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Allgemein

Selen

Se • Ordnungszahl 34

Selen

Selen gehört im Periodensystem zur Sauerstoffgruppe. Seine Eigenschaften sind eng mit den Elementen Schwefel und Tellur verwandt. Wie Schwefel kommt Selen in mehreren Modifikationen vor.
Selen ist selten. Es kommt gelegentlich ungebunden in Verbindung mit gediegenem Schwefel vor, ist aber häufiger in Verbindung mit Kupfer, Quecksilber, Blei oder Silber in einigen Mineralien zu finden.

Es ist für Menschen ein essenzielles Spurenelement, in hohen Dosen jedoch giftig.

Die elektrische Leitfähigkeit von Selen steigt bei Lichteinfall, weswegen die Hauptanwendung von Selen in der Photovoltaik ist.

Selen ist ein Nebenprodukt bei der Raffination von Kupfer, Blei und anderen Metallen. Das wichtigste Produktionsland ist China mit Jiangxi Copper als dem größten Selenproduzenten der Welt.

  • Geschichte

    1817 entdeckte der schwedische Chemiker Jöns Jacob Berzelius gemeinsam mit Johann Gottlieb Gahn eine rote Substanz aus Sulfiderzen in den Minen von Falun, Schweden. Im Jahr darauf stellte sich heraus, dass es sich um ein dem Tellur ähnlichen Element handelte, das nach der griechischen Mondgöttin Selene benannt wurde.

    Später wurden die verschiedenen Formen von Selen untersucht: rotes amorphes Selen, graues metallisches Selen.

    Selen wurde zunächst in der Glasindustrie zur Färbung und Entfärbung genutzt.
    1873 entdeckte Willoughby Smith, dass Selen photoleitend ist.

    Ab dem 20. Jahrhundert wurden Selengleichrichter in alten Radios entwickelt sowie die ersten Selen-Solarzellen. Chester Carlson nutzte 1938 selenbasierte Fotoleiter für den ersten modernen Kopierer. 1957 wurde die Bedeutung von Selen als essenzielles Spurenelement für den Menschen erkannt.

    Heute spielt es eine wichtige Rollen in der Photovoltaik und Nanotechnologie.

  • Verwendung

    Die Hauptanwendung von Selen ist in der Photovoltaik sowie in der Elektronik. Es ist ein Schlüsselbestandteil von Kupfer-Indium-Gallium-Selenid (CIGS)-Solarzellen, einer effizienten Dünnschicht-Photovoltaik-Technologie.

    Weiterhin wird Selen in der Glasindustrie für die Entfärbung genutzt sowie auch für die rote Färbung von Glas und Keramik.

    Selenbeschichtungen schützen Metalloberflächen vor Korrosion.

    Selen ist auch ein Legierungszusatz in Kupfer und Stahl, die sich so besser bearbeiten lassen und weniger schnell verschleißen.

  • Vorkommen, Abbau, Gewinnung

    Die größten Selenreserven liegen in China, Russland, Kanada und Chile. Eigene Selenminen gibt es nicht. Es fällt bei der Raffination von Kupfer, Blei und anderen Metallen als Nebenprodukt an.

    Dominanter Produzent ist China. Weitere wichtige Produktionsländer sind Japan, Deutschland und Russland.

    Größter Selenproduzent der Welt ist Jiangxi Copper in Guixi, in der Provinz Jiangxi. Das Unternehmen produziert mehrere hundert Tonnen im Jahr. Auch Tongling Nonferrous Metals Group ist ein wichtiger Akteur im globalen Selenmarkt. In Japan ist Mitsubishi Materials der führende Selenhersteller. Aurubis in Hamburg, Deutschland, ist Europas größter Selenproduzent.

    Die Bedeutung der Gewinnung aus Recycling, etwa von alten Fotokopierern, nimmt zu.

    Die globalen Produktionsmengen von Selen belaufen sich auf etwa 3.500 Tonnen.

  • Substitution

    Die vollständige Substitution von Selen in der Photovoltaik ist unwahrscheinlich, da Kupfer-Indium-Gallium-Selenid (CIGS)-Zellen hohe Effizienz bieten. CIGS-Solarzellen können zwar durch Perowskit-Solarzellen, Cadmiumtellurid oder Kesterite ersetzt werden, allerdings mit zum Teil deutlichen Einbußen beim Wirkungsgrad oder bei der Stabilität.

    Mangan und Kobalt können Selen in der Entfärbung teilweise ersetzen.

    Die Substitution von Selen-Cadmium-Rot (Rubinglas) ist mit Cer-Sulfid, Eisenoxid-basierten Pigmenten oder Gold-Nanopartikeln möglich. Jedoch ist Selen-Cadmium-Rot bisher unübertroffen in Brillanz, Hitzebeständigkeit und beim Kostenfaktor.

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Rutil

Rt • Mineral

Rutil

Rutil ist ein häufig vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Oxide und Hydroxide“ mit der chemischen Zusammensetzung TiO2 und damit chemisch gesehen Titandioxid.

Rutil kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem und entwickelt meist kurz- bis langprismatische, vertikal gestreifte Kristalle und sehr häufig Kristallzwillinge in Form polysynthetischer, lamellarer und zyklischer Drillinge, Vierlinge und Sechslinge, aber auch körnige bis massige Mineral-Aggregate. Die meisten Rutilkristalle sind zwischen einigen Millimetern und wenigen Zentimetern groß. Es konnten aber auch Kristalle von bis zu 25 cm Länge gefunden werden.[3]

Die Farbe der meist durchsichtigen bis durchscheinenden Kristalle variiert zwischen rötlichbraun und kräftig rot, kann aber auch goldgelb, bläulich oder violett sein. Ebenso sind bunte Anlauffarben möglich. Die Oberflächen der Kristalle weisen einen diamantähnlichen Glanz auf.

  • Geschichte

    Beschrieben wurde Rutil 1803 von Abraham Gottlob Werner, der das Mineral in Anlehnung an seine häufig vorkommende, rötliche Farbe nach dem lateinischen Wort rutilus für rot oder rötlich benannte.

    Bis 1795, als seine chemische Zusammensetzung bekannt wurde, wurde Rutil fälschlicherweise für ein Mineral der Turmalingruppe gehalten.

     

  • Klassifikation

    Bereits in der seit 1982 veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Rutil zur Mineralklasse der „Oxide und Hydroxide“ und dort zur Abteilung der Oxide mit der allgemeinen Formel „MO2- und verwandte Verbindungen“, wo er als Namensgeber die „Rutil-Reihe“ mit der System-Nr. IV/D.02 und den weiteren Mitgliedern Kassiterit, Plattnerit und Varlamoffit bildete.

    Im zuletzt 2018 überarbeiteten und aktualisierten Lapis-Mineralienverzeichnis nach Stefan Weiß, das sich aus Rücksicht auf private Sammler und institutionelle Sammlungen noch nach dieser klassischen Systematik von Karl Hugo Strunz richtet, erhielt das Mineral die System- und Mineral-Nr. IV/D.02-10, was in der „Lapis-Systematik“ der Abteilung „Oxide mit dem Stoffmengenverhältnis Metall : Sauerstoff = 1 : 2 (MO2- und Verwandte)“ entspricht.

     

    Die seit 2001 gültige und von der International Mineralogical Association (IMA) bis 2009 aktualisierte 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Rutil ebenfalls in die Abteilung der „Oxide mit dem Stoffmengenverhältnis Metall : Sauerstoff = 1 : 2 und vergleichbare“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach der Größe der beteiligten Kationen und der Kristallstruktur, so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung und seinem Aufbau in der Unterabteilung „Mit mittelgroßen Kationen; Ketten kantenverknüpfter Oktaeder“ zu finden ist, wo es ebenfalls als Namensgeber die „Rutilgruppe“ mit der System-Nr. 4.DB.05 und den weiteren Mitgliedern Argutit, Kassiterit, Plattnerit, Pyrolusit, Tripuhyit, Tugarinovit und Varlamoffit bildet.

    Auch die Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Rutil in die Klasse der „Oxide und Hydroxide“, dort allerdings zunächst in die Abteilung der „Oxide“ ein. Hier ist er zusammen mit Ilmenorutil, Struverit, Pyrolusit, Kassiterit, Plattnerit, Argutit, Squawcreekit und Stishovit in der „Rutilgruppe (Tetragonal:P42/mnm)“ mit der System-Nr. 04.04.01 innerhalb der Unterabteilung „Einfachen Oxide mit einer Kationenladung von 4+(AO2)“ zu finden.

     

  • Kristallstruktur

    Die Rutil-Struktur ist ein häufig auftretender Strukturtyp für AB2-Verbindungen und beruht im Gegensatz zur Fluoritstruktur nicht auf einer dichtesten Kugelpackung. Die Oxid-Anionen sind zwar in der Art von verzerrten und gewellten „hexagonalen“ Schichten angeordnet, wobei die Hälfte der dazwischen befindlichen Oktaederlücken durch die Titan-Kationen besetzt sind, aufgrund der tetragonalen Symmetrie bilden diese gewellten Schichten jedoch keine dichteste Kugelpackung aus. Die Kristallstruktur lässt sich daher besser als eine tetragonale Stabpackung aus Strängen kantenverknüpfter [TiO6]-Oktaeder (gemäß der Niggli-Schreibweise: [TiO4/2O2/1]) beschreiben, die parallel der kristallographischen c-Achse verlaufen. Die Stränge sind weiterhin über gemeinsame Ecken zu einem dreidimensionalen [TiO6/3]-Netzwerk verknüpft, woraus sich gekürzt die Summenformel TiO2 ergibt. Die oktaedrisch von Sauerstoffatomen umgebenen Titan-Kationen weisen damit die Koordinationszahl 6 auf, während die Oxid-Anionen von drei Titanatomen in einer leicht verzerrten trigonal planaren Anordnung umgeben sind (Koordinationszahl 3).

    Eine Reihe weiterer anorganischer Verbindungen kristallisiert ebenfalls in der Rutil-Struktur, darunter die Oxide NbO2, TaO2, MnO2 und SnO2 sowie die Fluoride CrF2, MnF2, FeF2, CoF2, NiF2, CuF2 und ZnF2.

  • Eigenschaften

    Morphologie

    Rutil bildet häufig prismatische Kristalle mit dicksäuligem bis feinnadeligem Habitus, an denen oft die Flächenformen {110} und {010} vorherrschen und deren Kristallflächen parallel gestreckt und gestreift sind. Neben vielen anderen Formen kommen auch ditetragonale Prismen vor.

    In feinnadeliger bis faseriger Form eingeschlossen, ist Rutil für den unter anderem für den bei Saphiren und Rubinen vorkommenden Asterismus (Lichtstern) verantwortlich. In mikroskopischen Einschlüssen kann er neben Hämatit und anderen Mineraleinschlüssen die vor allem bei Quarzen beobachteten „Phantomkristalle“ betonen.

     

    Zwillingsbildungen sind bei Rutil allgemein anzutreffen, die sich nach zwei Gesetzen bilden können: Besonders häufig kommen Zwillinge, Drillinge und polysynthetische Viellinge in lamellarer oder zyklischer Form nach (101) vor, wobei die Individuen unter einem Winkel von 65°35′ aneinanderstoßen. Charakteristisch sind dabei vor allem knie- bzw. visierförmige und V-förmige Zwillingsbildungen und sogar Sechslinge, die geschlossene Ringe bilden. Seltener sind Zwillinge nach (301) in Herzform, deren Vertikalachsen sich unter 54°44′ treffen. Beide Gesetze können auch gleichzeitig auftreten und dadurch ein gitter- oder netzförmige Aggregate bilden, die als Sagenit bezeichnet werden.

    Farbe

    Rutil kann in verschiedenen Farben auftreten, am häufigsten findet er sich aber in rötlichbrauner bis kräftig roter und schwarzer Farbe. Als Inklusionen (Einschlüsse) in anderen Mineralen – wie beispielsweise in Quarz – glänzt Rutil auch in kräftig goldgelber Farbe und wird in dieser Form als Venushaar bezeichnet und gern zu Schmucksteinen verarbeitet. Selten dagegen treten bläuliche oder violette Farbtöne auf.

    Chemische und physikalische Eigenschaften

    Rutil ist säureunlöslich und vor dem Lötrohr unschmelzbar. In Reinform ist er schwach paramagnetisch mit einer spezifischen magnetischen Suszeptibilität (Massensuszeptibilität) von 7,7·10−7 emu/Oe·mg, enthält er dagegen zusätzlich Eisen, wird er antiferromagnetisch[4].
    Modifikationen und Varietäten.

    Rutil ist die bedeutendste und einzige bei hohen Temperaturen stabile Modifikation des Titandioxids. Die beiden anderen sind Anatas und Brookit.

     

    Sagenit wird eine Rutilvarietät genannt, die flache, netz- bis gitterartige Verwachsungen von nadelartigen feinen Rutilzwillingen aufweist. Sie wird auch als epitaktische (orientierte) Verwachsung bezeichnet.

    Nigrin ist die Bezeichnung für einen eisenhaltigen, schwarzen Rutil.

     

  • Bildung & Fundorte

    Bildungsbedingungen

    Rutil bildet sich als Hochtemperatur- und Hochdruckmineral sowohl magmatisch wie auch metamorph und ist als akzessorischer Bestandteil in vielen Gesteinen zu finden, so unter anderem auch als Seifenmineral in Flusssedimenten. Entsprechend ist Rutil mit vielen anderen Mineralen vergesellschaftet anzutreffen, wie neben den bereits erwähnten weiteren TiO2-Modifikationen Anatas und Brookit unter anderem noch Adular, Albit, Apatit, Calcit, Chloriten, Ilmenit, Pyrophyllit, Titanit und Quarz. Mit Hämatit bildet Rutil zudem epitaktische Verwachsungen.

    Rutil kommt in Eklogiten vor und ist die dominierende Ti-Phase in Granat-Amphiboliten.

    Fundorte

    Als häufige Mineralbildung ist Rutil an vielen Orten weltweit anzutreffen, wobei bisher rund 5900 Fundorte dokumentiert sind (Stand 2019).

    Erwähnenswert aufgrund seiner außergewöhnlichen Mineralfunde sind unter anderem die „Graves Mountain Mine“ im US-amerikanischen Lincoln County (Georgia), in der bis zu 15 cm große Kristalle zutage traten. Aus der „Cavradi-Schlucht“ bei Sedrun im Schweizer Kanton Graubünden sowie der Gemeinde Ibitiara im brasilianischen Bundesstaat Bahia kennt man besonders schöne Rutil-Hämatit-Epitaxien. Zudem werden in Ibitiara sowie in der zum Bundesstaat Minas Gerais gehörenden Gemeinde Itabira häufig Rutil-Inklusionen in Rauchquarz entdeckt. Große knie- bzw. visierförmige Kristallzwillinge bis etwa 7 cm Größe fanden sich bei Golčův Jeníkov und Soběslav in Tschechien.[9] Kristalle von bis zu 3 cm Durchmesser und 5 cm Länge fanden sich in der Lagerstätte Paragatschaj auf dem Berg Kapudschuk, Autonome Republik Nachitschewan in Aserbaidschan.

     

    In Deutschland konnte Rutil vor allem in einigen Regionen des Schwarzwaldes (Baden-Württemberg), im Fichtelgebirge, Spessart, Bayerischen Wald und Oberpfälzer Wald (Bayern), Hessen, Niedersachsen, im nordrhein-westfälischen Siebengebirge, der Eifel (Rheinland-Pfalz), im Saarland, im sächsischen Erzgebirge, Schleswig-Holstein und Thüringen nachgewiesen werden.

    In Österreich fand sich das Mineral im Burgenland, auf alpinen Klüften in vielen Regionen Kärntens, Salzburgs und der Steiermark, in einigen Regionen Niederösterreichs und Tirols sowie in Oberösterreich und in Vorarlberg.

    In der Schweiz trat Rutil vor allem auf alpinen Klüften in den Kantonen Graubünden, Tessin und Wallis auf.

    Auch in Gesteinsproben des Mittelatlantischen Rückens und des Südwestindischen Rückens und außerhalb der Erde auf dem Mond, genauer im Fra-Mauro-Hochland, konnte Rutil gefunden werden.

    Größte Förderländer

    Weltweit werden die Abbau-Reserven für die wichtigsten Titanminerale lmenit und Rutil 692,58 Millionen Tonnen geschätzt, wobei die größten regionalen Konzentrationen in China mit 28,9 %, Australien mit 17,0 % und Indien mit 13,3 % zu finden sind (Stand November 2014).

     

  • Verwendung

    Rutil ist mit einem Metall-Gehalt von etwa 60 % nach Ilmenit das bedeutendste Titan-Mineral.

    Titandioxid in der Rutil-Modifikation wird aufgrund der hohen Lichtbrechung als Weißpigment verwendet. Außerdem dient er allein oder in Verbindung mit Zellulose als Umhüllung von Elektroden für das Lichtbogenschweißen, die das Schweißen verbessert oder erst ermöglicht.

     

    Aufgrund seiner Halbleitereigenschaften findet Rutil in der Farbstoffsolarzelle, der sogenannten Grätzel-Zelle, Verwendung. Seine Bandlücke beträgt etwa 3,0 eV, es kann daher Licht mit einer Wellenlänge kleiner als etwa 400 nm absorbieren.

    Als Schmuckstein

    Natürlicher Rutil wird nur gelegentlich von Sammlern zu Schmucksteinen verarbeitet, da er meist zu kleine Kristalle ausbildet. Synthetischer Rutil dagegen wird seit 1948 unter dem Handelsnamen „Titania“ oder „Diamonit“ (nicht zu verwechseln mit Diamondit!) als Diamantimitation verkauft, wobei er dessen Glanz durch sechsmal so hohe Dispersion (Feuer) sogar weit übertrifft.

    Gern zu Schmucksteinen verarbeitet werden auch in anderen Mineralen eingeschlossene Rutilnadeln, die neben dem goldenen Glanz auch für verschiedene optische Effekte wie beispielsweise Asterismus (sternförmige Lichtreflexe) und Chatoyance (Katzenaugeneffekt) sorgen.

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Rhodium

Rh • Ordnungszahl 45

Rhodium

Rhodium ist ein silberweißes Edelmetall, das extrem hart, widerstandsfähig und säureresistent ist. Es gehört zu den Metallen der Platingruppe. Die elektrische und Wärmeleitfähigkeit sind höher als bei den anderen Platinmetallen. Rhodium zeichnet sich durch eine hohe lichtreflektierende Eigenschaft aus und hat einen hohen Schmelzpunkt (1.964 Grad Celsius). Rhodium kommt in der Natur gediegen vor und ist daher als eigenständiges Mineral anerkannt.

Rhodium ist eines der seltensten und teuersten Metalle der Welt, das wertvoller als Gold oder Platin ist. Rhodiumverbindungen sind ätzend, hochgiftig und krebserregend. Metallisches Rhodium ist fein verteilt als Pulver oder Staub leicht entzündlich.

Das Edelmetall ist in Industrie, Schmuckherstellung und Hochtechnologie sehr gefragt, wobei die wichtigste Anwendung mit großem Abstand in Abgaskatalysatoren von Autos ist.

Die Rhodiumproduktion wird von Südafrika dominiert. Es fällt als Nebenprodukt der Platin- und Palladiumförderung an.

Die größte Rhodiumquelle ist der Bushveld-Komplex. Sibanye-Stillwater, Anglo American Platinum und Impala Platinum sind die wichtigsten Rhodiumproduzenten.

Für die EU, die USA, Japan und Großbritannien ist Rhodium (Platingruppe) ein kritischer Rohstoff.

  • Geschichte

    Rhodium wurde 1803 vom englischen Chemiker William Hyde Wollaston entdeckt. Er isolierte das Metall aus rohem Platinerz. Der Name Rhodium leitet sich vom griechischen Wort rhodon ab, was Rose bedeutet und auf die rosarote Farbe einiger Rhodiumsalze anspielt.

    Da Rhodium extrem selten und schwer zu gewinnen war, wurde es zunächst nur zu Forschungszwecken genutzt. Die erste Anwendung des neuen Metalls war ab 1820 als Rhodium-Zinn-Legierung in Schreibfederspitzen.

    Seine hohe Korrosionsbeständigkeit und sein glänzendes Aussehen machten es im 19. Jahrhundert zu einer begehrten Beschichtung für Luxusgegenstände und Schmuck.

    Erst im 20. Jahrhundert begann seine industrielle Nutzung vor allem in Fahrzeugkatalysatoren.

  • Verwendung

    80 bis 90 Prozent des Rhodiums gehen in die Automobilindustrie für Abgaskatalysatoren (Drei-Wege-Katalysatoren) zur Reduktion der Emission schädlicher Stickoxide.

    Metallisches Rhodium hat ein hohes Reflexionsvermögen und wird daher auch als Beschichtung in hochwertigen Spiegeln eingesetzt. Diese Beschichtungen sind gleichzeitig auch sehr hart und chemisch stabil.

    Das Metall wird zusammen mit Gold, Platin und Silber für die Herstellung von Schmuck und Uhren verwendet.

    Juweliere schätzen die Rhodiumbeschichtung. Mit Rhodium behandeltes Silber glänzt und wird stärker. Bei Kontakt mit der Luft läuft es nicht an. Rhodium ermöglicht außerdem die Herstellung von Weiß- und Schwarzgold. 

    Rhodiumverbindungen sind zwar toxisch und krebserregend, allerdings ist die Rhodiummenge in zertifiziertem Schmuck für die menschliche Gesundheit ungefährlich.

    Die hohe Nachfrage aus der Automobilindustrie und seine Seltenheit macht Rhodium zu einem der teuersten Metalle.

  • Vorkommen, Abbau, Gewinnung

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    Rhodium: processing: 1g powder, 1g pressed cylinder, 1 g argon arc remelted pellet.

    Südafrika dominiert mit 80 bis 90 Prozent der weltweiten Produktion den Rhodiummarkt. Rhodium fällt als Nebenprodukt des Platin- und Palladiumabbaus an. Die größte Platinlagerstätte, der Bushveld-Komplex, gehört zu den wichtigsten Rhodiumquellen.

    Die wichtigsten Player sind Sibanye-Stillwater, Anglo American Platinum und Impala Platinum, wobei Anglo American Platinum, das zum Konzern Anglo American gehört, der Weltmarktführer ist.

    Außerhalb Südafrikas ist Norilsk Nickel in Russland der größte Rhodiumhersteller.

    Die globale Jahresproduktion beträgt schätzungsweise 24 Tonnen.

  • Substitution

    Rhodium wird hauptsächlich aufgrund seines hohen Preises und seiner begrenzten Verfügbarkeit oft durch andere Materialien ersetzt. Palladium dient als Ersatz für Rhodium, insbesondere in der Schmuckindustrie und bei Katalysatoren.

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Rhenium

Re • Ordnungszahl 75

Rhenium

Rhenium ist eines der dichtesten Metalle der Erdkruste mit einem der höchsten Schmelzpunkte (3.180 Grad Celsius). Es kommt weder frei in der Natur noch als Verbindung in einem bestimmten Mineral vor. Stattdessen kommt es in Konzentrationen von durchschnittlich etwa 0,001 ppm in Mineralien vor und gehört somit zu den seltensten Elementen der Erdkruste.

Es ist äußerst korrosions- und säurebeständig. Wegen seiner Festigkeit auch bei hohen Temperaturen ist Rhenium ein Schlüsselelement für Hochleistungstriebwerke der Luftfahrt.

Seine Seltenheit und strategische Bedeutung für die Luftfahrt macht es zu einem der wertvollsten Metalle der Welt. In vielen Industrieländern ist Rhenium als kritischer Rohstoff gelistet.

Chile ist der größte Rheniumproduzent mit einem Weltmarktanteil von über 50 Prozent.

Die Bingham Canyon Kupfermine des Konzerns Rio Tinto in den USA ist die größte Einzelquelle für Rhenium.

  • Geschichte

    Rhenium wurde 1869 vom russischen Chemiker Dmitri Iwanowitsch Mendelejew vorhergesagt und 1925 von den deutschen Chemikern Ida und Walter Noddack sowie Otto Carl Berg entdeckt. Das Trio wies Rhenium in Platinerzen und Columbit mittels Röntgenspektroskopie nach. Sie benannten es nach dem lateinischen Namen für Rhein, in Anlehnung an ihre Heimat.

    Aufgrund seiner Seltenheit und schwierigen Gewinnung beschränkte sich Rhenium lange nur auf die Verwendung in Forschungslaboren.

    Die industrielle Nutzung begann erst in den 1950er-Jahren in Hochtemperaturlegierungen für Flugzeugturbinen, in Katalysatoren für die Erdölverarbeitung sowie in medizinischen Röntgenröhren und in der Elektronik.

  • Verwendung

    Die wichtigste Anwendung von Rhenium sind Hochtemperatur-Superlegierungen für Turbinenschaufeln von Flugzeugtriebwerken und Raketenmotoren. Dabei wird Superlegierungen auf Nickel- oder Wolframbasis drei bis sechs Prozent Rhenium beigemischt, um Flugzeugtriebwerke noch fester und hitzebeständiger zu machen. Fast drei Viertel der weltweit produzierten Rheniummengen gehen in diesen Bereich.

    Die zweitwichtigste Anwendung von Rhenium ist in Katalysatoren für die Erdölindustrie. Weitere Einsatzgebiete sind Thermoelemente für Industrieöfen, Glühkathoden, Röntgentechnik und die Medizin.

  • Vorkommen, Abbau, Gewinnung

    Reine Rhenium-Minen gibt es nicht. Das Element ist ein Nebenprodukt von Kupfer- und Molybdänminen.

    Die Förderung konzentriert sich in wenigen Ländern. Chile ist dabei mit über der Hälfte der Weltproduktion der führende Hersteller. Bedeutende Quellen sind die Kupferminen von Chuquicamata und Escondida, die von Codelco und BHP betrieben werden.

    Das chilenisch-schweizerische Unternehmen Molymet ist einer der größten Rhenium-Verarbeiter der Welt.

    Auch die USA haben eine nennenswerte Rheniumgewinnung. Die Bingham-Canyon-Kupfermine, auch bekannt als Kennecott Copper Mine, des Konzerns Rio Tinto, ist die größte Einzelquelle für Rhenium. Sie deckt zwar einen Teil des US-Rheniumbedarfs ab, dennoch sind die USA von Importen abhängig, da die Nachfrage aus der Luft- und Raumfahrt für Superlegierungen steigt.

    Weitere große Rhenium-Förderer befinden sich in Polen mit dem Kupferproduzenten KGHM Polska Miedź und in China. Seit 2020 hat sich auch Usbekistan mit dem Unternehmen Almalyk Mining and Metallurgical Combine zu einen wichtigen Rheniumhersteller entwickelt.

    Die Vereinigten Staaten und Deutschland sind führend beim Recycling von Rhenium.

    Die globale Jahresproduktion beläuft sich auf etwa 60.000 Kilogramm.

  • Substitution

    Ersatzstoffe für Rhenium in Platin-Rhenium-Katalysatoren werden kontinuierlich evaluiert. Die Anwendung mit Iridium und Zinn hat bereits kommerziellen Erfolg erzielt. Weitere Metalle, die für den katalytischen Einsatz geprüft werden, sind Gallium, Germanium, Indium, Selen, Silizium, Wolfram und Vanadium. Die Verwendung dieser und anderer Metalle in bimetallischen Katalysatoren könnte den Anteil von Rhenium am bestehenden Katalysatormarkt verringern.
    Dies dürfte jedoch durch rheniumhaltige Katalysatoren ausgeglichen werden, die für den Einsatz in mehreren geplanten Gas-to-Liquid-Projekten in Betracht gezogen werden.
    Materialien, die Rhenium in verschiedenen Endanwendungen ersetzen können, sind Kobalt und Wolfram für Beschichtungen auf Kupfer-Röntgentargets, Rhodium und Rhodium-Iridium für Hochtemperatur-Thermoelemente, Wolfram und Platin-Ruthenium für Beschichtungen auf elektrischen Kontakten sowie Wolfram und Tantal für Elektronenemitter.

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