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Zinn

Sn • Ordnungszahl 50

Zinn

Zinn ist ein silberweiß glänzendes und sehr weiches Schwermetall. Es lässt sich mit dem Fingernagel ritzen, ist elektrisch leitfähig und läßt sich gut legieren. Zinn hat einen für Metalle sehr niedrigen Schmelzpunkt, weswegen es sich gut als Lötmittel eignet. Es ist auch korrosionsbeständig und ungiftig, was die Anwendung in Lebensmittelverpackungen ermöglicht.

Die Hauptanwendung ist in der Elektronikindustrie als Lötmittel. Ein weiterer wichtiger Sektor ist die Verpackungsindustrie, wo Zinn als Weißblech in Getränke- und Konservendosen verwendet wird.

China ist das führende Abbauland für Zinn gefolgt von Indonesien, Burma und Peru.

Die zwei größten Minen sind die Man Maw-Mine in Burma und San Rafael in Peru.

Yunnan Tin Group in Yunnan, China, ist der weltweit führende Zinnproduzent mit einem Fünftel der Weltproduktion.

  • Geschichte

    Zinn prägte als Legierung mit Kupfer eine ganze Epoche: die Bronzezeit (ca. 3000–1200 v. Chr.). Bronze war härter als reines Kupfer und revolutionierte Werkzeuge, Waffen und Kunst. In Indien war die Bronzeherstellung schon um 3000 v. Chr. bekannt. Seit dem 2. Jahrtausend v. Chr. wurde Zinn in Mittelasien an der Route der späteren Seidenstraße nachweislich in größerem Maße in Bergwerken abgebaut.

    Wahrscheinlich schon vor 1800 v. Chr. war Zinn auch in China bekannt. Im Euphrattal waren Bronzegeräte und deren Herstellung ab 2000 v. Chr. ein wichtiger Kulturfaktor.

    Zinn wurde über große Entfernungen gehandelt, wovon die „Zinnstraße“ eine transeuropäische Handelsroute zeugt. Wichtige Abbaustätten waren Cornwall in England, die französische Bretagne und Anatolien in der Türkei.

    Im Alten Rom wurde Zinn, das aus Cornwall kam, für Geschirr und Wasserleitungen verwendet. Im Mittelalter entstand die Zunft der Zinngießer. Zinn wurde für Orgelpfeifen, Kerzenhalter und Trinkgefäße verwendet.

    Im 19. Jahrhundert revolutionierte die Erfindung von Weißblech und dessen Verwendung für Nahrungsmittelkonservierung die Logistik von Armeen. Als Lötmittel wurde Zinn in der Elektronik wichtig. So wurde Zinn zu einem kriegswichtigen Rohstoff und Länder legten staatliche Vorräte an.

  • Verwendung

    Der größte Anwendungsbereich für Zinn ist in der Elektronik, wohin die Hälfte der Zinnproduktion geht. Zinn dient als Lötverbindung für Elektronikbauteile. Zinnbeschichtungen auf Leiterplatten schützen vor Korrosion. In der Halbleiterindustrie werden Zinnverbindungen wie Indium-Zinn-Oxid (ITO) für Touchscreens verwendet.

    Ein weiterer wichtiger Sektor ist die Verpackungsindustrie, in der Zinn für Weißblech verwendet wird. Hier werden Getränke- und Konservendosen mit einer dünnen Zinnschicht überzogen, um Rost zu vermeiden.

    Zinn wird darüber hinaus in verschiedenen Legierungen verwendet.

  • Vorkommen, Abbau, Gewinnung

    Das wichtigste Zinnerz, aus dem der Großteil des weltweiten Zinns gewonnen wird, ist Kassiterit. Der Zinngehalt erreicht fast 80 Prozent. Kommt vor allem in granitischen Pegmatiten und alluvialen Seifenlagerstätten (Flusssedimenten) vor.

    China ist das führende Abbauland für Zinn gefolgt von Indonesien, Burma und Peru. Bedeutende Mengen stammen auch aus dem konfliktbehafteten Kongo. Kassiterit zählt in den USA sowie in der EU zu den vier Konfliktmineralien, von deren Abbau aus illegalen Minen im Kongo korrupte Armeeeinheiten, Milizen, Rebellengruppen und ausländische Akteure profitieren. Der Handel trägt zu Gewalt, Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung bei.

    Die größte Zinnmine der Welt, Man Maw in Burma, liegt ebenfalls in einer Konfliktregion. Sie ist eine wichtige Zinnquelle für chinesische Zinnhütten.

    In Peru befindet sich mit der San Rafael-Mine, die von Minsur betrieben wird, die zweitgrößte Mine der Welt.

    Yunnan Tin Group in Yunnan, China, ist der weltweit führende Zinnproduzent mit einem Fünftel der Weltproduktion. Das Unternehmen unterhält eigene Minen und mehrere Hütten. Timah, ein indonesischer Staatskonzern, ist der zweitgrößter Produzent weltweit, gefolgt von Minsur in Peru.

    Die weltweiten Ressourcen, vor allem in Westafrika, Südostasien, Australien, Bolivien, Brasilien, Indonesien und Russland, sind beträchtlich und könnten, wenn sie erschlossen würden, die aktuellen jährlichen Produktionsraten auch in Zukunft aufrechterhalten.

    Die globale Jahresproduktion wird auf 300 Millionen Tonnen geschätzt.

    Etwa 30 Prozent des weltweiten Zinns stammt aus Recycling.

  • Substitution

    Aluminium, Glas, Papier, Kunststoff oder zinnfreier Stahl ersetzen Zinn in Dosen und Behältern. Weitere Materialien, die Zinn ersetzen, sind Epoxidharze für Lötmittel, Aluminiumlegierungen, alternative Kupferlegierungen und Kunststoffe für Bronze, Kunststoffe für zinnhaltige Lagermetalle sowie Blei- und Natriumverbindungen für einige Zinnchemikalien.

  • Nachweis

    Als qualitative Nachweisreaktion für Zinnsalze wird die Leuchtprobe durchgeführt: Die Lösung wird mit ca. 20%iger Salzsäure und Zinkpulver versetzt, wobei naszierender Wasserstoff frei wird. Der naszierende, atomare Wasserstoff reduziert einen Teil des Zinns bis zum Stannan SnH4. In diese Lösung wird ein Reagenzglas eingetaucht, das mit kaltem Wasser und Kaliumpermanganatlösung gefüllt ist; das Kaliumpermanganat dient hier nur als Kontrastmittel. Dieses Reagenzglas wird im Dunkeln in die nichtleuchtende Bunsenbrennerflamme gehalten. Bei Anwesenheit von Zinn entsteht sofort eine typisch blaue Fluoreszenz, hervorgerufen durch SnH4.

    Zur quantitativen Bestimmung von Zinn eignet sich die Polarographie. In 1 M Schwefelsäure ergibt Zinn(II) eine Stufe bei −0,46 V (gegen Kalomelelektrode, Reduktion zum Element). Stannat(II) lässt sich in 1 M Natronlauge zum Stannat(IV) oxidieren (−0,73 V) oder zum Element reduzieren (−1,22 V). Im Ultraspurenbereich bieten sich die Graphitrohr- und Hydridtechnik der Atomspektroskopie an. Bei der Graphitrohr-AAS werden Nachweisgrenzen von 0,2 µg/l erreicht. In der Hydridtechnik werden die Zinnverbindungen der Probelösung mittels Natriumborhydrid als gasförmiges Stannan in die Quarzküvette überführt. Dort zerfällt das Stannan bei ca. 1000 °C in die Elemente, wobei der atomare Zinndampf spezifisch die Sn-Linien einer Zinn-Hohlkathodenlampe absorbiert. Hier sind 0,5 µg/l als Nachweisgrenze angegeben worden.

    Weitere qualitative Nachweisreagenzien sind Diacetyldioxim, Kakothelin, Morin und 4-Methylbenzol-1,2-dithiol. Zinn kann auch mikroanalytisch über die Bildung von Goldpurpur nachgewiesen werden.
  • Biologische Wirkung

    Metallisches Zinn ist auch in größeren Mengen an sich ungiftig. Die Giftwirkung einfacher Zinnverbindungen und Salze ist gering. Einige organische Zinnverbindungen dagegen sind hochtoxisch. Die Trialkyl-Zinnverbindungen (insbesondere TBT, engl. „Tributyltin“, Tributylzinn) und Triphenylzinn wurden mehrere Jahrzehnte in Anstrichfarben für Schiffe verwendet, um die sich an den Schiffsrümpfen festsetzenden Mikroorganismen und Muscheln abzutöten. Dadurch kam es in der Umgebung von großen Hafenstädten zu hohen Konzentrationen an TBT im Meerwasser, die die Population diverser Meereslebewesen bis heute beeinträchtigen. Die toxische Wirkung beruht auf der Denaturierung einiger Proteine durch die Wechselwirkung mit dem Schwefel aus Aminosäuren wie beispielsweise Cystein.

  • Verbindungen

    Zinnverbindungen kommen in den Oxidationsstufen +II und +IV vor. Zinn(IV)-Verbindungen sind stabiler, da Zinn ein Element der IV. Hauptgruppe ist und zudem der Effekt des inerten Elektronenpaares noch nicht so stark ausgeprägt ist wie bei den schwereren Elementen dieser Gruppe, z. B. dem Blei. Zinn(II)-Verbindungen lassen sich deshalb leicht in Zinn(IV)-Verbindungen umsetzen. Viele Zinnverbindungen sind anorganischer Natur, es ist aber auch eine Reihe von zinnorganischen Verbindungen (Zinnorganylen) bekannt.

    Oxide und Hydroxide

    • Zinn(II)-oxid SnO
    • Zinn(II,IV)-oxid Sn2O3
    • Zinn(IV)-oxid SnO2
    • Zinn(II)-hydroxid Sn(OH)2
    • Zinn(IV)-hydroxid Sn(OH)4, CAS-Nummer: 12054-72-7

    Halogenide

    • Zinn(II)-fluorid SnF2
    • Zinn(II)-chlorid SnCl2
    • Zinn(IV)-chlorid SnCl4
    • Zinn(IV)-bromid SnBr4
    • Zinn(II)-iodid SnI2
    • Zinn(IV)-iodid SnI4

    Salze

    • Zinn(II)-sulfat SnSO4
    • Zinn(IV)-sulfat Sn(SO4)2
    • Zinn(II)-nitrat Sn(NO3)2
    • Zinn(IV)-nitrat Sn(NO3)4
    • Zinn(II)-oxalat Sn(COO)2
    • Zinn(II)-pyrophosphat Sn2P2O7
    • Zinkhydroxystannat ZnSnO3 · 3 H2O, CAS-Nummer: 12027-96-2

    Chalkogenide

    • Zinn(II)-sulfid SnS
    • Zinn(IV)-sulfid SnS2
    • Zinn(II)-selenid SnSe

    Organische Zinnverbindungen

    • Dibutylzinndilaurat (DBTDL) C32H64O4Sn
    • Dibutylzinnoxid (DBTO) (H9C4)2SnO
    • Dibutylzinndiacetat C12H24O4Sn, CAS-Nummer: 1067-33-0
    • Diphenylzinndichlorid C12H10Cl2Sn
    • Tributylzinnhydrid C12H28Sn
    • Tributylzinnchlorid (TBTCL) (C4H9)3SnCl
    • Tributylzinnfluorid (TBTF) C12H27FSn, CAS-Nummer: 1983-10-4
    • Tributylzinnsulfid (TBTS) C24H54SSn2, CAS-Nummer: 4808-30-4
    • Tributylzinnoxid (TBTO) C24H54OSn2
    • Triphenylzinnhydrid C18H16Sn
    • Triphenylzinnhydroxid C18H16OSn
    • Triphenylzinnchlorid C18H15ClSn
    • Tetramethylzinn C4H12Sn
    • Tetraethylzinn C8H20Sn
    • Tetrabutylzinn C16H36Sn
    • Tetraphenylzinn (H5C6)4Sn

    Weitere Verbindungen

    • Stannan SnH4
    • Natriumstannat Na2SnO3
    • Kaliumstannat K2SnO3, CAS-Nummer: 12142-33-5
    • Zinndifluorborat Sn(BF4)2, CAS-Nummer: 13814-97-6
    • Zinn(II)-2-ethylhexanoat Sn(OOCCH(C2H5)C4H9)2
    • Zinn(II)-oleat Sn(C17H34COO), CAS-Nummer: 1912-84-1
    • Zinntellurid SnTe
    • Indiumzinnoxid, ein Mischoxid üblicherweise aus 90 % Indium(III)-oxid (In2O3) und 10 % Zinn(IV)-oxid (SnO2)

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Nickel

Ni • Ordnungszahl 28

Nickel

Nickel ist ein silbrig-weißes Metall. Es ist hart, schmiedbar, duktil. Nickel ist bei Raumtemperatur gegen Luft und Wasser sehr beständig. Verdünnte Säuren greifen Nickel nur sehr langsam an.

Wegen seiner Korrosionsbeständigkeit ist Nickel als Legierung in Stahl bedeutend. Zwei Drittel des Nickelbedarfs kommen aus der Stahlindustrie. Die Verwendung in Batteriekathoden ist ein weiterer wichtiger Bereich für Nickel.

Das wichtigste Abbauland ist Indonesien, das 80 Prozent des Weltbedarfs deckt.

In Indonesien befindet sich auch die größte Mine der Welt: die Weda Bay-Mine wird von einem Joint-Venture zwischen dem chinesischen Stahlriesen Tsingshan, Eramet aus Frankreich und dem indonesischem Staat betrieben.

Tsingshan, einer der weltgrößten Stahlkonzerne, ist der größte Nickelproduzent.

  • Geschichte

    Bereits im Altertum war Nickel verbreitet, allerdings nicht bewusst. Syrische Bronze von 3300 v. Chr. enthielt Nickelanteile von zwei Prozent, die wohl aus dem Kupfer- oder Zinnerz stammten. In chinesischen Schriften wird zwischen 1700 und 1400 v. Chr. „weißes Kupfer“ (Neusilber) erwähnt.

    Nickel wurde erstmals 1751 von Axel Frederic Cronstedt rein dargestellt und nach dem Mineral Kupfernickel (schwedisch kopparnickel, heute Nickelin) benannt, in dem er das bis dahin unbekannte Metall fand. Die Bezeichnung Kupfernickel verdankte der Rohstoff mittelalterlichen Bergleuten aus dem Erzgebirge, die ihren Fund für Kupfererz hielten. Weil sich daraus aber kein Kupfer gewinnen ließ, glaubten sie, dass es von Berggeistern („Nickeln“) verflucht war. Eine ähnliche Etymologie findet sich bei Cobalt („Kobold“), das oft mit Nickel vergesellschaftet sein kann.

    Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Nickel in der Münzprägung verwendet. Die erste Münze aus reinem Nickel wurde 1881 geprägt.

    1889 entwickelte James Riley nickelhaltige Stähle.

  • Verwendung

    Etwa zwei Drittel des produzierten Nickels gehen in die Stahlindustrie. Nickel erhöht die Korrosionsbeständigkeit, Zähigkeit und Hitzebeständigkeit von Stahl.

    Die steigende Nickelnachfrage ist jedoch auf die Batterieindustrie zurückzuführen. Nickel ist ein wichtiger Bestandteil in den Kathoden von Lithium-Ionen-Akkus für elektrisch betriebene Autos. Prognosen gehen davon aus, dass bis 2030 über 30 Prozent der Nickelnachfrage aus der Batterieindustrie kommen wird.

    Weitere Anwendungen für Nickel sind Superlegierungen für die Flug- und Raumfahrtindustrie sowie normale Legierungen für Anlagen in der chemischen Industrie.

  • Vorkommen, Abbau, Gewinnung

    Nickel kann aus sulfidischen oder lateritischen Erzen wirtschaftlich abgebaut werden, wobei über drei Viertel aus lateritischen Erzen gewonnen werden, die vor allem in tropischen und subtropischen Gebieten anzutreffen sind. Sulfiderze haben zwar einen bessern Nickelgehalt, Lateriterze lassen sich jedoch günstiger abbauen. Allerdings werden größere Flächen beansprucht und der Abbau in tropischen Gebieten stellt Risiken für die Biodiversität dar.

    Zu den wichtigsten lateritischen Erzen gehören Garnierit und Limonit.
    Pentlandit ist die Hauptquelle sulfidischer Nickellagerstätten.

    Nickelvorkommen sind oft mit Cobalt vergesellschaftet.

    Das mit Abstand führende Abbauland ist Indonesien, wo Lateriterze abgebaut werden. Die indonesische Nickelindustrie ist eng verwoben mit chinesischen Unternehmen, die vor Ort zahlreiche Nickelhütten und -raffinerien betreiben (Indonesia Morowali Industrial Park, Indonesia Weda Bay Industrial Park). Indonesien verfügt über die größten Nickelreserven auf der Welt.

    Die Philippinen sind der zweitgrößte Nickelförderer. Auch hier werden Lateriterze abgebaut.

    Die Weda Bay-Mine auf der indonesischen Insel Halmahera ist die größte Mine der Welt. Sie gehört einem Joint-Venture zwischen Tsingshan, Eramet und dem indonesischem Staatsunternehmen PT Antam Tbk.

    Der Stahlriese Tsingshan Holding Group aus China ist der weltgrößte Nickelproduzent. Norilsk Nickel in Russland ist der größte Hersteller von hochreinem Nickel. An dritter Stelle steht der brasilianischen Bergbauriese Vale.

    Die globale Jahresproduktion von Nickel beträgt ungefähr 3,5 Millionen Tonnen. Tendenz steigend wegen der Nachfrage aus der Batterieindustrie.

  • Substitution

    Nickelarme, Duplex- oder ultrahochchromhaltige Edelstähle werden im Bauwesen durch austenitische Stähle (Stahl mit über 8 Prozent Nickelanteil) ersetzt.
    In der Energieerzeugungs- und Petrochemieindustrie werden manchmal nickelfreie Spezialstähle anstelle von Edelstahl eingesetzt.
    Titanlegierungen können in korrosiven chemischen Umgebungen Nickelmetall oder Nickelbasislegierungen ersetzen.

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Blei

Pb • Ordnungszahl 82

Blei

Blei ist ein bläulich-weißes Schwermetall, das an der Luft grau anläuft. Es ist weich, läßt sich leicht verformen und hat einen relativ niedrigen Schmelzpunkt. Es ist eines der dichtesten stabilen Elemente. Das chemische Symbol Pb kommt vom lateinischen "Plumbum".

Die Hauptanwendung von Blei sind Autobatterien (Blei-Säure-Batterien). Auch im Strahlenschutz sowie in Speziallegierungen spielt Blei noch eine Rolle.

Wegen seiner Toxizität wird Blei zunehmend durch andere Materialien ersetzt.

Fast die Hälfte der globalen Bleimenge wird in China abgebaut. Weitere wichtige Abbauländer sind Australien, die USA und Peru.

Die größte Bleimine der Welt ist die Cannington-Mine in Australien. Sie gehört dem Bergbaukonzern South32.

Der größte Bleihersteller der Welt ist das chinesische Unternehmen China Minmetals Corporation (Minmetals)

  • Geschichte

    Blei ist seit prähistorischen Zeiten bekannt, da es leicht aus Erzen gewonnen werden kann. Die frühesten Funde stammen aus der heutigen Türkei, wo Blei für Schmuck und Gewichte verwendet wurde.

    Die Römer waren die ersten, die Blei im großen Stil einsetzten. Sie bauten mit dem Metall Wasserrohre und verwendeten es in Geschirr und Schmuck. Zum Süßen von Wein gaben sie Bleizucker (Blei(II)-acetat) bei. Durch den weit verbreiteten Einsatz kam es vermutlich zu weit verbreiteten gesundheitlichen Schäden in der Bevölkerung.

    Im Mittelalter spielte Blei in der Alchemie eine wichtige Rolle. Alchemisten versuchten, Blei in Gold zu verwandeln.

    Mit der Industrialisierung begann der massenhafte Einsatz von Blei. Der Rohstoff wurde in der Druckerei, Munition, der Glasindustrie, in Batterien und als Farbe (Bleiweiß) eingesetzt.

    Im 20. Jahrhundert war Blei als Kraftstoffzusatz in Benzin verbreitet. Tetraethylblei wirkte als Antiklopfmittel und verhinderte das sogenannte Benzin-oder Motorklopfen, das eine unkontrollierte Verbrennung des Kraftstoffs in Ottomotoren bezeichnet. Das Phänomen beschädigt Motorteile und erhöhte den Benzinverbrauch. Die Toxizität war schon bei der Entdeckung der Antiklopfwirkung von verbleitem Benzin bekannt. Dennoch dauerte es bis zum Ende der 1970er Jahre bis erste Länder Verbote für verbleites Benzin erließen.

    Untersuchungen an Eisbohrkernen aus der Arktis zeigen, dass die Bleibelastung in den frühen 1970er-Jahren ihren historischen Höchststand erreichte. Sie lag 40-mal höher als zur Zeit des Römischen Reichs – und ist hauptsächlich auf die Verbreitung von verbleitem Benzin für den Autoverkehr zurückzuführen. Studien weisen darauf hin, dass Bleibelastung die Intelligenz mindert.

  • Verwendung

    80 Prozent der Bleiproduktion geht in die Herstellung von Blei-Säure-Batterien für Fahrzeuge.

    Wegen seiner hohen dichte, eignet sich Blei gut zur Abschirmung etwa gegen Röntgen- und Gammastrahlen.

    In der chemischen Industrie werden Bleibleche für korrosionsbeständige Behälter genutzt.

    Blei-Zinn-Legierungen werden in der Elektronik als Lötmetall verwendet. Bleimunition wird zunehmend durch andere, ungiftige Alternativen ersetzt.

    Spezielle Anwendungen hat Blei etwa in Bleikristallglas, um die optische Qualität zu erhöhen, sowie in Ausgleichsgewichten in Autofelgen.

  • Vorkommen, Abbau, Gewinnung

    Der Löwenanteil der primären Bleiproduktion stammt aus Galeniterzen, die einen Bleigehalt von bis zu 85 Prozent haben. Häufige Begleitelemente in Galeniterzen sind Zink und Silber. Das Edelmetall Silber erhöht dabei die Wirtschaftlichkeit des Abbaus.

    Galenit wird in der Regel durch Flotation angereichert und dann geröstet, um Bleioxid (PbO) zu gewinnen.

    Fast die Hälfte der globalen Bleimenge wird in China abgebaut. Weitere wichtige Abbauländer sind Australien, die USA und Peru.

    Die größte Bleimine der Welt ist die Cannington-Mine in Australien. Sie gehört dem Bergbaukonzern South32 und ist seit 1997 in Betrieb.

    Der größte Bleihersteller der Welt ist das chinesische Unternehmen China Minmetals Corporation (auch bekannt als Minmetals), das über Tochterfirmen wie MMG Limited große Bleiproduktionskapazitäten kontrolliert.

    Glencore betreibt neben großen Bleiminen in Australien auch die größte Bleiraffinerie der Welt in Port Pirie, ebenfalls in Australien.

    Die globale Jahresproduktion von Blei beträgt etwa 13 Millionen Tonnen.

  • Substitution

    Der Ersatz durch Kunststoffe hat den Einsatz von Blei in Kabelummantelungen und Dosen reduziert.
    Zinn hat Blei in Loten für Trinkwassersysteme ersetzt.
    Die Elektronikindustrie setzt zunehmend auf bleifreie Lote und Flachbildschirme, die keine Bleiabschirmung benötigen.
    Stahl und Zink sind gängige Ersatzstoffe für Blei in Radgewichten.

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Kupfer

Cu • Ordnungszahl 29

Kupfer

Kupfer ist ein Übergangsmetall, das als schwach reaktives Schwermetall zu den Halbedelmetallen gehört. Es ist relativ weich, gut formbar und zäh. Kupfer hat nach Silber die höchste elektrische Leitfähigkeit aller Metalle.

Kupfer ist daher der bevorzugte Werkstoff für Kabel, Leitungen und Rohre. Fast 70 Prozent des Kupfers werden in elektrischen Anwendungen verwendet.

Das wichtigste Abbauland für Kupfer ist Chile. Hier befindet sich die Escondida-Mine, ie größte Kupfermine der Welt, die von den Bergbaukonzernen BHP und Rio Tinto gemeinsam betrieben wird.

Das staatliche Unternehmen Codelco aus Chile ist mit zehn Prozent der weltweiten Förderung der führende Kupferproduzent.

China ist global führend in der Kupferraffination.

In der EU ist Kupfer als strategischer Rohstoff gelistet, obwohl es nicht die Grenzwerte erreicht. Dennoch wurde das Metall 2023 wegen seiner strategischen Bedeutung für die Elektrifizierung in die Liste aufgenommen.

  • Geschichte

    Seit mehr als zehntausend Jahren ist Kupfer in Gebrauch und hat die gesellschaftliche und technische Entwicklung maßgeblich geprägt.

    In der Prähistorie haben Menschen Kupfer in Reinform in der Natur entdeckt und daraus Werkzeuge geschlagen. Erste Metallverarbeitung fand 5500 bis 2200 v. Chr. im heutigen Irak, Iran und der Türkei statt. Ötzi, die in den österreichischen Alpen gefundene Mumie, war auch schon mit einem Kupferbeil ausgerüstet. Ab ca. 3000 v. Chr. beginnt die Bronzezeit. Durch Zugabe von Zinn wurde Kupfer härter, was die Waffenkunst revolutioniert. In Ägypten, Mesopotamien und China wurde Bronze außerdem für Werkzeuge, Schmuck und Münzen verwendet.

    Der lateinische Name für Kupfer „cuprum“ leitet sich von Zypern ab, das eine wichtige Handelsdrehscheibe für das Metall war.

    Mit der industriellen Revolution ab dem 18. Jahrhundert wurde Kupfer für Dampfmaschinen, Telegrafen, Generatoren und Motoren verwendet. Die Europäer beuteten dafür in ihren Kolonien Kupferminen aus.

    Bis heute ist Kupfer ein allgegenwärtiger Rohstoff der in Münzen, Elektro- und Stromkabeln bis in hochtechnologischen Anwendungen zu finden ist.

  • Verwendung

    Das wichtigste Einsatzgebiet von Kupfer ist in elektrischen Anwendungen, wohin fast 70 Prozent des Kupfers fließen. Es ist der bevorzugte Werkstoff in Übertragungskabeln und -leitungen der Stromindustrie. In der Elektronik ist Kupfer in Form von Kabeln, Steckern, Leiterplatten etc. allgegenwärtig.

    In der Bauindustrie spielt Kupfer in Rohren, Elektroinstallationen und Dachverkleidungen eine Rolle.

    Die Kupfernachfrage wird wegen der zunehmenden Elektrifizierung deutlich steigen. Wichtige Treiber sind die E-Mobilität — E-Autos enthalten etwa dreimal mehr Kupfer als Verbrenner — sowie Erneuerbare-Energien-Technololgien.

    Neben traditionellen Sektoren wie der Münzprägung spielt Kupfer auch in der Hochtechnologie eine wichtige Rolle. In Chips und Leiterplatten wird Kupfer für Transistoren verwendet. In Hochgeschwindigkeitsnetzwerke von Datenzentren sind Kupferkabel nicht wegzudenken und in Windkraft- und Photovoltaikanlagen ist Kupfer für Verkabelung, Generatoren und Transformatoren nötig.

    In Lithium-Ionen-Akkus werden zudem Kupferfolien verwendet.

  • Vorkommen, Abbau, Gewinnung

    Kupfermineralien lassen sich in sulfidische und oxidische Erze unterteilen, wobei Kupfer zu über 80 Prozent aus sulfidischen Erzen gewonnen wird. Chalkopyrit, ein Sulfidmineral, ist das am häufigsten vorkommende Kupfermineral, das etwa 34 Gewichtsprozent Kupfer enthält. Es ist die wichtigste Quelle der Kupferproduktion weltweit. Weitere wichtige Kupfermineralien sind Bornit, Chalkosin (Kupferglanz) und Malachit.

    Der Gewinnungsprozess hängt von der Erzart ab. Kupfer aus Sulfiden wird über Flotation, Schmelzen und Raffination gewonnen. Bei Oxiden ist nur Laugung und Elektrolyse nötig, was eine einfachere und energieeffizientere Verarbeitung erlaubt.

    Oft sind Kupferlagerstätten mit Gold und Silber vergesellschaftet.

    Ein Viertel der Weltproduktion kommt aus Chile, wo auch die größte Kupfermine der Welt liegt: Die Escondida-Mine in der Atacamawüste wird von den zwei größten Bergbaukonzernen BHP und Rio Tinto sowie der japanischen JECO betrieben. Eine große Herausforderung ist der hohe Wasserbedarf in einem der trockensten Gebiete der Welt. Dieser wird mitunter über Meerwasserentsalzungsanlagen gedeckt.

    Peru und die Demokratische Republik Kongo sind weitere wichtige Abbauländer. Die Minen sind meist im Besitz ausländischer Unternehmen.

    Ein wichtiger Player ist China. Jiangxi Copper ist der größte Kupferraffinierer der Welt. Chinesische Firmen kontrollieren zudem zahlreiche Abbaugebiete in Afrika und Südamerika.

    Größter Einzelproduzent ist die chilenische Codelco, allerdings kämpft das Staatsunternehmen mit sinkenden Erzgehalten. Freeport-McMoRan aus den USA betreibt in Indonesien gemeinsam mit der indonesischen Regierung den Kupfer-Gold-Tagebau Grasberg. BHP und Glencore sind weitere große Kupferproduzenten.

    Die globale Jahresproduktion von Kupfer beträgt etwa 27 Millionen Tonnen.

    Kupfer ist sehr gut wiederverwertbar und hat eine der höchsten Recyclingraten. Ungefähr ein Drittel des Kupferbedarfs wird mit Recycling abgedeckt. Ein der wichtigsten Kupferrecycler ist das deutsche Unternehmen Aurubis.

  • Substitution

    Aluminium ersetzt Kupfer in Autokühlern, Kühl- und Gefrierrohren, elektrischen Geräten und Stromkabeln.
    Glasfasern ersetzen Kupfer in Telekommunikationsanwendungen.
    Kunststoffe substituieren Kupfer in Abflussrohren, Sanitärarmaturen und Wasserleitungen.
    Titan und Stahl werden in Wärmetauschern statt Kupfer verwendet.

ISE AG, Institut für seltene Erden und Metalle AG, Globale Metallpreise

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Aluminium

AI • Ordnungszahl 13

Aluminium

Aluminium ist ein silbrig-weißes Leichtmetall. Es sticht durch sein geringes Gewicht, Korrosionsbeständigkeit und seine gute Wärmeleitfähigkeit hervor. Es ist gut formbar und nicht magnetisch. Aluminium hat in etwa ein Drittel der Dichte von Eisen. Der Schmelzpunkt ist mit 660 Grad Celsius relativ niedrig.

Es ist das dritthäufigste Element und das häufigste Metall in der Erdkruste.

Nach Eisen ist Aluminium das zweitwichtigste Metall für die Industrie. Die wichtigste Verwendung ist im Bausektor sowie im Leichtbau (Autoindustrie, Luft- und Raumfahrt).

Die Weipa-Mine in Australien ist die weltgrößte Abbaustätte für Bauxit, dem Mineral aus dem Aluminium gewonnen wird. Seinen Namen verdankt Bauxit seinem ersten Fundort Les Baux-de-Provence in Südfrankreich, wo es 1822 vom Geologen Pierre Berthier entdeckt wurde.

Der größte Bauxitförderer ist Rio Tinto, gefolgt von Winning International, das die Simandou-Mine in Guinea betreibt. Guinea verfügt über die größten Aluminiumreserven weltweit.

Marktführer in der Aluminiumproduktion ist China, das einen Marktanteil von fast 60 Prozent hat. Chinalco und Hongqiao Group sind dabei die führenden Unternehmen.

Aluminium kann ohne Qualitätsverlust recycelt werden und der Prozess verbraucht dabei nur einen Bruchteil der Energie, die in der Primärherstellung notwendig ist.

  • Geschichte

    Alaun (Aluminiumsalz) war bereits im Altertum bekannt. In der Antike wurde es in Ägypten und Rom in der Medizin und zum Färben eingesetzt.
    1754 entdeckt der deutsche Chemiker Andreas Sigismund Marggraf Tonerde (Al₂O₃) als eigenständige Substanz. Der französische Chemiker Antoine Laurent de Lavoisier vermutete als erster, dass es sich bei der von Marggraf aus einer Alaunlösung gewonnenen Alaunerde um das Oxid eines bislang unbekannten Elements handle.

    Der Brite Sir Humphry Davy versucht 1808 erstmals, Aluminium elektrolytisch herzustellen – erfolglos. Er führte jedenfalls die Namensvarianten alumium, aluminum und aluminium ein, von welchen die letzten beiden im Englischen nebeneinander fortbestehen.

    Die Darstellung von Aluminium glückte schließlich 1825 dem Dänen Hans Christian Ørsted. Mehrere Chemiker optimierten daraufhin den Herstellungsprozess, unter anderem Friedrich Wöhler, dem es 1845 endlich gelang, einige winzige Aluminiumkügelchen herzustellen. Damit konnte er dann auch die Dichte des Metalls bestimmen.

    1846 setzte Henri Étienne Sainte-Claire Deville die Versuche, die Aluminiumgewinnung zu verbessern und vor allem günstiger zu machen, fort. Er überzeugte Kaiser Napoleon III. Die Entwicklung der industriellen Herstellung von Aluminium finanziell zu unterstützen. Nach erfolgreichen Versuchen begann Deville in der Chemischen Fabrik der Brüder Rousseau mit der industriellen Herstellung von Aluminium. Er entwickelte das Wöhlerverfahren weiter indem er statt des teuren Kaliums das billigere Natrium als Reduktionsmittel benutzte. Dies senkte die Kosten für die Aluminiumgewinnung deutlich. Der Aluminiumspreis, der zuvor höher als Gold war, sank empfindlich. 1854 kostete 1 Kilo Aluminium noch 3000 Francs, 1860 sank der Kilopreis auf 130 Francs.

    1886 entwickelten Charles Martin Hall und Paul Héroult unabhängig voneinander das heute nach ihnen benannte Elektrolyseverfahren zur Herstellung von Aluminium: der Hall-Héroult-Prozess.

    1889 erfand Carl Josef Bayer das nach ihm benannte Bayer-Verfahren zur Isolierung von reinem Aluminiumoxid aus Bauxiten. Aluminium wird noch heute nach diesem Prinzip großtechnisch hergestellt.

    Ende des 19. Jahrhunderts setzte die Verwendung in industriellem Maßstab ein, nachdem Aluminiumhütten neben Wasserkraftwerken (USA: Niagarafälle, Schweiz: Hochrhein), die günstig Strom produzierten, errichtet wurden. Aluminium konnte so billig hergestellt werden, dass es für allgemeine Gebrauchsartikel erschwinglich wurde. Die ersten Verwendungen für das leichte Metall fanden sich beim Militär, das an Gewichtsreduzierungen für die Ausrüstung der Soldaten interessiert war: Es wurden Feldflaschen, Kochgeschirre und Zeltstangen produziert.

    Wegen seines geringen Gewichts war Aluminium geradezu prädestiniert für die Luftfahrt. Die Karriere des Leichtmetalls in dieser Branche begann mit dem Zeppelin, das 1900 erstmals in die Lüfte abhob und auch unversehrt wieder landete.

  • Verwendung

    Der bedeutendste Aluminiumverbraucher ist die Bauindustrie, deren Bedarf zwischen einem Viertel und einem Drittel der Gesamtproduktion ausmacht.
    
Die Verpackungsindustrie, Autobranche sowie die Luft- und Raumfahrt verbrauchen jeweils ein Fünftel der globalen Produktionsmenge.

    Weitere Anwendungen für Aluminium sind Elektrotechnik und Maschinenbau. In E-Autos besteht ein um rund 30 Prozent erhöhter Aluminiumbedarf im Vergleich zu Verbrennern.

    Der größte Aluverbraucher ist China aufgrund staatlicher Infrastrukturprojekte im In- und Ausland.

  • Vorkommen, Abbau, Gewinnung

    Bauxit ist das wichtigste Mineral für die Aluminiumproduktion. Es beinhaltet 50 bis 60 Prozent Aluminiumoxid und 30 Prozent Eisenoxid.

    Die Herstellung von Aluminiummetall aus Bauxit erfolgt in zwei Stufen: im Bayer-Verfahren wird zunächst Aluminiumoxid (Alumina) gewonnen. Im zweiten Schritt wird durch den Hall-Héroult-Prozess Alumina zu Aluminium reduziert. Als Rückstand bleibt eisenhaltiger Rotschlamm zurück.

    Guinea ist das größte Förderland für Bauxit und verfügt auch über die größten Bauxit-Reserven. Australien ist das zweitwichtigste Abbauland, hat jedoch auch die weltweit zweitgrößte Aluminaproduktion. An dritter Stelle rangiert beim Bauxitabbau China.

    Die zur Rio-Tinto-Gruppe gehörende Weipa-Mine in Australien ist die größte Bauxitabbaustätte der Welt. Rio Tinto ist globaler Marktführer bei der Bauxitförderung gefolgt von Winning International Group und der guineischen Regierung.

    Bei der energieintensiven Aluminiumherstellung ist China mit einem Marktanteil von fast 60 Prozent global führend. Russland, Kanada und die Vereinigten Arabischen Emirate sind weitere wichtige Aluminiumhersteller.

    Die globale Jahresproduktion von Bauxit beläuft sich auf über 400 Millionen Tonnen.
    Daraus werden weltweit jährlich um die 140.000 Tonnen Primäraluminium gewonnen.

    Aufgrund des niedrigeren Energiebedarfs spielt das Recycling von Aluminium eine große Rolle. Aluminium gehört zu den am meisten wiederverwerteten Metallen. Nordamerika hat mit fast 60 Prozent die höchsten Alu-Recyclingraten der Welt.

  • Substitution

    Verbundwerkstoffe können Aluminium in Flugzeugrümpfen und Tragflächen ersetzen.
    Glas, Papier, Kunststoffe und Stahl können Aluminium in Verpackungen ersetzen. Verbundwerkstoffe, Magnesium, Stahl und Titan können Aluminium in Bodentransportmitteln ersetzen.
    Verbundwerkstoffe, Stahl, Vinyl und Holz können Aluminium im Bauwesen ersetzen.
    Kupfer kann Aluminium in Elektro- und Wärmeaustauschanwendungen ersetzen.

ISE AG, Institut für seltene Erden und Metalle AG

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