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Arsen

As • Ordnungszahl 33

Arsen

Arsen befindet sich im Periodensystem in der Stickstoffgruppe. Es handelt sich um ein Halbmetall. Arsen kommt selten gediegen vor und tritt meist in sulfidischen Erzen wie Realgar und Auripigment auf. In seinem stabilsten elementaren Zustand ist Arsen ein stahlgrauer, spröder Feststoff mit geringer thermischer und elektrischer Leitfähigkeit.

Arsen wird oft mit seinem Einsatz als Gift in Verbindung gebracht. Die Verbindung Arsenik ist wasserlöslich, geruch- und geschmacklos und tödlich, weswegen sie schon in der Antike als Mordgift verwendet wurde.

In seiner Elementform ist Arsen krebserregend. Als unbedenklich für Trinkwasser gilt eine maximale Konzentration von 0.01 ppm. Der erhöhte durchschnittliche Gehalt im Meerwasser von 0.024 ppm führt zur Anreicherung von Arsen in Schalen- und Krustentieren.

Arsen kann auf vielfältige Weise in die Umwelt gelangen und Grund- und Trinkwasser verunreinigen, was aufgrund seiner Toxizität weltweit ein zunehmendes Problem ist.

Von Bedeutung ist die Verwendung von Arsen in der Halbleiterindustrie und als Legierungselement. Trotz ihrer Toxizität spielen Arsenverbindungen auch in der Medizin eine Rolle.

Die wichtigsten Abbauländer sind Peru, China und Marokko.

Als größte Arsenmine der Welt gilt Real de Angeles in Mexiko, wo das Element als Nebenprodukt der Zinkförderung anfällt. Bedeutender Arsenproduzent ist auch die Yongzhou Mine in China.

Zu den wichtigsten Unternehmen, die Arsen herstellen sind Yunnan Luoping Zinc & Electricity (China), Codelco (Chile) und Managem (Marokko).

  • Geschichte

    Bereits im Altertum waren arsenhaltige Mineralien wie Realgar, Auripigment und Arsenolith (Arsenik) bekannt. Therapeutische Präparate von Realgar bzw. Auripigment werden in der traditionellen chinesischen Medizin seit mindestens 2400 Jahren verwendet, etwa gegen Parasiten oder zur Behandlung von Neurodermitis. Auch aus dem antiken Griechenland und Rom sind Berichte zur Therapie von Asthma und Hautkrankheiten bekannt.

    Die Verbindung Arsenik ist bereits in der Antike als Mordgift verwendet worden. Einer der ersten dokumentierten Arsenmorde wird Nero zugeschrieben. Ab dem 17. Jahrhundert häuften sich Giftmorde, die erst 1836 zurückgingen, nachdem James Marsh eine Methode entwickelte, mit der Arsen in Geweben nachgewiesen werden kann.

    Die Entdeckung elementaren Arsens schreibt man dem Regensburger Bischof Albertus Magnus zu, es war aber der Apotheker Johann Schroeder, der Arsen 1649 mit Kohle hergestellt hat.

    Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte Thomas Fowler eine Tinktur (Fowlersche Lösung), die etwa 150 Jahre lang als Allheilmittel verwendet wurde. Eines der bekanntesten arsenbasierten Medikamente ist Arsphenamin, das die Firma Hoechst zur Behandlung von Syphilis 1910 auf den Markt gebracht hat. Gegen die parasitäre Schlafkrankheit hat man in Afrika seit 1922 mit Erfolg Tryparsamid verwendet, das später durch Melarsoprol, einer weiteren Arsenverbindung, ersetzt wurde. Trotz der hohen Toxizität und der zum Teil tödlichen Nebenwirkungen, wird Melarsoprol aus Mangel an Alternativen noch heute zur Behandlung der Schlafkrankheit eingesetzt. Seit 2003 darf in den USA und einigen europäischen Ländern ein Arsenik-enthaltendes Medikament gegen Promyelozytenleukämie, die unbehandelt rasch zum Tode führt, eingesetzt werden.

  • Verwendung

    2024 wurden weltweit schätzungsweise 58.000 Tonnen Arsentrioxid hergestellt.

    Zu den wichtigsten kommerziellen Verbindungen zählen Arsenoxide, die auch als „weißes Arsen“ bezeichnet werden. Arsenoxide sind der Ausgangsstoff für die meisten anderen Arsenverbindungen.

    Der Großteil von Arsen wird als Arsentrioxid und Diarsenpentaoxid verwendet, die wichtiger Bestandteil in zahlreichen Herbiziden und Pestiziden sind. In den USA werden große Mengen Arsentrioxid zur Herstellung von Arsensäure verwendet, die ein wichtiger Bestandteil bei der Herstellung von Konservierungsmitteln für Holz für nichtprivate Verwendung, etwa für Lichtmasten, maritime Anwendungen und Stützmauern.

    Wegen der Umweltrisiken ist die Anwendung von arsenhaltigen Herbiziden, Pestiziden und Holzschutzmitteln weltweit jedoch am Zurückgehen. In der EU etwa ist ihre Verwendung wegen zahlreichen Verboten sehr stark eingeschränkt und spielt daher kaum eine Rolle.

    Der weltweite Verbrauch von metallischem Arsen ist relativ gering und beträgt nur einige Hundert Tonnen pro Jahr. Die wichtigste Anwendung von hochreinem Arsenmetall liegt in der Halbleiterindustrie, wo es mit Silizium und Germanium sowie in Form von Galliumarsenid (GaAs) für Dioden, Laser und Transistoren verwendet wird.

    Ein wichtiger Hersteller von hochreinem Arsen ist die Firma PPM High Purity Metals aus Sachsen-Anhalt und dem Wafer-Hersteller Freiberger Compound Materials (FCM) gehört. Der Arsenverbrauch für diese Anwendungen macht jedoch nur 0,1 Prozent des EU-Bedarfs.

    70 Prozent des Arsenverbrauchs der EU gehen in die Herstellung von Zink, 18 Prozent in die Glasindustrie.

    Arsen ist auch Bestandteil von Legierungen. In Bleilegierungen verbessert Arsen die Fließeigenschaften, härtet das Material und macht es korrosionsbeständiger. Dies ist sehr wichtig bei der Herstellung von bleibasierten Batterien und Akkumulatoren, aber auch für Bleimunition.

  • Vorkommen, Abbau, Gewinnung

    Wenngleich Arsen selten gediegen als Scherbenkobalt bzw. Fliegenstein vorkommen kann, tritt es meist in sulfidischen Erzen wie Realgar und Auripigment auf.

    Führendes Abbauland ist Peru, gefolgt von China. Marokko rangiert mit großem Abstand an dritter Stelle. 95 Prozent der weltweiten Produktion kommen aus diesen drei Ländern.

    Arsen entsteht hauptsächlich als Nebenprodukt bei der Verarbeitung verschiedener Erze, kommt aber besonders in Verbindung mit Kupfer-Gold-Erzen vor (Chile, Kanada). Arsen entsteht zudem als Nebenprodukt beim Rösten von Kupfer-, Blei- und bestimmten anderen Metallerzen sowie beim Rösten von Arsenopyrit- und Arsensulfiderzen.

    Zu den größten Produzenten von Arsen gehören Yunnan Copper und Hunan Gold Group in China, Managem Group in Marokko, KazZinc in Kasachstan, Ural Mining and Metallurgical Company in Russland und Umicore in Belgien.

    Wichtigstes Produktionsland von Arsentrioxid in der EU ist Belgien. Das Land deckt 67 Prozent des Arsenbedarfs der EU. 2022 produzierte Belgien 1000 Tonnen Arsenoxid.

  • Substitution

    Viele Halbleiterhersteller wechseln von Gallium-Arsenid(GaAs)- und Silizium-basierten lateral diffundierten Metalloxid-Halbleiter-Feldeffekttransistoren zu solchen mit Galliumnitrid.

    Indiumphosphid-Komponenten können GaAs-basierte Infrarot-Laserdioden in einigen Wellenlängenanwendungen ersetzen. Helium-Neon-Laser konkurrieren mit GaAs in sichtbaren Laserdiodenanwendungen.

    Silizium ist der Hauptkonkurrent von GaAs in Solarzellenanwendungen.

    In vielen Anwendungen der Rüstungsindustrie werden aufgrund ihrer einzigartigen Eigenschaften GaAs-basierte integrierte Schaltkreise eingesetzt, für die es in diesen Anwendungen keine wirksamen Alternativen gibt.

    In Heteroübergangs-Bipolartransistoren wird GaAs in einigen Anwendungen durch Silizium-Germanium ersetzt.

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Antimon

Sb • Ordnungszahl 51

Antimon

Antimon ist ein silberweißes, glänzendes, sprödes Halbmetall, das Arsen ähnlich ist. Der Name leitet sich wahrscheinlich vom lateinischen Antimonium ab, das wiederum auf die arabische Bezeichnung für das Mineral Antimonsulfid zurückgeht: itmid.

Antimon kann in der Natur zwar in elementarer Form gefunden werden, viel häufiger ist jedoch das Mineral Stibnit, auch Grauspießglanz oder Antimonit genannt. Auf Stibnit geht auch das Elementsymbol Sb für Antimon zurück, dass vom lateinischen Stibium abgeleitet ist.

Antimon kommt in Bremslegierungen vor und ist als Flammschutzadditiv allgegenwärtig. Kritische Bedeutung hat Antimon in der Rüstungsindustrie. Als Legierungselement verleiht es etwa Bleigeschossen mehr Härte und Durchschlagskraft.

China ist mit Abstand das wichtigste Förderland von Antimon. In der Xikuangshan Mine (Hsikwangshan Twinkling Star) in der Provinz Hunan sind 2023 60.000 Tonnen Antimon abgebaut worden.

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Zink

Zn • Ordnungszahl 30

Zink

Das Übergangsmetall Zink zählt zu den Schwermetallen. Es ist bläulich-weiß, bei Raumtemperatur spröde und zeichnet sich durch seine Korrosionsbeständigkeit sowie seine Rolle als lebensnotwendiges Spurenelement aus. Zink ist eines der häufigsten Metalle in der Erdkruste und liegt dort meist in gebundener Form vor

Der Name Zink kommt aus dem mittelhochdeutschen Wort Zinke, was Zahn oder Zacke bedeutet, da Zink zackenförmig erstarrt.

Seine Hauptanwendung ist der Korrosionsschutz von Stahl durch Verzinkung sowie in der Legierungsbildung, insbesondere in Messing.

Mit einem Drittel der globalen Förderung ist China der größte Zinkproduzent und ist auch führend in der Raffination und Verarbeitung von Zink.

Die größte Zinkmine der Welt liegt in den USA in Alaska. Die Red-Dog-Mine wird von Teck Resources aus Kanada betrieben.

Nyrstar, eine Tochter des Schweizer Konzerns Trafigura und auf Zinkverhüttung spezialisiert, ist weltweit der größte Zinkproduzent. Glencore, ebenfalls aus der Schweiz, ist ein weiterer wichtiger Zinkhersteller, der auch selbst Minen betreibt.

  • Geschichte

    Bereits im Altertum wurde Messing, eine Legierung aus Kupfer und dem Zinkerz Galmei, für die Herstellung von Münzen, Schmuck und Rüstungen verwendet.

    Dennoch war Zink lange Zeit nicht als reines Metall bekannt. In Indien wurde Zink erstmals bereits im 12. Jahrhundert durch Destillation isoliert.
    China produzierte ab dem 16. Jh. reines Zink für Münzen und Kunstgegenstände.

    In Europa gelang es dem deutschen Chemiker Andreas Sigismund Marggraf 1746 Zink als reines Element darzustellen

    Ab 1758 begann die erste europäische Zinkhütte in Belgien mit der industriellen Produktion. Aufgrund seiner Korrosionsstabilität wird es in verschiedenen Gebrauchsgegenständen wie Gießkannen, Bleche, Rohre, Besteck, Münzen verwendet.

    Im 19. Jahrhundert entwickelte Stanislas Sorel in Frankreich ein Galvanisierungsverfahren bei der Eisen verzinkt wird (Feuerverzinkung). Dies revolutionierte den Schiffbau und die Konstruktion wetterfester Stahlteile. Durch die Erschließung großer Zinkvorkommen in Deutschland, Belgien und den USA hat sich die weltweite Zinkproduktion zwischen 1850–1900 verzehnfacht.

    Anfang des 20. Jahrhunderts wurden Zink-Kohle- und Zink-Luft-Batterien zu wichtigen Energiespeichern.

    Seit den 1920ern ist Zink als essenzielles Spurenelement anerkannt und wird in medizinischen Salben und Sonnencremes verwendet.

  • Verwendung

    Rund die Hälfte der Zinkproduktion geht in die Stahlindustrie, um Stahl zu verzinken und so vor Korrosion zu schützen. Zinklegierungen wie Messing sind für ein Fünftel des Zinksverbrauchs verantwortlich.
    Die Bauindustrie ist einer der wichtigsten Zinkverbraucher. Zink wird für Fassaden- und Dachbleche sowie in Form verzinkter Stahlträger benötigt.

    Eine wichtige anorganische Zinkverbindung ist Zinkoxid, das ein direkter Halbleiter ist, der UV-Licht absorbiert und für sichtbares Licht transparent ist. Zinkoxid wird in Dioden, Flüssigkristallbildschirmen (TFT), Dünnschicht-Solarzellen, piezoelektrischen Wandlern, Sensoren, Leuchtdioden oder Optoelektronik- und Spintronik-Bauelementen verwendet, ist aber auch Bestandteil in Sonnencremes und medizinischen Zinksalben ist.

    Weitere Anwendungen von Zink sind Batterien, wie Zink-Kohle- oder Zink-Luft-Batterien, Knopfzellen und Hörgeräte.

  • Vorkommen

    Zinksulfiderze wie Sphalerit oder Wurtzit sind mit einem Zinkgehalt von etwa 65 Prozent die wichtigste Quelle für die industrielle Gewinnung. Daneben wird auch Zinkspat (Galmei bzw. Smtihsonit) abgebaut. Zinkerze sind häufig mit Blei vergesellschaftet

    Mit einem Drittel der globalen Förderung ist China der größte Zinkproduzent und ist auch führend in der Raffination und Verarbeitung von Zink. Peru und Australien bauen ebenfalls bedeutende Mengen an Zink ab. Australien verfügt über die höchsten bekannten Zinkreserven der Welt, gefolgt von China und Russland.

    Die größte Zinkmine der Welt liegt in den USA in Alaska. Die Red-Dog-Mine wird von Teck Resources aus Kanada betrieben.

    Gemeinsam mit Glencore aus der Schweiz dominiert Teck Resources den Zinkabbau.

    Nyrstar, ein Tochterunternehmen des Schweizer Konzern Trafigura, ist führend in der Verhüttung und Raffination von Zink. Es produziert zehn Prozent des Weltmarktes für raffiniertes Zink. Im belgischen Balen betreibt Nyrstar die größte Zinkraffinerie Europas. Weitere Standorte befinden sich in Australien und den USA.

    Die indische Firma Hindustan Zinc (HZL) ist der größte integrierte Zinkhersteller. HZL, eine Tochter des Vedanta-Konzerns betreibt fünf Minen sowie fünf Zinkschmelzhütten in Indien.

    Die globale Jahresproduktion beträgt um die zwölf Millionen Tonnen.
    Etwa 30 Prozent des Zinks wird aus Recycling gewonnen.

  • Substitution

    Aluminium und Kunststoffe ersetzen verzinkte Bleche im Automobilbau.
    Aluminiumlegierungen, Cadmium, Lacke und Kunststoffbeschichtungen ersetzen Zinkbeschichtungen in anderen Anwendungen.
    Aluminium- und Magnesiumlegierungen sind wichtige Substituenten für Zinkdruckgusslegierungen.
    Viele Elemente ersetzen Zink in der Chemie, Elektronik und Pigmentindustrie.

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Zinn

Sn • Ordnungszahl 50

Zinn

Zinn ist ein silberweiß glänzendes und sehr weiches Schwermetall. Es lässt sich mit dem Fingernagel ritzen, ist elektrisch leitfähig und läßt sich gut legieren. Zinn hat einen für Metalle sehr niedrigen Schmelzpunkt, weswegen es sich gut als Lötmittel eignet. Es ist auch korrosionsbeständig und ungiftig, was die Anwendung in Lebensmittelverpackungen ermöglicht.

Die Hauptanwendung ist in der Elektronikindustrie als Lötmittel. Ein weiterer wichtiger Sektor ist die Verpackungsindustrie, wo Zinn als Weißblech in Getränke- und Konservendosen verwendet wird.

China ist das führende Abbauland für Zinn gefolgt von Indonesien, Burma und Peru.

Die zwei größten Minen sind die Man Maw-Mine in Burma und San Rafael in Peru.

Yunnan Tin Group in Yunnan, China, ist der weltweit führende Zinnproduzent mit einem Fünftel der Weltproduktion.

  • Geschichte

    Zinn prägte als Legierung mit Kupfer eine ganze Epoche: die Bronzezeit (ca. 3000–1200 v. Chr.). Bronze war härter als reines Kupfer und revolutionierte Werkzeuge, Waffen und Kunst. In Indien war die Bronzeherstellung schon um 3000 v. Chr. bekannt. Seit dem 2. Jahrtausend v. Chr. wurde Zinn in Mittelasien an der Route der späteren Seidenstraße nachweislich in größerem Maße in Bergwerken abgebaut.

    Wahrscheinlich schon vor 1800 v. Chr. war Zinn auch in China bekannt. Im Euphrattal waren Bronzegeräte und deren Herstellung ab 2000 v. Chr. ein wichtiger Kulturfaktor.

    Zinn wurde über große Entfernungen gehandelt, wovon die „Zinnstraße“ eine transeuropäische Handelsroute zeugt. Wichtige Abbaustätten waren Cornwall in England, die französische Bretagne und Anatolien in der Türkei.

    Im Alten Rom wurde Zinn, das aus Cornwall kam, für Geschirr und Wasserleitungen verwendet. Im Mittelalter entstand die Zunft der Zinngießer. Zinn wurde für Orgelpfeifen, Kerzenhalter und Trinkgefäße verwendet.

    Im 19. Jahrhundert revolutionierte die Erfindung von Weißblech und dessen Verwendung für Nahrungsmittelkonservierung die Logistik von Armeen. Als Lötmittel wurde Zinn in der Elektronik wichtig. So wurde Zinn zu einem kriegswichtigen Rohstoff und Länder legten staatliche Vorräte an.

  • Verwendung

    Der größte Anwendungsbereich für Zinn ist in der Elektronik, wohin die Hälfte der Zinnproduktion geht. Zinn dient als Lötverbindung für Elektronikbauteile. Zinnbeschichtungen auf Leiterplatten schützen vor Korrosion. In der Halbleiterindustrie werden Zinnverbindungen wie Indium-Zinn-Oxid (ITO) für Touchscreens verwendet.

    Ein weiterer wichtiger Sektor ist die Verpackungsindustrie, in der Zinn für Weißblech verwendet wird. Hier werden Getränke- und Konservendosen mit einer dünnen Zinnschicht überzogen, um Rost zu vermeiden.

    Zinn wird darüber hinaus in verschiedenen Legierungen verwendet.

  • Vorkommen, Abbau, Gewinnung

    Das wichtigste Zinnerz, aus dem der Großteil des weltweiten Zinns gewonnen wird, ist Kassiterit. Der Zinngehalt erreicht fast 80 Prozent. Kommt vor allem in granitischen Pegmatiten und alluvialen Seifenlagerstätten (Flusssedimenten) vor.

    China ist das führende Abbauland für Zinn gefolgt von Indonesien, Burma und Peru. Bedeutende Mengen stammen auch aus dem konfliktbehafteten Kongo. Kassiterit zählt in den USA sowie in der EU zu den vier Konfliktmineralien, von deren Abbau aus illegalen Minen im Kongo korrupte Armeeeinheiten, Milizen, Rebellengruppen und ausländische Akteure profitieren. Der Handel trägt zu Gewalt, Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung bei.

    Die größte Zinnmine der Welt, Man Maw in Burma, liegt ebenfalls in einer Konfliktregion. Sie ist eine wichtige Zinnquelle für chinesische Zinnhütten.

    In Peru befindet sich mit der San Rafael-Mine, die von Minsur betrieben wird, die zweitgrößte Mine der Welt.

    Yunnan Tin Group in Yunnan, China, ist der weltweit führende Zinnproduzent mit einem Fünftel der Weltproduktion. Das Unternehmen unterhält eigene Minen und mehrere Hütten. Timah, ein indonesischer Staatskonzern, ist der zweitgrößter Produzent weltweit, gefolgt von Minsur in Peru.

    Die weltweiten Ressourcen, vor allem in Westafrika, Südostasien, Australien, Bolivien, Brasilien, Indonesien und Russland, sind beträchtlich und könnten, wenn sie erschlossen würden, die aktuellen jährlichen Produktionsraten auch in Zukunft aufrechterhalten.

    Die globale Jahresproduktion wird auf 300 Millionen Tonnen geschätzt.

    Etwa 30 Prozent des weltweiten Zinns stammt aus Recycling.

  • Substitution

    Aluminium, Glas, Papier, Kunststoff oder zinnfreier Stahl ersetzen Zinn in Dosen und Behältern. Weitere Materialien, die Zinn ersetzen, sind Epoxidharze für Lötmittel, Aluminiumlegierungen, alternative Kupferlegierungen und Kunststoffe für Bronze, Kunststoffe für zinnhaltige Lagermetalle sowie Blei- und Natriumverbindungen für einige Zinnchemikalien.

  • Nachweis

    Als qualitative Nachweisreaktion für Zinnsalze wird die Leuchtprobe durchgeführt: Die Lösung wird mit ca. 20%iger Salzsäure und Zinkpulver versetzt, wobei naszierender Wasserstoff frei wird. Der naszierende, atomare Wasserstoff reduziert einen Teil des Zinns bis zum Stannan SnH4. In diese Lösung wird ein Reagenzglas eingetaucht, das mit kaltem Wasser und Kaliumpermanganatlösung gefüllt ist; das Kaliumpermanganat dient hier nur als Kontrastmittel. Dieses Reagenzglas wird im Dunkeln in die nichtleuchtende Bunsenbrennerflamme gehalten. Bei Anwesenheit von Zinn entsteht sofort eine typisch blaue Fluoreszenz, hervorgerufen durch SnH4.

    Zur quantitativen Bestimmung von Zinn eignet sich die Polarographie. In 1 M Schwefelsäure ergibt Zinn(II) eine Stufe bei −0,46 V (gegen Kalomelelektrode, Reduktion zum Element). Stannat(II) lässt sich in 1 M Natronlauge zum Stannat(IV) oxidieren (−0,73 V) oder zum Element reduzieren (−1,22 V). Im Ultraspurenbereich bieten sich die Graphitrohr- und Hydridtechnik der Atomspektroskopie an. Bei der Graphitrohr-AAS werden Nachweisgrenzen von 0,2 µg/l erreicht. In der Hydridtechnik werden die Zinnverbindungen der Probelösung mittels Natriumborhydrid als gasförmiges Stannan in die Quarzküvette überführt. Dort zerfällt das Stannan bei ca. 1000 °C in die Elemente, wobei der atomare Zinndampf spezifisch die Sn-Linien einer Zinn-Hohlkathodenlampe absorbiert. Hier sind 0,5 µg/l als Nachweisgrenze angegeben worden.

    Weitere qualitative Nachweisreagenzien sind Diacetyldioxim, Kakothelin, Morin und 4-Methylbenzol-1,2-dithiol. Zinn kann auch mikroanalytisch über die Bildung von Goldpurpur nachgewiesen werden.
  • Biologische Wirkung

    Metallisches Zinn ist auch in größeren Mengen an sich ungiftig. Die Giftwirkung einfacher Zinnverbindungen und Salze ist gering. Einige organische Zinnverbindungen dagegen sind hochtoxisch. Die Trialkyl-Zinnverbindungen (insbesondere TBT, engl. „Tributyltin“, Tributylzinn) und Triphenylzinn wurden mehrere Jahrzehnte in Anstrichfarben für Schiffe verwendet, um die sich an den Schiffsrümpfen festsetzenden Mikroorganismen und Muscheln abzutöten. Dadurch kam es in der Umgebung von großen Hafenstädten zu hohen Konzentrationen an TBT im Meerwasser, die die Population diverser Meereslebewesen bis heute beeinträchtigen. Die toxische Wirkung beruht auf der Denaturierung einiger Proteine durch die Wechselwirkung mit dem Schwefel aus Aminosäuren wie beispielsweise Cystein.

  • Verbindungen

    Zinnverbindungen kommen in den Oxidationsstufen +II und +IV vor. Zinn(IV)-Verbindungen sind stabiler, da Zinn ein Element der IV. Hauptgruppe ist und zudem der Effekt des inerten Elektronenpaares noch nicht so stark ausgeprägt ist wie bei den schwereren Elementen dieser Gruppe, z. B. dem Blei. Zinn(II)-Verbindungen lassen sich deshalb leicht in Zinn(IV)-Verbindungen umsetzen. Viele Zinnverbindungen sind anorganischer Natur, es ist aber auch eine Reihe von zinnorganischen Verbindungen (Zinnorganylen) bekannt.

    Oxide und Hydroxide

    • Zinn(II)-oxid SnO
    • Zinn(II,IV)-oxid Sn2O3
    • Zinn(IV)-oxid SnO2
    • Zinn(II)-hydroxid Sn(OH)2
    • Zinn(IV)-hydroxid Sn(OH)4, CAS-Nummer: 12054-72-7

    Halogenide

    • Zinn(II)-fluorid SnF2
    • Zinn(II)-chlorid SnCl2
    • Zinn(IV)-chlorid SnCl4
    • Zinn(IV)-bromid SnBr4
    • Zinn(II)-iodid SnI2
    • Zinn(IV)-iodid SnI4

    Salze

    • Zinn(II)-sulfat SnSO4
    • Zinn(IV)-sulfat Sn(SO4)2
    • Zinn(II)-nitrat Sn(NO3)2
    • Zinn(IV)-nitrat Sn(NO3)4
    • Zinn(II)-oxalat Sn(COO)2
    • Zinn(II)-pyrophosphat Sn2P2O7
    • Zinkhydroxystannat ZnSnO3 · 3 H2O, CAS-Nummer: 12027-96-2

    Chalkogenide

    • Zinn(II)-sulfid SnS
    • Zinn(IV)-sulfid SnS2
    • Zinn(II)-selenid SnSe

    Organische Zinnverbindungen

    • Dibutylzinndilaurat (DBTDL) C32H64O4Sn
    • Dibutylzinnoxid (DBTO) (H9C4)2SnO
    • Dibutylzinndiacetat C12H24O4Sn, CAS-Nummer: 1067-33-0
    • Diphenylzinndichlorid C12H10Cl2Sn
    • Tributylzinnhydrid C12H28Sn
    • Tributylzinnchlorid (TBTCL) (C4H9)3SnCl
    • Tributylzinnfluorid (TBTF) C12H27FSn, CAS-Nummer: 1983-10-4
    • Tributylzinnsulfid (TBTS) C24H54SSn2, CAS-Nummer: 4808-30-4
    • Tributylzinnoxid (TBTO) C24H54OSn2
    • Triphenylzinnhydrid C18H16Sn
    • Triphenylzinnhydroxid C18H16OSn
    • Triphenylzinnchlorid C18H15ClSn
    • Tetramethylzinn C4H12Sn
    • Tetraethylzinn C8H20Sn
    • Tetrabutylzinn C16H36Sn
    • Tetraphenylzinn (H5C6)4Sn

    Weitere Verbindungen

    • Stannan SnH4
    • Natriumstannat Na2SnO3
    • Kaliumstannat K2SnO3, CAS-Nummer: 12142-33-5
    • Zinndifluorborat Sn(BF4)2, CAS-Nummer: 13814-97-6
    • Zinn(II)-2-ethylhexanoat Sn(OOCCH(C2H5)C4H9)2
    • Zinn(II)-oleat Sn(C17H34COO), CAS-Nummer: 1912-84-1
    • Zinntellurid SnTe
    • Indiumzinnoxid, ein Mischoxid üblicherweise aus 90 % Indium(III)-oxid (In2O3) und 10 % Zinn(IV)-oxid (SnO2)

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Nickel

Ni • Ordnungszahl 28

Nickel

Nickel ist ein silbrig-weißes Metall. Es ist hart, schmiedbar, duktil. Nickel ist bei Raumtemperatur gegen Luft und Wasser sehr beständig. Verdünnte Säuren greifen Nickel nur sehr langsam an.

Wegen seiner Korrosionsbeständigkeit ist Nickel als Legierung in Stahl bedeutend. Zwei Drittel des Nickelbedarfs kommen aus der Stahlindustrie. Die Verwendung in Batteriekathoden ist ein weiterer wichtiger Bereich für Nickel.

Das wichtigste Abbauland ist Indonesien, das 80 Prozent des Weltbedarfs deckt.

In Indonesien befindet sich auch die größte Mine der Welt: die Weda Bay-Mine wird von einem Joint-Venture zwischen dem chinesischen Stahlriesen Tsingshan, Eramet aus Frankreich und dem indonesischem Staat betrieben.

Tsingshan, einer der weltgrößten Stahlkonzerne, ist der größte Nickelproduzent.

  • Geschichte

    Bereits im Altertum war Nickel verbreitet, allerdings nicht bewusst. Syrische Bronze von 3300 v. Chr. enthielt Nickelanteile von zwei Prozent, die wohl aus dem Kupfer- oder Zinnerz stammten. In chinesischen Schriften wird zwischen 1700 und 1400 v. Chr. „weißes Kupfer“ (Neusilber) erwähnt.

    Nickel wurde erstmals 1751 von Axel Frederic Cronstedt rein dargestellt und nach dem Mineral Kupfernickel (schwedisch kopparnickel, heute Nickelin) benannt, in dem er das bis dahin unbekannte Metall fand. Die Bezeichnung Kupfernickel verdankte der Rohstoff mittelalterlichen Bergleuten aus dem Erzgebirge, die ihren Fund für Kupfererz hielten. Weil sich daraus aber kein Kupfer gewinnen ließ, glaubten sie, dass es von Berggeistern („Nickeln“) verflucht war. Eine ähnliche Etymologie findet sich bei Cobalt („Kobold“), das oft mit Nickel vergesellschaftet sein kann.

    Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Nickel in der Münzprägung verwendet. Die erste Münze aus reinem Nickel wurde 1881 geprägt.

    1889 entwickelte James Riley nickelhaltige Stähle.

  • Verwendung

    Etwa zwei Drittel des produzierten Nickels gehen in die Stahlindustrie. Nickel erhöht die Korrosionsbeständigkeit, Zähigkeit und Hitzebeständigkeit von Stahl.

    Die steigende Nickelnachfrage ist jedoch auf die Batterieindustrie zurückzuführen. Nickel ist ein wichtiger Bestandteil in den Kathoden von Lithium-Ionen-Akkus für elektrisch betriebene Autos. Prognosen gehen davon aus, dass bis 2030 über 30 Prozent der Nickelnachfrage aus der Batterieindustrie kommen wird.

    Weitere Anwendungen für Nickel sind Superlegierungen für die Flug- und Raumfahrtindustrie sowie normale Legierungen für Anlagen in der chemischen Industrie.

  • Vorkommen, Abbau, Gewinnung

    Nickel kann aus sulfidischen oder lateritischen Erzen wirtschaftlich abgebaut werden, wobei über drei Viertel aus lateritischen Erzen gewonnen werden, die vor allem in tropischen und subtropischen Gebieten anzutreffen sind. Sulfiderze haben zwar einen bessern Nickelgehalt, Lateriterze lassen sich jedoch günstiger abbauen. Allerdings werden größere Flächen beansprucht und der Abbau in tropischen Gebieten stellt Risiken für die Biodiversität dar.

    Zu den wichtigsten lateritischen Erzen gehören Garnierit und Limonit.
    Pentlandit ist die Hauptquelle sulfidischer Nickellagerstätten.

    Nickelvorkommen sind oft mit Cobalt vergesellschaftet.

    Das mit Abstand führende Abbauland ist Indonesien, wo Lateriterze abgebaut werden. Die indonesische Nickelindustrie ist eng verwoben mit chinesischen Unternehmen, die vor Ort zahlreiche Nickelhütten und -raffinerien betreiben (Indonesia Morowali Industrial Park, Indonesia Weda Bay Industrial Park). Indonesien verfügt über die größten Nickelreserven auf der Welt.

    Die Philippinen sind der zweitgrößte Nickelförderer. Auch hier werden Lateriterze abgebaut.

    Die Weda Bay-Mine auf der indonesischen Insel Halmahera ist die größte Mine der Welt. Sie gehört einem Joint-Venture zwischen Tsingshan, Eramet und dem indonesischem Staatsunternehmen PT Antam Tbk.

    Der Stahlriese Tsingshan Holding Group aus China ist der weltgrößte Nickelproduzent. Norilsk Nickel in Russland ist der größte Hersteller von hochreinem Nickel. An dritter Stelle steht der brasilianischen Bergbauriese Vale.

    Die globale Jahresproduktion von Nickel beträgt ungefähr 3,5 Millionen Tonnen. Tendenz steigend wegen der Nachfrage aus der Batterieindustrie.

  • Substitution

    Nickelarme, Duplex- oder ultrahochchromhaltige Edelstähle werden im Bauwesen durch austenitische Stähle (Stahl mit über 8 Prozent Nickelanteil) ersetzt.
    In der Energieerzeugungs- und Petrochemieindustrie werden manchmal nickelfreie Spezialstähle anstelle von Edelstahl eingesetzt.
    Titanlegierungen können in korrosiven chemischen Umgebungen Nickelmetall oder Nickelbasislegierungen ersetzen.

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