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Allgemein

Germanium

Ge • Ordnungszahl 32

Germanium

Germanium ist ein ein silbergraues Halbmetall, das in der Erdkruste selten ist. Es kommt hauptsächlich in Spuren in Zinkerzen, Kohle und Germanit vor. Die wichtigsten Endanwendungen von Germanium sind Glasfaser- und Infrarotoptik sowie Halbleiteranwendungen.

Aufgrund der weltweit geringen Verbrauchsmengen fehlen genaue Daten zu Produktionsmengen
China ist der wichtigste Germaniumhersteller. Weiter Länder in den Germanium hergestellt doer recycelt wurde sind Belgien, China, Deutschland, Kanada, Russland und die USA.

Seit 2023 herrschen in China Exportkontrollen auf Germaniumprodukte. Für die USA besteht seit Dezember 2024 ein Exportverbot für alle Germaniumprodukte aus China.

Die EU, USA, Kanada, Großbritannien, Australien, China, Japan, Südkorea und Indien listen Germanium als strategischen oder kritischen Rohstoff.

  • Geschichte

    Germanium wurde 1886 von deutschen Chemiker Clemens Winkler entdeckt. Knapp zehn Jahre zuvor sagte der russische Chemiker Dmitri Iwanowitsch Mendelejeff die Existenz von Germanium voraus, das homolog zu Silizium sein würde. Das damals noch unentdeckte Element nannte Mendelejeff Eka-Silizium. Winkler gab dem Element den Namen Germanium.

    Die schlechte Verfügbarkeit des Elements erschwerte weitere Untersuchungen. Zudem erschlossen sich für das seltene nichtmetallische Element zunächst keine technischen Anwendungen.

    Germanium erlangte erst nach 1945 wirtschaftliche Bedeutung, als man seine Eigenschaften als Halbleiter für die Elektronik erkannte.

    Viele andere Stoffe werden heute ebenfalls als Halbleiter verwendet, doch Germanium bleibt von größter Bedeutung für die Herstellung von Transistoren und Bauteilen für Geräte wie Gleichrichter und Fotozellen.

  • Verwendung

    Rund die Hälfte des Germaniums wird in der Glasfasern eingesetzt. Dabei wird Germaniumdioxid verwendet, um die Lichtübertragung zu verbessern. Für Hochgeschwindigkeitsinternet, Telekommunikation und Rechenzentren ist Germanium unverzichtbar.

    Das zweitwichtigste Anwendungsgebiet mit einem Anteil von etwa 30 Prozent sind Infrarotoptik (IR) und Wärmebildgebung. Hierfür werden etwa Germaniumlinsen und -fenster in militärischen Nachtsichtgeräten und Wärmebildkameras verbaut. In der Automobilindustrie kommt Germanium in Fahrerassistenzsysteme zur Anwendung sowie auch in der Satellitenbildgebung.

    Die Verwendung von Germanium in Halbleitern und Elektronik ist weiter relevant, aber rückläufig. Sie werden etwa in Hochgeschwindigkeitstransistoren, Dioden und Solarzellen verwendet. Silizium-Germanium-Legierungen (SiGe) verbessern die Leistung von 5G- und Mobilfunkchips.

  • Vorkommen, Abbau, Gewinnung

    Germanium fällt als Nebenprodukt bei der Verarbeitung von Zink und Kohle an. 80 Prozent des weltweiten gewonnenen Germaniums stammen aus der Zinkerzverarbeitung. Das wichtigste Mineral für die Germaniumgewinnung aus Zink ist Sphalerit, das bedeutendste Zinkerz.

    China ist ein bedeutender Produzent von Germanium aus Kohlequellen. Bei der Verbrennung von Kohle reichert sich Germanium in Flugasche an, aus der es dann gewonnen wird.

    Nach China, das die globale Germaniumproduktion mit 60 bis 70 Prozent dominiert, sind Russland und Kanada weitere Produktionsländer.

    Der größte Germaniumproduzent der Welt ist das chinesische Unternehmen Yunnan Germanium Industry mit Hauptsitz in Kunming in der Provinz Yunnan.

  • Substitution

    Silizium- oder Galliumarsenid ersetzen Germanium in bestimmten elektronischen Anwendungen.

    Einige Metallverbindungen können in Hochfrequenzelektronikanwendungen und in einigen Leuchtdiodenanwendungen ersetzt werden.

    Chalkogenidglas wurde als Ersatz für Germaniummetall in Infrarotanwendungen verwendet.

    Antimon und Titan werden als Polymerisationskatalysatoren eingesetzt.

  • Eigenschaften

    elementares Germanium

    Germanium steht im Periodensystem in der Serie der Halbmetalle, wird aber nach neuerer Definition als Halbleiter klassifiziert. Elementares Germanium ist sehr spröde und an der Luft bei Raumtemperatur sehr beständig. Erst bei starkem Glühen in einer Sauerstoff-Atmosphäre wird es zu Germanium(IV)-oxid (GeO2) oxidiert. GeO2 ist dimorph und wird bei 1033 °C von der Rutil-Modifikation (CN =6), in die ß-Quarz-Struktur (CN=4) überführt. In Pulverform ist es ein entzündbarer Feststoff und kann durch kurzzeitige Einwirkung einer Zündquelle leicht entzündet werden und brennt nach deren Entfernung weiter. Die Entzündungsgefahr ist umso größer, je feiner der Stoff verteilt ist. In kompakter Form ist es nicht brennbar. Germanium ist zwei- und vierwertig. Germanium(IV)-Verbindungen sind am beständigsten. Von Salzsäure, Kalilauge und verdünnter Schwefelsäure wird Germanium nicht angegriffen. In alkalischen Wasserstoffperoxid-Lösungen, konzentrierter heißer Schwefelsäure und konzentrierter Salpetersäure wird es dagegen unter Bildung von Germaniumdioxidhydrat aufgelöst. Gemäß seiner Stellung im Periodensystem steht es in seinen chemischen Eigenschaften zwischen Silicium und Zinn.

    Germanium weist als einer von wenigen Stoffen die Eigenschaft der Dichteanomalie auf. Seine Dichte ist in festem Zustand niedriger als in flüssigem. Seine Bandlücke beträgt bei Zimmertemperatur ca. 0,67 eV.

    Wafer aus Germanium sind erheblich zerbrechlicher als Wafer aus Silicium.

Germanium, Ge, Halbmetall, Halbleiter, chemisches Element, silbrig-weißes Metall, Elektronikmaterial, optische Fasern, Solarzellen, industrielle Anwendungen, ISE AG Metalle, ISE AG

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Gallium

Ga • Ordnungszahl 31

Gallium

Gallium ist ein silber-weißes, weiches Metall, das sich durch seinen niedrigen Schmelzpunkt, der bei etwa 30 Grad Celsius liegt, hervorhebt. Im Gegensatz zu Quecksilber, das einen noch niedrigeren Schmelzpunkt hat, ist reines Gallium nicht giftig. Der Siedepunkt von über 2000 Grad Celsius ist hingegen extrem hoch und macht Gallium in Hochtemperatur-Anwendungen nützlich.

Trotz seiner spezifischen molekularen Strukturen besitzt elementares Gallium eine zu elementarem Eisen vergleichbar hohe elektrische Leitfähigkeit. Legierungen mit Aluminium sind aufgrund der Schmelzpunkterniedrigung bei Raumtemperatur flüssig und können etwa als Sperrflüssigkeit eingesetzt werden.

Das Metall wird als Nebenprodukt der Aluminium- und Zinkproduktion gewonnen.
Der weltweite Galliumverbrauch ist sehr klein (2023: ca. 500 Tonnen), die Nachfrage jedoch steigend, aufgrund seiner Rolle in Halbleitern, LEDs und 5G-Technologien.

80 bis 90 Prozent des Galliums am Weltmarkt kommen aus China. Das Land hat im Sommer 2023 Exportkontrollen auf Gallium eingeführt.

Die größten Galliumproduzent der Welt sind Yunnan Chihong Zink & Germanium und Chinalco, Chinas staatlicher Aluminiumhersteller.

Das Metall ist in der EU, Großbritannien, den USA, Kanada, Australien und Japan als kritischer Rohstoff gelistet.

  • Geschichte

    Gallium wurde 1875 vom französischen Chemiker Paul-Émile Lecoq de Boisbaudran entdeckt. Zuvor sagte der russische Chemiker Dmitri Iwanowitsch Mendelejeff die Existenz eines Elements voraus, das im Periodensystem zwischen Aluminium und Indium liegen würde. Das damals noch unentdeckte Element, wurde als Eka-Aluminium bezeichnet. Zu Ehren seines Vaterlandes gab Lecoq de Boisbaudran seiner Entdeckung den Namen Gallium.

    Gallium blieb lange unbeachtet, da es nicht wirtschaftlich aus Erzen gewonnen werden konnte. Aufgrund der schlechten Verfügbarkeit und des dadurch resultierenden hohen Preises war das Interesse an dem Element Gallium und seiner Chemie gering.

    Mit der Entdeckung der Halbleitereigenschaften von Galliumverbindungen nahm das Interesse an an dem Element zu.

  • Verwendung

    Im Jahr 2024 lag der weltweite Galliumverbrauch schätzungsweise bei 600 Tonnen im Jahr. Der wichtigste Verbraucher ist die Elektronik- und Halbleiterindustrie.
    Rund drei Viertel des Galliums wird für die Herstellung Gallium-Nitrid- (GaN) und Gallium-Arsenid-(GaAs)-Wafern verwendet. GaAs und GaN übertreffen Silizium als Halbleitermaterial hinsichtlich Geschwindigkeit, Hitzebeständigkeit und Energieeffizienz.

    GaAs-Wafer werden in 5G- und 6G-Mobilfunkchips, Satelliten- und Radarsysteme und in der Optoelektronik (LEDs, Laserdioden, Solarzellen) verwendet.

    Schnellladegeräte, Wechselrichter für Elektrofahrzeuge, Rechenzentren, Glasfaser und
    Verteidigungssysteme wie Radare nutzen GaN-Halbleiter.

    Kleinere Galliummengen werden auch in der Medizin und der Forschung verwendet.

  • Vorkommen, Abbau, Gewinnung

    Gallium fällt als Nebenprodukt der Aluminium- und Zinkherstellung an. Bauxit und Sphalerit sind daher die bedeutendsten Minerale. Bei Gallium ist Chinas Monopol besonders spürbar. Das Land kontrolliert zwischen 80 und 95 Prozent der Produktion. Führender Galliumhersteller ist China Germanium, ein Tochterunternehmen von Yunnan Chihong Zinc & Germanium, sowie der staatliche Aluminiumkonzern Chinalco.

    Bis 2015 zählte die in Deutschland ansässige Firma Ingal Stade zum größten Galliumproduzenten außerhalb Chinas. Doch 2016 wurde der Betrieb eingestellt.

  • Substitution

    Flüssigkristalle aus organischen Verbindungen werden in optischen Anzeigen als Galliumersatz in LEDs eingesetzt.

    Komplementäre Metalloxid-Halbleiter-Leistungsverstärker auf Siliziumbasis konkurrieren mit GaAs-Leistungsverstärkern in Mobiltelefonen der mittleren Preisklasse der dritten Generation (3G).

    Indiumphosphid-Komponenten können GaAs-basierte Infrarot-Laserdioden in einigen Anwendungen mit spezifischen Wellenlängen ersetzen, und Helium-Neon-Laser konkurrieren mit GaAs in Anwendungen mit sichtbaren Laserdioden.

    Silizium ist der Hauptkonkurrent von GaAs in Solarzellenanwendungen.

    In vielen verteidigungsbezogenen Anwendungen werden aufgrund ihrer einzigartigen Eigenschaften GaAs- und GaN-basierte Schaltkreise eingesetzt, für die es keine wirksamen Ersatzstoffe gibt.

Gallium, Ga, chemisches Element, weiches Metall, niedriger Schmelzpunkt, Halbleiter, Elektronikmetall, hochwertige Metalle, strategisches Metall, industrielle Anwendungen, ISE AG Metalle, ISE AG

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Kobalt

Co • Ordnungszahl 27

Cobalt

Kobalt ist ein silbergraues, hartes und ferromagnetisches Metall, das zur Eisen-Platin-Gruppe gehört. Es ist korrosionsbeständig, magnetisch und wirkt katalytisch. Es ist ein Spurenelement und zentraler Bestandteil des lebenswichtigen Vitamins B12.

Kobalt ist zwar nicht so selten wie die Edelmetalle Gold, Silber und Platin, allerdings ist es geografisch an wenigen Orten konzentriert und relativ schwer zu gewinnen. Über 70 Prozent werden in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) als Nebenprodukt von Kupferminen abgebaut.

Der größte Produzent von raffiniertem Kobalt ist China. Bedeutende Hersteller sind China Molybdenum und Glencore.

Kobalt wird heute vor allem in Lithium-Ionen-Batterien verwendet.

In den wichtigsten Industrieländer ist Kobalt ein kritischer Rohstoff.

  • Geschichte

    Kobaltverbindungen werden bereits seit Jahrtausenden verwendet, um Glasuren und Keramiken eine blaue Farbe zu verleihen. Es wurde in ägyptischen Statuetten und persischen Halskettenperlen aus dem 3. Jahrtausend v. Chr., in Glasfunden in den Ruinen von Pompeji und in China bereits während der Tang-Dynastie (618–907 n. Chr.) sowie später im blauen Porzellan der Ming-Dynastie (1368–1644) nachgewiesen.

    Im Mittelalter wurden sie von Bergleuten für wertvolle, aber verhexte Silbereze gehalten, weil sie beim Verhütten wegen dem enthaltenen Arsen knoblauchartig rochen und sich überdies nicht reduzieren ließen. Diese Erze wurden daher als Kobolde, Nickel oder Wolfsspucke genannt. 1735 gelang es, dem schwedischen Chemiker Georg Brandt das Metall darzustellen. Er erkannte es als neues Element und benannte es Kobalt.

  • Verwendung

    Kobalt wird heute vor allem in Lithium-Ionen-Batterien verwendet, insbesondere in Elektrofahrzeugen, aber auch Smartphones, Laptops und anderen elektronischen Geräten. 60 Prozent der Nachfrage nach Kobalt kommt aus dem Batteriesektor. Elektroautos sind der wichtigste Treiber für den steigenden Kobaltabbau.

    Kobalt ist ein wichtiger Bestandteil der Kathode von Li-Ionen-Akkus. Das Metall sorgt in den Batterien für Stabilität und eine hohe Energiedichte, die in Elektroautos für deren Reichweite relevant ist.

    Weitere Anwendungen für Kobalt sind Superlegierungen für Triebwerke, Gasturbinen und Industriemaschinen.

    In Kombination mit Wolfram und Kohlenstoff bildet Kobalt ein Hartmetall (z. B. Wolframkarbid-Kobalt), die in Schneidwerkzeugen, Bohrern und Bergbaumaschinen zum Einsatz kommen.

    Kobalt wird auch in Permanentmagneten (z. B. Alu-Nickel-Kobalt- und Samarium-Kobalt-Magneten) verwendet, die in Motoren, Sensoren und Windkraftanlagen eine wichtige Rolle spielen.

    Darüberhinaus wird Kobalt in Katalysatoren, Pigmenten für die Herstellung von Farben, Keramik und Glas sowie in sehr geringen Mengen in Medizinprodukten wie Gelenkprothesen und Dentallegierungen verwendet.

  • Vorkommen, Abbau, Gewinnung

    Kobalterz fällt meist als Nebenprodukt beim Abbau von Eisen-, Nickel-, Kupfer-, Silber-, Mangan-, Zink- und Arsenerzen an. Zu den wichtigsten kobalthaltigen Mineralen zählen Kobaltit, Heterogenite, Spherocobaltite, Erythrit, Carrollite und Skutterudit. Diese sind aber eher selten.
    Die größten Kobaltmengen stammen gegenwärtig aus dem zentralafrikanischen „Copper Belt“.

    Etwa drei Viertel des Kobalts stammen aus der Demokratischen Republik Kongo (DRC). Hier befinden sich mit Tenke Fungurume und Kamoto auch die größten Kobaltminen der Welt. Der größte Produzent von raffiniertem Kobalt ist China, das enorme Mengen an Kobalterzen aus der DRC importiert.

    Weitere wichtige Quellen sind Sulfidlagerstätten in Russland, Kanada und Australien. An Bedeutung haben in jüngster Zeit Lateriterze in tropischen Gebieten wie Indonesien, Philippinen und Neu-Kaledonien gewonnen.

    Indonesien entwickelt sich zu einem weiteren wichtigen Abbauland für Kobalt.

    Zu den größten Unternehmen gehören die chinesische CMOC Group (China Molybdenum), Betreiber der Tenke-Fungurume-Mine. An zweiter Stelle folgt der Schweizer Konzern Glencore, dem die Minen Kamoto und Mutanda in DRC gehören.

    Etwa zehn Prozent des Kobaltbedarfs wird durch Recycling abgedeckt.

  • Substitution

    Je nach Anwendung führt der Ersatz von Kobalt zu Leistungseinbußen oder höheren Kosten. In Lithium-Ionen-Batterien, dem weltweit führenden Verwendungszweck von Kobalt, wird der Kobaltgehalt reduziert. In China haben kobaltfreie Lithium-Eisenphosphat-Akkus einen bedeutenden Marktanteil.

    Mögliche Ersatzstoffe in anderen Anwendungen sind Barium- oder Strontiumferrite, Neodym-Eisen-Bor-Legierungen oder Nickel-Eisen-Legierungen in Magneten. Cer, Eisen, Blei, Mangan oder Vanadium dienen als Kobaltersastz in Farben.

    Eisen, Eisen-Kobalt-Nickel, Nickel, Keramik-Metall-Verbundwerkstoffe (Cermets) oder Keramik finden Anwendung in Schneid- und verschleißfesten Werkstoffen.

    Nickelbasislegierungen oder Keramik ersetzen Kobalt in Düsentriebwerken. In Erdölkatalysatoren kann Nickel Kobalt substitutieren und in Prothesen sind Titanbasislegierungen eine Alternative.

Kobalt, Co, chemisches Element, Übergangsmetall, Schwermetall, silbrig-graues Metall, industrielle Anwendungen, Akkumulatoren, Batterie Metall, Legierungen, magnetische Legierungen, ISE AG Metalle, ISE AG

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Chrom

Cr • Ordnungszahl 24

Chrom

Das Element Chrom ist ein hartes, stahlgraues Übergangsmetall. Der Name leitet sich von „chroma“, dem griechischen Wort für Farbe ab, denn Chromverbindungen erscheinen in vielen verschiedenen Farben. Es kommt in der Erdkruste relativ häufig vor, existiert in reiner Form in der Natur aber nicht. Die meisten Erze bestehen aus dem Mineral Chromit.

Dreiwertiges Chrom gilt als essentielles Spurenelement, dessen Bedarf durch eine ausgewogene Ernährung abgedeckt ist. Während Chrom (III) also in geringen Dosen gesundheitsförderlich ist, ist sechswertiges Chrom toxisch, krebserregend und mutagen.

Eine der Hauptanwendungen von Chrom ist Ferrochrom, eine Eisenlegierung mit etwa 60 Prozent Chromanteil.
Chromlegierungen werden zur Herstellung von Ölleitungen sowie Autoverkleidungen und Besteck verwendet und sorgt für deren Glanz.
Chromit dient als feuerfestes Material und als Rohstoff für die Produktion von Chromchemikalien.

Zu den größten Chromproduzenten zählen Südafrika, Indien, Kasachstan und die Türkei.

Die größte Chrommine der Welt ist die Kemi-Mine in Finnland, die vom finnischen Stahlproduzenten Outokumpu betrieben wird.

Das weltweit größte Chromitvorkommen ist der Bushveld-Komplex in Südafrika.

In der EU und den USA ist Chrom als kritischer Rohstoff gelistet.

  • Geschichte

    Krokoit (Rotbleierz) war eines der ersten entdeckten Chrommineralien. In Persien und in der Qin-Dinastie in China wurde es für die Herstellung von Pigmente für leuchtend gelb-orange Farben in Keramiken verwendet. Chromoxidgrün benutzt man seit Jahrhunderten, um Glas oder Emaille einzufärben. Vincent van Gogh etwa verwendete „Chromgelb“, für seine berühmten Sonnenblumen, eine Serie von insgesamt sieben Gemälden.

    1761 analysierte der deutsche Mineraloge Johann Gottlob Lehmann ein rotoranges Mineral aus Sibirien, das später als Krokoit identifiziert wurde. 1797 isoliert der französischen Chemiker Nicolas-Louis Vauquelin Chromoxid und gewann daraus durch Erhitzen mit Kohlenstoff Chrommetall. Reines Chrom wurde 1894 erstmals aluminothermisch von Hans Goldschmidt gewonnen. Bei der einfacheren Reduktion mit Kohlenstoff, wie Vauquelin sie zuvor durchgeführt hatte, entsteht nämlich neben Chrom auch Chromcarbid.

    Anfang des 19. Jahrhunderts wurden Chromverbindungen in Farbstoffen, Farben und Gerbmitteln verwendet.

    In den 1820er Jahren wurde die Verchromung (Galvanisierung) entwickelt, um die Haltbarkeit und den Glanz von Metallen zu verbessern. Ende des 19. Jahrhunderts entdeckte man dass durch das Beifügen von Chrom zu Eisen Edelstahl entsteht. Seitdem ist Chrom ein essenzieller Bestandteil in Edelstahlprodukten wie Besteck, Maschinen und Baumaterialien.

    Im Zweiten Weltkrieg war Chrom ein strategischer Werkstoff für Panzerungen, Flugzeugtriebwerke und Waffen. In der Nachkriegszeit verbreitete sich die Chrombeschichtung von Autoteilen (Stoßstangen, Zierleisten) und Haushaltsgegenständen.

    Aufgrund des giftigen sechswertigen Chroms (Cr⁶⁺) in Industrieabfällen stellt Chrom eine Gefahr für die Umwelt dar.

  • Verwendung

    Jährlich werden etwa 45.000 Tonnen Chrom abgebaut.

    Der Löwenanteil geht in die Metallindustrie. Allein für Edelstahlprodukte werden etwa 70 Prozent des Chroms verwendet. Weitere Anwendungen in der Metallindustrie sind Eisenlegierungen (Ferrochrom) für die Stahlherstellung, um die Festigkeit und Korrosionsbeständigkeit zu erhöhen. Außerdem ist Chrom Bestandteil in Superlegierungen und Werkzeugstähle für Düsentriebwerke und Gasturbinen.

    Auf verchromten Wasserhähnen, Stoßstangen und Motorradteilen sorgt das Metall für Glanz, Korrosionsbeständigkeit und Schutz vor Verschleiß.

    Chromoxid dient als Pigment für grüne Farbtöne in Farben, Keramiken und Glas sowie als feuerfestes Material, etwa für hitzebeständige Steine ​​für Öfen. Auch Chromit wird Ziegeln und Steine beigefügt um sie feuerfest zu machen.

    Obwohl Chromverbindungen das ganze Farbspektrum abdecken, gibt es nur wenige Verbindungen, die auch in Farbpigmenten verwendet werden.

    China ist der führende Produzent von Ferrochrom- und Edelstahl und der führende Verbraucher von Chrom.

  • Vorkommen, Abbau, Gewinnung

    90 Prozent des weltweit abgebauten Chroms stammt aus Chromit-Lagerstätten. Weitere Chrom-Mineralien sind Krokoit, Uwarowit, Eskolait und Chromdiopsid.

    Die weltweiten Ressourcen belaufen sich auf über 12 Milliarden Tonnen Chromit und reichen aus, um den Bedarf für Jahrhunderte zu decken. Die weltweiten Chromvorkommen konzentrieren sich geografisch zu 95 Prozent in Kasachstan und im südlichen Afrika.

    Zu den größten Chromproduzenten zählen Südafrika, Indien, Kasachstan und die Türkei.

    Die größte aktive Chrommine der Welt ist die Kemi-Mine in Finnland, die vom finnischen Stahlproduzenten Outokumpu betrieben wird.

    Das weltweit größte Chromitvorkommen ist der Bushveld-Komplex in Südafrika.

  • Substitution

    Chrom ist für seine wichtigste Anwendung weder in Edelstahl noch in Superlegierungen ersetzbar.

    Chromhaltiger Schrott kann Ferrochrom in einigen metallurgischen Anwendungen ersetzen.

Chrom, Chromium, Cr, Übergangsmetall, hartes Metall, korrosionsbeständig, Edelstahllegierungen, ferromagnetisch, industrielle Metalle, Chrom-Metall-Eigenschaften, Chromit, ISE AG Metalle, ISE AG

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