The ore will come from Vital Metals in Canada. A second plant, dedicated to LKAB, is expected to begin operations in 2026, although LKAB does not anticipate rare earth extraction in Kiruna before 2030.

REEtec is partly funded by Mercuria, in which the U.S. government also holds an interest. The German automotive supplier Schaeffler has reportedly signed a supply agreement with REEtec, according to Reuters. This could mark the first entirely China-independent rare earth value chain.

However, many experts remain skeptical. Since China still produces more than 90% of the world’s permanent magnets, it will likely remain the key buyer of rare earth oxides for the foreseeable future.

Scandium: From Soviet secret to Chinese monopoly

DUE TO THE POTENTIALLY HIGH DEMAND FOR CLIMATE TECHNOLOGIES SUCH AS THE HYDROGEN INDUSTRY, THE WEST IS STRIVING TO PRODUCE ITS OWN SUPPLY OF THIS EXPENSIVE RARE EARTH METAL. THE AEROSPACE AND AUTOMOTIVE INDUSTRIES COULD BENEFIT FROM A SECURE AND AFFORDABLE SUPPLY OF SCANDIUM.

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One Week Ago: Second Trialogue Meeting in Brussels on the Critical Raw Materials Act

A week ago, the second trilogue meeting on the Critical Raw Materials Act took place in Brussels — the law designed to secure European industry’s access to critical metals. In today’s highly tense geopolitical climate, Europe’s dependence on just a handful of countries poses a significant risk to its economy.

China, in particular, controls both the extraction and processing of many critical and strategic metals, while Russia also plays a dominant role in the raw materials sector. That China is using its monopoly strategically has become evident through its export controls on the technology metals gallium and germanium (see Institut für Seltene Erden).

Now, China has expanded export restrictions to include graphite, the main component of electric vehicle batteries(lithium-ion accumulators).

Scandium: Another Possible Target for Export Controls

According to Alastair Neill from the Critical Minerals Institutescandium could be the next metal subject to Chinese export restrictions.

Despite being relatively common in the Earth’s crust, scandium rarely occurs in concentrated form, which makes dedicated mining uneconomical. Instead, it is typically recovered as a by-product of cobalt, nickel, titanium, uranium, or zirconium mining.

Scandium Production in China: A Black Box

Like gallium and germanium, scandium is a niche metal with a very small global market. Only a few countries supply it — China, Russia, Kazakhstan, and, before the outbreak of war in 2022, Ukraine — producing an estimated 15 to 25 tonnes per year, according to the U.S. Geological Survey (USGS).

Precise figures are unavailable; the market is too small and its uses too fragmented, according to a report from the U.S. International Trade Administration. The actual production volume in China is unknown, particularly for scandium produced for domestic consumption rather than export.

Russia is also believed to still possess Cold War-era stockpiles. What is certain, however, is that China dominates the scandium market.

Aluminum–Scandium: Weight Reduction for Aerospace

Scandium has long been considered highly attractive for industry, with experts predicting a boom for years — yet it has not materialized.

When used as an alloying element in aluminum, even in small quantities (about 0.2%), scandium allows welding instead of riveting of aluminum parts. This enables weight reductions of 10–15%, which is particularly valuable in the aerospace industry, where every kilogram saved translates into hundreds of liters of fuel and significant cost savings.

However, scandium’s high price and supply risks have discouraged major manufacturers such as Airbus from adopting it.

According to data from the Institute for Rare Earths and Metals AG (ISE AG):

  • Scandium oxide (99.99%): €654.60 (EXW China)
  • Scandium metal (99.999%): €5,260 (EXW China)

Market analysts describe the situation as a “chicken-and-egg problem”: because supply is too limited and unreliable, industrial demand remains low — and vice versa.

A Soviet Secret

Scandium’s unique properties — enhancing strength, flexibility, heat resistance, and corrosion protection — made it a closely guarded secret in the Soviet Union during the Cold War.

As early as the 1950s, Soviet researchers discovered scandium’s ability to improve aluminum alloys. It was first used in the MiG-29 fighter jets, and until the 1990s, the Soviet Union was the world’s largest scandium producer, primarily recovering the metal from uranium mines.

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andium Metal 99,9

 

Rusal ist Marktführer

Auch heute noch ist Russland in Sachen Scandium ein bedeutender Player und dies nicht nur was die Gewinnung angeht. Dem Aluminiumkonzern Rusal ist es als erstem Hersteller gelungen, Scandiumoxid wirtschaftlich aus Rotschlämmen zu gewinnen. Rusal ist auch Pionier bei der Entwicklung von Scandium-Aluminium-Technologien. Laut Maven Research ist der drittgrößte Aluminiumhersteller, dessen schillernder Begründer Oleg Deripaska auf westlichen Sanktionslisten gelistet ist, gar Marktführer für Scandium-Aluminium-Produkte. Auch der Konzern selbst kam 2018 auf die US-Sanktionsliste, wurde nach Umstrukturierungen der Eigentümerschaft Anfang 2019 aber wieder entfernt.

Der Konzern muss wegen Russlands Krieg gegen die Ukraine weiterhin mit Sanktionen rechnen, auch wenn sich Metallhändler und Banken auf der Londoner Metallbörse LME seit kurzem wieder kräftig mit russischem Aluminium eindecken. Viele westliche Unternehmen vermeiden aber auch ohne Sanktionen Geschäfte mit Rusal. Das Unternehmen wendet sich daher verstärkt asiatischen Märkten zu und hat dabei Chinas E-Autoindustrie im Visier, deren Hunger nach CO2-reduziertem Aluminium kräftig wächst.

Scandium in Elektrolyt

Der aktuell größte Einzelabnehmer von russischem Scandium kommt jedoch aus einer ganz anderen Ecke: der kalifornische Brennstoffzellenhersteller Bloom Energy setzt das Element dem Elektrolyt in seinen Festoxidbrennstoffzellen bei. Verwendet wird Scandium in geringen Mengen auch in der Sportartikelbranche, wo es in Fahrradrahmen, Lacrosse- und Baseballschläger stärkt. Auch in Kleinschusswaffen wird es verbaut. Das größte Potenzial für Scandium sehen Marktbeobachter jedoch in der Autoindustrie, die bislang eben wegen der hohen Kosten und des mangelnden Angebots die Finger von Aluminium-Scandium-Legierungen ließ. 

Deutschland: Nachfrage aus der Wasserstoffindustrie

Auch für die Wasserstoffindustrie könnte das Metall wichtig werden. Grün, also mit erneuerbaren Energien, hergestellter Wasserstoff macht derzeit weniger als ein Prozent (40 Terawattstunden) der weltweiten Produktion aus. Die Nachfrage wird künftig extrem steigen. Laut einer Studie der Deutschen Rohstoffagentur (Dera) gehört die Zukunft der grünen Wasserstofferzeugung mittels Wasserelektrolyse, bei der das Gas aus Wasser hergestellt wird. Demnach seien heute drei Elektrolysetechnologien von Bedeutung, von denen die Alkalische Elektrolyse und zu weiten Teilen die Polymerelektrytmembran-Eletrolyse in einem technisch ausgereiften Zustand sind. Die Festkörperoxid-Elektrolyse befindet sich gerade im Übergang zwischen Forschung und industrieller Anwendung.

Allein bei letzterer kommt Scandium zum Einsatz: Der Festelektrolyt besteht entweder aus einem Yttriumdotierten  oder einem Scandium-dotierten Zirkoniumdioxid. Die Vorteile des Scandium-dotierten Materials sind laut Dera die bessere Leitfähigkeit und die höhere Stabilität bei niedrigeren Betriebstemperaturen. Für Scandium sagt die Dera-Studie in einem nachhaltigem Zukunftsszenario bis zum Jahr 2040 einen Bedarfsanstieg auf 24 Tonnen, also das 2,7-fache der Produktion von 2018 (7 Tonnen), voraus.

Rio Tinto setzt auf Scandium

Seit einigen Jahren bemüht sich eine Reihe westlicher Firmen darum, Abbau und Herstellung von Scandium in die eigene Hand zu nehmen. Das könnte ein Zeichen für einen Durchbruch in einigen Jahren hinweisen. Riotinto, ein Schwergewicht unter den Bergbauunternehmen, gewinnt Scandiumoxid seit 2022 aus Abfällen, die bei der Titaniumoxid-Produktion im kanadischen Quebec anfallen. Die Produktionskapazität soll drei Tonnen pro Jahr betragen, was laut Rio Tinto in etwa 20 Prozent der globalen Produktionsmenge entsprechen soll. Letztere Angabe ist mit Vorsicht zu genießen, da die tatsächlichen globalen Produktionsmengen schließlich nicht genau bekannt sind.

Auch der japanische Bergbaukonzern Sumitomo Metal Mining, der zum  ältesten und größten Unternehmenskonglomerat Japans gehört, hat auf den Philippinen die zusätzliche Herstellung von Scandiumoxid in seiner Nickelraffinerie, einer Hochdrucksäurelaugungsanlage (HPAL), in Auftrag gegeben.

Neue Nickel- und Kobaltraffinerieprojekten in Australien planen die Scandiumgewinnung bereits mit ein. Außerdem gibt es in Downunder mehrere Abbauprojekte. Nennenswert ist vor allem das Platin-Scandium Projekt von Platina Resources dessen Kauf Rio Tinto für 14 Millionen US-Dollar vereinbart hat. Weitere Projekte gibt es von den Junior-Mining-Unternehmen Scandium International Mining  und Sunrise Energy Metals in New South Wales. Sunrise Energy Metalsüberlegt darüberhinaus den Bau einer Scandium-Raffinerie in den USA.

Die nahe Zukunft wird zeigen, ob die Henne-Ei-Problematik überwunden wird. Bis dahin steht Scandium dem Weltmarkt weiterhin nur aus China und Russland in homöopathischen Mengen zur Verfügung.

Scandium: Vom Sowjet-Geheimnis zum China-Monopol 

Wegen der potenziell hohen Nachfrage für Klimatechnologien wie der Wasserstoffindustrie bemüht sich der Westen um eine eigene Produktion des teuren Seltenerdmetalls. Die Luft-und Raumfahrt- sowie die Autoindustrie könnten von einer sicheren und günstigen Versorgung mit Scandium profitieren.

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Vor einer Woche fand in Brüssel das zweite Trilog-Treffen zum Critical Raw Materials Act statt, das Rohstoffgesetz, das Europas Industrie den Zugang zu kritischen Metallen sichern soll. In der aktuell sehr angespannten geopolitischen Lage stellen große Abhängigkeiten von einer Handvoll Ländern ein sehr hohes Risiko für Europas Wirtschaft dar. Vor allem China kontrolliert Abbau und Weiterverarbeitung zahlreicher kritischer und strategischer Metalle, aber auch Russland ist im Rohstoffsektor dominant. Dass China sein Monopol auch strategisch einsetzt, führt die Einführung von Ausfuhrkontrollen auf die Technologiemetalle Gallium und Germanium deutlich vor Augen (siehe https://institut-seltene-erden.de/ausfuhrkontrollen-auf-gallium-und-germanium-china-will-verhandeln/ ). Nun hat China Exportbeschränkungen auch auf Graphit, dem größten Bestandteil von E-Autobatterien (Lithium-Ionen-Akkumulatoren), ausgeweitet.

Auch Scandium ist ein weiterer möglicher Kandidat für Ausfuhrbeschränkungen, glaubt Alastair Neill vom Critical Minerals Institute. Trotz seiner Häufigkeit in der Erdkruste, kommt Scandium in der Natur kaum in angereicherter Form vor. Daher gibt es keinen eigenen Scandiumabbau, sondern das Metall wird als Beiprodukt aus Kobalt-, Nickel-, Titanium-, Uran- oder Zirkoniumminen gewonnen.

Scandium-Herstellung in China eine Blackbox 

Ähnlich wie Gallium und Germanium ist es ein Nischenmetall mit einem sehr kleinen Markt. Nur wenige Länder bauen das Metall ab: China, Russland, Kasachstan, und vor Ausbruch des Krieges 2022 auch die Ukraine, beliefern die Welt mit jährlich 15 bis 25 Tonnen. So zumindest die Schätzungen US-amerikanischen Geologiedienst US Geological Survey, denn genaue Angaben gibt es nicht. Zu klein ist der Markt, zu verstreut die Verwendung des Metalls heißt es in einem Bericht der US-Außenhandelsbehörde. Unbekannt sind etwa die tatsächlichen Produktionsmengen in China, die für den Eigenverbrauch und nicht für den Export bestimmt sind. Russland soll außerdem noch über Lagerbestände aus der Zeit des Kalten Kriegs verfügen. Fest steht, dass China der Platzhirsch am Scandium-Markt ist.

Aluminium-Scandium: Gewichtsreduktion für Luftfahrt

Scandium wäre für die Industrie sehr attraktiv und seit Jahren sagen Experten dem Metall einen Boom voraus, der aber nicht eingetreten ist. Als Legierungszusatz in Aluminium sorgt Scandium bereits in kleinen Mengen (ca. 0,2 Prozent) dafür, dass man Aluminiumteile verschweißen kann, statt sie zu vernieten. Das erlaubt eine Gewichtsreduktion von zehn bis 15 Prozent, was insbesondere für die Luft- und Raumfahrtindustrie relevant ist, wo jedes Kilogramm weniger an Gewicht Einsparungen von mehreren hundert Litern an Treibstoff und somit Kosten bedeutet. Doch der hohe Preis, der laut Institut für seltene Erden und Metalle AG (www.ise-ag.com) Datenbank für Scandiumoxid 99,99% EXW China bei EURO 654,60 und Scandium Metall 99,999% EXW China bei EURO 5260,- liegt, sowie das Versorgungsrisiko halten Unternehmen wie Airbus davon ab, auf Scandium zu setzen. Marktbeobachter sprechen daher von einem Henne-Ei-Problem bei Scandium: weil das Angebot zu klein und zu unsicher ist, bleibt die Nachfrage in der Industrie aus.

Seine besonderen Eigenschaften – Erhöhung der Festigkeit, Flexibilität, Hitzebeständigkeit und Korrosionsschutz – machten das Material während des Kalten Kriegs zu einem streng behüteten Geheimnis in der Sowjetunion. Dort erkannten Forscher bereits in den 1950er Jahren, dass Scandium die Qualitäten von Aluminium verbessert. Erstmals zum Einsatz kam Scandium als Legierungszusatz in MiG-29-Kampfjets. Bis in die 1990er war die Sowjetunion auch der weltweit größte Scandiumproduzent, wo es vor allem aus Uranminen gewonnen wurde.

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Rusal ist Marktführer

Auch heute noch ist Russland in Sachen Scandium ein bedeutender Player und dies nicht nur was die Gewinnung angeht. Dem Aluminiumkonzern Rusal ist es als erstem Hersteller gelungen, Scandiumoxid wirtschaftlich aus Rotschlämmen zu gewinnen. Rusal ist auch Pionier bei der Entwicklung von Scandium-Aluminium-Technologien. Laut Maven Research ist der drittgrößte Aluminiumhersteller, dessen schillernder Begründer Oleg Deripaska auf westlichen Sanktionslisten gelistet ist, gar Marktführer für Scandium-Aluminium-Produkte. Auch der Konzern selbst kam 2018 auf die US-Sanktionsliste, wurde nach Umstrukturierungen der Eigentümerschaft Anfang 2019 aber wieder entfernt.

Der Konzern muss wegen Russlands Krieg gegen die Ukraine weiterhin mit Sanktionen rechnen, auch wenn sich Metallhändler und Banken auf der Londoner Metallbörse LME seit kurzem wieder kräftig mit russischem Aluminium eindecken. Viele westliche Unternehmen vermeiden aber auch ohne Sanktionen Geschäfte mit Rusal. Das Unternehmen wendet sich daher verstärkt asiatischen Märkten zu und hat dabei Chinas E-Autoindustrie im Visier, deren Hunger nach CO2-reduziertem Aluminium kräftig wächst.

Scandium in Elektrolyt

Der aktuell größte Einzelabnehmer von russischem Scandium kommt jedoch aus einer ganz anderen Ecke: der kalifornische Brennstoffzellenhersteller Bloom Energy setzt das Element dem Elektrolyt in seinen Festoxidbrennstoffzellen bei. Verwendet wird Scandium in geringen Mengen auch in der Sportartikelbranche, wo es in Fahrradrahmen, Lacrosse- und Baseballschläger stärkt. Auch in Kleinschusswaffen wird es verbaut. Das größte Potenzial für Scandium sehen Marktbeobachter jedoch in der Autoindustrie, die bislang eben wegen der hohen Kosten und des mangelnden Angebots die Finger von Aluminium-Scandium-Legierungen ließ. 

Deutschland: Nachfrage aus der Wasserstoffindustrie

Auch für die Wasserstoffindustrie könnte das Metall wichtig werden. Grün, also mit erneuerbaren Energien, hergestellter Wasserstoff macht derzeit weniger als ein Prozent (40 Terawattstunden) der weltweiten Produktion aus. Die Nachfrage wird künftig extrem steigen. Laut einer Studie der Deutschen Rohstoffagentur (Dera) gehört die Zukunft der grünen Wasserstofferzeugung mittels Wasserelektrolyse, bei der das Gas aus Wasser hergestellt wird. Demnach seien heute drei Elektrolysetechnologien von Bedeutung, von denen die Alkalische Elektrolyse und zu weiten Teilen die Polymerelektrytmembran-Eletrolyse in einem technisch ausgereiften Zustand sind. Die Festkörperoxid-Elektrolyse befindet sich gerade im Übergang zwischen Forschung und industrieller Anwendung.

Allein bei letzterer kommt Scandium zum Einsatz: Der Festelektrolyt besteht entweder aus einem Yttriumdotierten  oder einem Scandium-dotierten Zirkoniumdioxid. Die Vorteile des Scandium-dotierten Materials sind laut Dera die bessere Leitfähigkeit und die höhere Stabilität bei niedrigeren Betriebstemperaturen. Für Scandium sagt die Dera-Studie in einem nachhaltigem Zukunftsszenario bis zum Jahr 2040 einen Bedarfsanstieg auf 24 Tonnen, also das 2,7-fache der Produktion von 2018 (7 Tonnen), voraus.

Rio Tinto setzt auf Scandium

Seit einigen Jahren bemüht sich eine Reihe westlicher Firmen darum, Abbau und Herstellung von Scandium in die eigene Hand zu nehmen. Das könnte ein Zeichen für einen Durchbruch in einigen Jahren hinweisen. Riotinto, ein Schwergewicht unter den Bergbauunternehmen, gewinnt Scandiumoxid seit 2022 aus Abfällen, die bei der Titaniumoxid-Produktion im kanadischen Quebec anfallen. Die Produktionskapazität soll drei Tonnen pro Jahr betragen, was laut Rio Tinto in etwa 20 Prozent der globalen Produktionsmenge entsprechen soll. Letztere Angabe ist mit Vorsicht zu genießen, da die tatsächlichen globalen Produktionsmengen schließlich nicht genau bekannt sind.

Auch der japanische Bergbaukonzern Sumitomo Metal Mining, der zum  ältesten und größten Unternehmenskonglomerat Japans gehört, hat auf den Philippinen die zusätzliche Herstellung von Scandiumoxid in seiner Nickelraffinerie, einer Hochdrucksäurelaugungsanlage (HPAL), in Auftrag gegeben.

Neue Nickel- und Kobaltraffinerieprojekten in Australien planen die Scandiumgewinnung bereits mit ein. Außerdem gibt es in Downunder mehrere Abbauprojekte. Nennenswert ist vor allem das Platin-Scandium Projekt von Platina Resources dessen Kauf Rio Tinto für 14 Millionen US-Dollar vereinbart hat. Weitere Projekte gibt es von den Junior-Mining-Unternehmen Scandium International Mining  und Sunrise Energy Metals in New South Wales. Sunrise Energy Metalsüberlegt darüberhinaus den Bau einer Scandium-Raffinerie in den USA.

Die nahe Zukunft wird zeigen, ob die Henne-Ei-Problematik überwunden wird. Bis dahin steht Scandium dem Weltmarkt weiterhin nur aus China und Russland in homöopathischen Mengen zur Verfügung.

Seltene Erden: China sitzt fest im Sattel, trotz Millioneninvestitionen des Pentagon

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Die wichtigsten Produzierenden Minen 2023 - Quelle: ISE AG 

 

China wacht streng über seine dominante Stellung bei Seltenen Erden und der Herstellung von Dauermagneten, die für Klimatologien und das Militär relevant sind.Ein Asienexperte wanrt davor, dass China über versteckte Verpflechtungen Einfluss auf die noch kaum exestierende westliche Industrie ausübt.

Mike Pompeo reiste Ende Juni nach Barcelona. Nicht etwa um die kunstvollen Bauwerke Antoni Gaudís zu bewundern, sondern um den Jahreskongress der Rare Earth Industry Association (REIA) zu eröffnen. Der Ex-CIA-Chef ist Sonderberater von USA Rare Earth (USARE). Davor war er Außenminister unter Donald Trump, der im September 2020 den nationalen Notstand ausrief, weil die „unzumutbare Abhängigkeit der USA bei kritischen Mineralien von ausländischen Gegnern“ – gemeint ist China – eine außerordentliche Bedrohung darstelle.

Trump ist nicht mehr Präsident, aber seine Rohstoffpolitik führt Nachfolger Joe Biden weiter. Von den 35 für die USA kritischen Rohstoffen stechen die Seltenen Erden hervor. Auch für die EU sind Seltene Erden kritisch. Doch warum der ganze Rummel um diese Gruppe von 17 Elementen, die meist nur in kleinsten Mengen in Lautsprechern, Bildschirmen,Gläsern, Legierungen und Festplatten vorkommen? Das Argument lautet, dass mit dem massiven Ausbau von Klimatechnologien die Nachfrage exponentiell steigen wird. Gemeint sind vor allem Dauermagneten, die in Elektroautos und Windkraftanlagen verwendet werden.

Gefährliche Abhängigkeit von China 

China kontrolliert den Markt für die Förderung und Weiterverarbeitung der Seltenen Erden bis hin zur Herstellung von Dauermagneten. Für den Westen wird das zunehmend zum Problem, denn China nutzt seine Marktmacht und drosselt immer wieder Exporte, zuletzt im Frühjahr als Reaktion auf das von den USA, Japan und einigen EU-Staaten beschlossene Exportverbot für Halbleitertechnologien. Nun wird der Export von Gallium und Germanium mit Exportrestriktionen von Seiten Chinas begrenzt. Zu diesem Thema werden wir separat und ausführlich berichten.

Diese Abhängigkeit ist für die USA besonders ärgerlich. Bis in die 1980er Jahre waren die USA Hauptförderland von Seltenen Erden. „Doch China setzte eine aggressive Wirtschaftspolitik ein, um den Weltmarkt mit Seltenen Erden zu überschwemmen und Mitbewerber zu verdrängen.“ heißt es in Trumps Dekret von 2020. Heute importiert die Weltmacht 80 Prozent ihres Bedarfs aus China.

Auch das Know-how für Dauermagneten, stammt ursprünglich aus den USA. Heute muss es mühevoll von China zurückerobert werden. Eine Firma, die daran arbeitet, ist etwa Pompeos USARE, die eine vertikale Produktion von der Mine bis zu fertigen Permanentmagneten in Texas aufbauen will.

Tesla verzichtet auf Seltene Erden

Trotz der Bemühungen in den USA und der EU wieder mehr Kontrolle über die Produktion Seltener Erden und der nachgelagerten Industrie zu bekommen, meiden immer mehr Hersteller Elektromotoren auf Basis von Permanentmagneten. Die Gründe sind extreme Preisschwankungen, die Aussicht auf Knappheit sowie der umweltschädliche Abbau. BMW verzichtet bei seinen Elektromotoren der fünften Generation auf Neodym-Eisen-Bor-Magnete. Nissan und Renault wollen den Anteil der Motoren mit Dauermagneten reduzieren. Und E-Auto-Platzhirsch Tesla verzichtet bei seiner neuen Elektromotoren-Generation ganz auf Seltene Erden.

In der Windbranche ist der Anteil von Anlagen mit Dauermagneten in Deutschland gering. Bei Offshore-Anlagen, deren Ausbau massiv vorangetrieben wird, sind jedoch Modelle mit Dauermagneten aufgrund ihrer Widerstandsfähigkeit auf der Überholspur. Welcher Generatortyp sich in Windkraftanlagen durchsetzen wird, ist offen. Rohstoffsicherheit ist in der Branche jedenfalls ein großes Thema und wohl der Grund dafür, das deutsche Hersteller von Dauermagneten wieder abgerückt sind. Eine Ausnahme ist Marktführer für Onshore-Anlagen Enercon. Die Entwicklungen zeigen jedenfalls, dass Klimatechnologien nicht unbedingt die Nachfragetreiber für Seltene Erden sein müssen.

Weder sauber noch transparent

Die Windbranche und die Elektroautoindustrie werben mit sauberer Energie und Mobilität. Der Abbau Seltener Erden sowie die Herstellung von Permanentmagneten ist meist weder sehr sauber noch transparent. Die Herkunft der in Permanentmagneten verwendeten Seltenerdelemente kann nicht mit Sicherheit zurückverfolgt werden.

Dass China sich das Monopol für Seltene Erden sichern konnte, hängt auch mit dem lange Zeit laxen Umgang von Umweltschutz zusammen. Das hat Chinas Produkte unschlagbar günstig gemacht. Problematisch sind beim Abbau und der Verarbeitung nicht nur die Freisetzung radioaktiver Substanzen wie Thorium und Uran, sondern auch die Abbaumethoden, vor allem für die schweren Seltenen Erden. 

Tausende Giftbecken in Burmas Konfliktzonen

Kleine, runde Becken, gefüllt mit giftigem Wasser, übersäen in Chinas südöstlichen Provinz Jiangxi ganze Landschaften. Es handelt sich um zurückgelassene Laugen, in denen die Seltenerderze mit einem Chemiemix behandelt wurden. Tonnen an Ammoniumsulfaten und Ammoniumchlorid wurden noch bis vor wenigen Jahren direkt in den Boden injiziert, um an die begehrten schweren Seltenen Erden heran zu kommen. Die Rehabilitierung der Natur könnte bis zu 100 Jahre dauern. Die Kosten dafür beziffert die Regierung auf 5,5 Milliarden US-Dollar.

Die chinesische Regierung bemüht sich seit 2016 die Umweltprobleme beim Abbau Seltener Erden in den Griff zu bekommen. Minen wurden geschlossen, die Förderung gedrosselt und härter gegen illegalen Abbau vorgegangen. Doch mit der Schließung seiner Minen hat die globale Nachfrage nicht nachgelassen. Damit Chinas Raffinerien den Weltmarkt weiter beliefern können, beziehen sie den Stoff aus dem benachbarten Myanmar (Burma). Das Land ist in wenigen Jahren zu einem der größten Abbauländer für Seltene Erden avanciert. Milizgruppen, die der Militärdiktatur nahestehen, kontrollieren den Abbau – gemeinsam mit chinesischen Firmen. Die NGO Global Witness hat im März 2022 mit Hilfe von Satellitenbildern 300 verschiedene Standorte mit insgesamt 2.700 Becken für In-situ-Leaching verzeichnet. Die Schäden an der Umwelt und die Folgen für die dort lebenden Menschen sind verheerend.

Pentagon investiert Millionenbeträge

Die USA und die EU haben etwa zeitgleich ihre Rohstoffpolitik oben auf die Staatsagenden gebracht. Doch anders als in der EU, wo die Rohstoffsicherung mit dem Kampf gegen den Klimawandel begründet wird, geht es der US-Regierung vor allem um die nationale Sicherheit. Um den Abbau Seltener Erden und die nachgelagerte Industrie wieder ins Land zu holen, haben die USA bereits über 100 Millionen US-Dollar an öffentlichen Investitionen locker gemacht. Zuständig dafür ist das Pentagon, denn es sind vor allem Kampfjets und Atom-U-Boote, die Seltene Erden in rauen Mengen brauchen. In jedem F-35 Kampfjet stecken 420 Kilogramm, in einem Atom-U-Boot der Virginia-Klasse, von denen Australien letztes Jahr bei den USA fünf Stück bestellt hat, gar über vier Tonnen.

Bereits vor Trumps Weckruf hat das US-Unternehmen MP Materials die Mountain Pass-Mine 2017 übernommen und in Betrieb genommen. Unabhängig von China sind die USA damit aber noch lange nicht: in den ersten drei Quartalen 2022 beruhte MP Materials’ Umsatz nahezu vollständig auf dem Verkauf an das halbstaatliche chinesische Unternehmen Shenghe Resources, das gleichzeitig Minderheitseigentümer des US-Unternehmens ist.

China dominiert Seltene Erden nicht nur verkaufsseitig, sondern eben auch als Abnehmer. Das Besondere an dieser Industrie sei Chinas Präsenz auf jeder Stufe in der Lieferkette, was es anderen Ländern deutlich erschwert, einzusteigen, zitiert das Nachrichtenportal Quartz Andy Mok vom Center for China and Globalization. Das Pentagon bewilligte MP Materials daher 35 Millionen US-Dollar für den Bau einer Separationsanlage für schwere Seltene Erden – trotz chinesischer Beteiligung.

 

Seltene Erden - Anwendungsbereiche von Permamagneten. Quelle: ISE AG

 

Separationsanlagen in Texas

Lynas Rare Earths ist ein weiterer der rar gesäten Produzenten Seltener Erden außerhalb Chinas. Das Unternehmen betreibt im westaustralischen Mount Weld eine Mine und eine Separationsanlage für leichte Seltene Erden in Malaysien. Wegen der radioaktiven Abfälle, die beim Separationsprozess entstehen, droht Malaysien dem Werk die Betriebslizenz zu entziehen. Lynas kann bald auf seine fast fertige Anlage in Australien ausweichen. Außerdem plant Lynas gemeinsam mit der US-Chemiefirma Blue Line in Texas seine erste Separationsanlage für schwere Seltene Erden. Auch hier steht das Pentagon finanziell zur Seite und investierte 120 Millionen US-Dollar. Für eine weitere Separationsanlage für leichte Seltene Erden in Texas bekommt Lynas 30 Millionen US-Dollar.

Die chinesische Regierung wacht indes eifersüchtig über ihr Monopol, das sie sich über Jahrzehnte aufgebaut hat. Westliche Bemühungen, die Kontrolle über Seltene Erden zurückzugewinnen, bleiben nicht unbeantwortet. So versuchte die staatliche China Nonferrous Metal Mining bereits 2009 die Mehrheit an Lynas zu übernehmen. Der Deal scheiterte an australischen Behörden. Heute greifen chinesische Akteure laut US-Verteidigungsministerium auch zu Desinformationskampagnen. So soll die Peking nahestehende Hackergruppe Dragonbridge gegen Lynas Stimmung im Netz gemacht haben.

1992 verlautbarte  Parteigeneralsekretär Deng Xiaoping „Der Nahe Osten hat Öl, China hat Seltene Erden“. Das langfristige Ziel der kommunistischen Partei ist der Sprung vom Rohstofflieferanten zum Technologieführer. Drei Jahre nach Dengs legendärem Satz übernahmen zwei staatliche chinesische Unternehmen mit Hilfe der US-amerikanischen Sextant Group den einzigen US-Hersteller von Permanentmagneten: die General Motors-Tochter Magnaquench. Damit sicherte sich China den Zugang zu wichtigen Patenten. Wenige Jahre später schlossen die neuen Eigentümer von Magnaquench bis 2000 alle US-Standorte, trotz anders lautender Abmachungen. Heute kontrolliert China über 90 Prozent der globalen Permanentmagnetenindustrie. Asienexperte Frank Jüris vom Estonian Foreign Policy Institute verweist auf die engen Verflechtungen der politischen Führung mit der Industrie: einer der Chefs der beiden chinesischen Firmen damals war Deng Xiaopings Schwiegersohn Zhang Hong.

Versteckte Verflechtungen mit China

In Estland steht die zweite nennenswerte Separationsanlage für Seltene Erden außerhalb Chinas. Silmet, ein Erbe aus Sowjetzeiten, gehört heute Neo Performance Materials (Neo). Das kanadische notierte Unternehmen plant eine Erweiterung der Anlage und will künftig auch Permanentmagneten herstellen. Silmet gehörte zuvor Molycorp, das 2008 gegründet wurde, mit dem Ziel die gesamte Lieferkette von der Mine bis zu Permanentmagneten in den USA wieder auf die Beine zu stellen. Molycorp baute die Mountain Pass-Mine wieder auf und kaufte Magnaquench von den Chinesen zurück. Doch Molycorp scheiterte als China den Markt 2015 mit Seltenen Erden schwemmte. Der Preisverfall zwang das US-Unternehmen in den Konkurs. Neo übernahm aus der Konkursmasse Magnaquench und Silmet.

Jüris betont, dass sowohl MP Materials als auch Neo mit China verflechtet sind. Neos australischer Mehrheitseigentümer Tattarang, der wiederum der Fortescue Metals Group gehört, kann auf langjährige enge Geschäftsbeziehungen zu China zurückblicken. Dass Neo als einziges westliches Unternehmen in dem Land Seltene Erden verarbeiten darf, sei ein weiteres Indiz für die engen Verflechtungen mit der Kommunistischen Partei. Magnaquench’ Forschungs- und Entwicklungsabteilung werde außerdem von Chen Zhongmin geleitet. Er sei zuvor bei Firmen tätig gewesen, die dem chinesischen Militär nahestehen. Jüris warnt, dass die chinesische Regierung über diese Verflechtungen theoretisch Einfluss auf die westliche Industrie ausüben kann, wenn dem nicht regulatorisch Einhalt geboten wird. 

Skandinavien bringt von China unabhängige Lieferkette voran 

Anfang des Jahres machte LKAB, Schwedens staatliches Eisenerzunternehmen, Schlagzeilen mit der Bekanntgabe des größten Vorkommen an Seltenen Erden in der EU. Da das Hauptabbauprodukt weiterhin Eisenerz sein wird, „macht es den Abbau Seltener Erden von volatilen Weltmarktpreisen unabhängig“, sagte LKAB-Sonderberater Bo Krogvig in einem Interview mit dem Tagesspiegel Background.

Um die Seltene Erden zu trennen, hat LKAB die Mehrheit von REEtec gekauft. Das norwegische Unternehmen will 2024 seine erste Separationsanlage in Betrieb nehmen. Das Erz dafür soll aus Kanada von Vital Metals kommen. Eine zweite Anlage soll 2026 für LKAB in Betrieb gehen, allerdings rechnet LKAB nicht vor 2030 mit dem Abbau der Seltenen Erden in Kiruna. An REEtech ist über Mercuria auch die US-Regierung beteiligt. Der deutsche Autozulieferer Schaeffler hat laut Reuters eine Liefervereinbarung mit den REEtec unterzeichnet. Es wäre somit die erste, von China gänzlich unabhängige Wertschöpfungskette. Viele Kenner zweifeln jedoch, dass es ohne China gehen wird. Schließlich werden dort weit über 90 Prozent der Permanentmagneten produziert. China bleibt somit vorerst der wichtigste Abnehmer von Seltenerdoxiden.

The Current State of Uranium Supply: A Comprehensive Overview

The Current State of Uranium Supply: A Comprehensive Overview 

Uranium is an essential element for global energy production, particularly for nuclear power, which currently supplies about 10% of the world's electricity. With growing interest in clean energy and the reduction of CO₂ emissions, nuclear energy is playing an increasingly important role. As a result, uranium supply is at the center of many geopolitical and economic discussions. This article examines current supplier countries, their production volumes and exports, analyzes geopolitical challenges, highlights price trends, and discusses future developments in the uranium market.

 

ISE AG

The Most Important Uranium Supplier Countries

  1. Kazakhstan: The world’s largest producer

Kazakhstan is by far the biggest uranium producer in the world and supplies about 40% of global supply. The country has established itself in recent years as the undisputed market leader. The most significant mines in Kazakhstan include Inkai, South Inkai, and Central Mynkuduk, which are operated by large international consortia like Kazatomprom in partnership with Western and Asian companies.

Most of Kazakhstan’s uranium is exported to countries such as China, India, and in Europe. In particular, China has considerably increased its uranium imports from Kazakhstan in recent years to supply its growing number of nuclear power plants.

  1. Russia: Second‑largest producer and major market power

Rosatom, the state nuclear energy company of Russia, plays a central role in the global uranium market. It is one of the world’s largest producers and suppliers of uranium and offers a wide range of nuclear industry services. Rosatom’s role in supplying uranium to international customers can be summarized in several respects:

  1. Mining and production: Rosatom operates some of the largest uranium mines globally, both in Russia and in other countries such as Kazakhstan. Through subsidiaries like JSC Atomredmetzoloto (ARMZ), Rosatom controls a significant portion of global uranium production.
  2. Uranium exports: It exports uranium to various countries that use it for energy generation in their nuclear reactors. These exports are both in the form of natural uranium and enriched uranium. Russia is one of the largest exporters of uranium serving customers in Europe, Asia, and North America.
  3. Enriched uranium deliveries: In addition to exporting natural uranium, Rosatom is also a leading player in uranium enrichment. Enriched uranium is required for use in many types of reactors, and Rosatom is one of the main suppliers worldwide.
  4. Long‑term supply contracts: Rosatom often enters long‑term contracts with other countries and energy companies. These contracts ensure a steady uranium supply and give Rosatom a stable, long‑term presence in the global market.
  5. Diversification of customer base: Rosatom supplies uranium to a wide range of customers around the world, including both developed and developing countries. In particular, its influence in Asia and the Middle East has increased as it has entered new markets.
  6. Technological services and advisory: Beyond simply supplying uranium, Rosatom also provides services related to the operation of nuclear power plants, including technical support, training, and the development of new reactor technologies. This strengthens its relationships with customers and extends its role beyond uranium supply alone.
  7. Political and economic influence: Through its uranium deliveries and involvement in nuclear power plant projects, Rosatom also plays a role in Russia’s foreign policy, creating dependencies and reinforcing economic and political relations with other nations.

Overall, Rosatom is a major player in the global uranium market, using its extensive resources and technologies to play a central role in meeting the world’s civilian uranium needs.

  1. China: An emerging supplier

China is playing an increasingly important role in the global uranium market, particularly through its two leading nuclear companies, China National Nuclear Corporation (CNNC) and China General Nuclear Power Group (CGN). These companies are not only central actors in China’s nuclear industry, but also have a growing presence in the international uranium supply market. Their role in supplying uranium to customers worldwide can be described in several areas:

  1. Mining and production: Both CNNC and CGN are involved in uranium mining and have significantly expanded their activities in recent years. In addition to their own mining projects in China, they hold important stakes in uranium mines abroad, for example in countries such as Kazakhstan, Namibia, and Australia. This allows them not only to meet domestic demand but also to supply uranium internationally.
  2. Foreign investments and partnerships: CNNC and CGN are heavily investing in uranium projects abroad, often in collaboration with local companies and governments. These partnerships allow China to increase its influence on the global uranium market while ensuring the supply security for its growing number of nuclear power plants.
  3. Uranium imports to fulfill domestic demand: China is one of the world’s largest uranium importers. CNNC and CGN purchase large quantities of uranium from international suppliers in order to meet the demand of the rapidly growing fleet of domestic nuclear power plants. These imports make China a significant actor in the global uranium market.
  4. Expansion of uranium processing and enrichment capabilities: CNNC and CGN have invested heavily in developing uranium processing and enrichment facilities, aiming to control the full nuclear fuel cycle domestically. This enables China not only to produce enriched uranium for its own use but potentially for export.
  5. Long‑term supply contracts: Both companies enter into long‑term supply agreements with uranium producers and suppliers around the world. These contracts help secure China’s supply and strengthen its position in the global market by building stable relationships with other producers and suppliers.
  6. Export of nuclear technology and services: In addition to providing uranium, CNNC and CGN are also active in exporting nuclear technologies, building nuclear power plants, and providing technical services worldwide. This includes export projects in countries like Pakistan and the UK, where China is involved in both the construction and operation of nuclear reactors.
  7. Strategic resource and geopolitical influence: The activities of CNNC and CGN in the global uranium market are part of China’s broader strategy to diversify its energy supply and strengthen its geopolitical influence. By controlling uranium resources and supplying uranium to various countries, China deepens economic and political relationships and extends its global influence.

In sum, CNNC and CGN play a decisive role in securing uranium resources for China and at the same time contribute to the stability and development of the global uranium market. Through their strategic investments, partnerships, and technical capabilities, they have strengthened China’s position as an important actor in this market.

  1. Canada: Reliable partner of the West

Canada is the second‑largest uranium producer in the world, with the bulk of its uranium coming from mines in Saskatchewan, particularly the Cigar Lake and McArthur River mines. Most of Canada’s production is exported to the United States, Europe, and Asian countries. Canada is considered one of the most stable and reliable uranium suppliers globally, making it a strategic partner for Western nations that are looking for secure, long‑term sources of uranium.

  1. Australia: The sleeping superpower

Australia has the largest known uranium reserves in the world but is only the third largest producer. This is mainly due to strict environmental regulations and political debates in the country regarding uranium mining and its use. The most important mines are Olympic Dam, Ranger, and Beverley. Australia exports mainly to Asia and Europe and has in recent years expanded its exports to China and India.

  1. Namibia and Niger: Key actors in Africa

Namibia and Niger are the two most important uranium producers in Africa. Namibia, with its Rössing and Husab mines, exports primarily to Europe and Asia. Niger, whose production is dominated by the Arlit and Akokan mines, exports mostly to Europe, with France being a major buyer. Both countries are significant for the global uranium market, but face major challenges including political instability and security issues.

  1. Uzbekistan: An emerging player

Uzbekistan has steadily increased its uranium production in recent years and now supplies significant quantities to countries such as Russia and China. The country benefits from its strategic location and its good relations with large buyers, especially in Asia.

The countries and companies mentioned above supply around two-thirds of the total uranium quantities for the global market. The remainder comes from countries such as Singapore, the USA, Niger, or Ukraine. Since some countries operate mines in other countries, supply volumes cannot be precisely attributed to a single nation. In many analyses, for example, France—through the company Orano—is cited as a global player. However, France does not own any mines itself and sources its uranium from former colonies, such as Niger or Uzbekistan. Niger recently terminated its supply contracts with France and will only supply France in the future if Orano pays world market prices. This could have significant impacts on the European energy market, as France supplies substantial electricity to other European countries via its nuclear power plants—for example, to Germany, which plans to phase out all its nuclear power plants.

Geopolitical Challenges and Risks

  1. Dependence on Few Suppliers

A central geopolitical problem of the global uranium market is the strong dependence on a few suppliers. Countries like Kazakhstan, Canada, and Australia dominate the market, which represents a risk, especially for Western countries. Dependence on uranium from politically unstable regions such as Africa or Central Asia entails additional risks to supply security.

  1. Political Instability and Sanctions

In some uranium-supplying countries, especially in Africa and Central Asia, political instability and security problems prevail. Niger, for example, frequently comes into focus due to political unrest and terrorist activities, potentially leading to supply shortages that could significantly impact the global market. Sanctions against countries such as Russia or Iran could also affect supply, as these countries are important transit nations or producers of enriched uranium.

  1. The Role of China

China is playing an increasingly important role in the global uranium market. The country is investing massively not only in new nuclear power plants but also secures long-term supply contracts with the largest uranium producers. This development could lead to a race for resources, in which Western countries might lose out if they do not diversify their dependence on a few suppliers.

The Global Uranium Market: Current Situation and Changes

  1. Supply and Demand: A Fragile Balance

The global uranium market is in a fragile balance between supply and demand. While demand is rising due to the growing number of nuclear power plants—especially in Asia—the supply is limited and highly concentrated. In recent years, production cuts have repeatedly occurred as major producers like Kazatomprom and Cameco reacted to low uranium prices. These cuts have led to a tightening of supply, gradually pushing prices upward.

  1. Price Developments and Market Trends

The uranium price has experienced volatile developments in recent years. After a dramatic price collapse following the Fukushima disaster in 2011, prices initially stabilized at a low level. However, in recent years a clear upward trend has emerged, driven by production cuts and rising demand from Asia. The spot price for uranium currently stands at approximately $60 to $80 per pound of U3O8, while long-term contracts usually achieve higher prices. According to recent Reuters reports, prices are expected to rise to $90 to $100 in the medium term.

For countries like China and India, which require large quantities of uranium, long-term supply contracts are of central importance. These contracts offer the advantage of stable prices but are generally higher than spot prices. European countries, also heavily dependent on uranium imports, have similar agreements to avoid price fluctuations.

  1. Changes in the Global Market Structure

In recent years, there has been a clear shift in the structure of the global uranium market. While Western countries were the dominant consumers in the past, the focus is increasingly shifting to Asia. Countries such as China and India are massively expanding their nuclear capacities and securing long-term supply contracts, leading to a realignment of the market. At the same time, traditional Western buyers are forced to diversify their supply chains and explore new sources to ensure supply security.

Future Developments and Challenges

  1. Transition to Advanced Nuclear Reactors

An important trend in nuclear energy is the transition to more advanced reactor types, such as fast breeder reactors or thorium reactors. These technologies could change uranium demand by using fuel more efficiently or employing alternative fuels. For the uranium market, this potentially means a reduction in demand for natural uranium, posing new challenges for producers.

  1. Environmental and Safety Aspects

Uranium mining is increasingly under pressure from environmental and safety regulations. Many countries are introducing stricter regulations that complicate mining and raise costs. This could lead to further supply shortages in the future, as new mining projects become harder to approve and existing mines face rising operating costs.

  1. The Role of Renewable Energies

The growing expansion of renewable energies could reduce the need for nuclear energy and thus uranium in the long term. Although nuclear power is seen as a necessary component of the energy transition in many countries, competition from renewables and rising energy efficiency could sustainably influence the global uranium market. For producers, this means they may need to invest in new markets or adapt their business models to remain competitive.

Impacts on Producers and Consumers

  1. Challenges for Producers

The current market structure poses challenges for uranium producers. Dependence on a few large buyers and concentration among a few major producers means that small and medium-sized companies struggle to remain competitive. In addition, producers must cope with rising costs and stricter environmental regulations. In the long term, market conditions may tighten further if new technologies reduce uranium demand or political decisions further restrict uranium mining.

  1. Risks and Opportunities for Consumers

Consumers of uranium, especially nuclear power plant operators, face the challenge of securing supply while controlling costs. Long-term supply contracts provide stability but could become a competitive disadvantage if uranium prices fall. Diversifying supply sources and investing in new technologies that reduce fuel demand are crucial to remaining competitive in a changing market.

Conclusion

Uranium supply faces numerous challenges and changes with both geopolitical and economic implications. Dependence on a few large producers and demand concentration in Asia shape the global market. At the same time, geopolitical risks, environmental regulations, and technological developments create an increasingly complex market situation. Both producers and consumers must adapt to these changes to remain successful in the long term. ISE AG – August 2024