Aluminium ist ein silbrig-weißes Leichtmetall. Es sticht durch sein geringes Gewicht, Korrosionsbeständigkeit und seine gute Wärmeleitfähigkeit hervor. Es ist gut formbar und nicht magnetisch. Aluminium hat in etwa ein Drittel der Dichte von Eisen. Der Schmelzpunkt ist mit 660 Grad Celsius relativ niedrig.
Es ist das dritthäufigste Element und das häufigste Metall in der Erdkruste.
Nach Eisen ist Aluminium das zweitwichtigste Metall für die Industrie. Die wichtigste Verwendung ist im Bausektor sowie im Leichtbau (Autoindustrie, Luft- und Raumfahrt).
Die Weipa-Mine in Australien ist die weltgrößte Abbaustätte für Bauxit, dem Mineral aus dem Aluminium gewonnen wird. Seinen Namen verdankt Bauxit seinem ersten Fundort Les Baux-de-Provence in Südfrankreich, wo es 1822 vom Geologen Pierre Berthier entdeckt wurde.
Der größte Bauxitförderer ist Rio Tinto, gefolgt von Winning International, das die Simandou-Mine in Guinea betreibt. Guinea verfügt über die größten Aluminiumreserven weltweit.
Marktführer in der Aluminiumproduktion ist China, das einen Marktanteil von fast 60 Prozent hat. Chinalco und Hongqiao Group sind dabei die führenden Unternehmen.
Aluminium kann ohne Qualitätsverlust recycelt werden und der Prozess verbraucht dabei nur einen Bruchteil der Energie, die in der Primärherstellung notwendig ist.
Geschichte
Alaun (Aluminiumsalz) war bereits im Altertum bekannt. In der Antike wurde es in Ägypten und Rom in der Medizin und zum Färben eingesetzt. 1754 entdeckt der deutsche Chemiker Andreas Sigismund Marggraf Tonerde (Al₂O₃) als eigenständige Substanz. Der französische Chemiker Antoine Laurent de Lavoisier vermutete als erster, dass es sich bei der von Marggraf aus einer Alaunlösung gewonnenen Alaunerde um das Oxid eines bislang unbekannten Elements handle.
Der Brite Sir Humphry Davy versucht 1808 erstmals, Aluminium elektrolytisch herzustellen – erfolglos. Er führte jedenfalls die Namensvarianten alumium, aluminum und aluminium ein, von welchen die letzten beiden im Englischen nebeneinander fortbestehen.
Die Darstellung von Aluminium glückte schließlich 1825 dem Dänen Hans Christian Ørsted. Mehrere Chemiker optimierten daraufhin den Herstellungsprozess, unter anderem Friedrich Wöhler, dem es 1845 endlich gelang, einige winzige Aluminiumkügelchen herzustellen. Damit konnte er dann auch die Dichte des Metalls bestimmen.
1846 setzte Henri Étienne Sainte-Claire Deville die Versuche, die Aluminiumgewinnung zu verbessern und vor allem günstiger zu machen, fort. Er überzeugte Kaiser Napoleon III. Die Entwicklung der industriellen Herstellung von Aluminium finanziell zu unterstützen. Nach erfolgreichen Versuchen begann Deville in der Chemischen Fabrik der Brüder Rousseau mit der industriellen Herstellung von Aluminium. Er entwickelte das Wöhlerverfahren weiter indem er statt des teuren Kaliums das billigere Natrium als Reduktionsmittel benutzte. Dies senkte die Kosten für die Aluminiumgewinnung deutlich. Der Aluminiumspreis, der zuvor höher als Gold war, sank empfindlich. 1854 kostete 1 Kilo Aluminium noch 3000 Francs, 1860 sank der Kilopreis auf 130 Francs.
1886 entwickelten Charles Martin Hall und Paul Héroult unabhängig voneinander das heute nach ihnen benannte Elektrolyseverfahren zur Herstellung von Aluminium: der Hall-Héroult-Prozess.
1889 erfand Carl Josef Bayer das nach ihm benannte Bayer-Verfahren zur Isolierung von reinem Aluminiumoxid aus Bauxiten. Aluminium wird noch heute nach diesem Prinzip großtechnisch hergestellt.
Ende des 19. Jahrhunderts setzte die Verwendung in industriellem Maßstab ein, nachdem Aluminiumhütten neben Wasserkraftwerken (USA: Niagarafälle, Schweiz: Hochrhein), die günstig Strom produzierten, errichtet wurden. Aluminium konnte so billig hergestellt werden, dass es für allgemeine Gebrauchsartikel erschwinglich wurde. Die ersten Verwendungen für das leichte Metall fanden sich beim Militär, das an Gewichtsreduzierungen für die Ausrüstung der Soldaten interessiert war: Es wurden Feldflaschen, Kochgeschirre und Zeltstangen produziert.
Wegen seines geringen Gewichts war Aluminium geradezu prädestiniert für die Luftfahrt. Die Karriere des Leichtmetalls in dieser Branche begann mit dem Zeppelin, das 1900 erstmals in die Lüfte abhob und auch unversehrt wieder landete.
Verwendung
Der bedeutendste Aluminiumverbraucher ist die Bauindustrie, deren Bedarf zwischen einem Viertel und einem Drittel der Gesamtproduktion ausmacht. Die Verpackungsindustrie, Autobranche sowie die Luft- und Raumfahrt verbrauchen jeweils ein Fünftel der globalen Produktionsmenge.
Weitere Anwendungen für Aluminium sind Elektrotechnik und Maschinenbau. In E-Autos besteht ein um rund 30 Prozent erhöhter Aluminiumbedarf im Vergleich zu Verbrennern.
Der größte Aluverbraucher ist China aufgrund staatlicher Infrastrukturprojekte im In- und Ausland.
Vorkommen, Abbau, Gewinnung
Bauxit ist das wichtigste Mineral für die Aluminiumproduktion. Es beinhaltet 50 bis 60 Prozent Aluminiumoxid und 30 Prozent Eisenoxid.
Die Herstellung von Aluminiummetall aus Bauxit erfolgt in zwei Stufen: im Bayer-Verfahren wird zunächst Aluminiumoxid (Alumina) gewonnen. Im zweiten Schritt wird durch den Hall-Héroult-Prozess Alumina zu Aluminium reduziert. Als Rückstand bleibt eisenhaltiger Rotschlamm zurück.
Guinea ist das größte Förderland für Bauxit und verfügt auch über die größten Bauxit-Reserven. Australien ist das zweitwichtigste Abbauland, hat jedoch auch die weltweit zweitgrößte Aluminaproduktion. An dritter Stelle rangiert beim Bauxitabbau China.
Die zur Rio-Tinto-Gruppe gehörende Weipa-Mine in Australien ist die größte Bauxitabbaustätte der Welt. Rio Tinto ist globaler Marktführer bei der Bauxitförderung gefolgt von Winning International Group und der guineischen Regierung.
Bei der energieintensiven Aluminiumherstellung ist China mit einem Marktanteil von fast 60 Prozent global führend. Russland, Kanada und die Vereinigten Arabischen Emirate sind weitere wichtige Aluminiumhersteller.
Die globale Jahresproduktion von Bauxit beläuft sich auf über 400 Millionen Tonnen. Daraus werden weltweit jährlich um die 140.000 Tonnen Primäraluminium gewonnen.
Aufgrund des niedrigeren Energiebedarfs spielt das Recycling von Aluminium eine große Rolle. Aluminium gehört zu den am meisten wiederverwerteten Metallen. Nordamerika hat mit fast 60 Prozent die höchsten Alu-Recyclingraten der Welt.
Substitution
Verbundwerkstoffe können Aluminium in Flugzeugrümpfen und Tragflächen ersetzen. Glas, Papier, Kunststoffe und Stahl können Aluminium in Verpackungen ersetzen. Verbundwerkstoffe, Magnesium, Stahl und Titan können Aluminium in Bodentransportmitteln ersetzen. Verbundwerkstoffe, Stahl, Vinyl und Holz können Aluminium im Bauwesen ersetzen. Kupfer kann Aluminium in Elektro- und Wärmeaustauschanwendungen ersetzen.
Bauxit ist ein Aluminiumerz, das vorwiegend aus den Aluminiummineralen Gibbsit (Hydrargillit), Diaspor, ferner den Eisenoxiden Hämatit Fe2O3 und Goethit FeO(OH), dem Tonmineral Kaolinit und geringen Anteilen des Titanoxids Anatas TiO2 besteht. Ein sehr ähnliches Gestein, allerdings mit höherem Gehalt an Hämatit (also Eisen), ist Laterit. Seinen Namen verdankt Bauxit seinem ersten Fundort Les Baux-de-Provence in Südfrankreich, wo es 1821 von Pierre Berthier entdeckt wurde. In Österreich wurde über 80 Jahre lang bis 1964 bei Unterlaussa im Gebiet des heutigen Nationalparks Kalkalpen Bauxit abgebaut. Weitere Vorkommen gab es in Glanegg in Kärnten sowie in Großgmain in Salzburg.
Entstehung
In den Geowissenschaften werden Lateritbauxite (Silikatbauxite) von den Karstbauxiten (Karbonatbauxite) unterschieden. Die schon früh entdeckten Karbonatbauxite liegen in Europa überwiegend über Karbonatgesteinen (Kalke und Dolomite), wo sie durch lateritische Verwitterung tonreicher Einlagerungen beziehungsweise tonreicher Lösungsrückstände entstanden. Die wirtschaftliche Bedeutung der Karbonatbauxite hat gegenüber den Lateritbauxiten stark abgenommen.
Die Lateritbauxite liegen in zahlreichen Ländern des gesamten Tropengürtels. Sie entstanden durch lateritische Verwitterung ganz unterschiedlicher silikatischer Gesteine wie Granit, Gneis, Basalt, Syenit, Ton und Tonschiefer. Gegenüber eisenreichen Lateritdecken bilden sich Bauxite bei besonders intensiver Verwitterung und erhöhter Drainage, die eine Auflösung von Kaolinit unter Bildung von Gibbsit ermöglicht. Das dabei auftretende Auswaschen von nicht aluminiumhaltigen Verbindungen findet in tropischen Klimazonen besonders effektiv statt, da sich in ihnen lange Regen- und Trockenzeiten abwechseln. In den Lagerstätten liegen die aluminiumreichsten Bereiche häufig unter einer eisenreicheren Oberflächenschicht. Im Gegensatz zu den Karbonatbauxiten tritt als Al-Mineral fast ausschließlich in Gibbsit auf.
Vorkommen & Gewinnung
Die bedeutendsten Förderländer sind Australien, China, Brasilien, Guinea, Jamaika und Indien. Kamerun hat mit neu entdeckten großen Vorkommen von 500 bis 700 Mio. t die Möglichkeit aufzuschließen. Weitere Vorkommen befinden sich unter anderem in Russland, Venezuela und Suriname. In Europa finden sich die wichtigsten Abbaustätten in Griechenland, Ungarn und Frankreich. Die aus heutiger Sicht wirtschaftlich abbauwürdigen gesicherten Bauxitvorkommen dürften den Bedarf auch bei steigender Produktion langfristig decken. Bauxit wird überwiegend im Tagebau gefördert. Dabei werden im Idealfall die durch den Abbau freigesetzten humushaltigen Erdschichten im Sinne einer nachhaltigen, umweltgerechten Entwicklung zunächst zwischengelagert und später zur Rekultivierung verwendet. 2017 betrug die weltweite Fördermenge 300 Millionen Tonnen. Die größten Produzenten sind Australien (83 Mio. Tonnen), China (68 Mio. Tonnen), Guinea (45 Mio. Tonnen), Brasilien (36 Mio. Tonnen) und Indien (27 Mio. Tonnen).
Verarbeitung
Aus etwa 95 % des abgebauten Bauxits wird Aluminium produziert. Geringe Mengen dienen bei günstiger Zusammensetzung der Herstellung von Al-Chemikalien und Schleifmitteln. Eisenarme Varietäten werden als gesinterter Rohstoff in feuerfesten Werkstoffen eingesetzt. Durch den Sinterprozess (Sintern) entwässert Bauxit vollständig und wird in α-Korund umgewandelt. Ein Nebenprodukt der Aluminiumgewinnung ist Gallium.
Zur Herstellung von metallischem Aluminium wird das Bauxit in Druckbehältern bei 150 bis 200 °C in Natronlauge erhitzt, wobei Aluminium als Aluminat in Lösung geht und vom eisenreichen Rückstand (Rotschlamm) abfiltriert wird (Bayer-Verfahren). Aus der Aluminatlauge scheidet sich beim Abkühlen und Zufügung von feinem Aluminiumhydroxid als Kristallisationskeim reiner Gibbsit ab, der durch Glühen in Aluminiumoxid Al2O3 umgewandelt wird. Das Aluminiumoxid wird unter Zusatz von Kryolith als Schmelzmittel bei etwa 1000 °C geschmolzen und in Elektrolysezellen bei hohem Energieeinsatz zu metallischem Aluminium reduziert (Hall-Héroult-Prozess, Schmelzflusselektrolyse).
Allein bei dieser Reduktionsreaktion, die bei einer Spannung von etwa 5 Volt mit einer Anode aus Kohlenstoff stattfindet, werden pro kg Aluminium knapp 15 kWh Strom benötigt und rund 1,22 kg CO2 gebildet. Die Wiederaufbereitung von recyceltem Aluminium benötigt danach nur rund 5 % dieser elektrischen Energie.
Beryllium ist ein sehr hartes und sprödes Leichtmetall. Beryllium ist dreimal so leicht wie Aluminium und sechsmal fester als Stahl. Das Element zeichnet sich außerdem durch seine natürliche Resistenz gegen Korrosion, hervorragende elektrische Leitfähigkeit und hohen Wärmekapazität aus.
Aufgrund dieser Eigenschaften ist Beryllium für die Luft- und Raumfahrt sowie Rüstungsindustrie von hohem Interesse. Trotz seiner einzigartigen Eigenschaften wird Beryllium wegen seines hohen Preises und Toxizität insgesamt nur selten eingesetzt.
2024 wurden weltweit schätzungsweise 360 Tonnen Beryllium abgebaut. Der mit Abstand wichtigste Produzent ist die USA, wo sich auch 60 Prozent der weltweit bekannten Vorkommen befinden. Zu den führenden Berylliumproduzenten gehört Materion. Weitere Abbauländer sind China, Mosambik und Nigeria.
In der EU, den USA, China, Japan, Südkorea und Russland ist Beryllium ein kritischer oder strategischer Rohstoff.
Diese Metalle werden sehr häufig in der Industrie verwendet und werden dementsprechend an der LME (London Metal Exchange) als Terminkontrakte gehandelt.
Verwendung
Weltweit sind die Verbrauchsmengen von Beryllium gering. 2024 wurden schätzungsweise 360 Tonnen gefördert. 21 Prozent gehen in die Rüstung, Luft- und Raumfahrt, 20 Prozent in Industriekomponenten und 15 Prozent in die Autoindustrie. In der EU gehört das Element zu den kritischen Rohstoffen.
Der Großteil des global gewonnenen Berylliums wird in Form von Kupferlegierungen verwendet (ca. 80 Prozent). Die Zuverlässigkeit von Kupfer-Beryllium-Legierungen ermöglicht hochleistungsfähige, elektrisch leitfähige Anschlüsse für kritische Systeme wie Flugzeug- und Medizinelektronik, Airbag- und Antiblockiersysteme in Autos sowie Feuerlöschsysteme. In Mobiltelefonen und elektronischen Geräten verlängert es die Gerätelebensdauer.
Als reines Metall wird es in medizinischen Röntgen-Fenstern verwendet in hochpräzisen Navigations- und Zielsystemen für das Militär verwendet.
Berylliumkeramiken werden in Photovoltaikzellen verwendet, die denWirkungsgrad der Zellen deutlich steigern.
Beryllium spielt auch in der Nuklearforschung und Atomkraft eine Rolle. Zum einen als Neutronenmoderator in Kernkraftwerken, aber auch als Neutronenquelle. Der Versuchs-Kernfusionsreaktor ITER in Südfrankreich besteht aus Berylliumplatten, die als Schutzschicht dienen. Beryllium ist auch für die Produktion von Atomwaffen unerlässlich. In den USA herrschen daher strenge Exportkontrollen für Beryllium.
Berylliumhaltige Legierungen weisen in fester Form und wie sie in den Endprodukten enthalten sind keine besonderen gesundheitlichen Risiken auf. Allerdings entstehen bei einigen Verarbeitungsverfahren Staubpartikel, die bei Einatmung zu ernsthaften Lungenerkrankungen führen können.
Vorkommen, Abbau, Gewinnung
Es gibt etwa 30 bekannte Mineralien, die Beryllium enthalten. Für den wirtschaftlichen Abbau sind Beryll und Bertrandit relevant. Beryll enthält zwischen drei und fünf Prozent Beryllium, ist aber härter als Bertrandit, was die Raffination erschwert. Die meisten Beryllium-Minen sind heute daher Bertrandit-Lagerstätten, trotz des niedrigeren Beryllium-Gehalts (0,3–1,5 Prozent).
Mehr als die Hälfte des weltweit geförderten Beryllium stammt aus den USA. Die größte Lagerstätte befindet sich im Bundesstaat Utah und wird von Materion betrieben. Die nachgewiesenen und wahrscheinlichen Bertranditreserven in Utah umfassen insgesamt etwa 19.000 Tonnen Beryllium.
Die weltweit bekannten Berylliumvorkommen werden auf über 100.000 Tonnen geschätzt. 60 Prozent davon befinden sich in den USA. Die mengenmäßig größten Vorkommen der USA liegen in Spor Mountain in Utah, McCullough Butte in Nevada, Black Hills in South Dakota, Sierra Blanca in Texas, Seward Peninsula in Alaska und Gold Hill in Utah.
Die Berylliumproduktion in den USA umfasst Bergbau, Erzverarbeitung, Herstellung, Vertrieb und Recycling berylliumhaltiger Produkte. Japan baut keine Berylliumerze ab, importiert diese für seine Raffinerien. In Kasachstan wird Beryllium aus großen Lagerbeständen aus der Sowjetzeit raffiniert.
China hat in den letzten Jahren seine Berylliumproduktion deutlich hochgefahren und zwischen 2015 und 2021 mehr als verdreifacht. Mit Blick auf die strategische Rolle für Rüstung und Militär hat das Land 2020 eine "Strategische Allianz für technologische Innovation in der chinesischen Berylliumindustrie“ ins Leben gerufen.
Substitution
Da Beryllium im Vergleich zu anderen Werkstoffen teuer ist, wird es in Anwendungen eingesetzt, in denen seine Eigenschaften entscheidend sind. In manchen Anwendungen können bestimmte Metallmatrix- oder organische Verbundwerkstoffe, hochfeste Aluminiumsorten, pyrolytischer Graphit, Siliziumkarbid, Stahl oder Titan Berylliummetall oder Berylliumverbundwerkstoffe ersetzen. Kupferlegierungen mit Nickel und Silizium, Zinn, Titan oder anderen Legierungselementen oder Phosphorbronzelegierungen (Kupfer-Zinn-Phosphor) können Beryllium-Kupfer-Legierungen ersetzen, was jedoch zu einer erheblichen Leistungsminderung führen kann.
Aluminiumnitrid oder Bornitrid können Berylliumoxid ersetzen.
Geschichte
Das Element Beryllium wurde 1798 vom französischen Chemiker Louis-Nicolas Vauquelin in den Mineralien Beryll und Smaragd entdeckt. In den 1920er Jahren wurden Kupfer-Beryllium-Legierungen erstmals in deutschen Telefonschalttafelrelais eingesetzt.
Das erste kommerziell erfolgreiche Verfahren zur Herstellung von reinem Beryllium wurde 1932 entwickelt, das zunächst in medizinischen Röntgenfenster verwendet wurde.
Berylliumoxidkeramiken kamen in isolierenden Schaltkreisen von Radioröhren zum Einsatz.
In den 1940er fand das Element in der Rüstungsindustrie seinen Platz: in hochpräzisen gyroskopischen Navigations- und Zielinstrumenten der Marine und Luftwaffe und in Atomwaffen als Neutronenmoderator.
Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Nachfrage nach Beryllium für den Einsatz in Telekommunikationstechnologien, der Autoindustrie sowie der Luft- und Raumfahrt. Mit an Bord der Mercury-Raumkapsel beim ersten bemannten Flug ins All 1961 war ein Hitzeschild aus Beryllium.
In den 1990er Jahren wurden neue Berylliummaterialien wie Aluminium-Beryllium-Metallmatrix-Verbundwerkstoffe entwickelt. Die Anwendungsgebiete von Beryllium verlagerten sich zunehmend von der Rüstung, Luft- und Raumfahrt hin zur Automobilelektronik, IT und Energiegewinnung.
Nickel-Beryllium-Legierungen in Crashsensoren verbessern die Funktionsweise von lebensrettenden Airbags.
Wismut ist hart, spröde, grobkristallin und glänzend mit einem rötlichen Schimmer. Es kommt in der Erdkruste in etwa so häufig vor wie Silber. Es zeichnet sich durch Diamagnetismus und seine Dichteanomalie aus: beim Erstarren dehnt sich Wismut um etwa 3,3 Prozent aus. Es hat nach Quecksilber die geringste thermische Leitfähigkeit unter den Metallen und seine elektrische Leitfähigkeit ist sehr schlecht. Unter den Schwermetallen hat es die geringste Toxizität. Allerdings besteht bei Wismut-Pulver unter bestimmten Bedingungen ein Explosionsrisiko.
Wismut wird hauptsächlich in der Pharmazie, Kosmetik, in Legierungen und der Chemieindustrie verwendet und kommt in einer Reihe von Nischenanwendungen zum Einsatz.
Wichtige Produktionsländer sind China, Laos, Vietnam und Japan.
Die größte aktive Wismutmine ist die Shizhuyuan Polymetallic Mine in der chinesischen Provinz Hunan betrieben von Hunan Nonferrous Metals.
Wismut ist ein kritischer Rohstoff für die EU, Japan und Südkorea, die USA stufen das Element als strategisch ein.
Verwendung
Die größten Anwendungsgebiete von Wismut finden sich in der Metallindustrie, Pharmazie (vor allem als Pepto-Bismol), Kosmetik und chemischen Industrie. Wegen seiner antiseptischen Eigenschaften kommt es etwa in Brandsalben vor. In Lidschatten, Lippenstiften und Nagellack sorgt es für Perlglanz.
Metallisches Wismut wird hauptsächlich in Legierungen verwendet, denen es seine besonderen Eigenschaften wie niedrigen Schmelzpunkt und Ausdehnung beim Erstarren verleiht. Wismut ist daher ein nützlicher Bestandteil von Typmetalllegierungen die saubere Gussteile ergeben. In niedrigschmelzenden Legierungen ist es ebenso ein wichtiger Bestandteil. Diese sogenannten Schmelzlegierungen werden in Brandmeldern und Sprinkleranlagen verwendet. Eine Wismut-Mangan-Legierung hat sich als Dauermagnet bewährt.
In Lötmitteln, Munition und Angelgewichten sowie in der Strahlenabschirmung findet Wismut wegen seiner Ungiftigkeit zunehmend auch als Bleiersatz Verwendung.
Ein weiterer aufstrebender Markt könnte sich aus der Entwicklung neuer Halbleiterklassen, thermoelektrischen Materialien und topologischen Isolatoren ergeben. Wismut könnte darüberhinaus für die Weiterentwicklung von Quantencomputern relevant sein.
Vorkommen
Jährlich werden global um die 18.000 Tonnen produziert, das meiste davon in China, das einen Marktanteil von etwa 80 Prozent hält. Weitere Abbau- und Produktionsländer sind Laos, Südkorea, Vietnam und Japan.
Gediegenes Wismut ist in der Natur rar. Die häufigsten wismuthaltigen Erze sind Wismutin (Wismutglanz), Bismit (Wismutocker) und Wismutit.
Wismutvorkommen sind oft auch mit Blei-, Zink-, Zinn- und Silbererzen assoziiert. Es stammt etwa aus Wolframerzen in Südkorea, Bleierzen in Mexiko, Kupfererzen in Bolivien und sowohl Blei- als auch Kupfererzen in Japan.
Mit Beginn des 21. Jahrhunderts hat China sowohl im Abbau als auch in der Raffination von Wismut eine weltweit führende Rolle eingenommen.
Kommerzielles Wismut fällt größtenteils als Nebenprodukt beim Schmelzen und Raffinieren von Blei-, Zinn-, Kupfer-, Silber- und Golderzen an.
Die größte aktive Mine aus der Wismut gewonnen wird, ist die Shizhuyuan Polymetallic Mine in der chinesischen Provinz Hunan, die von der Hunan Nonferrous Metals betrieben wird. Wismut wird hauptsächlich als Nebenprodukt bei der Wolframverarbeitung gewonnen.
Weitere bedeutende Hersteller sind Zhuzhou Keneng New Material, Hunan Jinwang Bismuth Industrial, Yunnan Tin Group (YTC) in China, Met-Mex Peñoles in Mexiko, Masan High-Tech Materials in Vietnam, 5N Plus in Kanada, Belmont Metals in den USA, Comibol in Bolivia und Korea Zinc in Südkorea.
Geschichte
Wismut war schon sehr früh bekannt, da es sowohl gediegen als auch in Verbindungen vorkommt. Es wurde aber lange Zeit nicht eindeutig als eigenständiges Metall erkannt und mit Blei, Antimon und Zinn verwechselt.
Man vermutet, dass es lange vor seiner Entdeckung in Bergwerken als Pigment für silbern glänzende Schriften und Miniaturmalereien verwendet wurde. Dafür wurde das Wismut aus Wismutocker oder Wismutblüten geschmolzen. Im 14. Jahrhundert wurde es im Sächsischen Erzgebirge in elementarer Form entdeckt.
Mitte des 15. Jahrhunderts gewann Wismut Bedeutung als Legierungsbestandteil von Drucklettern. Durch den Zusatz von Wismut lässt sich zum einen der Schmelzpunkt absenken, zum anderen werden die Drucklettern härter und nutzen sich langsamer ab.
Als eigenes Element wurde Wismut nach der Mitte des 18. Jahrhunderts durch die Chemiker Claude François Geoffroy und Johann Heinrich Pott anerkannt.
Substitution
In Schmelzlegierungen kann Wismut durch das sehr viel teurere Indium oder Gallium ersetzt werden. Auch günstigere Zinn-Blei-Legierungen kommen in Frage, allerdings ist hier die Toxizität zu beachten.
In der Strahlenabschirmung kann es durch Wolfram, Blei und abgereichertes Uran ersetzt werden. Statt Pepto-Bismol können in der Pharmazie Aluminium-/Magnesiumhydroxid (Antazida) oder Protonenpumpenhemmer (PPI) verwendet werden.
In Kosmetikprodukten kann der Perlglanzeffekt durch Pigmente auf Glimmerbasis statt Wismutoxychlorid erreicht werden.
In Angelgewichten kann Wismut mit Stahl, Zinn oder durch das teurere Wolfram ersetzt werden.
Die aktuelle Situation der Uranversorgung: Ein umfassender Überblick
Uran ist ein essenzielles Element für die globale Energieerzeugung, insbesondere für die Kernkraft, die derzeit etwa 10 % des weltweiten Strombedarfs deckt. Mit dem wachsenden Interesse an sauberer Energie und der Reduzierung von CO2-Emissionen spielt die Kernenergie eine immer wichtigere Rolle. Die Versorgung mit Uran steht daher im Zentrum vieler geopolitischer und wirtschaftlicher Diskussionen. In diesem Artikel werden die aktuellen Lieferländer, ihre Produktionsmengen und Exporte untersucht, die geopolitischen Herausforderungen analysiert, Preisentwicklungen beleuchtet und zukünftige Entwicklungen im Uranmarkt diskutiert.
ISE AG
Die wichtigsten Lieferländer für Uran
Kasachstan: Der grösste Produzent weltweit
Kasachstan ist mit Abstand der grösste Uranproduzent der Welt und liefert etwa 40 % des globalen Angebots. Das Land hat sich in den letzten Jahren als unangefochtener Marktführer etabliert. Die bedeutendsten Minen in Kasachstan sind Inkai, South Inkai und Central Mynkuduk, die von grossen internationalen Konsortien wie Kazatomprom in Partnerschaft mit westlichen und asiatischen Unternehmen betrieben werden.
Der Grossteil des kasachischen Urans wird in Länder wie China, Indien und Europa exportiert. Insbesondere China hat in den letzten Jahren seine Uranimporte aus Kasachstan erheblich gesteigert, um seine wachsende Zahl von Kernkraftwerken zu versorgen.
Russland: Zweitgrösster Produzent und hohe Marktmacht
Rosatom, das staatliche russische Atomenergieunternehmen, spielt eine zentrale Rolle auf dem globalen Uranmarkt. Es ist einer der weltweit grössten Produzenten und Lieferanten von Uran und bietet eine breite Palette von Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Nuklearindustrie an. Die Rolle von Rosatom in der Lieferung von Uran an internationale Kunden lässt sich in mehreren Aspekten zusammenfassen:
Uranabbau und Produktion: Rosatom betreibt einige der grössten Uranminen weltweit, sowohl in Russland als auch in anderen Ländern wie Kasachstan. Durch Tochtergesellschaften wie JSC Atomredmetzoloto (ARMZ) kontrolliert Rosatom einen erheblichen Teil der globalen Uranproduktion.
Uranexport: Rosatom exportiert Uran in verschiedene Länder, die es für die Energieerzeugung in ihren Kernkraftwerken verwenden. Die Exporte erfolgen sowohl in Form von Natururan als auch in angereichertem Zustand. Russland ist einer der grössten Exporteure von Uran und bedient Kunden in Europa, Asien, und Nordamerika.
Angereicherte Uranlieferungen: Neben dem Export von Natururan ist Rosatom auch führend in der Urananreicherung. Angereichertes Uran wird in Kernreaktoren benötigt, und Rosatom ist weltweit einer der Hauptlieferanten. Russland kontrolliert etwa 40% der globalen Kapazitäten für Urananreicherung, was Rosatom eine dominierende Stellung auf diesem Markt verschafft.
Langfristige Lieferverträge: Rosatom schliesst häufig langfristige Lieferverträge mit anderen Ländern und Energieunternehmen ab. Diese Verträge stellen die kontinuierliche Versorgung mit Uran sicher und geben Rosatom eine stabile und langfristige Präsenz auf dem globalen Markt.
Diversifizierung der Kundenbasis: Rosatom liefert Uran an eine breite Palette von Kunden weltweit, darunter sowohl entwickelte als auch Entwicklungsländer. Insbesondere in Asien und im Nahen Osten hat Rosatom seinen Einfluss verstärkt, indem es neue Märkte erschlossen hat.
Technologische Dienstleistungen und Beratung: Über die Lieferung von Uran hinaus bietet Rosatom auch Dienstleistungen an, die mit dem Betrieb von Kernkraftwerken zusammenhängen, einschliesslich technischer Unterstützung, Schulungen und der Entwicklung neuer Reaktortechnologien. Dies stärkt die Beziehungen zu ihren Kunden und erweitert ihre Rolle über die reine Uranlieferung hinaus.
Politische und wirtschaftliche Einflussnahme: Durch die Uranlieferungen und die Unterstützung beim Aufbau von Kernkraftwerken kann Rosatom auch eine Rolle in der Aussenpolitik Russlands spielen, indem es Abhängigkeiten schafft und die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zu anderen Ländern stärkt.
Insgesamt ist Rosatom ein bedeutender Akteur auf dem globalen Uranmarkt und nutzt seine umfangreichen Ressourcen und Technologien, um eine zentrale Rolle in der Versorgung der Welt mit Uran für die zivile Nutzung zu spielen.
China: Auftrebender Lieferant für Uran
China spielt eine zunehmend wichtige Rolle auf dem globalen Uranmarkt, insbesondere durch seine beiden führenden Nuklearunternehmen, die China National Nuclear Corporation (CNNC) und die China General Nuclear Power Group (CGN). Diese Unternehmen sind nicht nur zentrale Akteure in der chinesischen Nuklearindustrie, sondern haben auch eine wachsende Präsenz auf dem internationalen Uranmarkt. Ihre Rolle in der Lieferung von Uran an Kunden weltweit lässt sich in mehreren Bereichen beschreiben:
Uranabbau und Produktion: Sowohl CNNC als auch CGN sind in den Uranabbau involviert und haben in den letzten Jahren ihre Aktivitäten in diesem Bereich erheblich ausgeweitet. Neben eigenen Bergbauprojekten in China haben beide Unternehmen bedeutende Beteiligungen an Uranminen im Ausland, etwa in Ländern wie Kasachstan, Namibia und Australien. Dies ermöglicht ihnen, nicht nur den eigenen Bedarf zu decken, sondern auch Uran auf den internationalen Markt zu bringen.
Investitionen und Partnerschaften im Ausland: CNNC und CGN investieren stark in ausländische Uranprojekte, oft in Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen und Regierungen. Diese Partnerschaften ermöglichen es China, seinen Einfluss auf den globalen Uranmarkt auszubauen und gleichzeitig die Versorgungssicherheit für seine wachsende Zahl von Kernkraftwerken zu gewährleisten.
Uranimporte zur Deckung des Eigenbedarfs: China ist einer der grössten Importeure von Uran weltweit. CNNC und CGN kaufen grosse Mengen an Uran von internationalen Lieferanten, um die Nachfrage der inländischen Kernkraftwerke zu decken, die rapide wächst. Diese Importe machen China zu einem bedeutenden Akteur auf dem globalen Uranmarkt.
Ausbau der Uranverarbeitungs- und Anreicherungsfähigkeiten: CNNC und CGN haben erheblich in die Entwicklung von Uranverarbeitungs- und Anreicherungsanlagen investiert, um den gesamten nuklearen Brennstoffkreislauf im Inland zu kontrollieren. Dies ermöglicht es China, angereichertes Uran nicht nur für den eigenen Bedarf, sondern auch für den Export zu produzieren.
Langfristige Lieferverträge: Beide Unternehmen schliessen langfristige Lieferverträge mit Uranproduzenten und -lieferanten weltweit ab. Diese Verträge sichern nicht nur Chinas Versorgung, sondern stärken auch seine Position auf dem globalen Uranmarkt, indem sie stabile Beziehungen mit anderen Produzenten und Lieferanten aufbauen.
Exporte von nuklearen Technologien und Dienstleistungen: Neben der Versorgung mit Uran sind CNNC und CGN auch in der Lieferung von nuklearen Technologien, dem Bau von Kernkraftwerken und der Bereitstellung von technischen Dienstleistungen weltweit tätig. Dies schliesst den Export von Nukleartechnologien in Länder wie Pakistan und Grossbritannien ein, wo China aktiv am Bau und Betrieb von Kernkraftwerken beteiligt ist.
Strategische Ressource und geopolitischer Einfluss: Die Aktivitäten von CNNC und CGN auf dem globalen Uranmarkt sind Teil von Chinas umfassenderer Strategie, seine Energieversorgung zu diversifizieren und seine geopolitischen Interessen zu stärken. Durch die Kontrolle über Uranressourcen und die Lieferung von Uran an verschiedene Länder kann China wirtschaftliche und politische Beziehungen vertiefen und seinen globalen Einfluss ausbauen.
Insgesamt spielen CNNC und CGN eine entscheidende Rolle bei der Sicherung von Uranressourcen für China und tragen gleichzeitig zur Stabilität und Entwicklung des globalen Uranmarktes bei. Durch ihre strategischen Investitionen, Partnerschaften und technischen Fähigkeiten haben sie Chinas Position als wichtigen Akteur auf diesem Markt gefestigt.
Kanada: Verlässlicher Partner des Westens
Kanada ist der zweitgrösste Uranproduzent der Welt, wobei der Grossteil des Urans aus den Minen in Saskatchewan stammt, insbesondere aus der Cigar Lake- und McArthur River-Mine. Die kanadische Produktion wird überwiegend in die Vereinigten Staaten, nach Europa und in asiatische Länder exportiert. Kanada gilt, als einer der stabilsten und verlässlichsten Uranlieferanten weltweit, was das Land zu einem strategischen Partner für westliche Nationen macht, die nach sicheren und langfristigen Uranquellen suchen.
Australien: Die ruhende Supermacht
Australien verfügt über die grössten bekannten Uranvorkommen weltweit, ist jedoch nur der drittgrösste Produzent. Das liegt hauptsächlich an strengen Umweltauflagen und politischen Diskussionen im Land über den Abbau und die Nutzung von Uran. Die bedeutendsten Minen befinden sich in Olympic Dam, Ranger und Beverley. Australien exportiert hauptsächlich nach Asien und Europa und hat in den letzten Jahren seine Exporte nach China und Indien ausgebaut.
Namibia und Niger: Wichtige Akteure in Afrika
Namibia und Niger sind die beiden wichtigsten Uranproduzenten in Afrika. Namibia, mit seinen Rössing- und Husab-Minen, liefert vor allem nach Europa und Asien. Niger, dessen Produktion durch die Minen in Arlit und Akokan dominiert wird, exportiert vorwiegend nach Europa, wobei Frankreich der Hauptabnehmer ist. Beide Länder sind für den globalen Uranmarkt von Bedeutung, stehen jedoch vor grossen Herausforderungen wie politischen Instabilitäten und Sicherheitsproblemen.
Usbekistan: Ein aufstrebender Player
Usbekistan hat in den letzten Jahren seine Uranproduktion stetig gesteigert und liefert nun bedeutende Mengen an Länder wie Russland und China. Das Land profitiert von seiner strategischen Lage und seinen guten Beziehungen zu grossen Abnehmern, insbesondere im asiatischen Raum.
Die oben genannten Länder und Unternehmen liefern rund 2/3 der gesamten Mengen an Uran für den Weltmarkt. Der Rest stammt z.B. aus Singapur, USA, Niger oder der Ukraine. Da einige Länder Minen in anderen Ländern betreiben, können die Liefermengen nicht genau einem Land zugeordnet werden. In vielen Analysen wird z.B. Frankreich mit der Firma Orano als ein globaler Player angegeben. Jedoch hat Frankreich keine eigenen Minen und bezieht das Uran aus ehemaligen Kolonien, wie z.B. aus Niger oder aus Usbekistan. Niger hat gerade seine Lieferverträge mit Frankreich aufgelöst und liefert in Zukunft nur noch an Frankreich, wenn Orano Weltmarktpreise zahlt. Das kann erhebliche Einflüsse auf den europäischen Energiemarkt haben, da Frankreich mit seinen Atomkraftwerken viel Strom in andere Länder in Europa liefert. Zum Beispiel nach Deutschland, dass alle Atomkraftwerke abschaffen will.
Geopolitische Herausforderungen und Risiken
Abhängigkeit von wenigen Lieferanten
Ein zentrales geopolitisches Problem des globalen Uranmarktes ist die starke Abhängigkeit von wenigen Lieferanten. Länder wie Kasachstan, Kanada und Australien dominieren den Markt, was insbesondere für westliche Länder ein Risiko darstellt. Die Abhängigkeit von Uran aus politisch instabilen Regionen, wie Afrika oder Zentralasien, birgt zusätzliche Risiken für die Versorgungssicherheit.
Politische Instabilitäten und Sanktionen
In einigen Uranlieferländern, insbesondere in Afrika und Zentralasien, herrschen politische Instabilität und Sicherheitsprobleme. In Niger etwa, dass aufgrund politischer Unruhen und terroristischer Aktivitäten immer wieder in den Fokus rückt, könnten Lieferengpässe entstehen, die den globalen Markt erheblich beeinflussen. Sanktionen gegen Länder wie Russland oder Iran könnten ebenfalls die Versorgung beeinträchtigen, da diese Länder wichtige Transitländer oder Produzenten von angereichertem Uran sind.
Die Rolle Chinas
China spielt eine immer bedeutendere Rolle auf dem globalen Uranmarkt. Das Land investiert nicht nur massiv in neue Kernkraftwerke, sondern sichert sich auch langfristige Lieferverträge mit den grössten Uranproduzenten. Diese Entwicklung könnte zu einem Wettlauf um Ressourcen führen, bei dem westliche Länder das Nachsehen haben könnten, sollten sie ihre Abhängigkeit von wenigen Lieferanten nicht diversifizieren.
Der weltweite Uranmarkt: Aktuelle Situation und Veränderungen
Angebot und Nachfrage: Eine fragile Balance
Der globale Uranmarkt befindet sich in einer fragilen Balance zwischen Angebot und Nachfrage. Während die Nachfrage aufgrund der wachsenden Zahl von Kernkraftwerken insbesondere in Asien steigt, ist das Angebot begrenzt und stark konzentriert. In den letzten Jahren kam es immer wieder zu Produktionskürzungen, da grosse Produzenten wie Kazatomprom und Cameco auf niedrige Uranpreise reagierten. Diese Kürzungen haben zu einer Verknappung des Angebots geführt, was die Preise langsam ansteigen lässt.
Preisentwicklungen und Markttrends
Der Uranpreis hat in den letzten Jahren eine wechselhafte Entwicklung durchgemacht. Nach einem dramatischen Preisverfall nach der Fukushima-Katastrophe im Jahr 2011 stabilisierten sich die Preise zunächst auf einem niedrigen Niveau. In den letzten Jahren ist jedoch ein deutlicher Aufwärtstrend zu erkennen, bedingt durch Produktionskürzungen und die steigende Nachfrage aus Asien. Der Spotpreis für Uran liegt derzeit bei etwa 60 bis 80 US-Dollar pro Pfund U3O8, wobei langfristige Verträge in der Regel höhere Preise erzielen. Laut aktuellen Nachrichten von Reuters sollen die Preise mittelfristig auf 90 bis 100 US-Dollar steigen.
Für Länder wie China und Indien, die grosse Mengen Uran benötigen, sind langfristige Lieferverträge von zentraler Bedeutung. Diese Verträge bieten den Vorteil stabiler Preise, liegen jedoch in der Regel über den Spotpreisen. Europäische Länder, die ebenfalls stark von Uranimporten abhängig sind, haben ähnliche Vereinbarungen, um Preisschwankungen zu vermeiden.
Veränderung in der globalen Marktstruktur
In den letzten Jahren gab es eine deutliche Veränderung in der Struktur des globalen Uranmarktes. Während früher westliche Länder die dominierenden Abnehmer waren, verschiebt sich der Fokus zunehmend nach Asien. Länder wie China und Indien bauen ihre Kernkraftkapazitäten massiv aus und sichern sich langfristige Lieferverträge, was zu einer Neuausrichtung des Marktes führt. Gleichzeitig sind traditionelle westliche Abnehmer gezwungen, ihre Lieferketten zu diversifizieren und neue Quellen zu erschliessen, um ihre Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
Zukünftige Entwicklungen und Herausforderungen
Der Übergang zu fortschrittlicheren Kernreaktoren
Ein wichtiger Trend in der Kernenergie ist der Übergang zu fortschrittlicheren Reaktortypen, wie etwa schnellen Brütern oder Thorium-Reaktoren. Diese Technologien könnten den Uranbedarf verändern, da sie effizienter mit dem Brennstoff umgehen oder alternative Brennstoffe nutzen. Für den Uranmarkt bedeutet dies potenziell eine Reduktion der Nachfrage nach natürlichem Uran, was die Produzenten vor neue Herausforderungen stellt.
Umwelt- und Sicherheitsaspekte
Der Abbau von Uran steht zunehmend unter dem Druck von Umwelt- und Sicherheitsauflagen. In vielen Ländern werden striktere Regulierungen eingeführt, die den Abbau erschweren und die Kosten erhöhen. Dies könnte in Zukunft zu einer weiteren Verknappung des Angebots führen, da neue Minenprojekte schwerer genehmigt werden und bestehende Minen vor steigenden Betriebskosten stehen.
Die Rolle erneuerbarer Energien
Der zunehmende Ausbau erneuerbarer Energien könnte langfristig den Bedarf an Kernenergie und damit an Uran verringern. Zwar wird die Kernkraft in vielen Ländern als notwendiger Bestandteil der Energiewende angesehen, doch die Konkurrenz durch erneuerbare Energien und die steigende Energieeffizienz könnten den globalen Uranmarkt nachhaltig beeinflussen. Für Produzenten bedeutet dies, dass sie möglicherweise in neue Märkte investieren oder ihre Geschäftsmodelle anpassen müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Auswirkungen auf Hersteller und Abnehmer
Herausforderungen für die Produzenten
Für Uranproduzenten stellt die aktuelle Marktstruktur eine Herausforderung dar. Die Abhängigkeit von wenigen grossen Abnehmern und die Konzentration auf wenige grosse Produzenten bedeuten, dass kleine und mittelgrosse Unternehmen Schwierigkeiten haben, wettbewerbsfähig zu bleiben. Zudem müssen die Produzenten mit steigenden Kosten und strikteren Umweltauflagen umgehen. Langfristig könnten sich die Marktbedingungen verschärfen, wenn neue Technologien die Nachfrage nach Uran verringern oder politische Entscheidungen den Uranabbau weiter einschränken.
Risiken und Chancen für die Abnehmer
Die Abnehmer von Uran, insbesondere die Betreiber von Kernkraftwerken, stehen vor der Herausforderung, ihre Versorgungssicherheit zu gewährleisten und gleichzeitig die Kosten zu kontrollieren. Langfristige Lieferverträge bieten zwar Stabilität, könnten jedoch bei sinkenden Uranpreisen zu einem Wettbewerbsnachteil führen. Die Diversifikation der Lieferquellen und die Investition in neue Technologien, die den Brennstoffbedarf reduzieren, sind entscheidend, um in einem sich wandelnden Markt wettbewerbsfähig zu bleiben.
Fazit
Die Versorgung mit Uran steht vor einer Vielzahl von Herausforderungen und Veränderungen, die sowohl geopolitische als auch wirtschaftliche Auswirkungen haben. Die Abhängigkeit von wenigen grossen Produzenten und die Konzentration der Nachfrage in Asien prägen den globalen Markt. Gleichzeitig führen geopolitische Risiken, Umweltauflagen und technologische Entwicklungen zu einer zunehmend komplexen Marktsituation. Sowohl Produzenten als auch Abnehmer müssen sich auf diese Veränderungen einstellen, um langfristig erfolgreich zu bleiben.
Europas Unentschlossenheit bei der Elektromobilität bringt der Autoindustrie keinen Wettbewerbsvorteil. Entscheidend ist der Zugang zu Rohstoffen, an denen auch die Energiewende hängt. Die Kontrolle über sie liegt nach wie vor in weiter Ferne: in China.
Globaler Vorreiter bei der Elektromobilität ist ausgerechnet ein Land, das vom Öl- und Gasgeschäft lebt: Norwegen. Doch das ist nicht die einzige Kuriosität in Sachen Autopolitik. 2023 beschloss die EU de facto das Aus für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor ab 2035, um nach nur 19 Monaten einen Salto rückwärts zu springen. Auf Druck der Autoindustriegemeinsam mit Deutschland, Italien und den osteuropäischen Mitgliedsländern.
Das ist insofern kurios, weil das Festhalten am Verbrennungsmotor bei Herstellern zu höheren Kosten führt, wenn Verbrenner- und Elektro-Plattformen parallel betrieben werden müssen.Nach einem Wettbewerbsvorteil gegenüber chinesischen Mitbewerbern klingt das nicht. Die politische Kehrtwende ist außerdem das Gegenteil einer für Industrie und Investoren so wichtigen klaren Politik, die für Planungssicherheit sorgt. Für die Autoindustrie, die in langen Zyklen von bis zu 15 Jahren plant, gilt das ganz besonders.
Es stellt sich aber noch eine ganz andere, grundsätzliche Frage: ist ein hundertprozentiger Umstieg auf Elektromobilität überhaupt möglich? Theoretisch ja, laut Künstlicher Intelligenz. Doch in der Praxis fällt die Antwort derzeit eher negativ aus, betrachtet man die Versorgung mit den dafür notwendigen Rohstoffen und mit sauberem Strom.
Zahnlose Rohstoffpolitik der EU
Anfang Februar veröffentlichte der Europäische Rechnungshof einen Bericht, in dem er die EU-Rohstoffpolitik unter die Lupe nahm. 2023 verabschiedete die EU ein Gesetz über kritische Rohstoffe, in dem allerlei Massnahmen festgelegt sind, mit dem Ziel, die übergroße Abhängigkeit von China und wenigen anderen Ländern bei Rohstoffen wie Lithium,Kobalt,Nickel oder Seltenen Erden zu überwinden. Zahn- und planlos lautete das vernichtende Urteil der Rechnungshofprüfer über Europas Rohstoffstrategie.
Die Weltbank prognostiziert, dass sich durch die grüne Wende der Bedarf an Rohstoffen bis 2050 verfünffachen wird. Ausgehend von 2020 rechnet die EU-Kommission, dass der Bedarf etwa an Lithium bis 2030 um das 18-Fache und der von Kobalt um das Fünffache ansteigen wird. Drei Viertel des Rohstoffbedarfs wird von den EU-Ländern jedoch importiert.
https://ise-metal-quotes.com/l=de
Hohe Verluste wegen Mangel an Seltenen Erden
Trotzdem haben es die Regierungen versäumt, ihre vollmundigen Ankündigungen bei den Klimazielen auch materiell abzusichern. Wenn China will, dann würgt es einfach die europäische Industrie ab. Und es will, wie die Exportbeschränkungen auf Seltene Erden(Permanentmagneten), Galliumund Germanium (Computerchips) in den vergangenen zwei Jahren gezeigt haben.
Thomas Krümmer, Experte für Seltene Erden und Autor des „Rare Earths Observer“ schätzt die direkten und indirekten wirtschaftlichen Einbußen durch Chinas Restriktionen bei Seltenen Erden auf mindestens zehn Prozent der globalen Wirtschaftskraft. All das ist eigentlich schon seit 2010 bekannt, als China zum ersten Mal die Daumenschrauben anzog und die erste Seltenerdkrise auslöste — was übrigens zur Gründung des Instituts für Seltene Erden geführt hat.
https://ise-metal-quotes.com/l=de
Bis zu 240 Terrawattstunden mehr Strom nötig
Und wie sieht es bei der Versorgung mit sauberen Strom aus? 2024 waren 260 Millionen Autos auf den Straßen in der EU unterwegs. Davon sind nur drei Prozent rein elektrisch betrieben, was acht Millionen entspricht. Sie verbrauchen rund 16 Terawattstunden (TWh) Strom im Jahr. Der gesamte Stromverbrauch der EU-27 lag bei 2732 TWh. Etwa 1000 TWh oder 40 Prozent des Stroms kamen dabei aus erneuerbaren Energiequellen.
Eine Studie des Fraunhofer ISI und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC sagen bis 2040 einen Anstieg des Anteils von E-Autos auf 30 Prozent voraus, was einem zusätzlichen Strombedarf von ungefähr 240 TWh entsprechen würde. Um diesen zusätzlichen Strom mit sauberen Energien zu erzeugen, müssen etwa 120 bis 160 Gigawatt (GW) an neuer Wind- und Solarkapazität installiert werden.
Allerdings wird nicht nur der Verkehr elektrifiziert, sondern auch energieintensive Industrien, Heizsysteme für Wohnraum (Wärmepumpen) und nicht zuletzt sorgen Datenzentren für eine massive Erhöhung des Strombedarfs, der sich also insgesamt um 30 bis 50 Prozent erhöhen könnte. Das wären dann bereits 800 bis 1350 TWh mehr als heute. Um diesen zusätzlichen Strombedarf mit Erneuerbaren zu decken, müssten in den kommenden 15 Jahren 470 bis 790 GW an erneuerbaren Stromkapazitäten installiert werden.
Nadelöhr Netzausbau
2025 wurden in der EU laut ersten Schätzungen 85 GW an neuen Wind- und Solarkapazität zugebaut. Setzt sich der Ausbau in diesem Rhythmus fort, könnte die EU ihre Ziele realistisch erreichen.
Aber Solarpaneele und Windräder sind nicht die einzige Bedingung für die grüne Energiewende. Der Ausbau der Netzinfrastruktur, von Speicherkapazitäten und die Implementierung intelligenter Steuerungssysteme sind weitere wichtige Pfeiler, damit der erzeugte grüne Strom dort ankommt, wo er gebraucht wird und um Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Auch der Ausbau grenzüberschreitender Kapazitäten spielt eine wichtige Rolle. Der massive Blackout in Spanien, Vorreiterland bei der erneuerbaren Stromerzeugung, veranschaulicht aber auch, welche schwerwiegenden Folgen ein schleppender Ausbau der heimischen und grenzüberschreitenden Netzinfrastruktur haben kann.
Mehr Rohstoffbedarf für Strominfrastruktur
Die benötigten Investitionen in die Stromnetze in der EU belaufen sich bis 2040 auf 1,1 Billionen Euro, was jährlich 74 Milliarden Euro entspricht. Das wiederum bedeutet ins Stoffliche übersetzt viele Tonnen Stahl und tausende Kilometer an Kupferkabeln. Für den massiven Ausbau mit Windrädern und Solarpanelen sind massive Mengen an kritischen Rohstoffen wie Seltene Erden, Silizium, Indium oder Selennötig und für Batteriespeicher Lithium, Graphit, Kobaltund Nickel.
Hier schließt sich wieder der Kreis und wir landen beim Thema Rohstoffabhängigkeit der EU und dem vernichtenden Rechnungshofurteil: „Keine solide Strategie“. Es bleibt also offen, wie die EU neben der Verkehrswende auch die Energiewende schaffen will, wenn sie die dafür benötigten Rohstoffe nicht sichern kann. Vielleicht steht hinter dem Schlingerkurs beim Verbrenner-Aus, die leise Vermutung der Politik, dass die EU den Abstand im Wettlauf um kritische Mineralien wohl nicht mehr aufholen wird können.
Hafnium ist ein hartes, duktiles Metall mit strahlendem Silberglanz. Hafnium ist relativ säurebeständig. Seine chemischen Eigenschaften sind Zirkonium sehr ähnlich. Das chemische Verhalten dieser beiden Elemente ist ähnlicher als bei jedem anderen bekannten Elementpaar.
Die wichtigsten Anwendungsgebiete von Hafnium ist in Steuerstäben von Druckwasserreaktoren, in Superkondensatoren, Halbleitern, als Superlegierung für die Luft- und Raumfahrtindustrie und in Hochtemperaturkeramiken. Tantal-Hafniumcarbid mit einem Schmelzpunkt von 4.215 °C (7.619 °F) ist eine der feuerfestesten bekannten Substanzen.
Hafnium wird ausschließlich als Nebenprodukt der Zirkoniumraffination gewonnen. Die weltweit führenden Exporteure von Zirkoniummineralkonzentraten sind Australien und Südafrika.
Der globale Hafnium-Markt beträgt schätzungsweise 80 Tonnen jährlich. Die Hafniumproduktion konzentriert sich auf nur eine Handvoll Länder: China, Frankreich, die USA und Russland.
Framatome, ein Tochterunternehmen des französischen Elektrizitätsunternehmens EDF dominiert den Markt für nukleartaugliches Hafnium.
In den wichtigsten Industrieländern und China gilt Hafnium als kritischer Rohstoff.
Geschichte
Der niederländische Physiker Dirk Coster und der ungarisch-schwedische Chemiker George Charles von Hevesy entdeckten Hafnium 1923 in norwegischen und grönländischen Zirkonmineralen, indem sie deren Röntgenspektren analysierten. Sie benannten das neue Element nach dem neulateinischem Namen für Kopenhagen (Hafnia), der Stadt, in der es entdeckt wurde.
Seine Geschichte ist geprägt von einer langen Suche. Dimitri Mendeleev sagte bereits 1869 ein Element mit ähnlichen Eigenschaften wie Titan und Zirkonium voraus. Viele Wissenschaftler suchten es vergeblich, darunter Georges Urbain und Henry Moseley. Fehldeutungen führten zu falschen „Entdeckungen“ wie „Celtium“ 1911, das sich später als Lutetium erwies.
In den 1940ern nutzte die US-Atomindustrie Hafnium für Kernreaktor-Steuerstäbe, da es — im Gegensatz zu Zirkonium — Neutronen stark absorbiert.
Verwendung
Der größte Anwendungsbereich für Hafnium ist die Luft- und Raumfahrtindustrie. Dort kommt es in Superlegierungen für etwa Triebwerke und in Form von hafniumhaltigen Beschichtungen für Hochtemperaturkomponenten zum Einsatz.
Ein weiterer bedeutender Hafniumverbraucher ist die Atomkraft. Aufgrund seines hohen Neutroneneinfangquerschnitts und seiner hervorragenden mechanischen Eigenschaften wird Hafnium in Steuerstäben von Kernkraftwerken verwendet.
Auch in der Mikroelektronik und Halbleiterindustrie spielt Hafnium eine Rolle. In Kondensatoren wird Hafnium als High-k-Dielektrikum eingesetzt. Es kann Siliziumdioxid ersetzen, was dünnere Isolationsschichten ermöglicht, was die Leistungsfähigkeit und Miniaturisierung von Halbleiterbauelementen verbessert.
Neue Erkenntnisse über die Eigenschaften von Hafniumoxid legen nahe, dass diese Materialien eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung neuer Speichertechnologien spielen könnten. Aufgrund der Ferroelektrizität von Hafniumoxid können Daten auch ohne Strom über längere Zeit gespeichert werden. Diese Speicheranwendungen können den Weg für größere und schnellere Computersysteme ebnen, indem sie die durch die kontinuierliche Datenübertragung in den Kurzzeitspeicher entstehende Wärme reduzieren.
Vorkommen, Abbau, Gewinnung
Die wichtigsten Minerale für die kommerzielle Gewinnung von Hafnium sind Zirkon und Baddeleyit, die als Nebenprodukte bei der Gewinnung von Titanmineralien anfallen. In der Natur ist Hafnium stets an Zirkoniumverbindungen gebunden und schwer abzutrennen.
Aufgrund der starken chemischen Ähnlichkeit von Hafnium und Zirkonium ist die Trennung der beiden Elemente voneinander sehr aufwändig und teuer. Die bevorzugten Methoden zur Trennung von Hafnium und Zirkonium sind Ionenaustausch- und Lösungsmittelextraktionstechniken.
Für manche Zwecke ist die Trennung der beiden Elemente allerdings nicht erforderlich.
Die wichtigsten Abbauländer für hafniumhaltige Zirkoniumminerale sind Australien und Südafrika, wo sie aus Mineralsanden und Flusskies gewonnen werden. Die mit Abstand größten Reserven befinden sich in Australien.
Das australische Bergbauunternehmen Iluka Resources ist der weltgrößter Produzent von Zirkoniumerzen, gefolgt vom US-Unternehmen Tronox und dem britisch-australischen Bergbaukonzern Rio Tinto.
Framatome, ein Tochterunternehmen des französischen Elektrizitätsunternehmens EDF dominiert den Markt für nukleartaugliches Hafnium. Allegheny Technologies Incorporated ist führender US-Hersteller von Hafnium für die Luftfahrt- und Nuklearindustrie und produziert etwa hochreines Hafnium für Turbinenschaufeln.
China National Nuclear Corporation ist Chinas größter Produzent von Hafnium.
Chepetsky Mechanical Plant, eine Tochter des staatlichen Konzerns Rosatom ist ein wichtiger russischer Hersteller, der Hafnium für die heimische Nuklear- und Rüstungsindustrie liefert.
Im Jahr 2024 wird das weltweite Absatzvolumen von Hafnium (Hf) auf etwa 80 Tonnen geschätzt, allerdings kann die genaue Menge aufgrund von Geheimhaltung im Nuklear- und Militärbereich nicht mit Sicherheit beziffert werden.
Entwicklungen in der Elektronikindustrie, verstärkte Investitionen im Rüstungsbereich und der Ausbau von Atomkraftwerken läßt die Nachfrage nach Hafnium wachsen.
Substitution
In Legierungen kann Hafnium durch Magnesium, Kobalt, Chrom, Niob und Tantal ersetzt werden. In bestimmten Superlegierungen ist Hafnium mit Zirkonium austauschbar.
In Steuerstäben von Kernkraftwerken können anstelle von Hafniummetall auch Bor- oder Cadmium-Silber-Indium-Legierungen verwendet werden.
James Litinsky glaubt, die Nachfrage nach schweren Seltenen Erden in Magneten wird nachlassen und ihre Preise sinken. In der Industrie sorgen seine Aussagen[1] für Aufruhr, denn Litinsky ist Boss von MP Materials, Betreiber des größten Bergwerks für Seltenen Erden außerhalb Chinas. Das Bergbauunternehmen verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und will es nicht beim Rohstoffabbau belassen. Raffinerie- und Separationsanlagen für alle Metalle der Seltenen Erden gehören ebenso zur Geschäftsstrategie wie eine eigene Magnetfabrik. Dank MP Materials sind die USA zum zweitgrößten Hersteller von Seltenen Erden aufgestiegen. Von den etwa 51.000 Tonnen Seltenerdkonzentrat, die 2025 in den USA produziert wurden, lieferte MP Materials alleine knapp 50700 Tonnen. Litinskys Aussagen schmälern jedenfalls nicht die Bedeutung kritischer Mineralien für das globale Machtgefüge, das von der Rivalität zwischen den USA und China, den zwei größten Volkswirtschaft der Welt, geprägt wird.[1]LINK
Der Abstand zu Chinas Dominanz über Seltene Erden wird zwar kleiner, er ist aber immer noch ziemlich groß: 2025 hat China laut US-Angaben 270.000 Tonnen produziert und hält einen Weltmarktanteil von geschätzt 70 Prozent. Hauptprodukt in Mountain Pass, das von MP Materials betriebene Bergwerk in Kalifornien, sind Konzentrate der leichten Seltenen Erden Neodym und Praseodym. Sie sind Schlüsselelemente in den extrem starken Dauermagneten für Elektroautos und Windturbinen. Für Verwunderung sorgten Litinskys Äußerungen auch deshalb, weil MP Materials angekündigt hat, ab Mitte 2026 die beiden schweren Seltenen Erden Dysprosium und Terbium herzustellen. Sie werden üblicherweise in kleinen Mengen Neodym-Magneten beigefügt, um deren Hitzeresistenz zu erhöhen.
Seltene Erden gegen Taiwan-Konzessionen
Das Erz in Mountain Pass gibt aber nicht viel her an schweren Seltenen Erden. Zwar gibt MP Materials an, über 200 Tonnen an schwerem Seltenerdoxiden (SEG+) produziert und eingelagert zu haben. Um genug Material für seine geplante Magnetfabrik in Texas zur Verfügung zu haben, muss Litinsky aber auch Material aus anderen Lagerstätten besorgen. Doch hier ist der Haken: Während China die leichten Seltenen Erden dominiert und westliche Länder wie die USA dabei sind diese Dominanz langsam aufzubrechen, ist der Markt für schwere Seltene Erden nahezu vollständig unter Pekings Kontrolle. Dazu kommt, dass die Zahl westlicher Mitbewerber, die um die wenigen nicht-chinesischen Quellen buhlen, nicht kleiner wird.
Bis die USA und verbündete Staaten wie Australien und Brasilien relevante Mengen an schweren Seltenen Erden selbst herstellen können, dürften noch viele Jahre vergehen. Solange sitzt Peking am längeren Hebel. Das weiß auch Trump, der Donnerstag und Freitag auf Staatsbesuch bei Xi Jinping in Peking sein wird. Kritische Rohstoffe werden dabei eine zentrale Rolle spielen und dies nicht zum Vorteil des US-Präsidenten. Asien-Analyst David Sacks hält es gar für möglich, dass Xi im Austausch für Rohstofflieferungen Trump Konzessionen bei Taiwan abringen könnte.
Mit Trumps angriffslustiger Außenpolitik kommt die Abhängigkeit von Chinas Rohstoffen noch deutlich zum Vorschein. Der Irankrieg hat die Waffenarsenale ausgedünnt. Allein in den ersten vier Tagen des Angriffs haben die USA gemeinsam mit Israel über 5000 Stück an Munition verpulvert, darunter extrem teure Abwehrraketen gegen Irans Billigdrohnen. Den Wert des verfeuerten Materials in den ersten 100 Stunden des Kriegs schätzt der US-Think Tank Foreign Policy Research Institute (FPRI) auf zehn bis 16 Milliarden US-Dollar.
Auch der EU-Rüstungssektor verzeichnet einen gestiegenen Bedarf an einer ganzen Reihe von Rohstoffen. Grund ist hier der Krieg in der Ukraine sowie die generelle Aufrüstung, um gegen einen eventuellen Angriff Russlands gewappnet zu sein. Denn die EU kann nicht mehr auf die USA als Schutzmacht und Nato-Verbündeten vertrauen.
Nachschub von Patriot-Raketen keine Geldfrage
Berichte über leere Munitionslager der US-Armee mögen zwar übertrieben sein, doch bis die US-Rüstungsindustrie Nachschub bei bestimmten, strategisch zentralen Waffen liefern kann, kann es teilweise bis zu zwei Jahre dauern. Das gilt für teure Hightech-Abwehrsysteme wie Patriot und THAAD ebenso wie für offensive Lang- und Mittelstreckenraketen. Geld ist dabei nicht das Problem, wie es in einer FPRI-Analyse heißt.
In jedem Sprengkopf, Lenkwaffensystem, in Drohnen und Radaren stecken kleine Mengen von Neodym, Terbium, Dysprosium, Samarium oder Gallium. Sie machen zwar nur einen Bruchteil der Kosten aus: In einer 4,5-Millionen-Dollar Patriot-Abfangrakete machen diese gerade einmal 5.000 bis 15.000 Dollar aus, rechnet das FPRI vor. Die größte Hürde ist der Zugang zu diesen Spezialmetallen und den Schlüssel hält Peking in der Hand und weiß diesen geschickt als Pfand einzusetzen.
Gallium ist ein weiterer Stoff, der fast vollständig unter Chinas Kontrolle liegt: Der Weltmarktanteil an dem für Halbleiter wichtigen Material beträgt 98 Prozent. Als die USA noch unter Trumps Vorgänger Joe Biden Chinas Chip-Industrie aushebeln wollten, reagierte Peking zunächst mit Ausfuhrbeschränkungen und später sogar mit einem Exportverbot von Gallium. Dazu kamen Germanium und superharte Metalle wie Antimon. Allerdings hat das Exportverbot bei Gallium die USA nicht hart getroffen. Es gelang der Industrie auf Lieferanten aus Japan, Deutschland und Kanada auszuweichen, was so zu einer drastischen Verringerung der Direktimporte aus China führte.
Doch China legte weiter drauf und führte Ausfuhrbeschränkungen auf die schweren Seltenen Erden Holmium, Erbium, Thulium, Europium und Ytterbium sowie für Technologien rund um Abbau, Verarbeitung und Recycling von SeltenenErden ein. Immerhin konnten sich Trump und Xi vor einem Jahr zu einem Burgfrieden durchringen, der jedoch diesen November auslaufen wird. Ausfuhranträge der gelisteten Rohstoffe für militärische Anwendungen genehmigt China jedenfalls nicht.https://ise-metal-quotes.com/l=de
ISE AG Metal Quotes
43 Milliarden Dollar für die Rohstoffsicherung
Für Amerikas reduziertes Waffenarsenal ist das eine Problem. Der Aufbau zuverlässiger Lieferketten für Seltene Erden und andere Spezialmetalle steht daher ganz oben auf Trumps Agenda und ist in erster Linie auf militärische Bedürfnisse ausgerichtet. Die Mittel für Initiativen im Rohstoffbereich summieren sich seit Beginn von Trumps zweiter Amtszeit auf etwa 14 Milliarden US-Dollar. Doch schon unter Joe Biden nahm das Thema Rohstoffsicherung an Bedeutung beträchtlich zu. Seit 2021 pumpten die USA schätzungsweise 43 Milliarden US-Dollar in Rohstoff-relevante Bereiche.
Allein das im Februar angekündigte Lagerhaltungsprogramm „Project Vault“ ist zwölf Milliarden Dollar schwer. Zehn Milliarden Dollar stellt die US-Exportkreditagentur Eximbank in Form von Direktdarlehen bereit, der Rest soll aus dem Privatsektor kommen. Es ist die bisher größte Finanzierung in der Geschichte der Bank. Project Vault soll die heimische Industrie vor Versorgungsengpässen abschirmen, die Produktion und Verarbeitung kritischer Rohstoffe in den USA ausweiten und den Rohstoffsektor grundlegend stärken.
Angesichts ihrer Bedeutung für die unterschiedlichsten Rüstungsgüter genießen die 15 Seltenerdelemente unter den 60 als kritisch gelisteten Mineralien für die Regierung allerhöchste Priorität. Das spiegelt sich auch bei Project Vault wider: Priorität der Vorratslagerung haben ausgewählte Seltene Erden.
Gallium ist ein Schlüsselelement für Halbleiter und Rüstungsgüter. In den USA wurde dieser Rohstoff seit vier Jahrzehnten nicht mehr hergestellt. Es kann als Nebenprodukt der Aluminium- und Zinkproduktion gewonnen werden. Das Problem mit Gallium liegt in dem kleinen Marktvolumen im Vergleich zu anderen Metallen, was die Wirtschaftlichkeit der Galliumgewinnung zu einer großen Herausforderung macht. Die gigantische Aluminiumproduktion in China erlaubt dort eine wirtschaftliche Galliumgewinnung. Das US-Energieministerium hat im September mit TRACE-Ga ein eigenes Förderprogramm für die Gewinnung von Gallium in der Höhe von sechs Millionen Dollar aufgelegt.
Ebenfalls aus dem Energieministerium kommen 140 Millionen Dollar an Fördermitteln für die Errichtung einer Demonstrationsanlage für die Herstellung von Seltenen Erden. Das Ziel ist, die Machbarkeit der Anlage zur Gewinnung und Trennung von Seltenerdelementen sowie einer Raffinerie nachzuweisen. Die Förderung ist Teil eines Finanzierungspakets für den Rohstoffsektor in der Höhe von einer Milliarde Dollar.
US-Regierung setzt auf Markteingriff in der Seltenerdindustrie
Eine der außergewöhnlichsten Maßnahmen der Trump-Regierung in Sachen Rohstoffpolitik, ist der Einstieg des Pentagons in MP Materials. Das Pentagon hat vergangenen Oktober 400 Millionen US-Dollar für 15 Prozent der Anteile locker gemacht. Zum Deal gehört eine Abnahmeverpflichtung für die nächsten zehn Jahre und eine nicht unumstrittene Mindestpreisgarantie von 110 US-Dollar pro Kilogram Neodym-Praseodym(NdPr)-Oxid. Das heißt, das Pentagon verpflichtet sich, für die Preisdifferenz aufzukommen, sollten die Preis unter die 110-Dollar-Marke fallen.
Preisgarantien sollen den Aufbau der Industrie vor Marktverzerrungen durch China schützen, die in einer nicht allzu fernen Vergangenheit schon einmal eine ganze Generation an Seltenerd-Unternehmungen versenkt haben. Die Industrie verlangt daher schon seit längerem Schutzmechanismen dieser Art. Doch es gibt auch Kritiker solcher Maßnahmen.
Die Schwierigkeit besteht darin, den Produzenten Seltener Erden Investitionssicherheit zu bieten, ohne neue Marktverzerrungen oder Handelshemmnisse zu schaffen. Hinzu kommt, dass nicht alle Seltenerd-Unternehmen auf Mindestpreisgarantien zählen können. Washington ist davon abgerückt diese grundsätzlich zu geben, was mit dem klammen US-Haushalt zu erklären ist.
Als das Pentagon seinen Einstieg in MP Materials im Juli 2025 bekannt gab, war der garantierte Mindestpreis fast doppelt so hoch wie das Marktniveau. Aktuell liegt der Marktpreis bei 112 US-Dollar. Historisch ist der Preis für NdPr-Oxid zwischen 2013 und 2020 nur einmal über die 80-Dollar-Marke geklettert. Seitdem ist die Tendenz zwar steigend, allerdings ist der Preis in der Regel deutlich unter der 110 Dollarmarke geblieben. Ausreißer gab es zu Beginn von Russlands Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 sowie am Anfang des Irankriegs.
Dauermagneten ohne schwere Seltene Erden
MP Materials erhält vom Pentagon auch einen Kredit in der Höhe von 150 Millionen Euro für den Ausbau seiner Separationsanlage für schwere Seltene Erden. Hier sollen zunächst Dysprosium und Terbium hergestellt werden. Eben die beiden Elemente, über die MP Materials’ CEO vergangene Woche sagte, dass sie für Magneten bald obsolet sein könnten.Litinsky betonte in dem Zusammenhang, dass sie in der Lage seien, „Magnete mit den erforderlichen Spezifikationen und einem sehr geringen oder gar keinen Schwermetallanteil herzustellen.“
Die Preise für Dysprosium-Metall bewegen sich in der Tat seit einigen Jahren tendenziell nach unten. Aktuell liegen sie bei 260 US-Dollar. Terbium-Metall liegt aktuell bei deutlich über 1000 US-Dollar. Der Preis ist seit 2020 um etwa ein Drittel gestiegen. Einige Beobachter bezweifeln, dass eine komplette Substitution von Dysprosium und Terbium in leistungsstarken Dauermagneten möglich ist. Sie sehen in Litinskys Aussagen einen Hinweis auf Probleme diese Elemente herzustellen. Auf der anderen Seite konnten Magnethersteller den Bedarf an Dysprosium und Terbium in Magneten in den vergangenen Jahren tatsächlich stetig mindern.
Dass leistungsstarke Elektromotoren von E-Autos auch ganz ohne Seltene Erden auskommen, macht BMW vor. Der deutsche Autobhersteller hat aus der Seltenerdkrise 2010 seine Schlüsse gezogen und bewusst auf eine alternative Technologie gesetzt, um sich gegen künftige geopolitische Risiken zu wappnen. Trotz des Verzichts verbraucht BMW jährlich dennoch mehrere hundert Kilogramm an Seltenen Erden, denn die stecken in den vielen kleinen elektrischen Motoren, die alles mögliche vom Scheibenwischer bis zu den Fensterhebern bewegen.
Vollintegriertheit ist im Trend: Von der Mine zur Magnetfabrik
MP Materials hat den Anspruch, nicht nur abzubauen, sondern will die gesamte Wertschöpfungskette abdecken: von der Mine über die Verarbeitungs- und Separationsanlage bis zur Magnetfabrik. Letztere soll in Texas entstehen. Für die Errichtung bekommt MP Materials eine weitere Geldspritze aus Washington. Auch der Privatsektor beteiligt sich an der Finanzierung: Goldman Sachs und JPMorgan Chase wollen eine Milliarde Dollar beisteuern.
Mit Saudi-Arabien haben die USA einen alten Verbündeten im Nahen Osten, der angesichts von Peak-Oil seine Fühler auch in den Metallsektor ausstreckt. Im November gab MP Materials bekannt, gemeinsam mit dem Pentagon undMaaden, dem staatlichen Bergbauunternehmen der Saudis, eine Raffinerie für Seltene Erden im Nahen Osten zu errichten. Das Material soll aus Lagerstätten in Saudi-Arabien und anderen Ländern kommen. Doch die müssen erst noch gefunden und erschlossen werden.
Im März verpflichtete das Weiße Haus außerdem den australischen Seltenerdkonzern Lynas Rare Earths für 96 Millionen Dollar zur Lieferung von leichten und schweren Seltenerdoxiden über die nächsten vier Jahre. Auch hier gehört eine Mindestpreisgarantie von 110 US-Dollar für NdPr-Oxid zur Abmachung. Lynas Rare Earths ist mit seiner Anlage in Malaysien der größte Verarbeiter von Seltenen Erden außerhalb Chinas. Vor kurzem gelang es Lynas erfolgreich Dysprosium und Terbium herzustellen.
USA greifen nach brasilianischen Seltenen Erden
Im Januar diesen Jahres folgte dann der nächste Streich: im Rahmen eines 1,6 Milliarden Dollar schweren Investitionspakets aus Fremd- und Eigenkapital kündigte das US-Handelsministerium seinen Einstieg in USA Rare Earthan. Das 2019 gegründete Startup plant in Texas ab 2028 Seltene Erden abzubauen. In Oklahoma will die Firma noch dieses Jahr ein Magnetfabrik in Betrieb nehmen.
Dieser Deal sorgte jedoch für heftige Kritik, vor allem von den Demokraten. Die Verflechtungen von US-Handelsminister Howard Lutnick mit dem Finanzunternehmen Cantor Fitzgerald und USA Rare Earth werfen ein schiefes Licht auf dieses Geschäft. Zweifel gibt es auch an der Wirtschaftlichkeit der Lagerstätte von Round Top Mountain. Das Unternehmen räumte selbst ein, dass der Gehalt im Vergleich zu anderen Abbaustätten für Seltene Erden gering ist. Für Verunsicherung sorgt zudem, dass eine vorläufige Machbarkeitsstudie erst Ende des Jahres abgeschlossen sein wird. Für Investoren üblicherweise eine wichtiges Entscheidungsinstrument, um in ein Bergbauunternehmen zu investieren.
Im April gab USA Rare Earth bekannt die Serra-Verde-Gruppe aus Brasilien für 2,8 Milliarden US-Dollar zu übernehmen. Der US-Arm für Entwicklungsfinanzierung hat dem Unternehmen bereits im Februar eine Finanzierung in der Höhe von 565 Millionen US-Dollar zugesagt. Serra Verde ist im Besitz der Pela-Ema-Mine im Bundesstaat Goiás, in der seit Anfang 2024 Seltene Erden aus Ionen-Adsorptionstonen gewonnen werden. Ionen-Adsorptionstone gelten als wichtigste Quelle für schwere Seltenen Erden. Es handelt sich um die erste Lagerstätte dieser Art außerhalb Asiens.
Brasilien hat nach China die zweitgrößten bekannten Reserven für Seltene Erden, die mit 21 Millionen Tonnen beziffert werden. Das Potenzial ist groß, allerdings wird in dem südamerikanischen Land noch kaum abgebaut. Dank Brasiliens Rohstoffvorkommen hat Trump die exorbitanten Zölle auf brasilianische Produkte wieder aufgehoben. Diese waren als Bestrafung für die Verfolgung von Ex-Präsident Jair Bolsonaro durch die brasilianischen Justiz gedacht. Beim Besuch in Washington vor einigen Tagen, schien die Stimmung zwischen Trump und Brasiliens gewerkschaftsfreundlichen Staatspräsidenten Luiz Inácio Lula da Silva gut zu sein.
USA und Frankreich planen gemeinsame Magnetfabrik
Auch Europa bleibt nicht außen vor: USA Rare Earth kündigte Anfang April an, sich am französischen Startup Caresterzu beteiligen. Die Firma baut in Südfrankreich eine Verarbeitungs- und Recyclinganlage für Seltene Erden. Die Vereinbarung mit USA Rare Earth sieht die Errichtung einer gemeinsamen Magnetfabrik in Frankreich vor. In Frankreich ist noch gutes Know-how über die Verarbeitung und Trennung von Seltenen Erden vorhanden. Das Land war in den 1980er Jahren einer der Weltmarktführer in dem Sektor.
Es scheint doch nicht alles so schlecht in der EU zu sein, wie aus dem Weißen Haus oft zu hören ist. Während Trump Nägel mit Köpfen macht, ist auch die EU nicht untätig geblieben. So hat der Wirtschaftsblock ebenfalls im April seine 16. Rohstoffpartnerschaft geschlossen — mit den USA. Die Beziehungen sind also noch intakt. Zu einer Verbesserung der Versorgung mit kritischen und strategischen Rohstoffen haben die Rohstoffpartnerschaften bislang aber kaum beigetragen.
Zumindest auf dem Papier hat die EU eine systematische und langfristig Strategie. Und auch hier wird Geld in die Hand genommen, um der Industrie Rohstoffe zu sichern. Allerdings gestaltet sich die Sache um einiges schwieriger, angesichts der EU-Struktur. Neben EU-weiten Fonds und Programmen wie der RESourceEU-Initiative, dem Battery Booster Paket und den strategischen EU-Projekte legen einzelne Mitgliedsstaaten auch eigene Programme auf.
In Deutschland ist dies der mit einer Milliarde Euro ausgestattete Rohstofffonds und in Frankreich gibt es mit InfraVia seit 2023 einen staatlichen Fonds für kritische Metalle, der mit 500 Millionen Euro ausgestattet ist. Alles in allem bringt die EU zwischen vier und fünf Milliarden Euro für die Sicherung von kritischen Rohstoffen auf. Deutlich weniger als die USA. Der Alte Kontinent setzt vor allem auf eine langfristige Strategie, in der etwa Kreislaufwirtschaft eine prominente Rolle bei der Sicherung von Rohstoffen spielen soll.
Ob Trumps Hau-drauf-Politik schneller zum Ziel kommt als die auf Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und Rechtsstaatlichkeit ausgerichtete EU-Strategie, die mit vielen bürokratischen Hürden gepflastert ist, wird die Zeit zeigen. Zumindest rein optisch scheinen die USA besser positioniert zu.
Angesichts markteingreifender Maßnahmen wie Mindestpreisgarantien, ausgerechnet in einem stark vom Kapitalismus geprägten Land, stellt sich die Frage, ob das Problem nicht auch systemischer Natur ist. Kapital fließt schließlich am liebsten dorthin, wo schneller Gewinn wartet. Industrialisierung - und dazu gehört auch die mühsame Arbeit der Erschließung von Rohstoffen am Anfang der Lieferkette - bedeutet große Investitionen über lange Zeiträume.
Dubai / Luzern, Mai 2026 – Die Institut für Seltene Erden und Metalle AG (ISE AG) hat im Februar 2026 ein neues Lager in der Dubai Airport Freezone (DAFZ) eröffnet. Der Standort wird durch den Logistikpartner Union Logistic betrieben und dient als strategischer Hub für Kunden im Mittleren Osten.
Mit dem neuen Lager reagiert die ISE AG auf die wachsende Nachfrage zahlreicher Kunden aus der Region, die ihre hochwertigen und wertvollen Metalle geografisch näher an ihren eigenen Standorten lagern möchten, gleichzeitig jedoch nicht auf die hohen Schweizer Qualitäts- und Sicherheitsstandards verzichten wollen.
Die Dubai Airport Freezone zählt zu den bedeutendsten internationalen Logistik- und Handelszentren der Vereinigten Arabischen Emirate und bietet ideale Voraussetzungen für sichere und effiziente Lagerprozesse sowie schnelle internationale Anbindungen.
ISE Dubai Storage generatet by ChatGPT 2026
Die ISE AG bietet am Standort Dubai insbesondere folgende Dienstleistungen an:
sichere Lagerung hochwertiger Metalle,
Inspektionen und Zustandsbewertungen,
Sample Taking und Probenahmen,
Analysen und Materialbewertungen,
Audits,
sowie unabhängige Zertifizierungs- und Dokumentationsdienstleistungen.
Durch den ausgestellten Lagerschein der schweizerischen ISE AG kann Ware künftig sicher in den Vereinigten Arabischen Emiraten gelagert werden und gleichzeitig den unabhängigen Qualitäts- und Zertifizierungsstandards der ISE AG entsprechen.
„Viele unserer Kunden im Mittleren Osten wünschen sich eine Lagerlösung in ihrer Region, möchten aber dennoch die hohen Schweizer Standards bei Sicherheit, Lagerung, Handling und Dokumentation beibehalten. Mit dem neuen Standort in Dubai verbinden wir genau diese Anforderungen“, erklärt die Geschäftsleitung der ISE AG.
Die Dienstleistungen Refillings und Refurbishing werden weiterhin ausschließlich am Standort Embrach in der Schweiz durchgeführt.
Mit der Erweiterung nach Dubai baut die ISE AG ihre internationale Infrastruktur konsequent aus und stärkt ihre Position als unabhängiger Anbieter hochwertiger Lager-, Inspektions- und Zertifizierungsdienstleistungen für strategische Materialien und wertvolle Metalle.
Über die Institut für Seltene Erden und Metalle AG (ISE AG)
Die Institut für Seltene Erden und Metalle AG (ISE AG) mit Sitz in Luzern, Schweiz, ist ein unabhängiges Unternehmen für Lagerung, Inspektion, Probenahme, Analyse, Bewertung und Zertifizierung von strategischen Materialien und wertvollen Metallen. Die ISE AG unterstützt Kunden weltweit mit unabhängigen und neutralen Dienstleistungen entlang der gesamten Lager- und Lieferkette.
Luzern, 26.06.2024 - es freut uns ganz besonders Ihnen bekannt geben zu dürfen, dass wir ab dem heutigen Tage ein eigenes offenes Zolllager in Embrach bei Zürich führen. In Sammellagern, Einzellagern und Hochsicherheitstresoren und -Räumen kann alles an Metallen und Edelmetallen gelagert werden was nicht giftig, brennbar oder explosiv ist. Wir verfügen über Lagermöglichkeiten sowohl im Bereich der geschlossenen Freilager als auch im Bereich der offenen Freilager. Bei den geschlossenen Freilagern wird der Waren- und Personeneinlass und -Auslass durch den Schweizer Zoll festgehalten und geregelt. Bei einem offenen Freilager berichtet der Lagerhalter dem Zoll über alle Ein- und Ausgänge der Waren. Die geschlossenen Freilagerflächen sind GRASP zertifiziert. Mit nur 8Km Distanz zum Flughafen Zürich Kloten sind unsere Lagerflächen sehr Verkehrsgünstig gelegen. Einen Transport von Kloten nach Embrach übernehmen wir für sie gerne kostenlos als Service. Safekeeping Receipts werden direkt vom ISE AG ausgestellt und beinhalten so eine Referenz auf Ihre vom ISE AG erstellte Dokumentationen. Ihre Dokumentation ist somit in sich rund und schlüssig. Unsere Lagerräume sind zugänglich von Montag bis Donnerstags 8:00 Uhr bis 17:00 Uhr.
Als weiteren Service sind wir nun auch in der Lage uns um Ihre Logistik zu kümmern. Egal wo Ihre Ware auf der Welt abgeholt werden soll, egal wohin Ihre Ware gebracht werden soll, wir sind der richtige Ansprechpartner für Ihre anspruchsvolle Metalllogistik. Wir verladen, Im- und Exportieren, verzollen und lagern ein. So können wir Ihre Ware auch bei Ihnen abholen, in unser Lager bringen , eine Inspektion und Sample taking durchführen und ihnen die Ware wieder zurück bringen. Am Ende erhalten Sie eine verlässlich anerkannte Dokumentation und haben Ihre Ware dennoch in Ihrer Nähe.
In unseren eigenen Produktionshallen direkt bei unserem Lager sind wir in der Lage Ihre metallischen Pulver aufzubereiten. Alle Metallpulver haben eine Gemeinsamkeit, sie fangen nach einer spezifischen Zeit an zu oxidieren und verklumpen dadurch. Die Pulver verlieren dadurch Ihre Eigenschaft und somit auch Ihren Preis. Alle metallischen Pulver sollten alle 10 Jahre aufbereitet werden, wenn diese in verschliessbaren Behältern unter Argon lagern. Pulver in verschweißten Glasampullen halten mehrere Jahrzehnt. Gerne beraten wir sie, wie wir Ihre Ware für sie wieder aufbereiten können um sie weitere 10 Jahre sorgenfrei lagern zu können.
Das Institut für seltene Erden und Metalle AG in der Schweiz ist Ihr zuverlässiger Partner für Ihren Metalltransport, -Lagerung, -Analyse, -Bewertung und -Aufbereitung, damit die Wertbeständigkeit auch über Jahrzehnte erhalten bleibt.
Ihr Kontakt zum ISE AG: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. oder +41 41 5 11 11 20
Lucerne, June 26, 2024 – We are pleased to announce that, as of today, we are operating our own open customs warehouse in Embrach near Zurich.
In shared warehouses, individual storage units, and high-security vaults and rooms, we can store all types of metals and precious metals — provided they are non-toxic, non-flammable, and non-explosive.
We offer storage facilities both in closed bonded warehouses and open bonded warehouses. In closed bonded warehouses, the Swiss customs authorities record and regulate all goods and personnel entering and leaving. In open bonded warehouses, the warehouse operator reports all goods movements directly to customs.
Our closed bonded warehouse areas are GRASP-certified. With a distance of only 8 km from Zurich Airport (Kloten), our facilities are ideally located for convenient access. We are pleased to offer free transport between Kloten and Embrach as part of our customer service.
Safekeeping Receipts are issued directly by ISE AG, providing a direct reference to your documentation created by ISE AG. This ensures your documentation is complete and consistent.
Our storage facilities are open Monday to Thursday, from 8:00 a.m. to 5:00 p.m.
Comprehensive Logistics Services
As an additional service, we are now able to take care of your logistics needs worldwide. No matter where your goods need to be collected or delivered, we are your reliable partner for specialized metal logistics.
We handle loading, import and export procedures, customs clearance, and storage. If required, we can collect your goods, transport them to our facility, conduct inspections and sample taking, and return them to you afterwards.
At the end of the process, you will receive professionally recognized documentation, while your goods remain secure and within reach.
Metal Powder Reconditioning
In our own production facilities located directly next to our warehouse, we can recondition your metallic powders. All metal powders share a common characteristic: after a certain time, they begin to oxidize and clump, which causes them to lose their original properties and value.
Metal powders stored in sealed containers under argon should be reprocessed every 10 years. Powders stored in sealed glass ampoules can last for several decades.
We are happy to advise you on how we can recondition your materials, enabling you to store them safely for another 10 years without concern.
Your Trusted Partner in Switzerland
The Institute for Rare Earths and Metals AG (ISE AG) in Switzerland is your reliable partner for metal transport, storage, analysis, evaluation, and reconditioning — ensuring that the value and integrity of your materials are preserved for decades to come.
Our Contact to ISE AG: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. or +41 41 5 11 11 20
Kupfer ist ein Übergangsmetall, das als schwach reaktives Schwermetall zu den Halbedelmetallen gehört. Es ist relativ weich, gut formbar und zäh. Kupfer hat nach Silber die höchste elektrische Leitfähigkeit aller Metalle.
Kupfer ist daher der bevorzugte Werkstoff für Kabel, Leitungen und Rohre. Fast 70 Prozent des Kupfers werden in elektrischen Anwendungen verwendet.
Das wichtigste Abbauland für Kupfer ist Chile. Hier befindet sich die Escondida-Mine, ie größte Kupfermine der Welt, die von den Bergbaukonzernen BHP und Rio Tinto gemeinsam betrieben wird. Das staatliche Unternehmen Codelco aus Chile ist mit zehn Prozent der weltweiten Förderung der führende Kupferproduzent.
China ist global führend in der Kupferraffination.
In der EU ist Kupfer als strategischer Rohstoff gelistet, obwohl es nicht die Grenzwerte erreicht. Dennoch wurde das Metall 2023 wegen seiner strategischen Bedeutung für die Elektrifizierung in die Liste aufgenommen.
Geschichte
Seit mehr als zehntausend Jahren ist Kupfer in Gebrauch und hat die gesellschaftliche und technische Entwicklung maßgeblich geprägt.
In der Prähistorie haben Menschen Kupfer in Reinform in der Natur entdeckt und daraus Werkzeuge geschlagen. Erste Metallverarbeitung fand 5500 bis 2200 v. Chr. im heutigen Irak, Iran und der Türkei statt. Ötzi, die in den österreichischen Alpen gefundene Mumie, war auch schon mit einem Kupferbeil ausgerüstet. Ab ca. 3000 v. Chr. beginnt die Bronzezeit. Durch Zugabe von Zinn wurde Kupfer härter, was die Waffenkunst revolutioniert. In Ägypten, Mesopotamien und China wurde Bronze außerdem für Werkzeuge, Schmuck und Münzen verwendet.
Der lateinische Name für Kupfer „cuprum“ leitet sich von Zypern ab, das eine wichtige Handelsdrehscheibe für das Metall war.
Mit der industriellen Revolution ab dem 18. Jahrhundert wurde Kupfer für Dampfmaschinen, Telegrafen, Generatoren und Motoren verwendet. Die Europäer beuteten dafür in ihren Kolonien Kupferminen aus.
Bis heute ist Kupfer ein allgegenwärtiger Rohstoff der in Münzen, Elektro- und Stromkabeln bis in hochtechnologischen Anwendungen zu finden ist.
Verwendung
Das wichtigste Einsatzgebiet von Kupfer ist in elektrischen Anwendungen, wohin fast 70 Prozent des Kupfers fließen. Es ist der bevorzugte Werkstoff in Übertragungskabeln und -leitungen der Stromindustrie. In der Elektronik ist Kupfer in Form von Kabeln, Steckern, Leiterplatten etc. allgegenwärtig.
In der Bauindustrie spielt Kupfer in Rohren, Elektroinstallationen und Dachverkleidungen eine Rolle.
Die Kupfernachfrage wird wegen der zunehmenden Elektrifizierung deutlich steigen. Wichtige Treiber sind die E-Mobilität — E-Autos enthalten etwa dreimal mehr Kupfer als Verbrenner — sowie Erneuerbare-Energien-Technololgien.
Neben traditionellen Sektoren wie der Münzprägung spielt Kupfer auch in der Hochtechnologie eine wichtige Rolle. In Chips und Leiterplatten wird Kupfer für Transistoren verwendet. In Hochgeschwindigkeitsnetzwerke von Datenzentren sind Kupferkabel nicht wegzudenken und in Windkraft- und Photovoltaikanlagen ist Kupfer für Verkabelung, Generatoren und Transformatoren nötig.
In Lithium-Ionen-Akkus werden zudem Kupferfolien verwendet.
Vorkommen, Abbau, Gewinnung
Kupfermineralien lassen sich in sulfidische und oxidische Erze unterteilen, wobei Kupfer zu über 80 Prozent aus sulfidischen Erzen gewonnen wird. Chalkopyrit, ein Sulfidmineral, ist das am häufigsten vorkommende Kupfermineral, das etwa 34 Gewichtsprozent Kupfer enthält. Es ist die wichtigste Quelle der Kupferproduktion weltweit. Weitere wichtige Kupfermineralien sind Bornit, Chalkosin (Kupferglanz) und Malachit.
Der Gewinnungsprozess hängt von der Erzart ab. Kupfer aus Sulfiden wird über Flotation, Schmelzen und Raffination gewonnen. Bei Oxiden ist nur Laugung und Elektrolyse nötig, was eine einfachere und energieeffizientere Verarbeitung erlaubt.
Oft sind Kupferlagerstätten mit Gold und Silber vergesellschaftet.
Ein Viertel der Weltproduktion kommt aus Chile, wo auch die größte Kupfermine der Welt liegt: Die Escondida-Mine in der Atacamawüste wird von den zwei größten Bergbaukonzernen BHP und Rio Tinto sowie der japanischen JECO betrieben. Eine große Herausforderung ist der hohe Wasserbedarf in einem der trockensten Gebiete der Welt. Dieser wird mitunter über Meerwasserentsalzungsanlagen gedeckt.
Peru und die Demokratische Republik Kongo sind weitere wichtige Abbauländer. Die Minen sind meist im Besitz ausländischer Unternehmen.
Ein wichtiger Player ist China. Jiangxi Copper ist der größte Kupferraffinierer der Welt. Chinesische Firmen kontrollieren zudem zahlreiche Abbaugebiete in Afrika und Südamerika.
Größter Einzelproduzent ist die chilenische Codelco, allerdings kämpft das Staatsunternehmen mit sinkenden Erzgehalten. Freeport-McMoRan aus den USA betreibt in Indonesien gemeinsam mit der indonesischen Regierung den Kupfer-Gold-Tagebau Grasberg. BHP und Glencore sind weitere große Kupferproduzenten.
Die globale Jahresproduktion von Kupfer beträgt etwa 27 Millionen Tonnen.
Kupfer ist sehr gut wiederverwertbar und hat eine der höchsten Recyclingraten. Ungefähr ein Drittel des Kupferbedarfs wird mit Recycling abgedeckt. Ein der wichtigsten Kupferrecycler ist das deutsche Unternehmen Aurubis.
Substitution
Aluminium ersetzt Kupfer in Autokühlern, Kühl- und Gefrierrohren, elektrischen Geräten und Stromkabeln. Glasfasern ersetzen Kupfer in Telekommunikationsanwendungen. Kunststoffe substituieren Kupfer in Abflussrohren, Sanitärarmaturen und Wasserleitungen. Titan und Stahl werden in Wärmetauschern statt Kupfer verwendet.
Am 15. August 2024 kündigte das chinesische Handelsministerium an, dass die Ausfuhrkontrollen für Antimon ab dem 15. September in Kraft treten würden. Dies ist die jüngste in einer Reihe von Exportbeschränkungen durch China, das den weltweiten Abbau und die Verarbeitung von Seltenen Erden dominiert.
Antimon wird bei der Herstellung von Flammschutzmitteln, Blei-Säure-Batterien und als Legierung zur Verstärkung anderer Metalle verwendet. Darüber hinaus hat Antimon eine Reihe von militärischen Anwendungen, darunter Nachtsichtgeräte, panzerbrechende Munition und die Herstellung von Kernwaffen. Auf China entfielen im Jahr 2023 48 % der weltweiten Antimonproduktion.
Die Preise für Antimon erreichten bereits Ende Juli 2024 mit über 22'000 USD pro Tonne ein Allzeithoch, nachdem sie sich seit Jahresbeginn aufgrund der weltweiten Knappheit etwa verdoppelt hatten.
Die jüngste Ankündigung des chinesischen Handelsministeriums in Bezug auf Antimon hat auch in der globalen Lieferkette für Wolfram Erschütterungen ausgelöst. Wolfram ist für eine Reihe von militärischen Anwendungen unentbehrlich, extrem hart und hat den höchsten Schmelzpunkt aller Metalle. China dominiert derzeit den Exportmarkt für Wolfram und produziert etwa 80 % des weltweiten Angebots, Einige Experten sagen voraus, dass China bis Ende des Jahres, wenn nicht schon früher, Ausfuhrkontrollen für Wolfram einführen wird.
Sowohl Antimon als auch Wolfram sind in der EU-Liste der kritischen Rohstoffe aufgeführt, wobei Wolfram als strategischer Rohstoff gilt.
Rückblick auf die Exportbeschränkungen im Jahr 2023 Vor etwas mehr als einem Jahr, am 1. August 2023, kündigte China Exportbeschränkungen für die Seltenen Erden Gallium (Ga) und Germanium (Ge) und hochwertigen Graphit (C) an, um „die nationale Sicherheit zu schützen“.
Zu den Anwendungsbereichen von Germanium und Gallium gehören Solarprodukte, Glasfaseroptik und Hochfrequenzchips für Mobiltelefone und Satelliten. Es sei daran erinnert, dass Pekings Exportkontrollen verhängt wurden, nachdem die USA beschlossen hatten, Chinas Zugang zu fortschrittlichen Halbleitern im Jahr 2023 zu beschränken.
USA erkennen Abhängigkeit von seltenen Erden als „nationalen Notfall“ an Wie in einer früheren Ausgabe dieses Newsletters berichtet, reiste Mike Pompeo, Ex-CIA-Chef und Außenminister unter Präsident Donald Trump, im Juni 2023 nach Barcelona, um die Jahrestagung der Rare Earth Industry Association (REIA) zu eröffnen. Pompeo ist ein Sonderberater der USA Rare Earth (USARE). Im September 2020 rief Präsident Trump den nationalen Notstand wegen der „inakzeptablen Abhängigkeit der USA von kritischen Mineralien von ausländischen Gegnern“ aus – eine kaum verhüllte Anspielung auf China. Diese Politik wird von seinem Nachfolger, Präsident Joe Biden, fortgesetzt. Es wird das Risiko gesehen, dass China die Exporte kritischer Seltener Erden reduzieren oder einstellen könnte, wenn die Spannungen um die Krisenherde Taiwan oder das Südchinesische Meer zu einem offenen Konflikt eskalieren.
Antwort der EU: CRMA soll Auslandsabhängigkeit in einigen Bereichen verringern Die Gefahr der Auslandsabhängigkeit wird auch in der EU erkannt. „Lithium und Seltene Erden werden bald wichtiger sein als Öl und Gas“, betonte die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, bei ihrer Rede zur Lage der Union im Jahr 2022. „Bis 2030 wird sich unser Bedarf an diesen Seltenerdmetallen verfünffachen“, sagte sie. „Infolgedessen erleben wir einen globalen Wettlauf um die Versorgung mit und das Recycling von kritischen Rohstoffen.“
Diesen starken Worten folgten Taten. Nach mehr als einem Jahrzehnt der Tatsachenfeststellung und Konsensbildung verabschiedete die EU den Critical Raw Materials Act (CRMA), der im Mai 2024 in Kraft trat.
Das CRMA schreibt vor, dass bis 2030 10 % des jährlichen EU-Verbrauchs im Inland abgebaut, 40 % im Inland verarbeitet und 25 % aller Verarbeitungsabfälle und des Altmaterials im Inland recycelt werden müssen. Der Rechtsakt sieht auch vor, dass die EU nicht mehr als 65 % eines strategischen Rohstoffs aus einem einzigen Land beziehen darf.
Fanfare über große Entdeckung von Seltenen Erden in Norwegen Die langfristige Strategie der CRMA stützt sich auf vier Säulen, von denen die erste der Bergbau ist. In den Medien gab es in letzter Zeit viel Aufregung zu diesem Thema. Im Juni 2024 gab Rare Earths Norway die Entdeckung der bisher größten Lagerstätte für Seltene Erden in Europa bekannt. Die Lagerstätte, der so genannte Fen-Karbonatit-Komplex, liegt an der Südspitze Norwegens auf dem Gelände eines erloschenen Vulkans.
Enthält wichtige Rohstoffe für Elektrofahrzeuge und Windturbinen Gemessen nach den Richtlinien des Joint Ore Reserves Committee Code 2012 verfügt die Lagerstätte Fen über geschätzte 559 metrische Tonnen mit 1,57 % Seltenerdoxiden (TREO). Dies entspricht 8,8 metrischen Tonnen TREO mit „vernünftigen Aussichten für einen wirtschaftlichen Abbau“. Darin enthalten sind auch geschätzte 1,5 Tonnen magnetische Seltene Erden, die in Elektrofahrzeugen und Windturbinen verwendet werden.
Auch für die Lagerstätte Fen besteht weiteres Aufwärtspotenzial. Die aktuellen Schätzungen für die Seltenen Erden basieren auf Bohrungen in einer Tiefe von 468 Metern unter dem mittleren Meeresspiegel. Anerkannte geologische Quellen in Norwegen weisen darauf hin, dass die Lagerstätten bis zu 1'000 Meter unter dem Meeresspiegel reichen könnten.
Während das Ausmaß der Entdeckung bedeutsam ist, lautet die Schlüsselfrage, wie bald der Abbau in industriellem Maßstab beginnen kann und wie lange es dauern wird, bis ein signifikanter Beitrag zur Deckung des europäischen Bedarfs an seltenen Erden und Metallen geleistet werden kann.
Einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge könnte das Nicht-EU-Mitglied Norwegen bis 2031 (nur)10 % des EU-Bedarfs an Seltenen Erden decken.
Umsetzungshürden für andere Aspekte des CRMA Neben der Betonung des Bergbaus in der CRMA gibt es drei weitere strategische Säulen: Verarbeitung, Recycling und Diversifizierung des Angebots. Bei der Umsetzung all dieser Säulen gibt es Herausforderungen.
Verarbeitung – Hauptziel des CRMA sind Seltene Erden wie Neodym, Praseodym, Dysprosium und Terbium, die für die Herstellung von Magneten benötigt werden, die in elektrischen Batterien und Windturbinen zum Einsatz kommen. Die Strategie hat jedoch ein großes Schlupfloch – die Einfuhr von in China hergestellten Fertigmagneten ist nicht betroffen.
Das Unternehmen Neo Performance Materials baut in Estland eine Fabrik für Dauermagnete, die in zwei bis drei Jahren 2'000 Tonnen pro Jahr produzieren soll – genug Magnete, um etwa 1,5 Millionen Elektrofahrzeuge anzutreiben. Neo schätzt, dass seine Magnete etwa 20 bis 50 USD pro Fahrzeug mehr kosten würden als importierte Magnete aus China. Es ist nicht sofort klar, ob die Hersteller bereit sind, diese Mehrkosten zu tragen.
Recycling – Nach Angaben von Adamas Intelligence wurden im Jahr 2023 in Europa fast 21'000 Tonnen Dauermagnete in Mobiltelefonen, Festplattenlaufwerken, Traktionsmotoren für Elektrofahrzeuge, Windkraftgeneratoren, MRT-Geräten und Hunderten von anderen Anwendungen entsorgt. Von dieser Menge wird derzeit weniger als 1 % pro Jahr recycelt. Es liegt also noch ein langer Weg vor uns, bis das Recycling dazu beiträgt, die Abhängigkeit vom Ausland von Seltenen Erden zu verringern.
Diversifizierung des Angebots – Die entscheidende Frage ist, wie schnell alternative Angebote gefunden werden können. Die Diversifizierung erfordert eine sorgfältige Prüfung. Die Demokratische Republik Kongo zum Beispiel, die 70 % des weltweiten Kobaltangebots exportiert, ist ein instabiles Land, das die Versorgung gefährden könnte. Darüber hinaus besitzt China 70 % der Minen in der Demokratischen Republik Kongo.
Braucht die CRMA eine agilere fünfte Säule? Wie oben beschrieben, gibt es erhebliche Hindernisse für die Umsetzung der ersten vier Säulen des CRMA. Ein weiteres Problem ist der Zeitrahmen – 2030 ist noch mehr als fünf Jahre entfernt. Die jüngste Entscheidung Chinas, die Ausfuhr des Seltenerdmetalls Antimon innerhalb weniger Wochen zu stoppen, und die Vorhersage weiterer Beschränkungen in der Zukunft unterstreichen die Notwendigkeit, sich viel schneller an die Entwicklungen außerhalb der EU anzupassen.
Aktuelle Preise für Antimony www.ise-metal-quotes.com
Zu diesem Zweck ist es vielleicht an der Zeit, über eine fünfte Säule des CRMA nachzudenken. Diese würde zwei Schlüsselelemente umfassen: Erstens, ein Beratungsgremium für EU-Entscheidungsträger, das sich aus Experten aus Wirtschaft, Forschungsinstituten und Regierung zusammensetzt. Dieses Gremium würde sowohl rasante Entwicklungen als auch längerfristige Trends beobachten und konkrete Empfehlungen aussprechen. Zweitens, die Schaffung und Pflege einer strategischen EU-Reserve an Seltenen Erden. Dazu könnten gezielte Marktinterventionen für kritische Rohstoffe gehören, die sich zum Teil auf die Empfehlungen des Beirats stützen.
Es liegt auf der Hand, dass die Schaffung und Finanzierung einer solchen Säule zur Ergänzung der bestehenden Strategie der CRMA viel Arbeit erfordern würde. Der Autor hofft, dass dieser Artikel weitere Diskussionen und Fortschritte zu diesem wichtigen Thema anregen kann.
Schlussfolgerung: Zeit für ein verstärktes Bewusstsein für die Dringlichkeit Das EU-Gesetz über kritische Rohstoffe ist ein wichtiger Schritt nach vorne, um Europa vor einer gefährlichen Abhängigkeit von anderen Nationen bei Rohstoffen zu schützen. Wie oben dargelegt, gibt es jedoch Herausforderungen bei der Umsetzung der CRMA. Der Zeitrahmen bis 2030 wird auch durch die zunehmende Geschwindigkeit und den Umfang der Exportbeschränkungen aus China in Frage gestellt. Kurzum, passen wir uns schnell genug an das sich verändernde äußere Umfeld an, um die technologische und industrielle Zukunft Europas zu sichern?
On August 15, 2024, China’s Ministry of Commerce announced that export controls on antimony would take effect on September 15. This is the latest in a series of export restrictions by China, which dominates global mining and processing of rare earth elements.
Antimony is used in the production of flame retardants, lead-acid batteries, and as an alloy to strengthen other metals. It also has a range of military applications, including night vision devices, armor-piercing ammunition, and nuclear weapons production. China accounted for 48% of global antimony production in 2023.
Prices for antimony had already reached an all-time high of over USD 22,000 per tonne at the end of July 2024, having roughly doubled since the start of the year due to global shortages.
Concerns about tungsten supply
The recent announcement by China’s Ministry of Commerce regarding antimony has also sent shockwaves through the global tungsten supply chain. Tungsten is indispensable for a range of military applications, is extremely hard, and has the highest melting point of all metals. China currently dominates the export market for tungsten, producing about 80% of global supply. Some experts predict that China may introduce export controls on tungsten by the end of the year, if not sooner.
Both antimony and tungsten are included in the EU’s list of critical raw materials, with tungsten classified as a strategic raw material.
Background: China’s export restrictions in 2023
Just over a year earlier, on August 1, 2023, China announced export restrictions on the rare earth elements gallium (Ga) and germanium (Ge), and on high-grade graphite (C), citing “national security” reasons.
Germanium and gallium are used in solar products, fiber optics, and high-frequency chips for mobile phones and satellites. It should be recalled that Beijing imposed these export controls after the United States decided in 2023 to restrict China’s access to advanced semiconductors.
U.S. recognizes dependence on rare earths as a “national emergency”
As reported in a previous edition of this newsletter, former CIA Director and Secretary of State under President Donald Trump, Mike Pompeo, traveled to Barcelona in June 2023 to open the annual meeting of the Rare Earth Industry Association (REIA). Pompeo serves as a special adviser to USA Rare Earth (USARE). In September 2020, President Trump declared a national emergency over the “unacceptable dependence of the United States on critical minerals from foreign adversaries” — a thinly veiled reference to China. His successor, President Joe Biden, has continued this policy. There is concern that China could reduce or halt exports of critical rare earths if tensions over Taiwan or the South China Sea escalate into open conflict.
EU response: CRMA aims to reduce foreign dependence
The EU has also recognized the dangers of foreign dependence. “Lithium and rare earths will soon be more important than oil and gas,” emphasized European Commission President Ursula von der Leyen in her 2022 State of the Union address. “By 2030, our demand for these rare earth metals will increase fivefold,” she said. “As a result, we are witnessing a global race for the supply and recycling of critical raw materials.”
Strong words were followed by action. After more than a decade of study and consensus-building, the EU adopted the Critical Raw Materials Act (CRMA), which entered into force in May 2024.
The CRMA stipulates that by 2030, 10% of the EU’s annual consumption must be mined domestically, 40% processed domestically, and 25% of processing waste and end-of-life materials recycled domestically. The law also states that the EU must not source more than 65% of any strategic raw material from a single country.
Excitement over major rare earth discovery in Norway
The long-term CRMA strategy rests on four pillars, the first of which is mining. There has been a lot of media excitement about this recently. In June 2024, Rare Earths Norway announced the discovery of the largest known rare earth deposit in Europe. The deposit, known as the Fen Carbonatite Complex, is located at the southern tip of Norway on the site of an extinct volcano.
Contains key materials for electric vehicles and wind turbines
According to the 2012 Joint Ore Reserves Committee (JORC) Code, the Fen deposit is estimated to contain 559 metric tonnes with 1.57% total rare earth oxides (TREO) — equivalent to 8.8 metric tonnes of TREO with “reasonable prospects for economic extraction.” It also includes an estimated 1.5 tonnes of magnetic rare earths, which are used in electric vehicles and wind turbines.
There is also further upside potential. Current estimates for the rare earths are based on drilling down to 468 meters below mean sea level, while Norwegian geological sources suggest the deposits may extend to 1,000 meters below sea level.
While the scale of the discovery is significant, the key question remains how soon industrial-scale mining can begin and how long it will take before the deposit makes a meaningful contribution to Europe’s demand for rare earths and metals.
According to a Reuters report, non-EU member Norway could supply only about 10% of the EU’s rare earth demand by 2031.
Implementation challenges for other aspects of the CRMA
Besides mining, the CRMA has three other strategic pillars: processing, recycling, and supply diversification. There are challenges in implementing all of them.
Processing
The CRMA primarily targets rare earths such as neodymium, praseodymium, dysprosium, and terbium, which are used to produce magnets for electric batteries and wind turbines. However, there is a major loophole — imports of finished magnets made in China are not covered.
The company Neo Performance Materials is building a permanent magnet factory in Estonia that, within two to three years, is expected to produce 2,000 tonnes per year — enough magnets for about 1.5 million electric vehicles. Neo estimates its magnets would cost USD 20–50 more per vehicle than imported Chinese magnets. It remains unclear whether manufacturers are willing to bear these additional costs.
Recycling
According to Adamas Intelligence, in 2023 nearly 21,000 tonnes of permanent magnets were discarded in Europe — found in mobile phones, hard drives, electric vehicle traction motors, wind turbines, MRI machines, and hundreds of other applications. Currently, less than 1% of this amount is recycled annually. There is therefore still a long way to go before recycling meaningfully reduces foreign dependence on rare earths.
Supply diversification
The key question is how quickly alternative sources can be developed. Diversification requires careful consideration. For example, the Democratic Republic of the Congo, which exports 70% of the world’s cobalt supply, is politically unstable and poses a supply risk. Moreover, China owns 70% of the mines in the DRC.
Does the CRMA need a more agile fifth pillar?
As described above, there are significant obstacles to implementing the CRMA’s four main pillars. Another problem is timing — 2030 is still more than five years away. China’s recent decision to halt exports of the rare metal antimony within a matter of weeks — and predictions of further restrictions ahead — highlight the need for Europe to adapt much more rapidly to developments outside the EU.
Current prices for antimony www.ise-metal-quotes.com
For this purpose, it may be time to consider a fifth pillar of the CRMA. This would include two key elements:
First, an advisory body for EU policymakers, composed of experts from industry, research institutions, and government. This body would monitor both rapid developments and longer-term trends and issue concrete recommendations.
Second, the creation and maintenance of a strategic EU reserve of rare earths. This could involve targeted market interventions for critical raw materials, partly based on the advisory board’s recommendations.
It is clear that establishing and financing such a pillar to complement the existing CRMA strategy would require substantial effort. The author hopes that this article can stimulate further discussion and progress on this important issue.
Conclusion: Time for greater awareness of urgency
The EU’s Critical Raw Materials Act represents an important step forward in protecting Europe from dangerous dependence on other nations for essential raw materials. However, as outlined above, there are challenges in implementing the CRMA. The 2030 timeline is also called into question by the increasing speed and scope of China’s export restrictions.
In short: Are we adapting quickly enough to the changing external environment to secure Europe’s technological and industrial future?
THE MOST IMPORTANT MINES IN PRODUCTION 2023 - Quelle: ISE AG
CHINA STRICTLY GUARDS ITS DOMINANT POSITION IN RARE EARTH METALS AND THE MANUFACTURE OF PERMANENT MAGNETS, WHICH ARE RELEVANT FOR CLIMATOLOGY AND THE MILITARY. AN ASIA EXPERT WARNS THAT CHINA IS EXERCISING INFLUENCE OVER THE STILL BARELY EXISTING WESTERN INDUSTRY THROUGH HIDDEN CONNECTIONS.
Mike Pompeo Opens Rare Earth Industry Congress in Barcelona
At the end of June, Mike Pompeo traveled to Barcelona — not to admire the artistic works of Antoni Gaudí, but to open the annual congress of the Rare Earth Industry Association (REIA). The former CIA director now serves as special advisor to USA Rare Earth (USARE). Previously, he was Secretary of State under Donald Trump, who in September 2020 declared a national emergency, citing the “unacceptable dependence of the United States on foreign adversaries for critical minerals” — meaning China — as an “extraordinary threat.”
Although Trump is no longer president, his critical minerals policy is being continued by his successor, Joe Biden. Of the 35 materials deemed critical to the United States, the rare earth elements stand out most. These are also considered critical by the European Union. But why all the fuss over this group of 17 elements, usually found in tiny amounts in speakers, screens, glass, alloys, and hard drives? The reason is that, with the massive expansion of climate technologies, demand for rare earths is expected to increase exponentially — particularly for permanent magnets, which are essential components of electric vehicles and wind turbines.
Dangerous Dependence on China
China controls the global supply chain for rare earth mining and processing, right up to the production of permanent magnets. This dominance has become a growing problem for Western countries, as China frequently restricts exports— most recently in spring, in retaliation for export bans on semiconductor technologies imposed by the U.S., Japan, and several EU states. China has since also tightened export restrictions on gallium and germanium. (We will report on this in detail separately.)
This dependence is particularly frustrating for the United States. Until the 1980s, the U.S. was the world’s leading producer of rare earths. “But China pursued an aggressive economic policy, flooding the global market with rare earths to drive out competitors,” Trump’s 2020 decree stated. Today, the U.S. imports about 80% of its rare earths from China.
Even the know-how for permanent magnets originally came from the United States — and is now being painfully rebuilt after decades of outsourcing to China. One company working on this is Pompeo’s USA Rare Earth (USARE), which aims to establish a fully integrated production chain — from mining to finished permanent magnets — in Texas.
Tesla Moves Away from Rare Earths
Despite U.S. and EU efforts to regain control over rare earth production and downstream industries, more and more manufacturers are moving away from permanent-magnet-based electric motors. The reasons include extreme price volatility, potential shortages, and the environmental damage caused by mining.
BMW, for instance, has eliminated neodymium-iron-boron magnets from its fifth-generation electric motors. Nissanand Renault plan to reduce the share of motors using permanent magnets. Tesla, the market leader in electric vehicles, has gone even further — its next generation of electric motors will contain no rare earths at all.
In the wind energy sector, turbines using permanent magnets still make up only a small share of Germany’s installed capacity. However, in the offshore segment — where durability and efficiency are paramount — magnet-based modelsare gaining ground. Which generator type will ultimately dominate remains uncertain, but raw material security has become a major concern. Notably, German manufacturers of permanent magnets have recently scaled back their activities — with Enercon, the leading producer of onshore wind turbines, being a rare exception. These developments show that climate technologies are not necessarily guaranteed demand drivers for rare earth elements.
Neither Clean nor Transparent
Both the wind and electric vehicle industries promote an image of clean energy and mobility. Yet, the extraction of rare earths and the production of permanent magnets are often neither clean nor transparent. The origin of rare earth elements used in magnets cannot be reliably traced.
China’s monopoly over rare earths was built in part on decades of weak environmental standards, which made its products unbeatably cheap. The environmental hazards include the release of radioactive substances such as thorium and uranium, and highly polluting mining methods, especially for heavy rare earth elements.
Thousands of Toxic Ponds in Burma’s Conflict Zones
Across the southeastern Chinese province of Jiangxi, the landscape is dotted with thousands of small, round ponds filled with toxic water — remnants of the chemical leaching used to extract rare earths. Ammonium sulfate and ammonium chloride were injected directly into the ground to dissolve the desired materials. Environmental rehabilitation could take up to 100 years, with cleanup costs estimated by the Chinese government at USD 5.5 billion.
Since 2016, the Chinese government has tried to get these environmental problems under control — closing mines, curbing production, and cracking down on illegal operations. Yet, as domestic output decreased, global demand did not. To maintain its refinery capacity and export dominance, China began sourcing raw materials from neighboring Myanmar (Burma). Within a few years, Myanmar has become one of the world’s largest rare earth producers, with militias linked to the country’s military regime partnering with Chinese companies to control the mines.
In March 2022, the NGO Global Witness used satellite imagery to identify 300 mining sites containing 2,700 chemical leaching ponds in Myanmar. The resulting environmental destruction and human impact have been catastrophic.
Pentagon Invests Millions
Both the U.S. and the EU have recently elevated raw materials policy to the top of their political agendas. However, while the EU frames the issue in terms of the climate transition, the U.S. approach is driven by national security concerns.
To rebuild domestic rare earth production and processing, the U.S. government — through the Pentagon — has already committed over USD 100 million in public investment. The military’s interest is clear: fighter jets and nuclear submarines require large quantities of rare earths. An F-35 jet contains about 420 kilograms, while each Virginia-class nuclear submarine — five of which Australia ordered from the U.S. last year — uses more than four metric tons.
Even before Trump’s 2020 policy push, the U.S. company MP Materials had reopened the Mountain Pass mine in 2017. However, U.S. independence from China remains far off: in the first three quarters of 2022, nearly all of MP Materials’ revenue came from sales to Shenghe Resources, a semi-state-owned Chinese company that is also a minority shareholder in the U.S. firm.
China thus dominates the rare earth industry not only as a seller but also as a buyer. As Andy Mok of the Center for China and Globalization told, “What’s unique about this industry is China’s presence at every step of the value chain, which makes it extremely difficult for other countries to enter.”
Despite this, the Pentagon has granted MP Materials USD 35 million to build a separation facility for heavy rare earths — even though the company remains partly Chinese-owned.
Would you like me to make this sound more like a professional magazine article (e.g., orstyle) while keeping the same information?
RARE EARTH METALS - APPLICATIONS OF PERMANENT MAGNETS. SOURCE: ISE AG
Separation Plants in Texas
Lynas Rare Earths is one of the few rare earth producers outside China. The company operates a mine in Mount Weld, Western Australia, and a separation plant for light rare earths in Malaysia. However, due to radioactive waste generated during the separation process, Malaysia has threatened to revoke the plant’s operating license. Lynas is preparing to shift operations to a new facility in Australia, which is almost complete.
In addition, Lynas — in partnership with U.S. chemical company Blue Line — is building its first heavy rare earth separation plant in Texas, supported by $120 million in funding from the Pentagon. Lynas is also receiving $30 million for another light rare earth separation facility in Texas.
Meanwhile, the Chinese government closely guards its monopoly over the rare earth market, built up over decades. Western efforts to regain control over rare earths have not gone unanswered. In 2009, the state-owned China Nonferrous Metal Mining Group attempted to acquire a majority stake in Lynas — a deal that was blocked by Australian authorities.
Today, according to the U.S. Department of Defense, Chinese actors are also engaging in disinformation campaigns. A hacker group called Dragonbridge, allegedly linked to Beijing, is said to have spread negative narratives about Lynas online.
In 1992, Chinese Party Secretary Deng Xiaoping famously declared, “The Middle East has oil; China has rare earths.” The long-term goal of the Communist Party has been to transition from a raw material supplier to a technological leader. Three years later, two state-owned Chinese firms, with help from the U.S. Sextant Group, acquired Magnaquench, the only American producer of permanent magnets, previously owned by General Motors. This gave China access to crucial patents.
Despite prior agreements, the new Chinese owners shut down all U.S. operations by 2000. Today, China controls over 90% of the global permanent magnet industry. According to Asia expert Frank Jüris from the Estonian Foreign Policy Institute, the close ties between China’s political leadership and industry are striking: one of the executives involved in the Magnaquench takeover was Zhang Hong, Deng Xiaoping’s son-in-law.
Hidden Connections with China
The second notable rare earth separation facility outside China is located in Estonia. Silmet, a remnant of the Soviet era, is now owned by Neo Performance Materials (Neo), a Canadian-listed company. Neo plans to expand the facilityand begin permanent magnet production.
Silmet previously belonged to Molycorp, founded in 2008 with the goal of rebuilding the entire U.S. rare earth supply chain — from mining to magnet manufacturing. Molycorp revived the Mountain Pass mine and repurchased Magnaquench from the Chinese. However, Molycorp collapsed in 2015 after China flooded the market with cheap rare earths, causing a price crash. The company went bankrupt, and Neo acquired Magnaquench and Silmet from the liquidation.
Jüris points out that both MP Materials and Neo are deeply intertwined with China. Neo’s majority owner, Tattarang(which is linked to Fortescue Metals Group), has longstanding business ties with China. Moreover, the fact that Neo is the only Western company allowed to process rare earths in China further underscores its close relationship with the Communist Party.
Additionally, Magnaquench’s R&D division is headed by Chen Zhongmin, who previously worked for companies connected to the Chinese military. Jüris warns that through such relationships, Beijing could theoretically exert influence over Western industry — unless strict regulatory safeguards are put in place.
Scandinavia Advances a China-Independent Supply Chain
At the beginning of the year, LKAB, Sweden’s state-owned iron ore company, made headlines by announcing the largest known rare earth deposit in the European Union. Since iron ore will remain its main extraction product, this makes rare earth mining less vulnerable to volatile global prices, according to Bo Krogvig, LKAB’s special adviser, in an interview with Tagesspiegel Background.
To separate the rare earths, LKAB acquired a majority stake in Norwegian company REEtec, which plans to launch its first separation plant in 2024. The ore will come from Vital Metals in Canada. A second plant, dedicated to LKAB, is expected to begin operations in 2026, although LKAB does not anticipate rare earth extraction in Kiruna before 2030.
REEtec is partly funded by Mercuria, in which the U.S. government also holds an interest. The German automotive supplier Schaeffler has reportedly signed a supply agreement with REEtec, according to Reuters. This could mark the first entirely China-independent rare earth value chain.
However, many experts remain skeptical. Since China still produces more than 90% of the world’s permanent magnets, it will likely remain the key buyer of rare earth oxides for the foreseeable future.
KIIRUNAVAARA (NORTH SAMIC: GIRONVÁRRI, MEÄNKIELI: KIERUNAVAARA) IS A MOUNTAIN IN THE MUNICIPALITY OF KIRUNA IN THE DISTRICT OF NORRBOTTEN, SWEDEN. IT CONTAINS ONE OF THE LARGEST AND RICHEST IRON ORE DEPOSITS IN THE WORLD.
In its haste to become independent from China for critical raw materials, the EU has agreed on a Raw Materials Act in record time.
The goal is to secure access to these coveted resources through partnerships with third countries, a stronger circular economy, and increased domestic extraction of critical raw materials within the EU. By 2030, domestic mining is expected to expand significantly, covering at least ten percent of the EU’s demand. According to Jan Moström, CEO of the state-owned Swedish iron ore company LKAB, the EU regulation could be a “game changer.” In 2023, LKAB made headlines when it revealed the discovery of rare earth deposits in Kiruna, Sweden.
Rare Earths as an Example
The case of rare earth elements (REEs)—a group of 17 elements on the periodic table that are critical for green technologies as well as military applications—illustrates how difficult it is for the EU to break China’s dominance in this field, even with targeted legislation. It also raises the question of whether the EU’s Raw Materials Act is truly the right strategy.
According to Eurostat, in 2022 the EU imported 18,000 tonnes of rare earths:
40% came from China,
31% from Malaysia, and
25% from Russia. The U.S. and Japan each supplied about 2%.
The EU’s dependency is even more striking when it comes to permanent magnets, where 83% of imports come from China. In 2023, the EU imported around 25,000 tonnes of permanent magnets from China.
Small EU Deposits
According to Investing News Network, global rare earth production in 2022 totaled 300,000 tonnes, with China accounting for 210,000 tonnes. The United States ranks second, producing 43,000 tonnes from its reopened Mountain Pass Mine in California (operational since 2018). Australia is third with 18,000 tonnes, although its production dropped by a quarter compared to the previous year.
Another key player in global REE supply is Myanmar, a country torn by civil war. Although data are scarce, it is well established that Myanmar is a crucial supplier—particularly of heavy rare earths—to China. Other producers include Thailand, Vietnam, India, Russia, Madagascar, and Brazil. Brazil is said to hold the third-largest reserves in the world, at about 21 million tonnes.
In comparison, the Per Geijer deposit in Kiruna, Sweden, seems minuscule. With an estimated 1.3 million tonnes, LKAB nevertheless promotes Per Geijer as Europe’s largest rare earth deposit. However, experts such as Alastair Neillfrom the Critical Minerals Institute / ISE AG believe mining there is unrealistic, given the currently known rare earth content of only 0.18%.
“At such a low grade, only lateritic clays are worth mining. Any other mineralization is uneconomical,” Neill explained.
Moström emphasized in January that further exploration of the deposit is required—a process that will take years. Nevertheless, LKAB claims that Per Geijer could meet a significant portion of the EU’s demand for rare earths needed to produce permanent magnets for electric vehicles and wind turbines.
LKAB Seeks Faster Permits
Despite the currently unpromising economics of rare earth mining, LKAB’s CEO Moström suggested applying for strategic project status under the new EU law.
“If it’s classified as a strategic project, the process will move much faster,” Moström told Mining.com.
According to LKAB, mining rare earths under current Swedish permitting rules would take 10 to 15 years, meaning production could not begin before 2033 at the earliest.
The new EU regulation allows companies to apply for “strategic project” designation. A special EU panel—composed of representatives from the European Commission and member states—will select these strategic projects. Once approved, they will benefit from faster permitting procedures and easier access to financing.
On the ground in Kiruna, however, the Sámi—Europe’s only recognized Indigenous people—have voiced strong opposition to LKAB’s plans. Sámi reindeer herders have struggled for over a century with the environmental and cultural impacts of iron ore mining, which threatens their traditional way of life.
They suspect that LKAB’s true aim is to expand iron ore extraction, using rare earths as a political and regulatory argument to accelerate permits. LKAB does not deny that iron ore remains its primary focus, with rare earths expected only as a by-product. By emphasizing iron ore, the company says it avoids exposure to the volatile global rare earth market, which suffers from unstable prices.
China Snatches Rare Earths Away from the EU
To strengthen its entry into the rare earth business, LKAB acquired a majority stake in Norwegian company REEtec in November 2022. The startup claims its separation technology produces up to 90% less CO₂ and is significantly more environmentally friendly than conventional processing methods.
REEtec—partly backed by the U.S. government through Techmet-Mercuria—currently operates a pilot plant in Herøya, southern Norway.
Within the EU’s Horizon 2020 research funding program, REEtec developed a process to extract and refine rare earths from apatite ores supplied by the Norwegian fertilizer company Yara. Between 2018 and 2022, REEtec received €2.8 million in EU funding, while Yara received €3.5 million.
In the second half of 2024, REEtec plans to launch its first industrial-scale facility, but without Yara’s apatite ores. An alternative supplier was to be Vital Metals of Australia—however, that option has also collapsed. The company, facing financial troubles, halted its operations in Canada in April 2025.
In mid-December, it was announced that Shenghe Resources from China had acquired a 9.99% stake in Vital Metals and purchased all rare earths produced to date.
As a result, REEtec now appears to be without a supplier, and the West’s effort to free itself from Chinese dominance in the rare earth sector has suffered yet another major setback.
Real Time Preise für Seltene Erden, Minor Metals, Base Metals und deren Produkte bei https://ise-metal-quotes.com
Poor Prospects for Norra Kärr
In Sweden, there is another rare earth deposit called Norra Kärr, whose quality is considered higher than that of Kiruna. However, the challenge here lies in the mineral composition: the rare earth elements are embedded in eudialyte, a mineral from which rare earths have never been commercially extracted.
Nevertheless, Eric Krafft, CEO of Leading Edge Materials, the Canadian company that holds the concession for Norra Kärr, announced his intention to apply for EU strategic project status for the venture.
If, one day, rare earths are actually mined within the EU, another question arises: Who will buy them? At present, no permanent magnets are produced in the EU. The result is paradoxical — China would likely become the main customer for EU-mined rare earths, since it is not only the largest producer but also the largest consumer of rare earths in the world.
Neo Performance Materials: First EU Magnet Production
There is, however, some hope in Neo Performance Materials, a Canadian company currently building a permanent magnet production plant in Narva, Estonia. The groundbreaking ceremony took place in summer 2023, and production is scheduled to start in 2025 with an annual capacity of 2,000 tonnes, later increasing to 5,000 tonnes per year — enough for around 4.5 million electric vehicles.
With Neo’s project, the EU could reduce its heavy dependence on China for permanent magnets by about 25%.
Neo Performance Materials already operates a rare earth separation facility in a former Soviet-era plant in Sillamäe, Estonia, processing material that comes, among other sources, from the United States. The company also plans to produce magnets from recycled materials, including used magnets and industrial scrap, aiming to establish Europe’s first “mine-to-magnets” supply chain.
In mid-March, India’s anti-terror police arrested U.S. citizen Matthew VanDyke along with six Ukrainians. Indian authorities accuse the men of illegally entering Myanmar via India and being involved in the import of large quantities of drones from Europe. The crucial tip reportedly came from Russia.
This is not the first time suspected mercenaries have been detained in India over activities linked to Myanmar. As early as 2024, police in the border state of Mizoram apprehended a high-ranking former British Army officer carrying a significant amount of live ammunition. Mizoram’s Chief Minister, Pu Lalduhoma, subsequently stated publicly that numerous Western mercenaries use the northeastern state as a transit route into neighboring Myanmar, which is ravaged by civil war. Notably, many of them are Ukrainians.
While the world is closely watching the conflict in Iran, another geopolitical powder keg is escalating in its shadow: Myanmar. Although the country has no significant oil reserves, it has nonetheless attracted the attention of Donald Trump. The U.S. president is likely interested in another resource found in the former British colony: rare earth elements.
Myanmar as the Largest Source of Dysprosium and Terbium
China is the global leader in the smelting and separation of rare earth elements, which is why the world is almost entirely dependent on China for these strategic raw materials and their downstream products. However, Myanmar also plays a crucial role, as China relies on the country for the supply of raw materials. This is especially true for dysprosium and terbium—both heavy rare earth elements and essential components for heat-resistant permanent magnets. Unlike light rare earths such as cerium or lanthanum, dysprosium and terbium are genuinely scarce.
The global market for terbium and dysprosium is relatively small—estimated at only a few hundred tons. However, these elements are essential in key technologies: in permanent magnets, they ensure that magnetic strength is retained even at high temperatures. Terbium is also used in semiconductors, submarine sonar systems, and advanced weapons systems. In phosphors for TV screens, computer monitors, and smartphones, it provides a vivid green color.
In 2023, China mined 255,000 tons of rare earth oxide equivalents (REO), accounting for nearly three-quarters of global production. However, these mixed rare earth oxides primarily consist of cerium and lanthanum—two elements that are abundant and inexpensive. As a result, one kilogram of lanthanum can be purchased for as little as €0.80. Heavy rare earth elements, by contrast, occur in much smaller proportions and are therefore significantly more expensive. Over the past twelve months, the price for one kilogram of terbium oxide (99.99% EXW EU) ranged between €2,840 and €4,330, while dysprosium (99.5% EXW EU) traded between €650 and €1,010 per kilogram.
China Outsources Environmental Problems
An indicator of the production volume of the more valuable heavy rare earth elements is the mining of ion-adsorption clays. These contain significantly higher concentrations than bastnäsite, monazite, and xenotime—the most commonly mined rare earth minerals. China therefore distinguishes between the extraction of light rare earth minerals and ion-adsorption clays. According to China’s Ministry of Industry, 19,150 tons of the latter were mined in 2023.
For a long time, China was able to meet its demand from its own deposits in the south. These deposits are not mined using conventional methods; instead, the material is extracted through in-situ leaching. This process involves first clearing entire hilltops of vegetation, then drilling holes into the slopes. A leaching solution—usually ammonium sulfate—is injected into these boreholes to dissolve the metals. At the base of the hill, the turquoise-blue solution that seeps through is collected in round basins for precipitation. The resulting material is then processed in smelting furnaces to produce a mixed oxide.
Although this method is less invasive than conventional open-pit mining, it poses significant environmental risks, particularly through contamination of soil and water with heavy metals such as arsenic, lead, and cadmium. As China’s domestic deposits became depleted and the government introduced stricter environmental regulations in response to increasingly evident negative impacts, mining activities gradually shifted to Myanmar from around 2010 onward. There, environmental regulations are weak and labor is inexpensive.
According to Chinese customs data, more than half of China’s rare earth imports currently come from its neighboring country. From Myanmar, China imports exclusively ion-adsorption clays—that is, heavy rare earth elements. In 2023, import volumes reached 41,700 tons, more than double China’s domestic production in the same year. According to an analysis by the Institute for Strategy and Policy–Myanmar, a Thai think tank, imports from Myanmar accounted for as much as two-thirds between 2017 and 2024.
Trump Considers Deal with Resistance Groups
This strategic vulnerability has not gone unnoticed in Washington. In late July 2025, Reuters reported that the U.S. government was exploring, in talks, ways to gain access to Myanmar’s rare earths and potentially cut China off from this key source, either partially or entirely. Could the activities of mercenaries such as U.S. citizen VanDyke and his Ukrainian associates—arrested in India—be connected to this?
Since the military coup in 2021, Myanmar has been engulfed in civil war. The junta, supported by China and Russia, overthrew the elected government of Nobel Peace Prize laureate Aung San Suu Kyi, ending a decade of tentative opening and democratization. Since then, the country ranks second to last in the global democracy index—behind even North Korea.
The junta now effectively controls only the regions of Yangon, Ayeyarwady, and the capital Naypyidaw. The rest of the country is affected by armed conflict involving more than 20 different groups, fighting with or against the military regime—and sometimes among themselves. The junta is largely isolated internationally. Russia is considered its most important ally and arms supplier, which may explain the increased presence of Ukrainian nationals.
China is also a key partner of the military junta. Myanmar plays a strategically important role in China’s Belt and Road Initiative. A central element is the China–Myanmar Economic Corridor, which provides China with the shortest route to the Indian Ocean. Equally important is the China–Myanmar pipeline, through which China imports oil and gas while bypassing the Strait of Malacca. Beijing has therefore adopted a pragmatic stance in the conflict—seeking not to endanger the pipeline while also maintaining access to Myanmar’s rare earth resources.
Between 2021 and 2024, rare earths worth approximately USD 3.6 billion were exported to China. The peak occurred in 2023, with exports totaling around USD 1.4 billion. Some observers suspect that China has been stockpiling these valuable metals. At that time, mining operations—concentrated in Kachin State and parts of Shan State along the Chinese border—were still largely controlled by the military junta or militias loyal to it.
Heavy Rare Earths Drive Conflict Dynamics
In October of last year, the balance of power shifted. The armed wing of the Kachin Independence Organization seized control of the entire mining region. The group now controls a significant share of global production of heavy rare earths. In the short term, this led to a shortage of terbium and dysprosium, nearly doubling their prices. China was forced to continue doing business with the resistance militias. Whether controlled by the military junta or ethnic groups, rare earth mining in Myanmar is linked to human rights abuses, and revenues from the sector are a major source of funding for the warring parties. This further fuels the civil war, destabilizing the entire region—including northeastern India, Laos, and northern Thailand.
The role of heavy rare earths in Myanmar’s conflict is reminiscent of Central Africa, where the extraction of tantalum, tin, tungsten, and gold in the border region between the Democratic Republic of the Congo, Rwanda, Burundi, and Uganda finances armed conflicts. However, while these so-called “3T” minerals are classified as conflict minerals and their direct import into the U.S. and EU is restricted, this is not the case for terbium and dysprosium. Although China is currently the sole buyer of Myanmar’s rare earth ores, a potential U.S. deal with armed groups could serve as leverage to improve mining conditions.
Given the widespread use of permanent magnets containing terbium and dysprosium, the question arises whether these metals should also be classified as conflict minerals. They are found in nearly all devices with electric motors—from washing machines and electronic toys to robots, fighter jets, and wind turbines.
Illegal mining activities have expanded rapidly since the 2021 coup. Using satellite imagery, the U.S. think tank Stimson Center has identified at least 549 irregular rare earth mining sites. Human rights organizations have raised alarms. According to Global Witness, there are reports of child labor in mining operations. The severe environmental pollution caused by illegal mining is also spilling over into neighboring countries. The Sai and Kok rivers flow into Thailand, where communities dependent on fishing and agriculture are already heavily affected. Their livelihoods are threatened by heavy metal contamination linked to rare earth and gold mining in Myanmar. Illegal mining is also spreading into Laos, where Chinese companies in particular are targeting rare earths and gold.
First Processing Capacities Outside China
Mining and processing of rare earths in China are tightly regulated by government production quotas. Recently, Beijing has significantly increased these quotas, lowering raw material prices and benefiting downstream industries—while rare earth producers are facing losses.
Rare earths from Myanmar are processed in China by the China Rare Earth Group (CREG), which now operates the country’s only smelter for heavy rare earths after acquiring facilities from Xiamen Tungsten Group and Guangdong Rare Earth Industry Group. Outside China, there are still no significant processing and separation capacities for heavy rare earths.
Initial steps in this direction are being taken by the Australian company Lynas Rare Earths. By mid-2025, its plant in Malaysia is reported to have successfully produced dysprosium and terbium oxides. In March of this year, the company also produced samarium oxide—a key material for military applications. Lynas is thus the first company outside China to produce heavy rare earths, although it has not disclosed production volumes.
Over the next two years, Lynas plans to expand its product range to include gadolinium (used as a contrast agent in MRI imaging), yttrium (for color displays, lasers, and high-temperature alloys), and lutetium (for cancer therapies and high-performance materials). Production will be supported by the expansion of its Malaysian facility, which is expected to reach an annual processing capacity of up to 5,000 tons of raw material. This material is sourced from Lynas’s Mount Weld mine in Australia, with plans to develop additional sources such as ion-adsorption clays in Malaysia.
The Canadian company Neo Performance Materials is also entering the heavy rare earth space. On Friday, it announced that it had produced its first batch of dysprosium and terbium at its Silmet facility in Estonia. Neo has signed a supply agreement with the U.S.-based company Energy Fuels Resources for mixed rare earth carbonate feedstock, with the first delivery made in July 2021.
Radioactive Waste Burdens Native American Communities
Energy Fuels operates the only currently active uranium processing facility in the United States, located in Utah. In recent years, the company has also processed rare earths from monazite mined in Georgia by the chemical company Chemours. However, monazite is rich in radioactive thorium, which is generated as a byproduct during processing. These residues are weakly radioactive but long-lived, making their storage costly and associated with environmental and health risks.
Dependence on China for heavy rare earths is unlikely to change significantly in the near future—even if Trump were to strike the highly unlikely deal with Myanmar’s militias. It will take several years to build sufficient processing capacity in Malaysia, the United States, and Europe, and for these facilities outside China to prove economically viable. And even then, the issue of radioactive waste remains—one that particularly affects Native American communities in Utah, whose reservations border Energy Fuels’ White Mesa Mill refinery.
DUE TO THE POTENTIALLY HIGH DEMAND FOR CLIMATE TECHNOLOGIES SUCH AS THE HYDROGEN INDUSTRY, THE WEST IS STRIVING TO PRODUCE ITS OWN SUPPLY OF THIS EXPENSIVE RARE EARTH METAL. THE AEROSPACE AND AUTOMOTIVE INDUSTRIES COULD BENEFIT FROM A SECURE AND AFFORDABLE SUPPLY OF SCANDIUM.
Now, China has expanded export restrictions to include graphite, the main component of electric vehicle batteries(lithium-ion accumulators).
Scandium: Another Possible Target for Export Controls
According to Alastair Neill from the Critical Minerals Institute, scandium could be the next metal subject to Chinese export restrictions.
Despite being relatively common in the Earth’s crust, scandium rarely occurs in concentrated form, which makes dedicated mining uneconomical. Instead, it is typically recovered as a by-product of cobalt, nickel, titanium, uranium, or zirconium mining.
Scandium Production in China: A Black Box
Like gallium and germanium, scandium is a niche metal with a very small global market. Only a few countries supply it — China, Russia, Kazakhstan, and, before the outbreak of war in 2022, Ukraine — producing an estimated 15 to 25 tonnes per year, according to the U.S. Geological Survey (USGS).
Precise figures are unavailable; the market is too small and its uses too fragmented, according to a report from the U.S. International Trade Administration. The actual production volume in China is unknown, particularly for scandium produced for domestic consumption rather than export.
Russia is also believed to still possess Cold War-era stockpiles. What is certain, however, is that China dominates the scandium market.
Aluminum–Scandium: Weight Reduction for Aerospace
Scandium has long been considered highly attractive for industry, with experts predicting a boom for years — yet it has not materialized.
When used as an alloying element in aluminum, even in small quantities (about 0.2%), scandium allows welding instead of riveting of aluminum parts. This enables weight reductions of 10–15%, which is particularly valuable in the aerospace industry, where every kilogram saved translates into hundreds of liters of fuel and significant cost savings.
However, scandium’s high price and supply risks have discouraged major manufacturers such as Airbus from adopting it.
According to data from the Institute for Rare Earths and Metals AG (ISE AG):
Scandium oxide (99.99%): €654.60 (EXW China)
Scandium metal (99.999%): €5,260 (EXW China)
Market analysts describe the situation as a “chicken-and-egg problem”: because supply is too limited and unreliable, industrial demand remains low — and vice versa.
A Soviet Secret
Scandium’s unique properties — enhancing strength, flexibility, heat resistance, and corrosion protection — made it a closely guarded secret in the Soviet Union during the Cold War.
As early as the 1950s, Soviet researchers discovered scandium’s ability to improve aluminum alloys. It was first used in the MiG-29 fighter jets, and until the 1990s, the Soviet Union was the world’s largest scandium producer, primarily recovering the metal from uranium mines.
S
andium Metal 99,9
Rusal ist Marktführer
Auch heute noch ist Russland in Sachen Scandium ein bedeutender Player und dies nicht nur was die Gewinnung angeht. Dem Aluminiumkonzern Rusal ist es als erstem Hersteller gelungen, Scandiumoxid wirtschaftlich aus Rotschlämmen zu gewinnen. Rusal ist auch Pionier bei der Entwicklung von Scandium-Aluminium-Technologien. Laut Maven Research ist der drittgrößte Aluminiumhersteller, dessen schillernder Begründer Oleg Deripaska auf westlichen Sanktionslisten gelistet ist, gar Marktführer für Scandium-Aluminium-Produkte. Auch der Konzern selbst kam 2018 auf die US-Sanktionsliste, wurde nach Umstrukturierungen der Eigentümerschaft Anfang 2019 aber wieder entfernt.
Der Konzern muss wegen Russlands Krieg gegen die Ukraine weiterhin mit Sanktionen rechnen, auch wenn sich Metallhändler und Banken auf der Londoner Metallbörse LME seit kurzem wieder kräftig mit russischem Aluminium eindecken. Viele westliche Unternehmen vermeiden aber auch ohne Sanktionen Geschäfte mit Rusal. Das Unternehmen wendet sich daher verstärkt asiatischen Märkten zu und hat dabei Chinas E-Autoindustrie im Visier, deren Hunger nach CO2-reduziertem Aluminium kräftig wächst.
Scandium in Elektrolyt
Der aktuell größte Einzelabnehmer von russischem Scandium kommt jedoch aus einer ganz anderen Ecke: der kalifornische Brennstoffzellenhersteller Bloom Energy setzt das Element dem Elektrolyt in seinen Festoxidbrennstoffzellen bei. Verwendet wird Scandium in geringen Mengen auch in der Sportartikelbranche, wo es in Fahrradrahmen, Lacrosse- und Baseballschläger stärkt. Auch in Kleinschusswaffen wird es verbaut. Das größte Potenzial für Scandium sehen Marktbeobachter jedoch in der Autoindustrie, die bislang eben wegen der hohen Kosten und des mangelnden Angebots die Finger von Aluminium-Scandium-Legierungen ließ.
Deutschland: Nachfrage aus der Wasserstoffindustrie
Auch für die Wasserstoffindustrie könnte das Metall wichtig werden. Grün, also mit erneuerbaren Energien, hergestellter Wasserstoff macht derzeit weniger als ein Prozent (40 Terawattstunden) der weltweiten Produktion aus. Die Nachfrage wird künftig extrem steigen. Laut einer Studie der Deutschen Rohstoffagentur (Dera) gehört die Zukunft der grünen Wasserstofferzeugung mittels Wasserelektrolyse, bei der das Gas aus Wasser hergestellt wird. Demnach seien heute drei Elektrolysetechnologien von Bedeutung, von denen die Alkalische Elektrolyse und zu weiten Teilen die Polymerelektrytmembran-Eletrolyse in einem technisch ausgereiften Zustand sind. Die Festkörperoxid-Elektrolyse befindet sich gerade im Übergang zwischen Forschung und industrieller Anwendung.
Allein bei letzterer kommt Scandium zum Einsatz: Der Festelektrolyt besteht entweder aus einem Yttriumdotierten oder einem Scandium-dotierten Zirkoniumdioxid. Die Vorteile des Scandium-dotierten Materials sind laut Dera die bessere Leitfähigkeit und die höhere Stabilität bei niedrigeren Betriebstemperaturen. Für Scandium sagt die Dera-Studie in einem nachhaltigem Zukunftsszenario bis zum Jahr 2040 einen Bedarfsanstieg auf 24 Tonnen, also das 2,7-fache der Produktion von 2018 (7 Tonnen), voraus.
Rio Tinto setzt auf Scandium
Seit einigen Jahren bemüht sich eine Reihe westlicher Firmen darum, Abbau und Herstellung von Scandium in die eigene Hand zu nehmen. Das könnte ein Zeichen für einen Durchbruch in einigen Jahren hinweisen. Riotinto, ein Schwergewicht unter den Bergbauunternehmen, gewinnt Scandiumoxid seit 2022 aus Abfällen, die bei der Titaniumoxid-Produktion im kanadischen Quebec anfallen. Die Produktionskapazität soll drei Tonnen pro Jahr betragen, was laut Rio Tinto in etwa 20 Prozent der globalen Produktionsmenge entsprechen soll. Letztere Angabe ist mit Vorsicht zu genießen, da die tatsächlichen globalen Produktionsmengen schließlich nicht genau bekannt sind.
Auch der japanische Bergbaukonzern Sumitomo Metal Mining, der zum ältesten und größten Unternehmenskonglomerat Japans gehört, hat auf den Philippinen die zusätzliche Herstellung von Scandiumoxid in seiner Nickelraffinerie, einer Hochdrucksäurelaugungsanlage (HPAL), in Auftrag gegeben.
Neue Nickel- und Kobaltraffinerieprojekten in Australien planen die Scandiumgewinnung bereits mit ein. Außerdem gibt es in Downunder mehrere Abbauprojekte. Nennenswert ist vor allem das Platin-Scandium Projekt von Platina Resources dessen Kauf Rio Tinto für 14 Millionen US-Dollar vereinbart hat. Weitere Projekte gibt es von den Junior-Mining-Unternehmen Scandium International Mining und Sunrise Energy Metals in New South Wales. Sunrise Energy Metalsüberlegt darüberhinaus den Bau einer Scandium-Raffinerie in den USA.
Die nahe Zukunft wird zeigen, ob die Henne-Ei-Problematik überwunden wird. Bis dahin steht Scandium dem Weltmarkt weiterhin nur aus China und Russland in homöopathischen Mengen zur Verfügung.
Wegen der potenziell hohen Nachfrage für Klimatechnologien wie der Wasserstoffindustrie bemüht sich der Westen um eine eigene Produktion des teuren Seltenerdmetalls. Die Luft-und Raumfahrt- sowie die Autoindustrie könnten von einer sicheren und günstigen Versorgung mit Scandium profitieren.
]
Vor einer Woche fand in Brüssel das zweite Trilog-Treffen zum Critical Raw Materials Act statt, das Rohstoffgesetz, das Europas Industrie den Zugang zu kritischen Metallen sichern soll. In der aktuell sehr angespannten geopolitischen Lage stellen große Abhängigkeiten von einer Handvoll Ländern ein sehr hohes Risiko für Europas Wirtschaft dar. Vor allem China kontrolliert Abbau und Weiterverarbeitung zahlreicher kritischer und strategischer Metalle, aber auch Russland ist im Rohstoffsektor dominant. Dass China sein Monopol auch strategisch einsetzt, führt die Einführung von Ausfuhrkontrollen auf die Technologiemetalle Gallium und Germanium deutlich vor Augen (siehe https://institut-seltene-erden.de/ausfuhrkontrollen-auf-gallium-und-germanium-china-will-verhandeln/ ). Nun hat China Exportbeschränkungen auch auf Graphit, dem größten Bestandteil von E-Autobatterien (Lithium-Ionen-Akkumulatoren), ausgeweitet.
Auch Scandium ist ein weiterer möglicher Kandidat für Ausfuhrbeschränkungen, glaubt Alastair Neill vom Critical Minerals Institute. Trotz seiner Häufigkeit in der Erdkruste, kommt Scandium in der Natur kaum in angereicherter Form vor. Daher gibt es keinen eigenen Scandiumabbau, sondern das Metall wird als Beiprodukt aus Kobalt-, Nickel-, Titanium-, Uran- oder Zirkoniumminen gewonnen.
Scandium-Herstellung in China eine Blackbox
Ähnlich wie Gallium und Germanium ist es ein Nischenmetall mit einem sehr kleinen Markt. Nur wenige Länder bauen das Metall ab: China, Russland, Kasachstan, und vor Ausbruch des Krieges 2022 auch die Ukraine, beliefern die Welt mit jährlich 15 bis 25 Tonnen. So zumindest die Schätzungen US-amerikanischen Geologiedienst US Geological Survey, denn genaue Angaben gibt es nicht. Zu klein ist der Markt, zu verstreut die Verwendung des Metalls heißt es in einem Bericht der US-Außenhandelsbehörde. Unbekannt sind etwa die tatsächlichen Produktionsmengen in China, die für den Eigenverbrauch und nicht für den Export bestimmt sind. Russland soll außerdem noch über Lagerbestände aus der Zeit des Kalten Kriegs verfügen. Fest steht, dass China der Platzhirsch am Scandium-Markt ist.
Aluminium-Scandium: Gewichtsreduktion für Luftfahrt
Scandium wäre für die Industrie sehr attraktiv und seit Jahren sagen Experten dem Metall einen Boom voraus, der aber nicht eingetreten ist. Als Legierungszusatz in Aluminium sorgt Scandium bereits in kleinen Mengen (ca. 0,2 Prozent) dafür, dass man Aluminiumteile verschweißen kann, statt sie zu vernieten. Das erlaubt eine Gewichtsreduktion von zehn bis 15 Prozent, was insbesondere für die Luft- und Raumfahrtindustrie relevant ist, wo jedes Kilogramm weniger an Gewicht Einsparungen von mehreren hundert Litern an Treibstoff und somit Kosten bedeutet. Doch der hohe Preis, der laut Institut für seltene Erden und Metalle AG (www.ise-ag.com) Datenbank für Scandiumoxid 99,99% EXW China bei EURO 654,60 und Scandium Metall 99,999% EXW China bei EURO 5260,- liegt, sowie das Versorgungsrisiko halten Unternehmen wie Airbus davon ab, auf Scandium zu setzen. Marktbeobachter sprechen daher von einem Henne-Ei-Problem bei Scandium: weil das Angebot zu klein und zu unsicher ist, bleibt die Nachfrage in der Industrie aus.
Seine besonderen Eigenschaften – Erhöhung der Festigkeit, Flexibilität, Hitzebeständigkeit und Korrosionsschutz – machten das Material während des Kalten Kriegs zu einem streng behüteten Geheimnis in der Sowjetunion. Dort erkannten Forscher bereits in den 1950er Jahren, dass Scandium die Qualitäten von Aluminium verbessert. Erstmals zum Einsatz kam Scandium als Legierungszusatz in MiG-29-Kampfjets. Bis in die 1990er war die Sowjetunion auch der weltweit größte Scandiumproduzent, wo es vor allem aus Uranminen gewonnen wurde.
S
andium Metal 99,9
Rusal ist Marktführer
Auch heute noch ist Russland in Sachen Scandium ein bedeutender Player und dies nicht nur was die Gewinnung angeht. Dem Aluminiumkonzern Rusal ist es als erstem Hersteller gelungen, Scandiumoxid wirtschaftlich aus Rotschlämmen zu gewinnen. Rusal ist auch Pionier bei der Entwicklung von Scandium-Aluminium-Technologien. Laut Maven Research ist der drittgrößte Aluminiumhersteller, dessen schillernder Begründer Oleg Deripaska auf westlichen Sanktionslisten gelistet ist, gar Marktführer für Scandium-Aluminium-Produkte. Auch der Konzern selbst kam 2018 auf die US-Sanktionsliste, wurde nach Umstrukturierungen der Eigentümerschaft Anfang 2019 aber wieder entfernt.
Der Konzern muss wegen Russlands Krieg gegen die Ukraine weiterhin mit Sanktionen rechnen, auch wenn sich Metallhändler und Banken auf der Londoner Metallbörse LME seit kurzem wieder kräftig mit russischem Aluminium eindecken. Viele westliche Unternehmen vermeiden aber auch ohne Sanktionen Geschäfte mit Rusal. Das Unternehmen wendet sich daher verstärkt asiatischen Märkten zu und hat dabei Chinas E-Autoindustrie im Visier, deren Hunger nach CO2-reduziertem Aluminium kräftig wächst.
Scandium in Elektrolyt
Der aktuell größte Einzelabnehmer von russischem Scandium kommt jedoch aus einer ganz anderen Ecke: der kalifornische Brennstoffzellenhersteller Bloom Energy setzt das Element dem Elektrolyt in seinen Festoxidbrennstoffzellen bei. Verwendet wird Scandium in geringen Mengen auch in der Sportartikelbranche, wo es in Fahrradrahmen, Lacrosse- und Baseballschläger stärkt. Auch in Kleinschusswaffen wird es verbaut. Das größte Potenzial für Scandium sehen Marktbeobachter jedoch in der Autoindustrie, die bislang eben wegen der hohen Kosten und des mangelnden Angebots die Finger von Aluminium-Scandium-Legierungen ließ.
Deutschland: Nachfrage aus der Wasserstoffindustrie
Auch für die Wasserstoffindustrie könnte das Metall wichtig werden. Grün, also mit erneuerbaren Energien, hergestellter Wasserstoff macht derzeit weniger als ein Prozent (40 Terawattstunden) der weltweiten Produktion aus. Die Nachfrage wird künftig extrem steigen. Laut einer Studie der Deutschen Rohstoffagentur (Dera) gehört die Zukunft der grünen Wasserstofferzeugung mittels Wasserelektrolyse, bei der das Gas aus Wasser hergestellt wird. Demnach seien heute drei Elektrolysetechnologien von Bedeutung, von denen die Alkalische Elektrolyse und zu weiten Teilen die Polymerelektrytmembran-Eletrolyse in einem technisch ausgereiften Zustand sind. Die Festkörperoxid-Elektrolyse befindet sich gerade im Übergang zwischen Forschung und industrieller Anwendung.
Allein bei letzterer kommt Scandium zum Einsatz: Der Festelektrolyt besteht entweder aus einem Yttriumdotierten oder einem Scandium-dotierten Zirkoniumdioxid. Die Vorteile des Scandium-dotierten Materials sind laut Dera die bessere Leitfähigkeit und die höhere Stabilität bei niedrigeren Betriebstemperaturen. Für Scandium sagt die Dera-Studie in einem nachhaltigem Zukunftsszenario bis zum Jahr 2040 einen Bedarfsanstieg auf 24 Tonnen, also das 2,7-fache der Produktion von 2018 (7 Tonnen), voraus.
Rio Tinto setzt auf Scandium
Seit einigen Jahren bemüht sich eine Reihe westlicher Firmen darum, Abbau und Herstellung von Scandium in die eigene Hand zu nehmen. Das könnte ein Zeichen für einen Durchbruch in einigen Jahren hinweisen. Riotinto, ein Schwergewicht unter den Bergbauunternehmen, gewinnt Scandiumoxid seit 2022 aus Abfällen, die bei der Titaniumoxid-Produktion im kanadischen Quebec anfallen. Die Produktionskapazität soll drei Tonnen pro Jahr betragen, was laut Rio Tinto in etwa 20 Prozent der globalen Produktionsmenge entsprechen soll. Letztere Angabe ist mit Vorsicht zu genießen, da die tatsächlichen globalen Produktionsmengen schließlich nicht genau bekannt sind.
Auch der japanische Bergbaukonzern Sumitomo Metal Mining, der zum ältesten und größten Unternehmenskonglomerat Japans gehört, hat auf den Philippinen die zusätzliche Herstellung von Scandiumoxid in seiner Nickelraffinerie, einer Hochdrucksäurelaugungsanlage (HPAL), in Auftrag gegeben.
Neue Nickel- und Kobaltraffinerieprojekten in Australien planen die Scandiumgewinnung bereits mit ein. Außerdem gibt es in Downunder mehrere Abbauprojekte. Nennenswert ist vor allem das Platin-Scandium Projekt von Platina Resources dessen Kauf Rio Tinto für 14 Millionen US-Dollar vereinbart hat. Weitere Projekte gibt es von den Junior-Mining-Unternehmen Scandium International Mining und Sunrise Energy Metals in New South Wales. Sunrise Energy Metalsüberlegt darüberhinaus den Bau einer Scandium-Raffinerie in den USA.
Die nahe Zukunft wird zeigen, ob die Henne-Ei-Problematik überwunden wird. Bis dahin steht Scandium dem Weltmarkt weiterhin nur aus China und Russland in homöopathischen Mengen zur Verfügung.