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Allgemein

Mangan

Mn • Ordnungszahl 25

Mangan

Mangan ist ein silberweißes, hartes, sehr sprödes Übergangsmetall. Es ähnelt in seinen physikalischen und chemischen Eigenschaften dem Eisen, ist jedoch härter und spröder. Das Element besitzt eine hohe biologische Bedeutung. In Pflanzen spielt Mangan ein Rolle bei der Sauerstoffproduktion in photosynthetischen Bakterien, Algen und Pflanzen.

Mangan zeichnet sich durch eine große Vielfalt an Oxidationsstufen aus.

Es ist ein zentraler Rohstoff für die Stahlindustrie und hat eine wachsende Bedeutung in Lithium-IOnen-Batterien für E-Autos.

Mangan kommt in der Natur vorwiegend als Braunstein vor und wird in großen Mengen abgebaut.
Die wichtigsten Produktionsländer sind Südafrika, Gabun und Australien.

Der bedeutendenste Player ist South32 aus Australien.

  • Geschichte

    Der Name leitet sich von der lateinischen Bezeichnung für Braunstein „magnesia nigra“ ab, und teilt so mit dem Element Magnesium den geographischen Bezug auf den Bezirk Magnisia in der ostgriechischen Region Thessalien, wo Vorkommen von Mineralien beider Elemente seit dem Altertum bekannt sind.

    Mangandioxid, auch als Braunstein bekannt, wurde aufgrund seiner Farbe bereits in vorzeitlichen Höhlenmalereien als Pigment verwendet. Seit dem Altertum diente dieses Mineral auch als Zusatz in der Herstellung von Glas, da es den grünen Farbstich aus natürlichem Glas entfernen hilft, der auf Spuren von Eisenionen zurückzuführen ist.

    Erst 1740 konnte der Berliner Arzt und Chemiker Johann Heinrich Pott zeigen, dass Pyrolusit nicht, wie ursprünglich angenommen, Eisen enthält, sondern ein anderes, noch unbekanntes Element.

    Erst ein Vierteljahrhundert später gelang es dem schwedischen Chemiker Johan Gottlieb Gahn elementares Mangan durch Reduktion von Braunstein mit Kohlenstoff herzustellen.

    1839 wurde entdeckt, dass Mangan die Formbarkeit von Eisen verbessert. 1856 zeigte Robert Forester Mushet, dass durch Zusatz von Mangan eine Massenproduktion von Stahl im Bessemer-Verfahren möglich ist. Dies führte dazu, dass Mangan in kurzer Zeit in großen Mengen für die Stahlproduktion verwendet wird.

    Ab Mitte des 18. Jahrhunderts wurde Manganoxid auch zur Herstellung von Chlor verwendet.

  • Verwendung

    90 Prozent des abgebauten Mangans gehen in die Stahlindustrie in Form von Ferromangan als Legierungsbestandteil. Dabei entzieht es dem Stahl Sauerstoff und Schwefel und verbessert gleichzeitig die Durchhärtung. Während normaler Stahl etwa ein Prozent Mangan enthält, liegt der Anteil bei Manganstahl bei etwa 13 Prozent. Diese extrem harte Legierung wird unter anderem in Eisenbahnschienen, Panzerschränken und Lagern verwendet.

    Wirtschaftlich wachsende Bedeutung hat Mangan in der Batterieindustrie. Es ist Kathodenmaterial in Lithium-Ionen-Batterien von E-Autos und wird in Kathoden von Alkali-Mangan-Batterien eingesetzt.

  • Vorkommen, Abbau, Gewinnung

    Die jährliche Fördermenge lag 2023 bei etwa 20 Millionen Tonnen pro Jahr.

    Mangan ist in vielen Lagerstätten weltweit zu finden. Mit geschätzten weltweiten Vorkommen in Höhe von mehr als 3 Milliarden Tonnen ist mit einem Mangel an Mangan nicht zu rechnen.

    Die wirtschaftlich wichtigsten Mineralien sind Braunstein, Manganit und Hausmannit.

    In größeren Mengen kommt Mangan in sogenannten Manganknollen in der Tiefsee vor.

    Südafrika ist mit Abstand führendes Abbauland für Manganerze. Der Marktanteil beträgt etwa 60 Prozent. Mehrere Minen liegen im sehr rohstoffreichen Kalahari-Becken wo das australische Unternehmen South32 mehrere Minen betreibt.

    South32, das 2015 durch eine Abspaltung von BHP Billion entstand betreibt in Australien mit Gemco, eine der kostengünstigsten Manganminen der Welt und gehört zu den größten Manganproduzenten der Welt.

    An zweiter Stelle der Manganproduktion liegt Gabun, wo Eramet (Frankreich) die Moanda-Mine betreibt.

  • Substitution

    Für Mangan gibt es keinen geeigneten Ersatz.

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Magnesium

Mg • Ordnungszahl 12

Magnesium

Magnesium gehört zu den Erdalkalimetallen und ist eines der zehn häufigsten Elemente der Erdkruste. Es kommt in zahlreichen Mineralen und ist eines der für alles zelluläre Leben wesentlichen Elemente. Ein Mensch enthält etwa 24 Gramm Magnesium, die Hälfte davon ist in den Knochen, ein Viertel in den Muskeln und der Rest im Blut und intrazellulär. In Pflanzen ist Magnesium in den Zellwänden vorhanden.
Es ist reaktionsträge und reagiert bei Zimmertemperatur weder mit Sauerstoff noch mit Wasser, wird aber von Säuren angegriffen. Magnesium verbrennt mit einer gleißend hellen Flamme unter Bildung des Magnesiumoxids.

Magnesium teilt viel Eigenschaften mit Aluminium, ist aber etwa ein Drittel leichter und hat eine deutlich geringere Dichte.

Es ist das leichteste Baumetall. Es wir im Bauwesen, der Luft- und Raumfahrtindustrie sowie Medizin eingesetzt.

In fein verteilter Form in der Luft mit einem intensiven weißen Licht verbrennt.

Zu den größten Magnesiumproduzenten zählen China, Russland, die Türkei und Österreich.

Die größten Player in China sind Magontec Xinguang und Shanxi Yinguang Huasheng Magnesium. Außerhalb Chinas sind Dead Sea Magnesium aus Israel und VSMPO-AVISMA in Russland eine Rolle.
Magnesium ist ein kritischer Rohstoff für die EU und Südkorea. Die USA und Japan stufen Magnesium als strategisch ein.

  • Geschichte

    Erste Hinweise auf Magnesium stammen aus dem 17. Jahrhundert als englische Bauern auf bitter schmeckendes Wasser stießen. Später stellte sich heraus, dass es Magnesiumsulfat oder „Bittersalz“ enthielt.

    Als erster identifiziert 1755 Joseph Black in Edinburg Magnesium. Die Erstsynthese von Magnesiummetall gelang Sir Humphry Davy 1808 in London. 1831 isolierte Antoine-Alexandre-Brutus Bussy (École de Pharmacie in Paris) Magnesiummetall.
    Der Name Magnesium stammt von Magnesia, einer Region Thessaliens (Griechenland), in der das Mineral Magnesia alba erstmals gefunden wurde.

    Die erste kommerzielle Magnesiumproduktion mittels Elektrolyse begann schon 1866 in der deutschen Chemische Fabrik Griesheim-Elektron. Die Aufrüstung für den Ersten Weltkrieg schob die Nachfrage nach Magnesium für Leuchtraketen, Brandbomben und Leichtmetalllegierungen kräftig an.

    Die Dow Chemical Company (USA) wurde zum Pionier der Gewinnung von Magnesium aus Meerwasser (Salzlake)

    Im Zweiten Weltkrieg explodierte die Magnesiumproduktion, nachdem die Nachfrage für Flugzeuge, Munition und Brandbomben rasant zunahm.

    Pidgeon-Verfahren (1941): Der kanadische Wissenschaftler Lloyd Pidgeon entwickelte das thermische Reduktionsverfahren (mit Dolomit und Ferrosilizium), das später von China übernommen wurde.

    Ende des 20. Jahrhunderts begann China mit der Ausweitung des Pidgeon-Verfahrens und nutzte dabei günstige Kohleenergie. Die chinesische Provinz Shanxi entwickelte sich zum Zentrum kostengünstigen Magnesiums.

    Heute dominiert China weltweit die Magnesiumherstellung und deckt über 85 Prozent des weltweiten Bedarfs.

    2021 führten Produktionskürzungen in China zu einem Preisanstieg von 400 Prozent und zu zahlreichen Diversifikationsinitiativen in den westlichen Industrieländern.

  • Verwendung

    Der weltweite jährlich Magnesiumverbrauch liegt bei etwa einer Million Tonnen im Jahr, Tendenz steigend. Magnesium ist das am einfachsten zu bearbeitende Konstruktionsmetall.

    Da das reine Metall eine geringe strukturelle Festigkeit aufweist, wird Magnesium hauptsächlich in Form von Legierungen verwendet – meist mit zehn Prozent oder weniger Anteil von Aluminium, Zink und Mangan – um seine Härte, Zugfestigkeit sowie Gieß-, Schweiß- und Bearbeitungsfähigkeit zu verbessern.

    Magnesiumlegierungen haben vielfältige Anwendungsgebiete. Weltweit stammt etwa die Hälfte des Magnesiumsbedarfs aus der Auto- und Luftfahrtindustrie. Mit der Elektromobilität könnte die Magnesiumnachfrage steigen, da es zu deutlichen Gewichtseinsparungen führt. Gewichtsreduktion spielt auch in der Luft- und Raumfahrt eine zentrale Rolle.

    Magnesium ist außerdem ein starkes Reduktionsmittel, das zur Herstellung anderer Metalle (Titan, Zirkonium und Hafnium) aus ihren Verbindungen verwendet wird.

    Magnesium wird auch in Spreng- und Pyrotechnik verwendet.

  • Vorkommen, Abbau, Gewinnung

    Der Rohstoff für die Produktion von Magnesium sind meist die Minerale Dolomit, Magnesit und Karnallit oder Meerwasser.

    Das meiste Magnesium wird über den Pidgeon-Prozess hergestellt. Hierbei wird gebrannter Dolomit mit Schwerspat und Ferrosilicium im Vakuum auf über 1.000 °C erhitzt. Das entstandene gasförmige Magnesium kondensiert und wird in einer Vakuumdestillation weiter gereinigt.

    Das zweite Verfahren ist die Schmelzflusselektrolyse, bei der aus dem Meer gewonnenes Magnesiumchlorid unter Beigabe von Salzen (Natriumchlorid) erhitzt wird. Hierbei sammelt sich das Magnesium auf der Salzschmelze.

    Es ist in Mineralien wie Serpentin, Chrysolith und Meerschaum verteilt. Meerwasser enthält etwa 0,13 Prozent Magnesium, hauptsächlich als gelöstes Chlorid. Als Carbonat kommt es in Form von Magnesit und Dolomit sowie in vielen gängigen Silikaten, wie Talk, Olivin und den meisten Asbestarten vor.

    Magnesium wird kommerziell durch Elektrolyse von geschmolzenem Magnesiumchlorid (MgCl2), das hauptsächlich aus Meerwasser gewonnen wird, und durch die direkte Reduktion seiner Verbindungen mit geeigneten Reduktionsmitteln hergestellt.

    China dominierte mit einem Anteil von 85 bis 90 Produktion weltweite Produktion. Es folgen Russland, wo VSMPO-AVISMA Magnesium aus Magnesit im Ural gewinnt.

    Eine untergeordnete, aber für die EU strategisch wichtige Rolle für die Magnesiumversorgung spielt Österreich, das im Recycling von Magnesiumschrott aktiv ist.

    30 Prozent des Magnesiumsbedarf werden über Recycling abgedeckt.

  • Substitution

    Aluminium und Zink können Magnesium in Guss- und Schmiedeprodukten ersetzen.

    Das relativ geringe Gewicht von Magnesium ist in den meisten Anwendungen ein Vorteil gegenüber Aluminium und Zink in Guss- und Schmiedeprodukten; die hohen Kosten sind jedoch im Vergleich zu diesen Ersatzstoffen nachteilig.

    Zur Entschwefelung von Eisen und Stahl kann Calciumcarbid anstelle von Magnesium verwendet werden. Magnesium wird zur Entschwefelung von Eisen und Stahl Calciumcarbid vorgezogen, da Calciumcarbid in Gegenwart von Wasser Acetylen produziert.

    Aluminiumoxid, Chromit und Siliciumdioxid ersetzen Magnesiumoxid in einigen feuerfesten Anwendungen.

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Lithium

Li • Ordnungszahl 3

Lithium

Lithium ist ein chemisches Element der Gruppe der Alkalimetalle. Es ist das leichteste Metall mit der geringsten Dichte bei Standardbedingungen.

Lithium ist hochreaktiv und kommt daher in der Natur nur in Verbindungen vor. Bei feuchter Luft reagiert elementares Lithium bei Berührung mit der Hautfeuchtigkeit und führt zu schweren Verätzungen.

Als Spurenelement kann Lithium auch Bestandteil von Mineralwasser sein. Im menschlichen Organismus sind geringe Mengen Lithium vorhanden.

In seiner metallischen Form ist Lithium ein weiches, silbergraues Metall mit guter Wärme- und Stromleitfähigkeit, wodurch es Energie speichern und übertragen kann. Daher ist das Metall für die Anwendung in Batterien interessant.

Das größte Abbauland ist Australien. Die Greenbushes-Mine (Albermarle, Tianqi Lithium) in Westaustralien ist die größte aktive Mine, gefolgt vom Salar de Atacama (SQM) in Chile.

Die drei größten Lithiumproduzenten 2025 sind Albermarle, SQM und Ganfeng Lithium

  • Geschichte

    Der Schwede Johan August Arfwedson entdeckte Lithium, als er 1817 Mineralienfunde des Brasilianers José Bonefácio de Andrada e Silva von der Insel Utö in Schweden analysierte. 1818 entdeckte der deutsche Chemiker Christian Gottlob Gmelin, dass Lithiumsalze eine rote Flammenfärbung ergeben — in Feuerwerkskörpern sorgt Lithium etwa für die rote Färbung.

    Mit der ersten industriellen Lithiumproduktion begann 1923 die deutsche Metallgesellschaft AG.

    Eine der ersten Anwendungen für Lithium war in der Medizin. Als Arzneistoff werden Lithiumsalze in der Psychiatrie bei bipolaren Affektstörungen, Manie und Depressionen sowie bei Cluster-Kopfschmerzen eingesetzt.

    Um 1940 wurden Lithium-Schmiermittel entwickelt, die bis in die Gegenwart breite Anwendung finden.

    In den 1950er Jahren wurde Lithium für die Entwicklung der Wasserstoffbombe benötigt. Zu diesem Zweck begann in den USA der massive Abbau von Lithium, vor allem in Kings Mountain (North Carolina).

    Später kam die industrielle Verwendung als Zusatzstoff in der Aluminiumverhüttung sowie Glas- und Keramikproduktion.

    Die bedeutendste Anwendung für Lithium ist in der Batterieindustrie. Es wird in Lithium-Ionen-Akkumulatoren, wiederaufladbaren Batterien, in Elektroautos, Energiespeichern, Laptops, Smartphones, Tablets und anderen Konsumgütern eingesetzt.

    Ab den 1970er Jahren begannen Forscher Lithium bei der Entwicklung von wiederaufladbaren Batterien einzusetzen. Aufbauend auf den Arbeiten von Stanley Whittingham und John Goodenough gelang dem japanischen Chemieingenieur Akira Yoshino 1983 der Durchbruch. Seine Forschungsarbeiten brachten den Lithium-Ionen-Akkumulator schließlich zur Marktreife, was sich Sony als erstes Unternehmen zu Nutze machte. 2019 erhielten Whittingham, Goodenough und Yoshine für ihre Batterieforschung den Nobelpreis für Chemie.

    Die neue Batterietechnologie sorgte ab den 2000er Jahren für einen globalen Lithium-Boom: Zwischen 2000 und 2020 hat sich die Produktion versechsfacht.

  • Verwendung

    Batterien sind die mit Abstand wichtigste Anwendung für Lithium. Rund 87 Prozent des Lithiums gingen 2024 in die Batterieindustrie. Die wichtigsten Treiber für die Nachfrage des Leichtmetalls sind Autoindustrie und Energiespeichersysteme. Eine Elektroautobatterie beinhaltet im Schnitt sechs Kilogramm Lithium, wo es in Form von Lithiumkarbonat oder Lithiumhydroxid als Anodenmaterial verwendet wird. Darüberhinaus werden wiederaufladbare Lithium-Ionen-Akkus auch in Laptops, Smartphones und einer Vielzahl anderer elektronischer Geräte verwendet.

    Lithium wird außerdem als Schmiermittel sowie in der Glas- und Keramikindustrie verwendet. Die in der Pharmazie beanspruchten Lithiummengen sind im Vergleich zu den anderen Sektoren sehr gering. 

    Lithium wird in kleinen Mengen auch in der Kernenergie verwendet, wo es für den sicheren Betrieb der Kühlsysteme von Druckwasserreaktoren benötigt wird.

  • Vorkommen, Abbau und Gewinnung

    Lithium ist auf der Erde weit verbreitet, allerdings in sehr geringen Konzentrationen. Zu den relevantesten lithiumhaltigen Mineralen gehören Spodumen, Petalit und Lepidolit. Weitere lithiumhaltige Minerale, die bisher nicht kommerziell für die Lithiumgewinnung abgebaut werden, sind Zinnwaldit und Jadarit.

    Bedeutende Lithiumvorkommen gibt es auch in Salzseen und geothermischen Tiefengewässern.

    Die größten Lithiumressourcen lagern in den Salzseen im Lithiumdreieck Südamerikas, das Argentinien, Bolivien und Chile umfasst. Wirtschaftlich relevante Lithiumkonzentrationen sind auch in Geothermalwasser vorhanden, etwa im Oberrheingraben.

    2024 betrug die weltweite Lithiumproduktion 240.000 Tonnen, der Verbrauch wird auf 220.000 Tonnen geschätzt.

    Die wichtigsten Abbauländer sind Australien, Chile, China, Simbabwe und Argentinien. Die weltweit nachgewiesenen und wahrscheinlichen Ressourcen betragen 115 Millionen Tonnen und verteilen sich folgendermaßen:
    Argentinien und Bolivien jeweils 23 Millionen Tonnen; Chile 11 Millionen Tonnen; Australien 8,9 Millionen Tonnen; China 6,8 Millionen Tonnen.

    In den USA befindet sich mit Thacker Pass in Nevada eine der größten Lithiumvorkommen der Welt. Lithium Americas will 2027 mit dem Abbau beginnen. Der einzige aktive Lithiumabbau in den USA liegt ebenfalls in Nevada: Silver Peak ist eine Salzsee-Lagerstätte, die von Albemarle betrieben wird.

    Lithium wird in Europa, abgesehen von Portugal, wo es in kleinen Mengen für die Keramik- und Glasindustrie als Nebenprodukt gefördert wird, nicht abgebaut. Allerdings gibt es größere Vorkommen und mittlerweile auch zahlreiche Abbauvorhaben. Darunter auch in Portugal selbst, im Norden des Landes.

    In Spanien sind zwei Lithiumvorkommen in der Region Extremadura bekannt und werden seit mehreren Jahren erschlossen.

    Im serbischen Jadartal befindet sich eines der größten derzeit bekannten Lithiumvorkommen Europas, das der Bergbaukonzern Riotinto abbauen will. Aus dem erst 2004 entdeckten Mineral Jadarit wird derzeit noch kein Lithium kommerziell gewonnen.

    An der deutsch-tschechischen Grenze befindet sich wahrscheinlich Europas größte Lithiumlagerstätte. Den Abbau auf tschechischer Seite wird vom staatlichen Energiekonzern ČEZ gemeinsam mit der australisch-britischen Firma European Metals vorangetrieben. Das Vorhaben wurde von der EU-Kommission als strategisches Projekt eingestuft.

    Auf der deutschen Seite bemüht sich die Firma Zinnwald Lithium um den Abbau. Auch hier handelt es sich mit Zinnwaldit um ein Mineral, aus dem Lithium bislang noch nicht kommerziell gewonnen wurde.

    In Finnland könnte die Firma Keliber ab 2026 Lithium im Westen Finnlands abbauen. Das Projekt, hinter dem der südafrikanischen Konzern Sibanye-Stillwater steht, hat einen Kredit der Europäischen Investmentbank in der Höhe von 150 Millionen Euro erhalten.

    Neben dem Abbau aus Hartgestein gibt es in Deutschland und Frankreich auch Projekte für die Lithiumförderung aus geothermalem Tiefenwasser. Die EU-Kommission hat den Vorhaben von Vulcan Energy Resources am Oberrheingraben und von Eramet im Elsaß den Status eines strategischen Projekts verliehen.

    Der sogenannte Bohrlochbergbau ist noch eine junge Technologie, die für jede Sole aufgrund ihrer unterschiedlichen chemischen Zusammensetzung individuell angepasst werden muss. Einmal entwickelt, gilt die Fördermethode jedoch als effizienter und umweltfreundlicher als Bergbau. Marktbeobachter Benchmark Minerals geht von wachsender Bedeutung dieser Lithiumlagerstätten für die Zukunft aus.

    In Zukunft wird neben dem Primärabbau das Recycling von Lithium eine wachsende Rolle spielen. Die Rückgewinnungsquoten von Lithium sind allerdings noch gering, da einerseits noch nicht genug der großen Lithium-Ionen-Akkumulatoren ihr Lebensende erreicht haben und andrerseits Recyclingkosten in westlichen Industrieländern hoch sind. China ist mit Abstand weltweit führend beim Recycling von Lithium und anderen Batteriematerialien, gefolgt von Südkorea und Japan.

  • Substitution

    In naher Zukunft könnte Lithium in Batterien durch einfaches Salz ersetzt werden: Der chinesische Batteriehersteller CATL hat bereits 2021 erste Natrium-Ionen-Batterien für E-Autos auf den Markt gebracht. Auch die Mitbewerber BYD und Huawei folgen diesem Trend. 

    Auf der Erde ist Natrium das sechsthäufigste Element. Das bedeutet einerseits deutlich niedrigere Beschaffungskosten im Vergleich zu Lithium sowie auch eine bessere Umweltverträglichkeit bei der Herstellung.

  • Quellen

    https://lithium.org/a-brief-history-of-lithium/
    https://www.mining-technology.com/marketdata/ten-largest-lithiums-mines/
    https://www.brimco.io/mining/top-lithium-producers/?srsltid=AfmBOoopXf34iihKY38-ayyz6FIFgF68lQkqopDw9VCWh6CgojGKxS7_
    https://cen.acs.org/articles/91/i26/Lithium-Treating-Gout.html
    https://sqmlitio.com/de/nosotros/historia-del-litio/ 
    https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Lithium_41883
    https://www.periodensystem-online.de/index.php?el=3&id=history
    https://de.wikipedia.org/wiki/Lithium 
    https://rudolphina.univie.ac.at/lithium 
    https://elements.visualcapitalist.com/the-key-minerals-in-an-ev-battery/
    https://pubs.usgs.gov/periodicals/mcs2025/mcs2025-lithium.pdf
    https://source.benchmarkminerals.com/article/rise-of-dle-will-open-up-new-sources-of-lithium-supply-this-decade 
    https://world--nuclear-org.translate.goog/information-library/current-and-future-generation/lithium?_x_tr_sl=en&_x_tr_tl=de&_x_tr_hl=de&_x_tr_pto=rq
    https://www.catl.com/en/news/6013.html
    www.bbc.com/future/article/20240319-the-most-sustainable-alternatives-to-lithium-batteries
    https://www.eramet.com/en/news/eramet-es-ageli-geothermal-lithium-project-officially-recognized-as-a-strategic-project-by-the-european-union/ 
    https://www.mining-technology.com/news/lithium-americas-fid-thacker/ 
    https://www.albemarle.com/global/de/location/silver-peak-nv-usa

    https://www.researchgate.net/publication/311781588_Lithiumgewinnung_aus_anspruchsvollen_Lagerstatten_Zinnwaldit_und_magnesiumreiche_Salzseen https://www.gtai.de/de/trade/tschechische-republik/branchen/der-grosse-lithiumrausch-1844422

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Indium

In • Ordnungszahl 49

Indium

Indium ist ein seltenes, silberweißes und weiches Schwermetall. Es ist weicher als Blei und lässt sich verformen. Wie Zinn gibt das reine Metall beim Biegen einen hohen „Schrei“ von sich.

Seine Häufigkeit in der Erdkruste ist vergleichbar mit der von Silber.

Es hat die ungewöhnliche Eigenschaft, im geschmolzenen Zustand an sauberem Glas und anderen Oberflächen zu haften und diese zu benetzen. Das macht Indium wertvoll für die Herstellung hermetischer Versiegelungen zwischen Glas, Metallen, Quarz, Keramik und Marmor.

Das Metall wird häufig bei der Herstellung von Halbleiterbauelementen verwendet. Die wichtigste Anwendung ist jedoch in Touchscreens, Flachbildschirmen (LCDs und OLEDs) und Solarmodulen

Das Element ist in Spuren in vielen Mineralien enthalten, insbesondere in denen von Zink und Blei, aus denen es als Nebenprodukt gewonnen wird.

Die wichtigsten Produktionsländer sind China, Südkorea und Japan.

Die wichtigsten Firmen sind Zhuzhou Smelter Group in China und Korea Zinc in Südkorea.

  • Geschichte

    Indium wurde 1863 von den deutschen Chemikern Ferdinand Reich und Hieronymus Theodor Richter bei der Untersuchung von Zinkerzproben entdeckt. Das Vorhandensein einer vorherrschenden indigoblauen Spektrallinie legte den Namen nahe.

    Eine größere Menge Indium wurde erstmals auf der Weltausstellung 1867 in Paris gezeigt. 

    Nach einer ersten Anwendung ab 1933 als Legierungsbestandteil in Zahngold begann der umfangreiche Einsatz von Indium mit dem Zweiten Weltkrieg. Die Vereinigten Staaten setzten es als Beschichtung in hoch beanspruchten Lagern von Flugzeugen ein.

    Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Indium vor allem in der Elektronikindustrie, als Lötmaterial und in niedrig schmelzenden Legierungen eingesetzt. Auch die Verwendung in Kontrollstäben von Kernreaktoren wurde mit der zunehmenden Verwendung der Kernenergie wichtig. Dies führte bis 1980 zu einem ersten starken Ansteigen des Indiumpreises.

    Ab 1987 wurden zwei neue Indiumverbindungen, der Halbleiter Indiumphosphid und das in dünnen Schichten leitende und durchsichtige Indiumzinnoxid entwickelt. Besonders Indiumzinnoxid wurde mit der Entwicklung von Flüssigkristallbildschirmen technisch interessant. Durch den hohen Bedarf wird seit 1992 der größte Teil des Indiums zu Indiumzinnoxid weiterverarbeitet.

  • Verwendung

    Indium wird hauptsächlich als Indiumzinnoxid (ITO) verwendet, einer transparenten, leitfähigen Beschichtung, die für Touchscreens, Flachbildschirme (LCDs und OLEDs) und Solarmodule unerlässlich ist. Etwa drei Viertel der Nachfrage nach Indium gehen auf Touchscreens, LCD- und OLED-Monitore und faltbare Displays zurück.

    Zehn bis 15 Prozent gehen in die Herstellung von Solarzellen (Dünnschicht-Solarzellen, Perowskit-Solarzellen).

    Auch in Kernreaktoren spielt Indium eine Rolle.

  • Vorkommen, Abbau, Gewinnung

    Die weltweite Indiumproduktion beläuft sich auf jährlich etwa 1000 Tonnen.

    Indium ist ein Nebenprodukt des Zinkabbaus (ca. 1 Tonne pro 1.000 Tonnen Zink). 90 Prozent der weltweiten Produktion werden aus dem Zinkerz Sphalerit gewonnen.

    China, Kanada und Peru verfügen über Zinkvorkommen mit relevantem Indiumgehalt, wobei China die weltweit Indiumproduktion mit einem Marktanteil von über 50 Prozent dominiert.
    Das größte Indium-Unternehmen ist Zhuzhou Smelter Group.

    Etwa 30 Prozent des Indiums stammen mittlerweile aus Recycling.

  • Substitution

    Antimonzinnoxid-Beschichtungen wurden als Alternative zu ITO-Beschichtungen in LCDs entwickelt.

    Kohlenstoffnanoröhren-Beschichtungen wurden als Alternative zu ITO-Beschichtungen in flexiblen Displays, Solarzellen und Touchscreens entwickelt.

    Poly(3,4-ethylendioxythiophen) (PEDOT) wurde ebenfalls als Ersatz für ITO in flexiblen Displays und organischen Leuchtdioden entwickelt. Kupfer- oder Silber-Nanodrähte wurden als Ersatz für ITO in Touchscreens untersucht.

    Graphen wurde als Ersatz für ITO-Elektroden in Solarzellen entwickelt und auch als Ersatz für ITO in flexiblen Touchscreens untersucht.

    Hafnium kann Indium in Steuerstablegierungen von Kernreaktoren ersetzen.

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